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Inhaltsverzeichnis

Verbot des Frauen-Fußballs, 1955

Zwischen 1955 und 1970 verbot der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Frauen das Fußballspielen "aus ästhetischen Gründen und grundsätzlichen Erwägungen". Die Verbotsentscheidung traf der DFB am 30. Juli 1955 auf seinem Bundestag in Berlin - aus Sorge um das weibliche Wohl und die Aufrechterhaltung der Moral. "Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden, und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand", begründete der Sportverband seine Entscheidung. "Das war schon eine schwere Sünde, dass die Mädchen da mit einem wackeligen Busen übers Feld liefen und dann auch noch gegen den Ball traten oder sich gegenseitig foulten", erinnerte sich der DFB-Funktionär Hubert Claessen in den Neunzigerjahren an die damalige Stimmung. Im DFB organisierte Vereine durften fortan weder Damenfußball-Abteilungen unterhalten noch ihre Sportplätze für Frauen bereitstellen. Schiedsrichtern war es ausdrücklich verboten, Begegnungen zu pfeifen. Hubert Claessen, damaliger Delegierter vom DFB, dazu: "Das war schon eine schwere Sünde, dass die Mädchen da mit einem wackligen Busen übers Feld liefen und dann auch noch gegen den Ball traten. Man wollte keine Damenfußball-Abteilungen, weil man sagte, der Kampfsport Fußball ist für die Frau weder physisch noch seelisch geeignet."(u.a. Sdt. 24.6.2011

DDR-Hymne und die "Tonstörung", 1966

Als bei der Leichtathletik-Europameisterschaft die Nationalhymne der DDR gespielt wurde, blendete die ARD einfach den Ton weg und zeigte dafür eine Tonstörung an. (Prisma Archiv)

Tennisspieler John McEnroe: zu schmächtig, USA 1983

Der damalige Weltranglistenerste warb mittels einer Fotomontage für den Schlägerhersteller Dunlop, weil er zu schmächtig erschien: der Kopf stammt vom ihm und der Oberkörper von einem unbekannten Athleten. Trotz dieses Tricks wurde zum Boykott aufgerufen, allerdings nicht wegen der Montage, sondern weil der Sportler laut der Zeitung "Litchfield County Times" ein "taktloser Heulpeter" sei, der mit seinem "unerträglichen Benehmen für junge Menschen ein klägliches Beispiel" sei. (Spiegel 30 1983)

Montierte Werbeanzeige und McEnroe in Wirklichkeit

Fußballer Ewald Lienen mit Anti-Atom-Pullover, WDR 1985

„Herr Lienen, was wollen Sie denn am Sonntag anziehen?“, war die Frage, die dem Fußballer Lienen telefonisch gestellt wurde, nachdem er vom WDR als "Torschütze des Monats" zur Sportschau eingeladen worden war. Der zuständige Redakteur erklärte zum Hintergrund der Frage, dass dem WDR sein Lieblingspullover mit dem Abrüstungssymbol und der Aufschrift „Sportler gegen Atomraketen – Sportler für den Frieden“, den er bei den letzten Sendungen getragen habe, missfalle. Lienen verzichtete schließlich auf den Pullover und durfte dafür einen Button mit dem Friedenszeichen tragen und in der Sendung auf seine Aktivitäten für die Friedensbewegung eingehen. (Spiegel 47 1985)

Ewald Lienen mit mißliebigem Pullover

Gabriela Sabatini: "sexistisch" fotografiert, 1988

Die Aufnahme wurde als "sexistisch eingestuft und verurteilt. Sinnigerweise wurde sie exakt so von der Sdt. Zeitung noch einmal abgedruckt mit der Unterzeile "Dieser ebenso überflüssige wie sexistische Schnappschuß..." (Spiegel 24 1988)

Fußballbundesliga: FC Homburg mit verbotener Kondom-Werbung, 1988

Für die London Rubber Company GmbH aus Mönchengladbach sollte der Bundesliga-Club 1988 werben und zwar mit dem Schriftzug "London" für die Marken-Kondome der Firma.. Doch der Ligaausschuß verweigerte die notwendige Zustimmung zur Trikotwerbung, weil Mayer-Vorfelder und Kollegen darin einen Verstoß gegen "Ethik und Moral" sahen. Noch ehe aber das Schiedsgericht die Ausschußentscheidung bestätigen konnte, hatte der Präsident des Vereins, Manfred Ommer, bereits beim Landgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung gegen den DFB erwirkt, die verbotene Werbung bis zum Saisonende doch zuzulassen.(Spiegel 14 1988)

Hombuerger Spieler mit verbotener Kondom-Werbung

Paul ("Gazza") Gascoigne: "Gazza" schütze seine "anderen wertvollen Aktiva", 1991

Das berühmte Foto, auf dem Vinnie Jones seinem Hintermann Gascoigne ans Gemächte geht, sollte als Zeitungsanzeige für das britische Patentamt erscheinen (Werbezeile: "Gazza" schütze seine "anderen wertvollen Aktiva", indem er seinen Spitznamen als Warenzeichen habe eintragen lassen). Das Handelsministerium untersagte die Anzeige mit der Begründung: "Schlechter Geschmack". (Spiegel 9 1991)

Vinnie Jones und "Gazza"

Jürgen Klinsmann "Stuka"-T-Shirt, 1995

Ein T-Shirt mit dem Schriftzug "Achtung Jürgen" und einem Sturzkampfbomber der Wehrmacht (darunter waren in Bauchhöhe Bomben mit den Jahreszahlen der bisherigen Cup-Siege der Totenham Hotspurs, bei denen Klinsmann spielte) führte zu einer kritischen Diskussion. (u.a. Netz und Spiegel 19 1995)

"Achtung Jürgen"

Paul Gascoigne: Flötenspieler - Stefan Effenberg: Stinkefinger, 1994/95

Der britische Fußballstar Gascoigne zwang beim Lokalderby von Celtic Glasgow gegen Glasgow Rangers die Polizei zum Einschreiten: er hatte - nicht wie Effenberg bei der WM 1994 in den USA den Stinkefinger, was nebenbei bemerkt den amerikanischen Sprachschatz um das Wort "the stinkefinger" bereicherte - nach seinem Tor mit den Händen einen Flötenspieler imitiert, um die Celtic Fans in Rage zu bringen. Zum Hintergrund: jedes Jahr feiern die Protestanten den Sieg von 1690 über die aufständischen Katholiken mit Umzügen und Flötenspiel. (Spiegel 33 1995 und Stern-Archiv)

Paul Gascoigne: Flötenspieler
Stefan Effenberg: Stinkefinger

"Fußballgott": Klage über Sportreporter, NL 1996

Der niederländische "Bund gegen das Fluchen" bezichtigte 1996 Sportjournalisten der Gotteslästerung. Er forderte sie 1996 in einem offenen Brief auf, Begriffe wie "Fußball-Gott" oder "Erlöser" zu verzichten. Der Bund wurde 1917 gegründet und hatte 1997 18000 Mitglieder. (WN 14.5.1996)

Tageszeitung "Apple Daily": Hitler-Bild und deutsche Fußball-Nationalmannschaft, Hongkong 1998

In der Zeitung war ein Hitler-Gemälde in Verbindung mit der deutschen Nationalmannschaft dargestellt, der man den Gewinn der Weltmeisterschaft in Frankreich prophezeite. Denn, so die Zeitung, das deutsche Team verkörpere die Qualitäten einer "Rasse, die sich nie geschlagen gibt und grimmig kämpft." Der Artikel erschien ausgerechnet am Vorabend von Jom Haschoah, dem Tag der Erinnerung an die sechs Millionen Juden, die von den Deutschen ermordet wurden. Nach Protesten entschuldigte sich die Zeitung und erklärte das Bild als "Teil einer künstlerischen Gestaltung." (Spiegel 18 1998)

FC Homburg: Verbotene Kondom-Trikot-Werbung, 1988

Als der FC Homburg zu Jahresbeginn 1988 als einziger Klub noch ohne Trikot-Werbepartner war, suchte Ommer einen Sponsor. 200 000 Mark bis zum Saisonende wollte schließlich die London Rubber Company GmbH aus Mönchengladbach den Homburgern zahlen, wenn sie mit dem Schriftzug "London" für die Marken-Kondome der Firma werben würden. Doch der Ligaausschuß verweigerte die notwendige Zustimmung zur Trikotwerbung, Mayer-Vorfelder und Kollegen hatten einen Verstoß gegen "Ethik und Moral" ausgemacht. Der daraufhin ausgelöste Medienrummel, so Ommer, sei das Ergebnis gezielter Strategie. Er habe mit der "Dämlichkeit der Funktionäre" - schon zu seiner aktiven Zeit "eine Bank, auf die man setzen konnte" - spekuliert. Mit der Ablehnung der Werbung, so Ommer zufrieden, habe der DFB dafür gesorgt, "daß jeder weiß, daß London unter anderem Kondome produziert". Daß die Funktionäre zwar Werbung für Alkohol genehmigten, die für Kondome aber verbieten, mache, so Ommer weiter, "wenn ich mir die Herren anschaue",durchaus Sinn. Sie hätten halt, bedingt durch die Altersstruktur, "zu diesem Produkt heute wenig Beziehungen". In Sachen Kondome stoppte das Landgericht den DFB.(Spiegel 14 1988)

Jeff Strasser und Kasey Keller (beide Borussia Mönchengladbach): Musikalische Verhöhnung des Gegners verboten, 2000

Die beiden Profis wurden vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe verurteilt. Sie hatten nach dem 2 : 0 Erfolg über den 1. FC Köln vor der Nordkurve des heimischen Stadions Gesänge angestimmt, in denen der Gegner verhöhnt wurde. Verein und Spieler entschuldigten sich beim FC Köln. (MZ 22.2.2000)

Ausstellung: "Tatort Stadion. Rassismus und Diskriminierung im Fußball, Berlin 2002

In der Ausstellung wurden u.a. auch problematische Aussagen vom damaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder veröffentlicht. U.a.: "Was wird aus der Bundesliga, wenn die Blonden über die Alpen ziehen und stattdessen die Polen, diese Furtoks und Lesniaks, spielen?" oder "Hätten wir 1918 die deutschen Kolonien nicht verloren, hätten wir heute in der Nationalmannschaft wahrscheinlich auch nur Spieler aus deutsch-Südwest." Die Verantwortlichen weigerten sich die Schautafeln mit den entsprechenden Zitaten zu entfernen. Der DFB-Sportförderverein hatte deswegen eine in Aussicht gestellte Unterstützung von 5000 Euro zurückgezogen. (MZ 11.1.2002)


Schiedsrichterbeleidigung: "What an Urs Hole", Lissabon/London 2004

Nachdem der Schiedsrichter Urs Meier einen Treffer der englischen Nationalmannschaft gegen Portugal nicht anerkannt hatte, wurde er zum Buhmann der englischen Presse. Der Daily Star formulierte über den Schiedsrichter "What an Urs Hole", wobei die Übersetzung der Zensur zum Opfer fiel. (WN 26.6.2004)

Heidi Klum bei der WM-Auslosung: zuviel nackte Haut, Iran 2005

Das iranische Fernsehen zeigte die Auslosung zur Fußball-WM zeitversetzt, um die Bilder mit dem tiefdekolletierten Model rauszuschneiden. (MZ 12.12.2005)

Klum während der Auslosung

Bundesliga: Hoffenheim gegen Dortmund - Mäzen Dietmar Hopp als Zielscheibe, 2008

Auf dem Plakat stand "Hasta la vista Hopp" (ungefähr: "bis zum nächsten Wiedersehen Hopp"). Hopp stellte Strafanzeige. (MZ 23.9.2008)

Hopp als Zielscheibe im Stadion von Dortmund


Schalke-Hymne islamfeindlich?, 2009

"Mohammed war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht“, heißt es seit über 50 Jahren in der Hymne des Fußballbundesligisten FC Schalke 04. 2009 mussten Wissenschaftler entscheiden, ob das islamfeindlich ist. Mit einem eindeutigen Ergebnis: Eine islamfeindliche Gesinnung sei nicht zu erkennen, heißt es in einem vom Vorstand des Bundesligavereins in Auftrag gegebenem Gutachten des Osnabrückers Islamwissenschaftlers Bülent Ucar sowie weiterer wissenschaftlicher Expertisen. Deshalb soll die Hymne nicht geändert werden. In der von Muslimen beanstandeten dritten Strophe der Hymne, die zu jedem Spiel von den Fans gesungen wird, heißt es in Bezug auf Mohammed weiter: „Doch aus all der schönen Farbenpracht hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht.“ Blau und Weiß sind die Vereinsfarben. In Hunderten Protest-Mails hatten Muslime 2009 plötzlich Anstoß an einem Vers genommen, der dem Lied aus dem Jahr 1924 bereits vor 50 Jahren hinzugefügt worden war. (ddp 05.08.2009)

Eistanz: Oksana Domnina und Maxim Schabalin: Ritueller Tanz der Aborigines, 2010

Erstmals führten die beiden den Tanz bei den russischen Meisterschaften auf. Danach hob im Netz eine Welle der Entrüstung ab. In den USA reagierte man besonders befremdet: Weiße, die sich dunkle Farbe ins Gesicht malen, um Dunkelhäutige zu spielen, gelten dort als politisch unkorrekt. Und Bev Manton, der Vorsitzende der wichtigsten Aborigine-Vertretung des Bundesstaates New South Wales beklagte: "Wir fühlen uns durch diese Aufführung angegriffen. Aborigines sind aus gutem Grund sensibel, wenn andere ihre Kultur und ihre Riten aufgreifen." (Sdt. 22.1.2010]

Oksana Domnina und Maxim Schabalin: Ritueller Tanz der Aborigines

Snowboarderin im Bikini: Hannah Teter, 2010

Die Olympiasiegerin von Turin ließ sich für das Magazin "Sports Illustrated" leicht bekleidet ablichten und löste damit ein Welle der Empörung aus. (spiegel de 16.2.2010)

Snowboarderin im Bikini: Hannah Teter

Lindsey Vonn in Abfahrtshocke: "sexualisierte Pose", 2010

Der alpine Skistar Lindsey Vonn geriet in die Diskussion, weil sie für das Titelblatt von "Sports Illustrated" (bekleidet) die typische Abfahrtshaltung eingenommen hatte. Die US-Soziologin Nicole LaVoi sah darin ein "sexualisierte Pose". ((spiegel de 16.2.2010)

Lindsey Vonn in Abfahrtshocke: "sexualisierte Pose"

Fluchverbot für italienische Fußballer, 2010

Im März 2010 wurden in der italienischen Liga "Serie A" die ersten Sperren wegen gotteslästerlichen Fluchens ausgesprochen. Als erster Sünder überführt wurde Domenico Di Carlo, der Trainer des Erstligisten Chievo Verona, der u.a. das Wort "Dio" (Herrgott) gerufen hatte. Die Worte des Lasters wurden - so der Beweis - von den Lippen abgelesen. (Sdt. 4.3.2010)

"Ultimate Fighting, 2010

Im März 2010 entschied der Fernsehausschuss der Bayrischen Landeszentrale für Neue Medien, dass die drei Formate "The Ultimate Figther", "UFC Unleased" und "UFC Fight Night", die bis dato samstags von 23 Uhr an gesendet wurden, nicht mehr gezeigt werden dürfen. Zur Begründung: "Die darin stattfindenden Tabubrüche, wie das Einschlagen auf einen am Boden liegenden Gegner, widersprechen dem Leitbild eines öffentlich-rechtlich getragenen Rundfunks." (Sdt. 20./21.3.2010)

Fußball-WM 2010: Katrin Müller-Hohenstein und der "Reichsparteitag", TV 2010

In der Halbzeit des Spiels Deutschland gegen Australien hatte die Journalistin formuliert, es sei nach dem Tor des lange glücklosen Stürmers Klose für ihn wohl wie ein "innerer Reichsparteitag" gewesen. Im Internet kam es daraufhin zu heftigen Proteststürmen. ZDF und Journalistin entschuldigten sich. (MZ 15.6.2010)

Wo die Fußball-Weltmeisterschaft zur Lebensgefahr wird, Somalia 2010

In Somalia sind nicht nur Kinos und DVDs verboten, auch die Übertragung der Fußballspiele zur WM in Südafrika wurde verboten, dass Anschauen der Spiele via Satellit mit dem Tode bedroht. Die Begründung der Kleriker: "Dieser Sport soll die jungen Generationen blind machen und sie davon abhalten, Allah durch gute Taten zu eher." (Wochenpost 20.6.2010)

Fußball-WM: Spieler Anelka zum Trainer Domenech: "Fick dich in ..., du Hurensohn", Südafrika 2010

Der französische Spieler Anleka war vom Trainer in der Pause des Spiels Mexiko gegen Frankreich wegen seiner mangelhaften Laufbereitschaft zur Rede gestellt worden, woraufhin der Spieler mit "Fick dich in den Arsch, du Hurensohn" antwortete. Anelka wurde sofort suspendiert. Der Satz wurde z.T. nur angedeutet wiedergegeben. In der Süddeutschen Zeitung etwa wurden bestimmte Worte durch Punkte ersetzt (siehe oben). (Sdt. 21.6.2010)

Französische Zeitung mit dem Originalzitat

Fußball-WM: Nordkorea - Portugal: 0 - 7: Fernsehsprecher schweigt, Südafrika 2010

Vor dem Spiel hatte der Generalsekretär des nationalen Fußballverbands von Nordkorea gesagt, dass der "liebe Führer" ihm eine "tiefgehende Anleitung" hat zuteil werden lassen, wie der Fußball des Landes zu entwickeln sei, und der Trainer behauptete, er empfange sogar während des Spiels fortlaufend taktische Anweisungen durch den Diktator Kim Jong-il durch ein unsichtbares Handy, das dieser persönlich entwickelt habe. Kim selbst hatte verlautbaren lassen: "Wenn unsere Spieler die Mannschaften anderer Länder schlagen, werden wir die wirkliche Stärke unseres Landes demonstrieren können." Das Spiel wurde als erste Live-Übertragung eines Fußballspiels dann in Nordkorea ausgestrahlt. Nach dem vierten Tor der Franzosen verweigerte der Kommentator in der sechzigsten Minute seinen Dienst und blieb über eine halbe Stunde stumm. Nach dem Schlusspfiff wurde die Übertragung abrupt beendet und Fabrikarbeiter gezeigt, die Kim loben. (Sdt. und FAZ 23.6.2010)

Frauen in Orange-Kleidern mit Werbebotschaften: verhaftet, Fußballweltmeisterschaft Südafrika 2010

Die beiden jungen Damen trugen die Werbebotschaft ihres Auftraggebers, einer holländischen Brauerei, ins Soccer City Stadium, indem sie Orange-Kleider trugen, die mit einer winzigen Werbebotschaft versehen waren. Sie wurden, da die Fifa ein Werbeverbot erlassen hatte in einer Art vorauseilender Gehorsam von den örtlichen Behörden verhafte. Die niederländische Botschaft protestierte. (FAZ 4.10.2010)

Die mißliebigen Kleider

David Beckham gegen "Bunte" - Irma Nici gegen Beckham, 2010

David Beckham (35) machte den Anfang. Nachdem die Prostituierte Irma Nici (26) in einer Zeitschrift von ihrem angeblichen Liebesspiel mit dem Fußballprofi berichtete, reichte der Starkicker eine Klage gegen die Zeitschrift "Bunte" und den Verlag ein. Er ließ auch der Hure selbst eine 21 Seiten lange Anklageschrift zukommen. Das wollte Irma Nici nicht auf sich sitzen lassen. Die Dame hat laut „Daily Mail“ beschlossen, David Beckham wegen „emotionaler und körperlicher Grausamkeit“ nun ihrerseits zu verklagen. Nicis Anwalt reichte die Klage am Freitag in Los Angeles vor Gericht ein. „Wir werden Mr. Beckham für sein rowdyhaftes Verhalten haftbar machen“, wurde der Anwalt zitiert. „Auch öffentliche Personen wie Beckham dürfen das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht unterbinden. Vielleicht lebt er noch nicht lange genug in Los Angeles und weiß nicht, dass wir hier die Wahrheit auch Schwarz auf Weiß sagen.“ (welt online 4.10.2010)

Polizei verbietet Davidstern, 2010

Fans des englischen Traditionsclubs Tottenham Hotspur durften im Champions-League-Spiel bei Inter Mailand am 20.10.2010 aufgrund einer polizeilichen Anordnung keine Flaggen mit Davidsternen ins Stadion mitnehmen. Der Davidstern ist bei den Spurs, die eine große jüdische Fangemeinde haben, ein tief verwurzeltes Symbol. Wie der Klub auf seiner Homepage mitteilte, werde Fans, die eine entsprechende Flagge mit ins Stadion führen wollten, der Eintritt verweigert. (MZ 19.10.2010)

Ausrüstung von Fußballspielern: Schlauchschal und Kopfbedeckung, DFB 2011

Originaltext: "Liebe Trainer, Betreuer und Mannschaftsverantwortliche, ich bitte um Kenntnisnahme dieser Email bezüglich Änderung der Regel 4 "Ausrüstung der Spieler". Betreffend dieser Email bezüglich Tragen von Schlauchschals wurde diese Regel weiterhin ergänzt, dass das Tragen von Kopfbedeckung nur mit speziellen Schutzhelmen erlaubt ist (also das Tragen von Strickmützen, etc.) ist auch weiterhin nicht erlaubt. Bitte weißt hier besonders die Spieler der Jugendmannschaften daraufhin, da das Tragen von Strickmützen in den letzten Wochen wohl besonders nach Auskunft unseres SR-Obmanns Willy Westphal in den Jugendmannschaften (A-, B-, C- und D-Junioren) "Mode" geworden ist.

WG: Regel 4, Ausrüstung der Spieler, Schlauchschal (Herren, Frauen,

Junioren, Juniorinnen)

Regel 4, Ausrüstung der Spieler

Liebe SR-Lehrwarte, in der zurückliegenden Zeit geriet ein jetzt als Schlauchschal (s. beigefügtes Bild) bezeichnetes Kleidungsstück von Fußballspielern ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Das International Football Association Board (IFAB) hat sich nunmehr in seiner 125. Sitzung am Samstag, den 5. März 2011, auch damit befasst. Der DFB hat uns nun mitgeteilt, dass folgender Beschluss gefasst wurde, der sofort Gültigkeit erlangt:

Das Tragen von "Snoods" (Schlauchschals) ist im Rahmen der Regel 4 - Ausrüstung der Spieler - nicht zulässig.

Bitte weist Eure SR auf diese Änderung hin.

Viele Grüße Rainer Werthmann Karsten Jonsson"

Unzulässiger Schlauchschal


Fußballverbot in der Schule, Spanien 2011

An einer Schule in Lugo de Llanera wurde 2001 beschlossen, den Schülern das Fußballspielen in der Pause zu verbieten. Begründung: Der Fußball habe "schwerwiegende Konflikte unter den Schülern geschürt" und jene ausgeschlossen, die an dem Spiel nicht teilnehmen. (Sdt.21.3.2011)

"taz" verpixelt Werbung im Sport, 2011

Zunächst war es nur als Test angekündigt: Aus Protest gegen immer Werbung im Sport verpixelte man in der taz die Banden- und Trikotwerbung auf abgedruckten Fotos. Im Hausblog wurde erklärt: Erst habe es "ästethisches Unbehagen" verursacht, dann "ganz schön" genervt. "Weg mit dieser Flimmerbande. Weg mit dem Werbepatchwork auf dem Sportlertrikot", hieß es im Hausblog der "taz" dazu. Man wolle mit der Verpixelung "journalistisch noch unabhängiger werden". Dann wurde angekündigt, man werde nach dem Test, die Verpixelung dauerhaft fortzusetzen. "Jetzt gibt es kein Zurück mehr", so die dramatische Ankündigung.USdt. 23.8.2011)

Der Eishockey-Torwart Dennis Endras (Augsburger Panther) von der taz gepixelt und im Originalfoto

FC Getafe: Werbevideo mit heißen Zombiebräuten, Spanien 2011

In dem Video wird zu Beginn das leere Stadion Coliseum Alfonso Perez gezeigt. Dann erscheint ein Fan des letztjährigen Tabellen-16., dem aus dem Off über die Problematik der wenigen Fans und Zuschauer berichtet wird. „Die Lösung ist einfach, und sie ist in Dir”, heißt es, ehe die Kamera auf den Lendenbereich des Mannes schwenkt. Er solle doch bitte Sperma spenden, und zwar „je mehr, desto besser”, um für neuen Getafe-Nachwuchs zu sorgen. Nächste Einstellung: Der Mann sitzt in der Samenbank. Dort wird ihm eine DVD mit dem Titel „Zombies calientes de Getafe” (dt. heiße Zombiebräute aus Getafe) als Motivationshilfe überreicht. Dann kommen die besagten Bräute ins Bild, die mittels eines Drinks in Sex-Laune versetzt werden. Gegen das Video wurde sofort heftig protestiert.(u.a.Sdt. 6.9.2011) Das Video wurde bei youtube mit einer Altersbeschränkung versehen. (http://www.youtube.com/watch?v=4hcjjRgvnDo)

Burakcan Kunt: Verhöhnte Duisburg-Spieler Terror-Opfer?, 2011

Mit einem geschmacklosen Auftritt im Internet errang Duisburgs Profi Burakcan Kunt (19) 2011 zweifelhafte Berühmtheit... Auf der Seite des Deutsch-Türken war am 11.9. der Eintrag zu lesen: Mohammed Atta Airlines. Kunt bestritt, die Eintragungen selbst verfasst zu haben, musst sich aber dennoch entschuldigen. Der Eintrag wurde nach der Kritik umgehend gelöscht. Aber Kentsch sagt auch: „Sollte sich heraus stellen, dass Kunt Kontakte zu terroristischen Kreisen hat, reagieren wir sofort.“ Über den MSV ließ er mitteilen: „Ich möchte mich für diesen geschmacklosen Eintrag entschuldigen. Ich garantiere, dass der Eintrag nicht von mir stammt und ohne mein Wissen auf die Seite gestellt worden ist. Ich distanziere mich von jeder Form von Gewaltverherrlichung.“ (Bild.de und WN 13.9.2011)

Dynamo Dresden - Eintracht Frankfurt: Plakat "Bomben auf Dynamo", September 2011

Das Zweitliga-Duell zwischen Dynamo Dresden und Eintracht Frankfurt (1:4) hatte ein Nachspiel. Im Gästeblock hing ein geschmackloses Kriegs-Plakat mit Bombern über der Dresdner Stadtsilhouette und der Aufschrift „Bomben auf Dynamo“ als Anspielung auf die Zerstörung der Stadt im Februar 1945. Dresdens Sportbürgermeister Winfried Lehmann (55) zeigte sich empört: „Das ist unfassbar und kopflos. Eine Verunglimpfung all derer, die die Wirren des Krieges erlebt haben.“ Der Politiker fordert ein hartes Vorgehen gegen die Plakat-Schmierer: „Das sind keine Fußballfans. So etwas muss mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden. Denn das ist kein Kavaliersdelikt, sondern verletzt das Ansehen der gesamten Fußballs.


Matthieu Suc und Gilles Verdez: „La Face cachée de Franck Ribéry“ (wörtlich übersetzt: Das versteckte Antlitz von Franck Ribéry), 2011

Wie das Magazin „Le Point“ auf seiner Internetseite berichtet, will der Nationalspieler den Verkauf der nicht-autorisierten Biografie unbedingt stoppen, beruft sich auf einen Verstoß gegen seine Bildrechte. Dabei geht es um das Foto des Buchcovers, das Ribéry im Anzug zeigt. Eine gerichtliche Anhörung in Paris soll Klarheit in den Fall bringen. In den Vorabdrucken, die „France-Soir“ (die Autoren Suc und Verdez sind Redakteure der Tageszeitung) veröffentlicht hat, soll es vor allem um pikante Einzelheiten im Sex-Skandal um die Prostituierte Zahia Dehar gehen. Wegen „Kontaktanbahnung zu einer minderjährigen Prostituierten“ war Ribéry 2010 ins Visier der Justiz geraten. Im Rahmen der Ermittlungen gegen ihn gab der Fußball-Star drei Sex-Treffen im Jahr 2009 zu. Dass die Marokkanerin damals noch keine 18 Jahre war, habe er jedoch nicht gewusst. Zahia Dehar bestätigte diese Angaben. Doch in den Verhören der Staatsanwaltschaft, aus denen die Autoren in ihrem Buch angeblich zitieren, soll Ribéry den Kontakt zu einer weiteren Prostituierten mit dem Szene-Namen „Shazya“ einräumen. Nach eigener Aussage traf diese das Fußball-Idol am 7. April 2009 (Ribérys 26. Geburtstag) gemeinsam mit Zahia Dehar in München. (u.a.Sdt. 1./2./3.10.2011)

Iranische Nationalspieler wegen "unmoralischem Jubel" suspendiert, 2011

Beim Torjubel hat ein iranischer Fußballer seinem Teamkollegen an den Po gefasst, beide wurden daraufhin von ihrem Verein gesperrt. Die Club-Verantwortlichen sprechen von einem Bruch "ethischer Tabus in hässlicher Art und Weise". Obwohl beide Spieler diese Geste als Spaß bezeichneten, wurden sie vorläufig ausgeschlossen. Beiden Profis wurde nach Berichten staatlicher Medien zudem das Gehalt um 15 Prozent gekürzt. "Nosrati hat elf Jahre zur Nationalmannschaft gehört, aber das zählt für uns nicht, wenn es zu einem Bruch sozialer und ethischer Tabus in solch hässlicher Art und Weise kommt", sagte ein Persepolis-Sprecher der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. (Spiegel online 1.11.2011)


Kreischverbot für junge Tennisspielerinnen, 2012

Die Frauentennis-Tour WTA plante 2012 laute Gestöhne mit Punktabzug zu sanktionieren. Das Verbot soll zunächst aber nur für Jugendliche gelten. Messungen hatten vorher ergeben, das sowohl die Weltranglistenerste Victoria Asarenka als auch die Zweite Maria Scarapowa Stöhnwerte von 100 Dezibel erreichen. Das entspricht fast dem Geräuschpegel von Kettensägen. (Sdt- 10.4.2012)

Fußball-EM 2012: Samit Nasri beleidigt Journalisten, 2012

Frankreichs Samir Nasri sorgte nach dem EM-Ausscheiden seiner Mannschaft gegen Spanien (0:2) für einen Eklat. In der Mixed Zone kam es zu einem Wortgefecht, bei dem der Profi von Manchester City hatte die Kontrolle über sich verlor. "F... dich selber“,und "Geh deine Mutter f...." schimpfte der Fußballer, beleidigte die Mutter des Reporters und bezeichnete ihn als "Hurensohn“. Seine Schimpftirade schloss Nasri mit den ironischen Worten, nun könne er schreiben, "dass ich schlecht erzogen bin“. Die Fifa drohte mit Rekordstrafe. Die Zitate stammen in der zensierten Form aus der Presse. (WN 27.6.2012)


Hannover 96: Transparent mit dem Mörder Fritz Haarmann nicht akzeptabel, 2012

Der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, forderte ein Verbot des bei Fußballspielen von Hannover gezeigten Transparents mit dem Bild des Serienmörders Fritz Haarmann. "So etwas ist absolut inakzeptabel", sagte 96-Chef. (Handesblatt online 30.8.2012)

Mainz 05: RAF-Plakat, 2012

Während des Punktspiels gegen den FC Augsburg (2:0) war im FSV-Fanblock ein rotes Transparent mit weißem Stern und Maschinenpistole zu sehen. Anstatt RAF war die Abkürzung USM (Ultraszene Mainz) auf der Fahne zu sehen. Der DFB baten den Verein um eine Stellungnahme gebeten. Der rechnete nicht mit einer Strafe "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu einer Strafe oder einer Verurteilung kommt", sagte Manager Christian Heidel: "Es war kein RAF-Plakat im Stadion, nur das Symbol wurde verwendet. Man sollte das Ganze nicht dramatisieren, es wurde kein Bezug zu RAF-Taten hergestellt, kein Mensch wollte zu Gewalt aufrufen. Es war ein satirisches Plakat, das nur niemand verstanden hat." Danach setzte eine Debatte darüber ein, ob das wirklich eine Satire gewesen und ob sie "politisch korrekt" sei. (zeit online 24.9.2012)


Hitlergruß? Solinger zeigt Mandzukic an, 2012

„Ich habe das als einen Hitlergruß erachtet und Strafanzeige gegen den Spieler gestellt“, erklärte ein Solinger Bürger, warum er den Bayern Spieler Mandzukic angezeigt hatte. Der Stürmer hatte nach seinem Tor zum 1:0 im Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg bei seinem Jubel die rechte Hand wie bei einem militärischen Gruß an die Stirn gelegt und dann den Arm weit von sich gestreckt. Eine ähnliche Geste zeigte anschließend auch der im Kosovo geborene Schweizer Nationalspieler Xherdan Shaqiri. Das Verfahren wurde vond er Staatsanwaltschaft eingestellt. (WN 27.11.2012)


Das erste Schwimmbad mit Kraul-Verbot!, Gelnhausen 2012

Die Badeordnung besagt: In dem 25-Meter-Becken darf nicht jeder schwimmen wie er will, alles ist genauestens festgelegt: „Das Schwimmen in der Stilart Kraul-, Delfin- und Rückenkraulschwimmen während des öffentlichen Badebetriebs ist nur bei freigegebenen Bahnen erlaubt.“ Spötter sprachen bereits vom einzigen Brust-Schwimmbad der Welt. Hintergrund der straffen Reglementierung: Es gehe darum, die normalen Schwimmer vor den Leistungssportlern zu schützen, sagte Betriebsleiter Volkmar Beer bereits dem „Gelnhäuser Tageblatt“. Das Kraulverbot schlug hohe Wellen. „Das entbehrt nicht einer gewissen Komik“, räumte Bürgermeister Thorsten Stolz (SPD) ein. Weil es viel Ärger und massig Beschwerden gegeben hat, wurde die Badeordnung überarbeitet und das generelle Verbot gelockert. (Express online 7.11.2012)


Maulkorb für Schalke 04: Piraten: "Ein sportpolitischer Amoklauf", 2013

Die NRW-Landtagsfraktion der Piraten forderte nach dem viel kritisierten Polizeieinsatz auf Schalke eine Entschuldigung von Innenminister Ralf Jäger, weil sich der Bundesligist in einer gemeinsam veröffentlichten Absichtserklärung dazu verpflichten musste, Kritik an Polizeieinsätzen künftig nurmehr intern zu äußern. Besonders dieser "Maulkorb" wurde u.a. von der Piraten-Fraktion kritisiert: „Wir verlangen, dass die Ministerpräsidentin den im Koalitionsvertrag vereinbarten Anspruch an Offenheit und Transparenz staatlichen Handels erfüllt und dafür sorgt, dass Vereine bei Bedarf künftig sehr wohl öffentlich die Polizeiarbeit in Stadien kritisieren dürfen. Außerdem muss Jäger den von ihm verhängten Kritiker-Maulkorb zurücknehmen. Sowohl seine patzige Aussage, dass sich die Polizei aus dem Stadion zurückziehe, als auch das jetzige Zurückrudern gleicht einem sportpolitischen Amoklauf", befand Daniel Düngel, Abgeordneter der Piratenfraktion und Mitglied im Sportausschuss des Landtags NRW. (Reviersport 17. September 2013)


FIFA: Rassismus-Vorwürfe vor Gala-Show, Brasilien 2013

Der Fußball-Weltverband FIFA sah sich wegen der Auswahl der Show-Moderatoren für die Gruppenauslosung mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Hintergrund ist die Entscheidung der Organisatoren für das Schauspieler-Duo Fernanda Lima und Rodrigo Hilbert, die die weltweit vom Fernsehen übertragene Gala-Show zur Auslosung in Costa do Sauípe präsentieren. Beide sind hellhäutig. Nach Medienberichten leitete sogar ein Staatsanwalt in São Paulo Untersuchungen ein. Anstelle von Lima und Hilbert waren auch der dunkelhäutige Schauspieler Lázaro Ramos und seine Kollegin Camila Pitanga im Gespräch. FIFA-Sprecher Walter de Gregorio wurde bei einer Pressekonferenz im Auslosungsort Costa do Sauípe auf das Thema angesprochen. Er wisse nichts von einem offiziellen Schreiben der Staatsanwaltschaft und könne dieser auch nicht vorschreiben, wie sie ermittle und öffentliches Geld ausgebe. "Aber aus meiner Sicht ist der Fakt, dass wir einer Art von Rassismus beschuldigt werden, weil eine weiße und blonde Frau moderiert, einfach lächerlich", sagte de Gregorio. "Sie ist nicht nur da, weil sie weiß und blond ist - sie ist da, weil sie gut ist", so der FIFA-Sprecher. WN 4.12.2013)

Anelka: Quenelle-Gruß, 2014

Der französische Fußballprofi Nicolas Anelka vom englischen Premier-League-Club West Bromwich Albion will zukünfitg auf den umstrittenen Quenelle-Gruß beim Torjubel verzichten. Der 34-Jährige habe einer entsprechenden Forderung seines Clubs zugestimmt, nachdem es eine Aussprache zwischen dem Stürmer und West-Brom-Sportdirektor Richard Garlick gegeben hatte. Anelka hatte die Quenelle-Geste im Spiel zwischen West Bromwich Albion und West Ham United (3:3) gezeigt. Der Gruß - linke Hand auf den durchgestreckten rechten Arm - wird in Frankreich mit Antisemitismus in Verbindung gebracht. Nach dem Spiel hatte Anelka den Vorwurf in den sozialen Netzwerken zurückgewiesen und erklärt, der Gruß sei lediglich einem Freund, dem französischen Komiker Dieudonné, gewidmet gewesen. Dieudonné ist in Frankreich wegen antisemitischer Äußerungen mehr als umstritten und wurde bereits mehrfach zu Geldstrafen verurteilt. (FAZ 30.12.2013)


Neymar lässt Playboy-Ausgabe verbieten, Brasilien 2014

Brasiliens Fußballstar Neymar hat auf gerichtlichem Weg den Verkauf der Juni-Ausgabe des Männermagazins Playboy in Brasilien gestoppt. Das Blatt sollte in diesem Monat mit einer vermeintlichen Ex-Geliebten des 22-Jährigen auf dem Titelblatt an die Kioske kommen. Neymar hat immer bestritten, dass es die vom Model Patrícia Jordane an die Öffentlichkeit gebrachte Affäre überhaupt gegeben hat. In einer offiziellen Stellungnahme des Neymar-Clans heißt es, dass Jordane, für die sich der Seleção-Star Anfang des Jahres angeblich intensiver interessiert habe, "eine Lüge über das Privatleben von Neymar Jr. verbreitet" und "unerlaubt seinen Namen benutzt". Ein Gericht in São Paulo legte deshalb fest, dass der herausgebende Verlag umgehend alle Exemplare einsammeln müsse. Bei Zuwiderhandlung drohe ein tägliches Bußgeld von umgerechnet 3.300 Euro. Eurosport 29.6.2014)

Anzeige wegen Sex-Fotos!Schlammschlacht zwischen Eto’o und seiner Ex, 2014

Kameruns Stürmerstar Samuel Eto’o wurde 2014 von seiner Ex-Freundin Hélène Nathalie Koah verklagt, weil er nter anderem freizügige Fotos von ihr im Internet verbreitet haben soll. Die Fotos tauchten dann in verschiedenen Netzwerken z.T. in einer zensierten Fassung auf. (WN 29.7.2014)

Geleaktes Video: Schweinsteiger entschuldigt sich für BVB-Schmähgesang, 2014

Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern München sah sich 2014 veranlasst, während seines Urlaubs auf seiner Facebook-Seite ein 47 Sekunden langes Video zu veröffentlichen, in dem er sich für einen wenig rühmlichen Auftritt bei einer offenbar privaten Feier entschuldigt. Ein Video über seinen Auftritt war im Internet veröffentlicht worden. Zu sehen ist der Nationalspieler, wie er - augenscheinlich in Partylaune und bejubelt von anderen - den Schmähgesang "BVB, Hurensöhne" anstimmt und mitklatscht. Gegner so zu titulieren, ist in Bundesliga-Fanblöcken weit verbreitet. Seine Entschuldigung: "Ich melde mich aus dem Urlaub, weil ich mitbekommen habe, dass im Internet ein Video von mir verbreitet wird", sagt der 29-Jährige in seiner Videobotschaft. "Ich möchte mich dafür entschuldigen bei allen Fans von Borussia Dortmund, Verantwortlichen und Spielern. Ich möchte nichts schönreden. Es ist ein bekannter Fan-Song, aber mit dem Schimpfwort möchte ich keinen beleidigen. Es liegt mir sehr am Herzen, das zum Ausdruck zu bringen." Das Ganze sei eine unglückliche Situation gewesen. (Spiegel online 28.7.2014) https://www.youtube.com/watch?v=D97Qiq_hlII

Diskuswurf-Olympiasieger Harting droht Klage wegen Trikot-Zerreißens, 2014

Nach großen Siegen zerreißt Diskuswerfer Robert Harting gerne sein Trikot. Diese Jubel-Geste verstoße gegen Paragraf 90a des Strafgesetzbuches, der die Thematik „Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole“ beinhaltet. Ein Sprecher des Deutschen Leichtathletik-Verbandes bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass DLV-Anwalt Georg Engelbrecht aus Saarbrücken derzeit im Auftrag des Verbandes und Robert Hartings den Fall prüfe. Diskuswurf-Olympiasieger Robert Harting hat die drohende Klage gegen seine Jubelpose mit dem Zerreißen seines Trikots nach großen Siegen als „völligen Schwachsinn“ bezeichnet. Die „Bild am Sonntag“ hatte berichtet, dass Harting in einer Email an seinen Anwalt mit einer Klage gedroht würde, wenn er nach einem möglichen Sieg bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich am 13. August wieder seinem Ritual folge und das Trikot zerreiße. (WN 4.8.2014)

Ole Einar Björndalen im Wald von Trandumskogen, 2014

Der Norweger wollte, auf Skirollern und mit Paintball-Gewehren, auf einem Ausflug in den Wald nur zeigen, "wie viel Spaß man auf Skirollern haben kann." Dabei war ihm aber nicht klar gewesen, dass auf dem Gebiet bei Ullensaker während des Zweiten Weltkrieges insgesamt 173 Norweger, sechs Briten und 15 Russen von den deutschen Besatzern exekutiert worden waren. Nach dem Fuaxpas löschte er einen auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Videofilm und entschuldigte sich für die unglücklichen Schießeinlagen. "Aus Respekt vor den Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges in Trandumskogen getötet wurden, habe ich das Video gelöscht. Wir hatten die Dreherlaubnis und wussten nichts von der Geschichte dieses Ortes. Zweifellos habe ich tiefen Respekt vor der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und denen, die während des Krieges ihr Leben verloren haben. Ich entschuldige mich bei allen Menschen, die sich von unseren Aktionen an diesem historischen Ort beleidigt gefühlt haben", schrieb der 40-Jährige in einem Statement. Anschließend forderte er auch alle Facebook-User, die den Clip geteilt hatten, auf, den Film zu löschen. (T-online 19.9.2014)

Keine Botschaften auf T-Shirts unter den Fußballtrikots, 2014

Der DFB ließ 2014 verlautbaren, keine Botschaften auf T-Shirts von Fußball-Profis in den Stadien nicht mehr tolerieren. Nach den Aktionen von Anthony Ujah und Haris Seferovic in der Bundesliga wollte der Verband alle Spieler über ihre Vereine anschreiben, um auf das Verbot persönlicher Botschaften hinzuweisen. Ujah hatte nach seinem Tor zum 1:0 gegen den FC Augsburg sein Trikot hochgezogen und eine Antirassismus-Botschaft gezeigt. Der DFB leitet nach eigenen Angaben kein Verfahren gegen ihn ein, wie es eigentlich nach den Regeln des internationalen Fußball-Verbandes Fifa vorgeschrieben ist. Seferovic hatte davor schon eine Botschaft zum Gedenken an die gewaltsam ums Leben gekommene Tugce A. getragen. (FAZ 9.12.2014)


Spiel FC Erzgebirge Aue gegen RB Leipzig: DFB ermittelt nach Nazi-Vergleich gegen Aue, 2015

Einige Anhänger von Erzgebirge Aue schmähten beim Zweitligaspiel die Fans von RB Leipzig mit Nazi-Vergleichen. Der Klub verurteilte die Plakate „auf das Allerschärfste“. In einer Stellungnahme entschuldigte sich Vereinspräsident Helge Leonhardt auch im Namen des Vereins beim sächsischen Ligakonkurrenten. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) leitete dennoch nach den Vorkommnissen ein Ermittlungsverfahren gegen Erzgebirge Aue eingeleitet. „Der DFB verurteilt diesen Vorfall. Nazi-Vergleiche sind unter keinen Umständen zu tolerieren. Wir erwarten nun von Erzgebirge Aue, dass der Verein diese Vorgänge umgehend und lückenlos aufklärt und die Verantwortlichen ermittelt“, teilte DFB-Vizepräsident Rainer Koch mit. (FAZ 8.2.2015)

Standard Lüttich distanziert sich von Enthauptungsplakat, 2015

Der belgische Verein Standard Lüttich distanzierte sich 2015 von einem Enthauptungsplakat seiner Anhänger distanziert. Wie der Club am Montag auf seiner Homepage mitteilte, sei die Plakat-Aktion gegen den ehemaligen Standard-Profi Steven Defour beim Topspiel der belgischen Fußball-Liga am Sonntag gegen den RSC Anderlecht (2:0) ein großer Vertrauensbruch. "Wir haben deshalb alle Maßnahmen getroffen, die notwendig erscheinen, um die Schuldigen zu bestrafen und so etwas in Zukunft zu verhindern", hieß es in einer Erklärung. Auf dem Banner war ein Henker abgebildet, der in einer Hand eine Machete, in der anderen den abgetrennten Kopf des heutigen Anderlecht-Profis Defour hielt. Daneben war in Anspielung auf die Standard-Vereinsfarben der Schriftzug "Red or Dead" ("Rot oder tot") zu lesen. Der Verein wurde auch dafür kritisiert, ein Bild der Choreographie via Twitter verbreitet zu haben.(Stern online 26. Januar 2015)


FC Bayern München: Mitchell Weiser und David Alaba posieren im Tanga, 2015

Der Trend auf Instagram bescherte den Fans des FC Bayern München ungeahnte Einblicke.Weiser postete am Montagabend ein Selfie, auf dem er und sein österreichischer Teamkollege nur im Lendenschurz zu sehen sind - was er mittlerweile bereut. "Ich bin jung. Ich mache Fehler. Ich werde daraus lernen", teilte der 20 Jahre alte Defensivspieler auf Twitter mit. Über Nacht ist das Bild von seinem Account gelöscht worden. Auch Alaba griff die Idee auf, Fotos zu posten, die man eigentlich unter keinen Umständen veröffentlichen würde: er postete ein Bild, das ihn schlafend mit einer Bierflasche zeigt - das ihm offensichtlich ein Teamkollege unter die Nase hielt. Dabei nominierte er Weiser, Mario Götze und Ski-Star Marcel Hirscher, es ihm gleichzutun. (WN 11.2.2015)

ZDF löscht kritischen Artikel zu Dynamo Dresden, 2015

Ein Artikel, der sich vor einem Pokalspiel mit der problematischen Fanszene Dynamo Dresdens auseinandersetzte, sorgte 2015 für Streit. Im Artikel hatte der Journalist Kroemer Dynamo Dresden als „Vulkan“ bezeichnet, der pro Saison zuverlässig zwei- bis dreimal ausbreche. Nach Kroemers Ansicht war dafür auch die Vereinsführung verantwortlich, die nicht konsequent genug gegen Randalierer vorgehe. Zunächst wurde dem Journalisten Kroemer vom Verein die Akkreditierung entzogen, die er dann aber wieder zurück erhielt. Dafür setzte der zuständige Redaktionsleiter des ZDF Kroemer davon in Kenntnis, dass man seinen Artikel wieder aus dem Netz nehme, aus journalistischen Gründen. Dieter Gruschwitz, Sportchef des ZDF, verwahrte sich dabei gegen Mutmaßungen: Eine Absprache zwischen Sender und Verein habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Zwar habe er von dem Geschäftsführer Schäfer eine E-Mail mit der Bitte um Rücksprache erhalten, die Entscheidung, den Bericht zu entfernen, sei aber unabhängig in der Redaktion erfolgt. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass der Artikel redaktionelle Mängel aufweist, angesichts der sensiblen Thematik.“ Erst danach habe er mit Schäfer telefoniert und ihn gebeten, den Entzug von Kroemers Arbeitserlaubnis noch einmal zu überdenken. (FAZ 13.3.2015)


MSV entschuldigt sich für geschmackloses Fan-Plakat, 2015

Die Fans des MSV Duisburg haben in der ersten Runde des DFB-Pokals mit einem geschmacklosen Plakat auf sich aufmerksam gemacht.Bei der klaren Niederlage gegen den FC Schalke (0:5) hielten Anhänger ein Banner mit dem Schriftzug "2011? Nicht mal Rudi kann sich erinnern!" in die Höhe. Das Banner bezog sich ganz offensichtlich auf Schalkes ehemaligen Manager Rudi Assauer, der an Alzheimer erkrankt ist. 2011 hatte Schalke den MSV im Finale des Pokalwettbewerbs ebenfalls mit 5:0 besiegt. Der MSV entschuldigte sich für das beschämende Plakat. (WN 10.8.2015)


Dejagah Tätowierung, Iran 2015

Dem iranischen Fußball-Nationalspieler Ashkan Dejagah droht in der Heimat Ärger wegen seiner Tätowierungen. Dejagah und sein ebenfalls tätowierter Mannschaftskollege Sardar Asmun müssen mit einer Sperre oder einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Außerdem dürften beide Spieler wegen der Tätowierungen künftig nur noch mit langärmligen Trikots spielen, sagte Kommissionschef Ali Akbar Mohammedsadeh. Die FFI-Ethikkommission ist strikt gegen Tätowierungen der Nationalspieler, ebenso gegen auffällige Frisuren. Diese seien „westliche kulturelle Invasion“ und würden die islamischen Werte gefährden. Besonders Nationalspieler sollten als Vorbilder für die Jugend derartige westliche Symbole vermeiden. (FAZ 8.9.2015)


Bundesliga Frankfurt - Darmstadt: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Hetz-Plakaten, 2015

"Darmstadt vernichten" steht auf dem Plakat: Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb wegen Aufruf zur Gewalt aufgerufen. (Spiegel online 26.11.2015)


Fußballspiel wegen unislamischer Frisur unterbrochen, Saudi-Arabien 2012/2016

Abdullah ist Nationaltorhüter im Königreich Saudi-arabien und Stammkeeper des Erstligisten Al-Shabab Riad. Als der Torhüter bei einem Ligaspiel mit einem auffälligen Haarschnitt auf den Platz lief, erregte das den Unmut des Schiedsrichters. Der Offizielle echauffierte sich über die unislamische Schopf-Ästhetik des Spielers. Zunächst gab es hitzige Diskussionen mit den Trainern, dann wurde das Spiel unterbrochen und Abdullah musste an der Seitenlinie um sich die Haare schneiden zu lassen. Zwar soll sich der Fall schon 2012 ereignet haben, doch erst 2016 berichteten Nachrichtenagenturen und Zeitungen weltweit darüber. Abdullah ist keine Ausnahme. Im April 2016 soll es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen sein, als drei Jugendspieler vom Spiel ausgeschlossen wurden, weil ihre Frisuren nicht der religiösen Norm entsprachen. Denn in Saudi-Arabien besagt eine entsprechende Sittsamkeitsvorschrift besagt, dass das Haar nicht an einer Stelle kurz und an anderer lang getragen werden darf. (Welt 12.4.2016)

Eklat bei Olympia- Eröffnungsfeier: Pfiffe für Brasiliens Vize Temer, 2016

Der Auftritt von Brasiliens Interimspräsident Michel Temer soll laut Programm auf der Eröffnungsfeier der Olympiade nur 40 Sekunden dauern. Brasiliens Interimspräsident muss sagen: „Ich erkläre die Spiele von Rio de Janeiro zur Feier der XXXI. Olympiade für eröffnet“. Seine Worte gehen in einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert im Maracanã-Stadion unter. An den TV-Bildschirmen mit mehreren Milliarden Zuschauern ist das Ausmaß der Blamage gar nicht richtig wahrzunehmen, weil offensichtlich massiv die Pfiffe heruntergeregelt worden sind.(dpa 7.8.2016)

Ungarisches Staatsfernsehen zensiert olympisches Flüchtlingsteam, 2016

Als die 18-jährige Schwimmerin Yusra Mardini aus Syrien ihren Vorlauf über 100 Meter Schmetterling gewann, berichtete MTV zwar live.Der Reporter nannte aber ihren Namen nicht. Nicht einmal, als sie als Siegerin anschlug. Auch ihren besonderen Status verschwieg er. Das Flüchtlingsteam besteht aus Sportlern, die wie Mardini vor Krieg und humanitären Katastrophen aus ihrer Heimat fliehen mussten. (dpa 7.9.2016)

Olympiade Geländeritt, 2016

ARD-Reporter Sostmeier hatte Krajewski bei deren Geländeritt auf der Olympiade in Brasiline als "Angsthasen" bezeichnet und ihr "einen braunen Strich" in der Hose bescheinigt. Die ARD hatte sich dafür entschuldigt und die Wortwahl als "völlig unangemessen" bezeichnet. Krajewski war beim Geländeritt mit ihrem Pferd Samourai nach drei Verweigerungen ausgeschieden. "Es liegt mir fern, Sportler zu beleidigen", sagte Sostmeier am Dienstag auf Anfrage: "Wenn das so angekommen sein sollte, dann kann ich mich dafür nur aus tiefstem Herzen entschuldigen." (SZ 10.8.2016)

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