Politik

Aus Zensur Archiv

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Inhaltsverzeichnis

Gefälschte Fotos

Lenin und Trotzki: Rede in Moskau, 1920

Trotzki, der direkt neben der Rednerbühne stand, wurde später auf Anweisung von Stalin wegretuschiert. (Spiegel 16 1976)

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Stalin und die liquidierten Parteigänger, 1936/40

Zunächst wurde Stalins Parteigänger liquidiert, und dann nach und nach aus dem Bild entfernt. Schließlich steht Stalin allein am Tisch - in Farbe ausgemalt. (FAZ 2.2.2005)

Nach und nach zensierte Fassung
Zensierte Endfassung

Treffen Hitler mit Kurt von Schuschnigg in Berchtesgaden, 1938

Um ein Treffen zwischen Hitler und dem damaligen österreichischen Bundeskanzler von Schuschnigg zu dokumentieren, wurde ein Foto, das Hitler mit dem früherem britischen Premierminister Lloyd Geoerge manipuliert. (Spiegel 18 1988)

oben: Photomontage mit von Schuschnigg und Hitler - unten: Originalphoto mit Lloyd George und Hitler

Hug Verlagsprospekt mit und ohne Mexikos Staatspräsidenten, 1968

Der Schweizer Hug-Verlag hatte ohne Zustimmung den mexikanischen Staatspräsidenten Gustavo Diaz Ordaz auf sein Verkaufsprospekt abgebildet. Nach Protesten wurde ein anderer Kopf auf den jubelnden Körper montiert.(Spiegel 11 1968)

oben: Werbeplakat mit Unbekanntem - unten: der mexikanische Präsident Ordaz

US-Olympia-Sieger John Carlos mit behandschuhtem Arm - BRD 1968

Burdas "Bunte Illustrierte" hatte sich anläßlich von Olympia 1968 in Mexiko etwas Besonderes einfallen lassen: um zu beweisen, dass 200-Meter-Sieger John Carlos (USA) bei der Siegerehrung schwarze Handschuhe getragen habe, nur um "einem Weißen nicht die bloße Hand geben zu müssen", wurde ihm kurzerhand ein behandschuhter linker Arm anmontiert. (Spiegel 46 1968)

John Carlos bei der Siegerehrung mit (montiert) und ohne sichtbaren linken Arm (Original)

Streikbilder: BRD - DDR:1969

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte 1969 ein Bild mit streikenden Bergarbeitern der Dortmunder Zeche "Minister Stein" veröffentlicht. Es zeigt die Kumpels u.a. mit einem Schild und der Forderung "1000 Mark netto und 4 Wochen Urlaub". Fast dasselbe Bild wurde im DDR-Zentralorgan "Neues Deutschland" veröffentlicht, als Beleg für "die kapitalistische Ausbeutergesellschaft" und "die ganze Unsicherheit im west-deutschen Staat". Lediglich die Forderung hatten Retuscheure in ein weißes Schild überführt. Der Grund: Für DDR-Verhältnisse (laut Statistik von 1967 15 Werktage Urlaub und 792 Mark brutto) waren diese Forderungen geradezu utopisch. (Spiegel 41 1969)

Zwei Bilder - zwei Systeme:Streikende Bergarbeiter in Dortmund (unzensiert) und in der DDR-Fassung ohne Forderung auf dem Schild (zensiert)

Militärgeld: Panzer durch Indianer ersetzt, USA/Vietnam 1970

Nachdem Nixon mehrfach den Abzug der Amerikaner aus Vietnam angekündigt hatte wurden auf den "Military pay certificates" die eher martialischen Symbole durch Indianer- und Frauenköpfe ersetzt. (Spiegel 46 1970)

Krim-Treffen: KPdSU Generalsekretär Leonid Breschnew, Bundeskanzler Willy Brandt und Staatssekretär Egon Bahr, 1971

Das Konferenzfoto von der sowjetischen Nachrichtenagentur Tass erschien in der "Prawda" mit Retuschen: die Bahr- und Brandt-Umrisse an der Rückwand, die Flaschen und Gläser auf dem Tablett, die Zigaretten in den Händen verschwanden. Um das weltmännische Image Breschnews aufzupolieren wurde auch die linke Manschette auf die halbe Länge gestutzt. "Spiegel 30 1972)

Unretuschiertes Foto
Retuschiertes Foto

Churchill mit Zigarre und ohne Maschinenpistole, 1974

Die britische Post brachte 1974 eine Marke zum hundertsten Geburtstag von Winston Churchill heraus, die ihn zwar mit seiner obligatorischen Zigarre zeigt, aber nicht mehr der Maschinenpistole, die er auf der Vorlage (Foto) in den Armen hält. (Archiv Spiegel)

Briefmarke und Vorlage

Maos Trauerfeier - Mit und ohne "Viererbande", China 1976

Fotos von Maos Trauerfeier wurden retuschiert. Nachdem die sog. „Viererbande" (Maos Wirte Tschiang Tsching und ihre Gehilfen Tschang und Wang sowie Jao), die zunächst noch mit anderen Offiziellen aus China abgebildet waren, in Ungnade gefallen waren, wurden sie einfach aus dem Bild wegretuschiert. Das obere Foto stammt vom September 1976, das unter ausem dem offiziellen „China im Bild“ vom November 1976 (Spiegel 28 1977)

Unzensiertes Foto vom September 1976 und das zensierte ohne die "Viererbande" vom November 1976 aus "China im Bild"


Leonid Breschnew: mit und ohne Kabel, Sowjetunion 1979

Der sowjetische Staatschef sollte seinen Landsleuten nicht als Schwerhöriger vorgestellt werden: Deshalb wurde auf einem Foto, das ihn beim Unterzeichnen des sowjetisch-afghanischen Freundschaftsvertrages zeigt, ein Kabel für das Übersetzergerät, einfach wegretuschiert. Der übereifrige Retuscheur entfernte auch zugleich das Siegelband. Die ganze Arbeit aber war nur bedingt nötig: Breschnew, tatsächlich seit 1976 schwerhörig, trug damals bereits ein modernes Hörgerät mit Batterie und ohne Kabel. (Spiegel 21 1979)

Unzensierte Fassung mit Kabel
Zensierte Fassung ohne Kabel

General Günter Wolf: geschwärzt, DDR 1982/1983

Am 12.11.1982 veröffentlichte "Neues Deutschland" ein Foto, auf dem die Parteiprominenz beim Kondolenzbesuch zum Tod von Leonid Breschnew zu sehen ist. In der Dezember-Ausgabe der DDR-Zeitschrift "News", die u.a. in Kulturinstituten in Afrika verteilt wird, erschien dasselbe Foto noch einmal, diesmal allerdings mit einem geschwärzten Gesicht: dem von Honecker-Sicherheitsberater General Günter Wolf. Grund für die Retusche: man wollte eine Identifizierung in verschiedenen Entwicklungsländern vermeiden. Dort war der General nämlich im Auftrag des MfS früher unter anderem Namen und in Tarnung tätig gewesen. (Spiegel 4 1983)

Unzensierte und zensierte Fassung mit dem geschwärztem General Wolf

Gorbatschows Anzug geglättet - Sowjetunion 1986

1986 mißfiel der sowjetischen "Prawda", dass Parteichef Gorbotschows Anzug anläßlich eines Besuchs in Wladiwostok so viele Falten hatte. Eifrige Retuscheure glätteten deshalb seinen Anzug. Die lettische Zeitschrift "Sowjetskaja Latwija" veröffentlichte das ursprüngliche Foto und verdeutlichte die Falten mit zusätzlichen Kontourstrichen. (Spiegel 15 1987)

Gorbatschows Anzug mit (unzensiert/mit nachgezogenen Konturen) und ohne Falten am Anzug (zensiert)

Gorbatschow ohne Leibwächter - Sowjetunion 1987

Das sowjetische Zentralorgan "Prawda" ließ noch in den 80er Jahren in bester und bekannter Tradition mißliebige Personen auf offiziellen Fotos verschwinden. Ein Beispiel: Die während des Urlaubs von Parteichef Gorbatschow in Krasnodar gemachten Fotos, zeigen in in der "Prawda"-Version nur mit dem Volk und ohne seine Leibwächter. Die waren wegretuschiert worden, damit erst gar nicht der Eindruck entstehen konnte, der Parteichef müsse sich immer noch mit Leibwächtern vorm Volk schützen.In der Militärzeitung "Roter Stern" war das unretouschierte Foto mit zwei Aufpassern in der Bildmitte abgebildet worden. (Spiegel 15 1987)

Gorbatoschow mit (unzensiert) und ohne Leibwächter (zensiert), 1987

Manipulation der „Bild“-Zeitung: Jürgen Trittin mit Seil oder Schlagstock, 2001/2005

2001 veröffentlichte „Bild“ ein Foto von Jürgen Trittin. Der damalige Umweltminister wurde während einer Demo 1994 gezeigt und mit falschen Bildbeschriftungen versehen: ein Seil wurde zu einem Schlagstock, ein Handschuh als Bolzenschneider bezeichnet. Diekmann von „Bild“ räumte später „handwerkliche Fehler“ ein. Das in der „Bild“ veröffentlichte Foto hatte eine Vorlage aus „Focus“, diese aber war auch noch beschnitten worden. (Stern 51 2005)

Foto aus der "Bild" und aus dem "Focus"

John Kerry Wahlkampf: Bild-Montage mit Jane Fonda, 2004

Unbekannte fertigten 2004 im Wahlkampf der USA diese Bildmontage an, um Stimmung gegen den demokratischen Bewerber Kerry zu machen: Die ins Bild montierte Fonda galt als Anti-Kriegs-Aktivistin. Die Montage ist erkennbar an den verwischten stellen an Fondas Arm und am Lichteinfall, der in Kerrys Gesicht anders ist als in dem von Fonda. (Sdt. 10.8.2010)

Siemens-Chef: Die Rolex störte - Warum Klaus Kleinfeld seine Uhr vom Foto entfernen ließ, 2005

Ein Foto, das im Vorfeld zu Kleinfelds Amtseinführung in vielen Medien erschien, zeigte einen jung-dynamischen Topmanager, der seine Rolex-Uhr am Handgelenk präsentiert. Modell Submariner Date, Listenpreis 3270 Euro. Beim Betrachten der Bilder müssen bei Kleinfeld Zweifel aufgekommen sein, ob so eine Uhr die richtige Botschaft übermittelt. Jedenfalls stellte er den Medien zu seiner Amtseinführung ein zweites Bild zur Verfügung. Das gleiche Motiv, nur ohne Uhr. "Wir haben das Foto digital am Bildschirm bearbeitet. Das war der Wunsch von Herrn Kleinfeld. Er hatte keine Zeit für ein zweites Foto-Shooting", sagte Judith Egelhof von der Publicis Kommunikationsagentur in München Das Originalfoto hatte Siemens bereits Ende Juli 2004 verteilt. Unter anderem wurde es von der Presseagentur dpa genutzt. Kurz vor Kleinfelds Amtsantritt schob der Konzern dann das "korrigierte" Bild nach. (Hamburger Abendblatt 29.1.2005)

Klein mit und ohne Rolex
Klein mit und ohne Rolex/Detail

Sarkozy: groß gemacht, um 2007

Nicolas Sarkozy hatte schon des öfteren Probleme mit seiner Größe. In der französischen Ausgabe von „Gala“ posierte er 2007 mit seiner damaligen Frau Cécilia. Die, 1,78 Meter groß, überragt ihn eigentlich um einen halben Kopf. Das Cover kehrte die Größenverhältnisse um.

falsche Größenverhältnisse
richtige Größenverhältnisse

Sarkozy mit und ohne Speckrolle, 2007

Redakteure der Zeitschrift „Paris Match“ retuschierten 2007 ein Urlaubsfoto von Präsident Sarkozy: die Speckrolle musste hinter einer vergrößerten Bootswand verschwinden. (Zdf Online heute 23.8.2007)

Sarkozy mit Speckerolle
Sarkozy ohne Speckrolle


Falsche Raketen, Iran 2008

Eine iranische Fälschung von 2008.


Weibliche Regierungsmitglieder auf Fotos wegretuschiert, Israel 2009

Die beiden Frauen im im neuen Kabinett Israels wurden in ultaorthodoxen Zeitungen nicht abgebildet, weil Bilder von Frauen als "unanständig" gelten. (mail online 3.4.2009)

Unretuschiertes Foto
Retuschiertes Foto

Tiananmen-Massaker auf google, 2010

Tiananmen-Massaker bezeichnet die gewaltsame Beendigung eines Volksaufstandes, der aus der monatelangen Besetzung des Platzes des himmlischen Friedens in Peking durch eine ursprünglich studentische Demokratiebewegung hervorgegangen war. Am 3. und 4. Juni 1989 schlug das chinesische Militär im Zentrum Pekings gewaltsam die Proteste der Bevölkerung nieder. Bei google existieren zwei unterschiedliche Versionen - eine international zugängliche, die die Niederschlagung des Aufstands zeigt, und eine zensierte chinesische, die ein Idyll präsentiert. (Sdt. 14.10.2010]

unzesnierte und zensierte Fassung

Winston Churchill: Mit und ohne Zigarre, London 2010

Die "Britain At War"-Ausstellung in South-East London zeigte u.a. Originalfotos aus dem Zweiten Weltkrieg. Beim Foto von Winston Churchill aber wurde retuschiert. Im Gegensatz zum Original begrüßte ein nicht-rauchender Premierminister auf einem großen Foto die Besucher am Eingang. (online 15.6.2010)

Churchill ohne Zigarre/retuschiert)
Churchill mit Zigarre/Original)
Churchill-Werbung ohne Zigarre am Museumseingang)

Israelischer Marineeinsatz gegen die "Mavi Marmara" (Hilfstransporte nach Gaza), 2010

Zumindest eine Aufnahme von der Auseinandersetzung wurde durch die Nachrichtenagentur Reuters vor der Verbreitung massiv verändert: Auf einem der Bilder, das einen am Boden liegenden israelischen Soldaten zeigt, schnitt Reuters die Hand des Pro-Gaza-Aktivisten ab, der ein Messer hält. (Spiegel 24 2010)

Original Foto mit Messer
Von Reuters verbreitetes Foto ohne Messer

Oval Office Foto zur Bin Laden Tötung: Zeitung lässt Hillary Clinton verschwinden, USA 2011

Das Bild, auf dem Obama & Co. die Verfolgung Bin Ladens beobachtet, wurde von einem Redakteur einer jüdischen Zeitung manipuliert: Hillary Clinton wurde wegretuschiert. Zurück blieb nur noch ein leerer Fleck. Auch die Leiterin der Terrorismusbekämpfung, Audrey Tomason, löste sich wie von Geisterhand in Luft auf. Später entschuldigte sich die Zeitung und stellte die Begründung auf eine religiöse Basis. Den moralischen Gesetzen der orthodox-jüdischen Leserschaft folgend sei es geboten, keine Photos von Frauen zu veröffentlichen. Außerdem sei es ein Ausdruck für die Wertschätzung der Frauen. (spickmich.de.news 15.5.2011)

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Gefälschte Videos

Die Queen stürmt weg, BBC 2007

Die englische Königin wollte ein gefälschtes Video (BBC-Trailer) verbieten lassen, das sie zeigt, wie sie von einem Photoshooting wegstürmt. (dailymail online 29.7.2007)

Still aus dem trailer

http://www.youtube.com/watch?v=qyUnXAG4doI


Jüdische Zeitung retuschiert Sommaruga und Merkel weg, 2015

Beim Solidaritätsmarsch in Paris für die Attentatsopfer sind Politikerinnen an der Spitze mitgelaufen wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Eine ultraorthodoxe Zeitung in Israel hat jedoch bei ihrer Berichterstattung drei Frauengesichter digital aus dem Bild entfernt, darunter jene von Merkel und der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini. Das Blatt "Hamodia" (Der Verkünder) hat eine Auflage von etwa 25'000 Exemplaren und schreibt für die tief religiöse Gemeinde in Israel. Ultraorthodoxe Zeitungen drucken aus religiösen Gründen keine Abbilder von Frauen ab. Als provokativ empfundene Werbungen mit Frauengesichtern und -körpern werden daher in Jerusalem auf der Strasse häufig übermalt oder zerstört. (Aargauer Zeitung 13.1.2015)

Oben: In der Version der jüdischen Zeitung sind die Herren unter sich. Unten zeigt, wie es wirklich ausgeschaut hat.

Zensierte Wahlspots

SPD-Werbung: „Kohl und Waigel: nur ahnungslos oder Wahlbetrüger?“, 1990

Die SPD lief bei der "Frankfurter Rundschau" und der "Süddeutschen Zeitung" mit einer Wahlanzeige auf. Die Verlage beider Zeitungen weigerten sich 1990, eine Anzeigenserie der SPD mit der Schlagzeile „Kohl und Waigel: nur ahnungslos oder Wahlbetrüger?“ zu drucken. Zur Begründung hieß es, dass ihre Zeitungen keine „diffamierende Werbung“ drucken würden. Die SPD hatte bereits vorher insgeheim damit gerechnet und eine alternative Werbung entworfen: „Kohl und Waigel: nur ahnungslos?" Nur die "taz" druckte die ursprüngliche Fassung. (Spiegel 47 1990)

unzensierte und zensierte Fassung

APPD-Spot zur Bundestagswahl im Internet, 2005

Wahlspots der APPD (Pogo-Anarchisten) zur Bundestagswahl 2005 wurden zensiert. Bilder zu den Wahlsprüchen wie „Erst saufen, dann wählen!“ oder „Meine Stimme für den Müll“ schienen zu drastisch. Auf der Startseite der APPD im Internet wurde die unzensierte Fassung gezeigt. (online 2005)

Ausschnitt aus der Internetseite der APPD
Ausschnitt aus der Internetseite der APPD

Zensierte Bilder

Sühne-Geste von Bundeskanzler Brandt, Polen 1970

Die Sühne-Geste von Bundeskanzler Brandt vor dem Mahnmal der Opfer des Aufstands im Warschauer Getto blieb den Polen vorenthalten - weil die Opfer Juden waren. Das Bild erschien zunächst in keiner Publikation, die Fernsehsender schnitten die Szene so, dass man noch noch einen aufstehenden Brandt sah - der auch gestolpert sein könnte. (Spiegel 1/2 1971)

Zensiertes Bild: hier Spiegel-Titel 51 1970
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