Musik

Aus Zensur Archiv

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Inhaltsverzeichnis

Rock- und Popmusik

Zensierte Auftritte und Konzerte

Beatles und Israel, 1965

1965 wurde ein Auftritt der Beatles in Israel abgesagt, weil die damalige Regierung befürchtete, die Band könnte "die Jugend moralisch verderben." (WN 21.7.2008)

Musical: „Haare“, München 1968

Nach dem bayrischen „Landesstraf- und Verordnungsgesetz“ zählten 1968 „Revuen zu jenen „öffentlichen Vergnügungen“ die einer behördlichen Erlaubnis bedurften. „Theateraufführungen“ hingegen, „bei denen ein höheres Interesse der Kunst vorliegt“, waren solcher Aufsicht nicht unterworfen. Das Musical „Haare“ als „Revue“ auszumachen, gelang den Ordungsbeamten mit Hilfe des „Großen Brockhaus“ („Bühnendarbietung von lose aneinander gereihten Szenen mit Gesang, Tanz und Artistik“). Damit war auch die gesetzliche Grundlage gefunden, um der Aufführung mit Zwangsgeld oder Schließung zu drohen, falls bestimmte Auflagen nicht erfüllt würden. Denn im dem Musical „wälzen (sich) drei Personen am Bühnenboden“, so das „Geschlechtsverkehr- oder Unzuchtshandlungen“ andeutet seien. Dies, so die Verfügung, sei zu „unterlassen“. „Haare“-Produzent Werner Schmid verbarg deshalb die Szene unter einer Decke, auf der zensiert stand. Ferner war zu unterlassen: die „Entblößung von Geschlechtsmerkmalen“ (die Hippies verbargen die nackten „Haare ihrer Schambehaarung hinter schmalen Tüchern). Zugelassen wurde allerdings ausdrücklich die „Entblößung des Oberkörpers“. Außerdem verfügte Münchens Gewerbeaufsicht, dass der Gymnasiast David Heinmann, 15, das Preislied auf die Sodomie nicht mehr singen darf, bevor er 18 Jahre alt ist. Später wurde das Musical als „Theater“ eingestuft und alle Beanstandungen waren damit überfällig. (Spiegel 45 1968)

Jimi Hendrix: USA Konzerte, 1968

Hendrix tourte 1968 mit den Monkees durch die USA. Wegen angeblich obszöner Auftritte („Zunge leckt Gitarre"?) bewirkten einflussreiche amerikanische Frauenverbände, dass die Tournee nach nur 5 Konzerten abgebrochen wurde. (Archiv)

Oh! Calcutta!“, 1969

Das Musical wurde erstmals 1969 im Eden-Theater New York von Kenneth Tynan aufgeführt. Tynan hatte zunächst Künstler wie Godard, Vidal, Polanski oder Lennon gebeten, sich etwas „Erotisches“ von der Seele zu schreiben (Thema: „Die Suche nach dem Glück durch Sex“. Den Show-Titel, ein Wortspiel um einen Körperteil (eine Paronomasie auf „O quel cul t'as“, was übersetzt soviel heißt wie „Was für einen Hintern du hast“), entnahm er einem Bildnis des greisen Surrealisten Clovis Trouille, auf dem ein tätowiertes Damengesäß Brokat umrahmt zu sehen ist. Von den bekannteren Beiträgen blieben nur die von Beckett und Lennon übrig, die Tynan zusammen mit seinen Ergüssen in Teilen zusammen mixt. Wer was verfasst hat, bleibt unklar. Zur Vorführung erscheint auch die Sittenpolizei, die zunächst nichts zu beanstanden hat. Doch durch einen aufgebrachten Einzelgänger wurde das Stück juristisch belang. Das Ganze geriet zum Skandal. (Spiegel 26 1969 und 35 1980)1971 wurde das Musical dann im Hamburger Operettenhaus aufgeführt. Vor dem Haus formierten sich insbesondere Jungmänner der „Aktion Widerstand“, um gegen den Verlust jeglicher Scham zu protestieren. (Spiegel 12 1971)

Szenen aus Oh! Calcutta

Bei der Aufführung in Tokio 1993 schlüpften die beiden Hauptdarsteller 24 Jahre später in Tangahöschen: zuviele Japaner hatten sich im Vorfeld über die in Aussicht gestellten Nuditäten empört. Während der Aufführung überwachten von den Bühnenseiten Polizisten das Geschehen: Verboten war es, in der Öffentlichkeit das Schamhaar zu zeigen. (Spiegel 16 1993)

"Calcutta"-Darsteller in Tangahöschen

Jesus Christ Superstar, 1971

Christen und Juden versammelten sich gemeinsam zur Uraufführung von „Jesus Christ Superstar“ am Broadway Theatre, um gegen die Aufführung zu protestieren. Während die Juden die Aufführung für antisemitisch hielten, fühlten die Christen sich durch die Darstellung von Jesus beleidigt. (Archiv)

John Lennon, US-Tour und das FBI, 1972

Eine geplante US-Tour von John Lennon sagte der Ex-Beatle 1972 auf Anraten seiner Anwälte ab. Lennon galt in der Nixon-Ära als "Sicherheitsrisiko" und war ins Visier des FBI geraten.. Klassifiziert war der Fall unter "Sicherheitsangelegenheiten/Revolutionäre Aktivitäten". FBI-Chef Hoover fürchtete, dass Lennon "an der Sprengung des Republikanischen Wahlparteitages" mitwirken könne. Bereits 1971 hatten FNI-Agenten einen Lennon-Auftritt in Michigan verfolgt und u.a. dessen Lied über einen örtlichen Aktivisten ("John Sinclair") mitgeschrieben. Der Text, "vertraulich" klassifiziert, wurde als Kopie landesweit verteilt, was allerdings völlig überflüssig war, denn der befand sich für jedermann einsehbar längst auf einem Plattencover von Lennon. Zu Lennon selbst wurde dann vermerkt: "Verdächtiger plant weiterhin Aktivitäten gegen Parteikongreß und wird binnen kurzem Serie von Rockkonzerten beginnen, um dafür Finanzpolster zu schaffen". Hoover gab daraufhin Anweisung, Lennon "auf diskrete Art zu lokalisieren", was sich als schwierig erwies, da Lennons Wohnsitz mit dem St. Regis Hotel in der N.Y. Bank Street angegeben wurde. Das blieb für die nicht gerade ortskundigen FBI-Leute unauffindbar, da sich das St. Regis nicht in der Bank Street, sondern in der Fifth Avenue befindet.

"Sicherheitsrisiko" Lennon beim "Bed-In"

Udo Lindenberg: Bodo Ballermann, ARD 1976

Im Abendprogramm der ARD wurde 1976 wurde u.a. der Text von "Bodo Ballermann" (der nicht nur den Fußball "bumst") geändert. Auch einige Rundfunksender speziell im süddeutschen Raum weigerte sich den Song zu spielen. (Moderator: "Liebe Leute, hier würde es ihnen nur die Schamesröte ins Gesicht treiben, wenn wir das weiterspielten. Hier werden eure Töchter verdorben und deshalb streichen wir das." In die Kritik geriet auch der Song "Jeremias". er wurde zwar vom NDR für die "Nordschau" aufgenommen, aber (zunächst) nicht gesendet, da "die Zeit dafür noch nicht reif sei", so ließ man Lindenberg wissen. (Pop 9 1976)

Sex Pistols: "God save the Queen", TV: "Today"..., 1977

Mutig war die Londoner Fernsehstation ITV, die für ihre Show „Today“ eine interessante Band suchte und - nachdem „Queen“ aus Termingründen absagen mussten - die frisch formierten Sex Pistols live vorstellten. Showmaster Bill Grundy gelang es zunächst nicht, etwas Substantielles aus Glen Matlock herauszubringen und so versuchte er die ebenfalls anwesende Sioxsie in "dirty old man-Manier" ins Gespräch zu ziehen. Steve Jones, im berühmten Titten-T-Shirt, und Matlock beschimpften ihn daraufhin mit fuck-Wörtern, woraufhin Grundy die Live-Sendung mit hochrotem Kopfes abbrach und anschließend erst einmal vom Dienst suspendiert wurde. Die Nation aber geriet über die Pistols in Rage, die Presse überschlug sich mit scharfen Vorwürfen und die Konzertagenturen bekamen Angst. Bereits bestehende Auftrittsverbote in den größeren Londoner Clubs wie dem Marquee oder dem Nashville wurden erweitert. Die lang ersehnte „Anarchy"-Tournee schrumpfte unter dem Eindruck des Talkshow-Skandals von 19 Gigs auf die 3 Stationen Leeds, Manchester und Plymoth zusammen. In Derby sollte die Band sogar ein Testkonzert für die Honoratioren der Stadt geben, worauf sich die Pistols nicht einließen. Zudem kündige die Plattenfirma EMI den Vertrag mit der Gruppe. „Anarchy“ hatte gerade die Top 30 erreicht. Die Restauflage der Single wurde eingestampft. Anteilseigner, protestierende EMI-Musiker und streikende Arbeiterinnen, die sich weigerten die Platte zu verpacken, hatten EMI unter Druck gesetzt. Die US-Chefetagen von CBS und WEA waren zunächst interessiert, die Pistols zu übernehmen, aber britische Bedenkenträger setzten sich durch. So kamen sie bei A & M, ansonsten eher auf „Middle-of-the-Road"-Pop abonniert, unter. Im A & M Büro kam es gleich beim ersten Besuch der Pistols zu handfesten Auseinandersetzungen, weil die Pistols Wein auf dem teuren Teppich kippten und die attraktive Sekretärin mit obszönen Angeboten überschütteten. Musiker wie Rick Wakeman oder Peter Frampton forderten angesichts der vielen Eskapaden der Pistols den Rauswurf der Band und drohten andernfalls mit der eigenen Kündigung. Bei der Prüfung der Werbeanzeige für die frischgepresste Single „God save the Queen“ (Ihre Majestät mit dem Songtitel vor Augen und eine Sicherheitsnadel durch die Nase gesteckt) wurde es dem A&M Chef Derek Green zuviel. Die bereits gepressten 25.000 Singles von „God save the Queen“ („Good save the queen, a facist ragime, / It made you a maron, a potential H-bomb / Good save the queen / She ain't no human being / There is no future in England's dream …“) wurden eingestampft und die Gruppe nach einer Woche gefeuert. Im Mai unterschrieben die Sex Pistols bei Virgin. Dort erschien „God save the Queen“ doch noch. Die Platte erreichte den Gipfel der Charts, obwohl über 30% der Läden sich weigerten, die Platte wegen angeblicher Majestätsbeleidigung zu vertreiben. Zugleich belegten die meisten Rundfunk- und Fernsehstationen die Sex Pistols mit einem Bann. Ihre silberne Schallplatte feiern die Sex Pistols auf einer von McLaren organisierten Bootsfahrt auf der Themse. Das Schiff wurde von der Wasserschutzpolizei gestürmt. Acht Boote der Wasserschutzpolizei eskortieren das Pistols-Schiff an den Charing-Cross-Pier und Fans inkl. McLaren wurden in Polizeigewahrsam genommen. Inspiriert von dieser Polizeiaktion nahmen sich auch einige britische Staatsbürger das Recht heraus, die Pistols für ihre anti-monarchistische Propaganda zu strafen: Johnny Rotten wurde Opfer zweier Rasiermesseranschläge, und der Drummer Paul Cook wurde von sechs mit Eisenstangen bewaffneten Leuten überfallen. Danach veröffentlichen die Pistols „Pretty Vacant". Die Platte blieb von Boykott-Maßnahmen verschont. Aber Johnny Rotten ließ es sich nicht nehmen, statt „vacant“ immer „va-cunt“ zu singen. Ein führender Kopf der GLC-Organisation, ohne deren Genehmigung keine Pop-Konzerte in und um London stattfinden können, erklärte daraufhin öffentlich, dass Punk-Rock und insbesondere die Sex-Pistols mit allen Mitteln an Auftritten gehindert werden müssten. Selbst Gruppen, in denen Pistolsmitglieder als Gäste auftreten wollten, wurden mit dem Bannstrahl abgestraft. Iggy Pop durfte mit seiner neuen Band in einigen Londoner Clubs nicht auftreten, weil er Glen Matlock in seinem Gefolge hatte. (Auch Jean Jaques Burnell musste einen Gig absagen, nachdem das Management vom Dury Lane Theatre gemerkt hatte, dass er ein Strangler ist.) Und selbst Jahre nach den ersten Skandalen waren die Restpistols immer noch so gefürchtet, dass geplante Konzerte in Griechenland von der dortigen Regierung 1996 verboten wurden. Die Pistols sagten zu den Auftrittsverboten später: „We've been banned cause we're telling the truth. The councils, they ban my concerts and they take my money". Sid: „Rules are made to be broken." Am 15. Oktober 1977 erschien dann die Single „Holydays in the Sun", erstmals komponiert von Jones/Rotten/Cook/Vicious und es gab wieder Ärger. Das Cover verletzte - so der Vorwurf - das Copyright irgendeiner Reisegesellschaft, aus deren Prospekten die verwendeten Bilder stammten. Das im Text vorkommende Wort „Belsen“ wurde darüber hinaus mit dem ebenfalls vorkommenden „holyday camp“ assoziiert, was Wasser auf die Mühlen, der Faschismus-Verdächtiger goss. Nur wenige Monate später beschwerte sich die American Express Company über das Cover der Sex-Pistols Single „The Great Rock'N‘ Roll Swindle“ sah. Dort prangte auf schwarzem Untergrund das Abbild einer Kreditkarte des American Express. Sie strebte ein Verfahren wegen Verletzung des Urheberrechts und des Warenzeichenschutzes an und erreichte damit, dass alle Singlehüllen eingezogen wurden. (Archiv)

Die Platte galt als "politisch nicht korrekt", weil die Pistols sie mit dem gesuchten "Posträuber" Ronald Biggs aufgenommen hatten
"Politisch unkorrekte" Platte mit Hakenkreuz
"The Great Rock´n´Roll Swindle u.a. mit dem nackten Mädchen, Ronald Biggs, dem Posträuber und auf der Platte war auch die American Express Karte abgebildet
Weiteres Covermotiv von "The Great ..."

Drahdiwaberl in der Wiener Stadthalle, 1981

Die von Stefan Weber gründete Band (Falco war Bassist) traktierte 1981 bei einem Konzert einen Politiker mit Suppenhühnern traktiert, worauf die Band von der Wiener Stadthalle mit ewigem Hausverbot belegt wurde. (Welt 17.2.2007)


Stranglers Konzert Bettersea Park, 1978

Das Konzert wurde von der Polizei beendet.

Plasmatics, London, 1981

In London hatten sittenstrenge Stadträte moralische Bedenken bzgl. des Konzerts. Zu oft hatte die Amerikanerin Wendy O. Williams auf offener Rockbühne schon ihre blanken Brüste gezeigt. Wendy war früher Sex-Schauspielerin. Vorgeschoben wurde ein Verbot aus Sicherheitsgründen. (Spiegel 8 1981)

Plasmatics in concert

Ein Vergleich: Bereits 1967 gab es in den USA die erste Topless-Band der Welt.

Erste Topless-Band der Welt, USA 1967

Peter Tosh "Legalize it", München 1987)

In seinem Song "Legalize it" bekannte Tosh sich zum Marijuanakonsum, weshalb er 1983 in München mit einem Auftrittsverbot belegt wurde (Spiegel 39 1987). Die Platte selbst landete auf dem Index.

Grace Jones und "Wetten das...", 1985

Zu keiner Einigung kam es mit der Sängerin in Kleidungsfragen: Sie wurde aus der beliebten Sendung des ZDF wieder ausgeladen, weil sie sich vermummen wollte. (Spiegel 52 1985)

Vermummte Grace Jones

Beastie Boys Konzerte, 1987

Auf der Bühne wurden schon mal nackte Frauen in Käfigen präsentiert oder ein Plastik-Penis über die Bühne geschoben. Politisch unkorrekt wurde dazu in den Konzerten über krebskranke Kinder hergezogen, was u.a. dazu führte, dass Elternverbände Strafanzeigen stellten. (Spiegel 45 1987)

John Moran: Oper „The Manson Family“, New York 1990

Das Projekt über den verurteilten Mörder, bei dem die Beatles als die vier Engel der Apokalypse auftreten und Manson als Vollstrecker des Jüngsten Gerichts wurde scharf kritisiert. (Spiegel 38 1992)

Sinhead O'Connor: Konzert in New Jersey, 1990 und New York 1992

Die irische Rock-Bardin verletzte 1990 die patriotischen Gefühle der Amerikaner, indem sie das in den Vereinigten Staaten vor Großveranstaltungen übliche Singen der Nationalhymne verweigerte. Sie wollte damit „gegen die zunehmende Zensur von Musik und Kunst in diesem Lande“ protestieren. Seither weigern sich US-Radiostationen, Platten der Protestantin zu spielen. Frank Sinatra drohte unter viel Beifall damit: „Zu gerne wäre ich dabei gewesen, dann hätt‘ ich ihr in den Arsch treten können.“ Auch mit Bob Dylan geriet die streitbare Irin aneinander. 1992 beim „Dylan-Tribute“ im New Yorker Madison Square Garden zerriss sie auf der Bühne ein Bildnis von Jesus. O'Connor dazu: „Nach dem Auftritt sah Dylan mich hinter der Bühne und lief auf mich zu. Ich glaube nicht, dass er wusste, wer ich bin. Er wirkte verwirrt und fragte mich etwas wie: „Was hast du getan?“ Ihre Antwort darauf: „Attacke? …. So würde ich es nicht bezeichnen. Meine Aktion sollte den Anlass bieten, wieder öffentlich über Gott und Kirche zu sprechen. Dadurch könnte sich die Kirche von Schuld und falscher Moral selbst heilen." (Spiegel 36 1990, 43 1992 und Archiv)

Kleiderordnung für Cher, 1991

Cher, bekannt für freizügige Outfits, moderierte eine zweistündige Video-Sendung für die amerikanischen Golftruppen. Wegen der saudischen Zensur verhüllte sie sich von Kopf bis Fuß. Selbst die Knie ihrer modisch zerlöcherten Jeans hatte sie mit einem Operation-Desert-Storm-T-Shirt bedeckt. (Spiegel 7 1991 und 14 1992)

Cher züchtig
Cher im Konzert

American Music Awads: Pieptöne gegen das Fluchen, L.A. 2003

Überschattet wurde die Übertragung der Show im Shrine Auditorium in LA von ständigen Eingriffgen der Zensoren, die ganze Kanonaden obszöner Ausdrücke des Altrockers Ozzy Osbourne mit Pieptönen überblendeten. (WN 15.1.2003)

Marilyn Manson: Konzerte 2000-2003

Die Gerüchte und Horrormeldungen im Umfeld von Marylin Manson, der sich seinen Namen bewusst aus einer Ikone des amerikanischen (Alp-)Traums, nämlich Marilyn Monroe, und dem Anstifter zum Mord von Sharon Tate, Charles Manson, zusammengebastelt hat, füllen Bücher. Mal soll er bei seinen Konzerten Jungfrauenopfer für den Leibhaftigen gefordert haben, mal Entenküken gemeuchelt oder kiloweise Kokain ans Publikum verteilt haben, um anschließend einen Fan zu vergewaltigen. Den inszenierten Skandal immer im Blickfeld geriet Manson in den Verdacht, mit Satan zu paktieren, schlimmer noch, selbst einer zu sein. Nachdem der ultrarechte TV-Talker Pat Robertson in seinen auf religiös gebastelten Sendungen Marylin mehrfach attackierte („Manson ist der Teufel, der eure Kinder vergewaltigen und ermorden will“) mussten etliche Termine der US-Tour abgesagt oder verlegt werden. In Oklahoma verhinderten aufgebrachte Mütter das Konzert und der Gig in Salt Lake City wurde wegen heftiger Proteste ins nahegelegene Park City verlegt. Daraufhin widmete Marylin Manson seinen Song „Get your gun“ den „Scheiß Mormonen". Für das Nicht-Auftreten wurden schließlich sogar Prämien an Manson gezahlt. In South Carolina erhielt er 40.000 Dollar in bar dafür, dass er die Stadt ohne einen Auftritt wieder verließ. Dabei, so belegen glaubhafte Zeugen, sei seine schlimmste Sünde bis 1997 gewesen, dass er sich bei einem Konzert den Hintern mit einer US-Flagge abgewischt hatte. Dazu bekannte er sich ebenso wie zu seinen meist jugendlichen Alpträumen: „Ich fotografierte nackte Frauen und schnitt dann ihre Geschlechtsorgane heraus. Ich hatte ganz brutale Träume, in denen ich das gleiche mit richtigen Menschen anstellte. Das hat mir furchtbar Angst gemacht.“ 2003 wurde Manson juristisch belangt. Während eines Konzertes im Jahr 2000 hatte Manson den Kopf eines Sicherheitsbeamten gegen seinen Schritt gedrückt und dabei die Hüften bewegt. Der so traktierte Mann hatte daraufhin Zivilklage beim US-Gericht St. Paul (Minnesota) eingereicht. Die Klage wegen „vermeintlich sexueller Andeutungen während eines Konzertes“ wurde abgewiesen. Das Gericht war der Meinung von Manson gefolgt, dass seine Aktion ein Teil der Bühnenshow gewesen sei. Manson kommentierte die Entscheidung, die ihm 75.000 Dollar Schadensersatzzahlung ersparte mit den Worten: „Der Weg zur Wahrheit wird durch frivole Klagen verdunkelt, aber er wird erhellt durch die Objektivität von Geschworenen, die den Unterschied zwischen Unterhaltung und Angriff erkennen." (Archiv und WN 10.9.2003

Böhse Onkelz in Münster, 2003/2004

Ein angekündigtes Konzert der Onkelz für 2004 wurde zum Politikum. Die Chefin der Münsterlandhalle Paschke veranlasste ein Überprüfung der Veranstaltung und drei Ratsherren fuhren eigens nach Bremen zu einem Onkelz-Konzert, um sich vom Grad der drohenden Gefahr zu überzeugen. Danach konnte das Konzert stattfinden. (MZ 28.5.2003)

Eminems Po: zensiert, 2004

Weil MTV den Fernsehzuschauern Eminems Po nicht zumuten wollte,wurde die entsprechende Szene von dem Auftritt des Musikers bei den 2004 Movie Awards geschnitten. (Vip News 8.6.2004)

Unzensierte Szene

Zwei ähnliche Fälle hatte es in der Vergangenheit bereits gegeben. 1972 musste das Plakat des französischen Popsänger Michel Polnareff überklebt werden. 1987 wurde vor Gericht über Gottfried Helnweins Plakat zum Musical "Andi" vor Gericht gestritten, weil die Mutter des tatsächlichen Andreas, dessen Lebensgeschichte die Vorlage für das Musical war, das Andenken ihres Sohnes durch ein Werbeplakat "beschmutzt" sah. (Spiegel 12 1987). Auch in diesem Fall wurde ein Überkleben in Erwägung gezogen.

Plakat zu Michel Polnareff
Plakat zum Musical "Andi"

Paulina Rubios MTV Auftritt, 2004

Die Sängerin trat bei der MTV-Gala mit einem Kleid auf, dessen Rückseite fast nur nackte haut zeigte. Dafür wurde sie heftig kritisiert. (Stern 22.10.2004)

von vorn
von hinten

Britney Spears, China 2004

Ihr geplanter erster Ausflug ins „Reich der Mitte“ 2004 führte bereits im Vorfeld zu erheblicher Unruhe. Das chinesische Kulturministerium sorgte sich um die korrekte Kleiderordnung des Popstars und wollte wissen, was Britney auf der Bühne zu tragen gedenke. Ein „Ooops - I did it again“ sollte mit der vom Veranstalter geforderten Garantie, dass die Sängerin nicht zuviel nackte Haut zeige, auf jeden Fall verhindert werden.(Archiv)

Janet Jackson: Nippelgate-Skandal, 2004

Der Auftritt von Janet Jackson und Justin Timberlake geriet zum Desaster: Erst riß der Sänger Jackson die Kleider so vom Leib, dass ihr Busen zum Vorschein kam: dann hagelte es Proteste von vor allem besorgter Eltern, die mit ihren Kindern vom Fernseher gesessen hatten und den "Angriff auf die Moral" verurteilten. Janet Jackson umschrieb ihren legendären Auftritt beim Superbowl 2004 mit einer "wardrobe-malfunction" ("Fehlfunktion ihrer Garderobe"). Später zeigte sich Jackson noch mal mit nackter Brust, die wurde weggepixelt. (Spiegel 17 2004) (Spiegel 9 2004)

"Angriff auf die Moral"
Jackson mit gepixelter Brust

"Fuck for forest"-Konzert, Kristiansand 2005

Die beiden norgwegisch-schwedischen Umweltaktivisten Tommy Hol Ellingsen und Petra Leona Johansson starteten 2005 einen unkonventionellen Versuch, den Regenwald zu retten. Vor über 3000 Zuschauern vögelten sie auf einer Open-air-Bühne im norwegischen Kristiansand für Spendengelder. Das Geld des "Fuck for forest"-Unternehmens aber wollte die hierfür vorgesehene Umweltorganisation World Wildlife Fund (WWF) nicht annehmen. Damit nicht genug. Schließlich mussten sich die beiden auch noch vor Gericht wegen "Erregung öffentlichen Ärgernisses" verantworten. Enttäuscht zog das Paar nach Berlin um und betreibt nun eine eigene "Fuck for forest"-Internetseite, auf der man gegen eine monatliche Schutzgebühr u.a. dem nackten Treiben der beiden zusehen kann. (Spiegel, 2 2005)

"Fuck for forest"-Konzert 2005 Kristiansand

Peter Kraus: Konzert in Castrop-Rauxel: Tanzverbot, 2005

Möglicherweise in Erinnerung an die wilden Auftritte in den fünfziger Jahren wurde die Halle bestuhlt und ein striktes Tanzverbot erlassen, über das zahlreiche Sicherheitskräfte wachten. (MZ 4.3.2005)

„Jesus Christ Superstar“-Verbot, KZ Majdanek, 2006

Auf Druck jüdischer Organisationen wurde die geplante Aufführung der Rockoper im ehemaligen Konzentrationslager abgesagt. (Sdt 21.4.2006)

Konstantin Wecker: Kein Antifa-Konzert, Halberstadt 2006

Ein geplantes Konzert von Wecker wurde kurzfristig abgesetzt. Es war als Antifa-Konzert geplant. Daraufhin hatte die NPD, selbst Veranstaltungen mit rechten Gruppen durchzuführen und das geplante Konzert zu stören. Daraufhin wurde das Konzert vom Landrat untersagt. (Sdt. 10.3.2006)

Madonna Confessions-Tour, Rom, Moskau, Düsseldorf 2006

Im Rahmen ihrer „Confessionstour“ trat Madonna auch in Rom direkt in der Nähe des Vatikans auf. Der empörte sich sofort über die Kreuzigungsszene, und Kardinal Ersilio Tonini forderte sogar die Exkommunikation, weil das Konzert „blasphemisch“ sei: „Sich in der Stadt der Päpste und der Märtyrer kreuzigen zu lassen, ist ein Akt der offenen Feindseligkeit.“ Ein weiterer Sprecher des Vatikans äußerte sich wie folgt: „Dieses Mal hat sie nun wirklich eine Grenze überschritten.“ Madonna hingegen lud den Papst zu dem Konzert ein: „Dem Papst würde die Show gefallen, und er würde Madonna applaudieren, vermeldete eine Sprecherin Madonnas. Doch auch in Moskau auf dem Roten Platz durfte sie die Show nicht zeigen, sondern möglichst weit entfernt von den orthodoxen Heiligtümern im Zentrum. Dennoch gab es Proteste: Madonna sei vom Teufel "besessen", skandierten religiöse Demonstranten: U.a. wurde ein Bild der Musikerin gepfählt. Denn die damals 48-jährige stehe unter dem Einfluss von Satan persönlich, meinte ein Anführer der Gegner, Leonid Simonowitsch-Nikschich. „Wir rufen eine neue heilige Inquisition aus gegen die, die gegen Gott kämpfen“, sagte der Vorsitzende eines russisch-orthodoxen Glaubensbundes. Die Begründung der Organisatoren für die Verlegung hinsichtlich Zeit und Ort für das Madonna-Konzert lautete: Sicherheitsbedenken. (Netzzeitung 7.9.2006) In Düsseldorf stellte eine Bürger Strafanzeige gegen Madonna wegen Blasphemie, weil die US-Sängerin sich während ihres Auftritts in der NRW-Landeshauptstadt u.a. ans Kreuz hängen ließ und zeitweise eine Dornenkrone trug. Sekundiert wurde die Anzeige durch die Landesbischöfin Margot Käßmann (Hannover), die die besagten Stellen der Bühnenshow scharf kritisierte. Die Staatsanwaltschaft jedoch stellte fest, dass die Tour äußerst provokativ sei, aber nicht strafbar. Madonnas Auftritt sei durch die Kunstfreiheit gedeckt und man werde nicht wegen Beschimpfung eines religiösen Bekenntnisses ermitteln.(MZ 21.8.2006, Netzzeitung 22.8.2006, Focus online 4.8.2006))

Lordi: Song Contest Athen, 2006

Die finnische Gruppe, die gern mit wüster Verkleidung und Masken auftraten erregten die Gemüter vieler Finnen: schließlich repräsentierte die Band das eigne Land. Viele Finnen schrieben sogar an ihre Präsidentin, mit der Bitte, sie müsse dem Treiben der Monster-Rocker Einhalt gebieten. (Std. 28.4.2006)

Sizzla, Reggae und Homosexuelle, 2005/2007

2005 wurden von 14 geplanten Auftritten des jamaikanischen Reggae-Stars Sizzla 13 wegen homophober Songtexte abgesagt. Als Sizzla drei Jahre später in Stuttgart und Dortmund auftreten wollte, wendete sich der Lesben- und Schwulenverband an die jeweilige Staatsanwaltschaft, um die Konzerte zu verhindern. Die Stadt Essen sagte in diesem Zusammenhang auch ein Konzert des Dance-Hall-Stars Bounty Killer ab. Beide Musiker formulieren in ihren Liedern den Hass auf Homosexuelle und rufen direkt zur Gewalt auf („Erschießt die Schwulen“). Zwar hatte Sizzla eine Unterlassungsklage des englischen Schwulenverband Outrage unterzeichnet, die beinhaltet, dass der Musiker auf der Bühne keine homophoben Texte mehr singen dürfe. Doch im Juli 2007 betonte Sizzla auf einer Pressekonferenz seine Meinung neuerlich: „Ein Mann muss sich entscheiden, ob er ein Stück Dreck sein will oder ein richtiger Mann.“ (WN 27.2.2008 vermutlich)

Rolling Stones beim Superbowl, USA 2006

Der Auftritt der Rolling Stones in der Halbzeitpause des Superbowls wurde 2006 zensiert. Einige Texte mit sexuellen Anspielungen erschienen den sittenstrengen Medienmachern in den USA zu gewagt. Da man bereits im Vorfeld die Befürchtung hatte, es könne mit den Stones nicht gut gehen, strahlte der TV-Sender ABC die Halbzeit-Show aus dem Ford-Field-Stadion mit fünf Sekunden Verzögerung aus. Während der Übertragung wurden dann tatsächlich einige Worte aus zwei der drei Songs ausgeblendet. Im Stones Klassiker „Start me up“ heiß es u.a. „You can make a dead man come“ und in „Rough Justice“ kommt das Wort Cock vor. Beides wurde gestrichen. (Max online 7.2.2006)

Rolling Stones in China, Shanghai 2006

Bei einem Konzert in Shanghai durfte folgende Songs nicht gespielt werden: Brown Sugar, Honky Tonk Woman, Beast of Burdon und Let´s spend the night together, da die sexuellen Anspielungen zu eindeutig waren. (WN 8.4.2006)

Protest gegen Beyoncé Konzert, Kuala Lumpur 2007

Ursprünglich war für November 2007 ein Konzert von Beyoncé in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur geplant. Doch aufgrund von angekündigten Protesten muslimischer Eiferer, die ein zu freizügiges Auftreten der für ihre bauchfreien Oberteile und Miniröcke bekannten Pop-Diva befürchteten, wurde das Konzert abgesagt. Offizielle Begründung: Terminschwierigkeiten. (Die Welt, 2.10.2007

Elsrocjk Heavy Metall Festival : Fluchverbot, NL Rijssen 2007

Weil Vertreter christlicher Parteien Blasphemisches befürchteten herrschte auf einem niederländischen Heavy Metal Festival striktes Fluchverbot. Die Veranstalter hatten nur unter dieser Bedingung die Genehmigung für ihr Konzert bekommen. "Es dar nicht geflucht werden", erklärte der Bürgermeister der Ortschaft Rijssen, Bort Koelewijn, in seinem Genehmigungsschreiben und „das keine blasphemischen Wörter gebraucht werden und dass die Ehre von Gottes Namen nicht beschmutzt wird.“ „Sollte es zu Blasphemie kommen, werde ich den Bezirksanwalt auffordern, dies strafrechtlich zu verfolgen,“ schrieb der Bürgermeister weiter. Das Elsrocjk Festival hatte 2006 unter Christen Empörung ausgelöst, als es 2006 zum ersten mal in Rijssen stattfand. Die Ortschaft, 120 Kilometer von Amsterdam, liegt im so genannnten niederländischen Bibelgürtel. (Netzzeitung 20.3.2007)

Gwen Stefani in Malaysia, 2007

Die ehemalige Frontfrau von „No Doubt“ wurde aufgefordert ihre Konzerte in Malaysia abzusagen, da moslemische Gruppen ihr neustes Video als „obszön“ eingestuft hatten. (31.7.2007 online)

Verka Serduchka Konzert verboten, Russland 2007

Russische Konzertveranstalter sagten 2007 ein Konzert des ukrainischen Stars ab. Der schrille, als Frau verkleidete Sänger hatte beim „Eurovison Song Contest 2007“ mit seinem Beitrag „Lasha Tumbai“ den zweiten Platz belegt. Grund für Auftrittsverbot: Die Russen behaupteten, der Musiker sänge statt „Lasha Tumbai“ immer „Russia, goodbye“, was den russischen Nationalstolz verletze. Dutzende Mitglieder der Kreml treuen Jugend „Junges Russland“ demonstrierten damals gegen den georgischen Beitrag.(MZ 5.7.2007 und MZ 11.32009)

Pete Doherty´s Babyshambels im Gefängnis Pentonville in London, England 2007

Das geplante Konzert vor Häftlingen wurde untersagt, weil Doherty mit seinen Drogeneskapaden ein schlechtes Vorbild sei, hieß es als Begründung bei der Strafvollzugsbehörde. (Netz)

Auftrittsverbot der Stones aufgehoben, Blackpool 2008

Nach 44 Jahren entschloss sich der Rat der englischen Stadt Blackpool das Auftrittsverbot gegen die Stones vom 24.7.1964 aufzuheben. Das Verbot war damals ausgesprochen worden, nachdem während eines Auftritts der Stones Fans den Konzertsaal komplett zertrümmert hatten und über 50 Verletzte gezählt worden waren.


“Beatles“-Konzert wieder erlaubt, 2008

43 Jahre nach einem Auftrittsverbot durfte Ex-Beatle Paul McCartney erstmals am 25.9.2008 wieder ein Konzert in Israel gegen. Die israelischen Behörden hatten 1965 den Beatles ein Konzertverbot ausgesprochen, weil sie befürchteten, die Beatles könnten die Moral untergraben. (MZ 28.8.2008)

Konzert von Avril Lavigne abgesagt, Malaysia Kuala Lumpur 2008

Begründung: die Show passe nicht zur malaysischen Kultur und könne die unmittelbar bevorstehenden Feiern zum Unabhängigkeitstag überschatten, sagte ein Regierungssprecher. In dem mehrheitlich muslimischen Land dürfen Künstler auf der Bühne keine nackte Haut zeigen, nicht hüpfen, schreien oder Menschen umarmen. Schließlich hieß es in einer andern Meldung, dass Konzert könne doch stattfinden. (WN 21. und 26.8.2008)

Madonna-Konzert, Sankt Petersburg, 2009

Vor dem Konzert wurde der Sängerin in einem offenen Brief auf der Internetseite des KP-Verbandes ein Forderungskatalog präsentiert: So wurde verlangt, dass sie keine „Revolutionslieder“ singen, keine frivole Kleidung tragen und nicht mit dem Po wackeln dürfe. (ZDF heute 28.7.2009)

Grand Prix Finale, Moskau 2009

Zwei Auftritte sorgten beim Finale in Moskau für Aufregung und Zensurforderungen: Swetlana Loboda (Ukraine), trat mit auf geschminkten Platzwunden im Gesicht und am Körper auf, um damit gegen häusliche Gewalt zu protestieren. Und Georgiens Beitrag der Band Stefane & 3G „We don´t wanna put in“ zog den Beitrag sofort zurück, nachdem der Veranstalter Textänderungen beantragt hatte. Grund: eine im Refrain versteckte, durch das Wortspiel „put in Putin“ herbeigeführte Kritik am russischen Regierungschef Wladimir Putin. (WN 16.5.2009) Auch die Europäische Rundfunkunion (EBU) in Genf als Veranstalterin des ESC hatte Georgien aufgefordert, den Text von „We don´t wanna put in“ zu ändern oder ein anderes Lied zu wählen. Die Band Stefane & 3G selbst räumte, dass sich das Lied gegen Putin richtet. Zur Begründung der EBU hieß es: Titel und Text seien nicht mit den Statuten des Wettbewerbs vereinbar, da in den Texten und während der Auftritte keine politischen Botschaften vermittelt werden dürfen. (WN 20.2.2009)

AC/DC Konzert in Wels, Österreich 2009

Gegen ein für den 22.5.2010 geplantes Konzert der australischen Hardrockband auf dem Welser Flugplatz machten Umweltschützer wie der Naturschutzbund Oberösterreich mobil, weil auf dem Areal viele seltene Vogelarten zu finden seien und ein "Desaster für die Brutkolonien" befürchtet wurde. (Kurier Nachrichten 22.12.2009)

"Rammstein"-Konzert, Weißrußland 2010

Da die Band "Homosexualität, Masochismus und andere Widerwertigkeiten" propagiere, befürchtete der Gesellschaftsrat für Sittlichkeit eine Zersetzung der Moral und einen Angriff auf die Landesehre. Die Forderung: Das Konzert solle verboten werden. (Sdt. 23.2.2010)

Zeynep Mansur und das trägerlose Kleid, Türkei 2010

Die türkische Popsängerin hatte für ihren Auftritt in der TV-Sendung "Ceyiz Show" (Aussteuer-Show) ein trägerloses Kleid gewählt. Das befanden die Programmverantwortlichen für zu freizügig, insbesondere da die Sendung auch noch während des Ramadan gesendet werden sollte. Mansur wurde gebeten, sich einen Schal über die Schulter zu legen und nicht zuviel Haut zu zeigen. (Spiegel 36 2010)


Menschenrechtler kritisieren Bob Dylans Asienkonzerte, 2011

Menschenrechtsaktivisten haben Bob Dylan für seine Bereitschaft kritisiert, vor seinen Konzerten im sozialistischen Asien seine Setliste von Zensurbehörden absegnen zu lassen. Nach seinen beiden Konzerten in Peking und Shanghai trat Bob Dylan erstmals in Vietnam auf. Wie schon in China, musste Dylans Management auch in Vietnam den Behörden eine verbindliche Liste der Songs vorlegen. Nach dessen Angaben gab es keine Beanstandungen. Allerdings bestand die Setliste auch vor allem aus politisch unverdächtigen Klassikern, sowie Songs seiner letzten Alben. Brad Adams, Leiter der Asien-Abteilung bei Human Rights Watch, kritisierte außerdem, dass Dylan sich seit Beginn seiner Asienreise nicht zur politischen Lage dort geäußert habe. 'Er sollte sich schämen', sagte Adams. 'Dylan hatte eine historische Chance, eine Botschaft des Friedens und der Freiheit zu überbringen. Stattdessen lässt er die Zensoren seine Playlist auswählen. (Sdt. 12.04.2011)

Eklat in Istanbul: Kurdische Sängerin Aynur wird ausgebuht, Istanbul 2011

Die kurdische Sängerin Aynur Doğan wurde auf dem 18. Jatzz-Festival in Istanbul im Juli 2011 von Nationalisten ausgbuht und mit Wasserflaschen beworfen als sie während ihres Konzertes im Cemil Topuzlu Open-Air Theater am Freitag kurdische Stücke vortrug. Im Zuge dessen musste die Künstlerin ihre Darbietung vorzeitig abbrechen und die Bühne verlassen. Aynur Doğan, so die Forderung, sollte Kurdisch auf dem Jazzfestival singen. (u.a. Sdt. 19.7.2011)

Rammstein-Konzert am Totensonntag verboten, München 2011

Die Stadt München hat ein Konzert der Band Rammstein am Totensonntag verboten, da die Bedeutung des Totensonntags als "stiller Tag" gefährdet. (heute.de 21.10.2011)


Lady Gaga Konzert, Indonesien 2012

Islamisten in Indonesien verhinderten 2012 erfolgreich, Konzerte von Lady Gagax "Born this way Ball"-Tour. Sie hielten die Auftritte der Sängerin für pornografisch. (top.de.news 29.5.2012)


„Pussy Riot“ in Moskauer Kathedrale, 2012

Die russischen Feministinnen der Frauenband Pussy Riot drangen am 21.2.2012 in die Christi-Erlöser-Kathedrale, der wichtigsten Kirche Russlands, ein. Dort setzten sie mit einem Muttergottes-Jungfrau-schlag–Putin-in-die-Flucht-Geschrei zu einem improvisiertes Konzert an. Es dauerte keine Minute, bis die Aktion vom Sicherheitsdienst der Kirche abgebrochen wird. Am zweiten März leitete die Moskauer Polizei ein Strafverfahren wegen des Straftatbestandes „Rowdytum“ ein. Das russische Strafgesetzbuch sieht für dieses Delikt Freiheitsentzug bis zu sieben Jahren vor. Die Frauen landen auf der Fahndungsliste. Am 4. März werden Nadjeschda Tolokonnikowa und Maria Alechina, zwei mutmaßliche Aktivistinnen von Pussy Riot, festgenommen. Kurz darauf folgte Jekaterina Samuzewitsch, eine weitere Tatverdächtige. (Sdt. 6./7.6.2012) http://russland-heute.de/articles/2012/04/03/pussy_riot_in_moskauer_kathedrale_14370.html Video vom Protest


Auftritt der Heilsarmee nur unter Auflagen, 2012/13

Die Heilsarmee soll die Schweiz nach Abstimmung am Eurovision Song Contest 2013 im schwedischen Malmö vertreten. Die religiöse Band darf nach Auskunft der Verantwortlichen aber nur auftreten, wenn sie den Namen ändert und keine typische Heilsarmee-Uniform trägt. Das will die Freikirche so nicht akzeptieren.(FAZ 28.12.2012)


Antisemitismus-Vorwurf: Jüdische Gemeinde fordert Boykott von Roger Waters The Wall, 2013

Wegen seiner Bühnenshow sah sich Pink-Floyd-Mitgründer Roger Waters heftigen Vorwürfen ausgesetzt - vor seinem Konzert in Düsseldorf rief die Jüdische Gemeinde zum Boykott auf."Roger Waters ist ein geistiger Brandstifter, für den es in unserer Stadt kein Forum geben darf", erklärte Gemeindeverwaltungsdirektor Michael Szentei-Heise. Und weiter: "Das gesamte Bühnenbild weckt eindeutige Assoziationen an die Reichsparteitage und die Propaganda der NSDAP", sagte Szentei-Heise. "Es macht Angst, wenn Zehntausende diese Veranstaltung besuchen und trotz antisemitischer und nationalsozialistischer Symbolik zu Roger Waters Musik feiern, tanzen und applaudieren." Damit wurde u.a. verweisen auf die Szenenfolge, in der der Star einen schwarzen Ledermantel mit roter Armbinde trägt und mit einer Maschinengewehr-Attrappe ins Publikum ballert. In der Luft schwebt dazu ein aufblasbares Schwein. Darauf projiziert: ein Davidstern. Auch in Belgien hatte es heftige Proteste gegen die Rockshow gegeben. Der Musiker hatte sich daraufhin in einem offenen Brief Anfang August gegen den Vorwurf gewehrt, er sei Antisemit. Waters betonte, er benutze auch Symbole wie ein Kruzifix, Hammer und Sichel und Firmenlogos. Er habe viele enge jüdische Freunde, seine Schwiegertochter sei jüdischen Glaubens, und sein Vater sei als britischer Soldat 1944 im Kampf gegen die Nazis in Italien gestorben. Seine "The Wall"-Show sei gegen Krieg und Faschismus gerichtet. Das aufblasbare Schwein habe er auf fast 200 Shows seit 2010 eingesetzt. Bei seinem Auftritt in Frankfurt hatte Rogers gesagt, er widme die Show allen Terroropfern weltweit und zeigte unter anderem Bilder des Irak-Krieges und des Anschlags auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001. (Spiegel online 29.8.2013)


Miley Cyrus: Konzertverbot Dominikanische Republik und Probleme in Mexiko, 2014

Der Regierungs-Ausschuss der Dominikanischen Republik verbot 2014 ein Konzert mit Miley Cyrus. Das für den 13. September geplante Konzert der Pop-Diva wurde abgesagt – aus moralischen Gründen. Im Statement hieß es über Miley: „Sie unternimmt oft Dinge, die gegen Moral und Sitte verstoßen und die im dominikanischen Gesetz strafbar sind.“ Cyrus sorgte mit ihren freizügigen Auftritten schon mehrfach für Diskussionen. (Bild.de 1.9.2014)

Konzert Chicago

Danach erhitzte Miley Cyrus bei einem Konzert im mexikanischen Monterrey patriotische Gemüter. Die 21-Jährige ließ sich von einem Tänzer ein angeheftetes Hinterteil mit Mexikos Nationalflagge versohlen. Nach dem Konzert wurden in sozialen Netzwerken Stimmen laut, ob die Sängerin nicht gegen das Gesetz verstoße, welches Respektlosigkeiten gegen nationale Symbole verbietet. Kongressabgeordnete legten einen Antrag vor, demzufolge Cyrus eine saftige Geldstrafe zahlen oder 36 Stunden in Haft gehen solle, wie die Tageszeitung "Excélsior" berichtete. Mexikos Innenministerium wollte den Vorfall nun untersuchen.(FAZ 20.9.2014)

Madonna provoziert Chinesen mit Taiwan-Flagge, 2016

Während der Zugabe bei einem Konzert in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh am Donnerstag zeigte sich die US-Sängerin demonstrativ mit einer Flagge Taiwans auf der Bühne. Da die Regierung in Peking Taiwan als abtrünnige Provinz ansieht, wurde dies in China als Provokation aufgefasst.

Madonna entblößt Brust von 17-Jähriger während eines Konzerts der Rebel Heart Tour, Brisbane 2016

Madonna macht 2016 in Australien mit einer skandalträchtigen Geste Schlagzeilen. Bei einem Konzert in Brisbane holt die 57-jährige eine junge Frau auf die Bühne und sagt: "Sie ist die Art von Mädchen, das man einfach auf den Hintern hauen möchte. Und ziehen ..." Madonna fasst an die Korsage der Konzertbesucherin und entblößt für einen winzigen Moment deren linke Brust. "Oh, tut mir leid, sexuelle Belästigung, du kannst dasselbe mit mir machen, wenn du willst", kommentiert die Sängerin. Die Fan-Gemeinde reagiert mit Empörung. (WN 19.3.2016)

Kontextverschiebungen

Immer wieder kommt es vor, dass ein veränderter Kontext Rückwirkungen auf die Medien und die mediale Wahrnehmung hat. Scheinbar unverfängliche Musiktitel, Cover, Bandnamen oder Filme und Videos erhalten durch eine neue Nachrichtenlage urplötzlich eine ungeahnte Brisanz. Selbstverständlich handelt es sich hier um Reaktionen auf Kontextverschiebungen und nicht um eine klassische Zensur.

John Lydon/Johnny Rotten: „Open up“, 1993

Die Platten stieg sofort auf Platz 13 der britischen Charts. Doch BBC und MTV boykottierten. Die Textzeile „Burn, Hollywood, burn“ schien den den Verantwortlichen nach dem verheerenden Feuersturm 1993 in Kalifornien zu makaber. In den Discos wurd der Song weitergespielt. (Stern 50/1993)

Michael Jackson: Vorwurf Kindesmißbrauch, 2003

Viele Sendern weigerten sich, vorher ziemlich harmlos anmutende Songs wie "Billie Jean" von Michael Jackson zu spielen, nachdem die Vorwürfe wegen Kindesmißbrauch erhoben worden waren und eine Klärung offen stand. U.a. auch die deutschen Sender Bayrischer Rundfunk, MDR und Radio Schleswig-Holstein. (Zeit 27.11.2003)

Juli und „Die perfekte Welle“, 2004

Als Reaktion auf die entsetzliche Flutkatastrophe in Südostasien 2004 wurde das Programm von verschiedenen deutschen Radiosendern wie NDR, Radio Hamburg oder Hessischer Rundfunk umgestellt. Insbesondere Titel, die textlich in Verbindung mit dem Unglück gebracht werden konnten, wurden nicht mehr gespielt. Betroffen davon war auch der Top 10 Hit der Giessener Band Juli „Die perfekte Welle“ (Textauszug: „Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag“). Auch Musiksender wie MTV und Viva setzten Video und Song auf den Index. Die Plattenfirma Universal merkte zum weiteren Vorgehen an: „Die Single ist zur Streichung vorgesehen und wird nicht mehr nachproduziert. Im Handel sind aber noch rund 10000 Exemplare verfügbar. Das Auslaufen hat nichts mit der Flutkatastrophe zu tun.“. Aber auch andere Titel wie „Wellenreiter“ von Sportfreunde Stiller, „Tag am Meer“ von Fanta4 oder die „Die Flut“ von Witt/Heppner wurden nach Angaben einer Sprecherin von Rundfunk Berlin Brandenburg auf unbestimmte Zeit aus dem Programm verbannt. Weitere Probleme hatten Songs und Gruppen auch im Ausland wie „Perfect Wave“ von Barlow, „Wann kommt die Flut“ von Rammstein und Peter Gabriels „Lord, here comes the flood“, „After the flood“ von Dess9 sowie die kalifornische Punk-Band „Tsunami Bomb“. Die gesamte Diskussion blieb weder auf den Musiksektor beschränkt noch war sie kurzlebig. Noch 2005 entschloss sich der Sender „ProSieben“, die Ausstrahlung des Action-Thrillers „Tsunami“ (Arbeitstitel) auf das zweite Halbjahr zu verschieben. Geschäftsführer Dejan Jocic zur Begründung: „Wie Anfang Januar gesagt, sind wir uns unserer Verantwortung bewusst und gehen entsprechend mit diesem Thema um. (FAZ 24.1.05, Focus 3 2005, Max und online_info 29.12.2004, MZ 1.2.2005).

Rockmusik und Politik

Rock ´n´ Roll als Werkzeug der Nato, DDR 1959

Walter Ulbricht, damals erster Sekretär des Zentralkomitees der SED, wetterte in einer Rede vom 24.4.1959 gegen die „kapitalistische Dekadenz“ und stellte den Rock ´n´ Roll als Werkzeug der Nato-Politk dar. Die Jugend würde bewusst „systematisch verdummt und verroht“, um sie als Werkzeug der Kriegspolitik einzusetzen. Als Gegenmodell wurde der „Lipsi“. („Das Ehepaar Seifert, Inhaber einer Leipziger Tanzschule, präsentierte den Lispischritt. Die neue Kreation erlaubte das Tanzen nach schnellen Bewegungen, vermied jedoch das starke Auseinandertanzen und verpönte Gehüpfe nach westlicher Musik.“) (WN 24.6.2006)

Johnny Horton: „The Battle of New Orleans“, 1959

In den Staaten war „The Battle of New Orleans“ von Johnny Horton 1959 wochenlang die Nummer 1 in den Charts. In England fiel der Song beim Publikum durch. Der Grund dafür lag im verletzten Nationalstolz der Briten. In der besungenen Schlacht von New Orleans hatten die Truppen des amerikanischen Generals Andrew Jackson die Engländer vernichtend geschlagen. An diese Niederlage wollten die Engländer nur ungern erinnert werden. Das Lied wurde im britischen Rundfunk regelrecht boykottiert. (Bravo 37 1959)

Drafi Deutscher, Marmor, Stein und Eisen bricht, 1965

In der DDR wurde der Song von der Parteispitze verboten. Sie fürchtete, die Zeile „Marmor, Stein und Eisen bricht“ könnte sich auf den „antiimperialistischen Schutzwall“, sprich die Berliner Mauer, beziehen. Später gab es trotzdem eine Amiga-Lizenzausgabe. Ein weiters Problem mit dem Song gab es in Bayern: Sprachpuristen kritisierten, dass der Aufzählung „Marmor, Stein und Eisen“ richtigerweise das Verb in der Pluralform „brechen“ statt im Singular „bricht“ zu folgen habe. Wegen des angeblichen grammatikalischen Fehlers wurde das Lied im Bayerischen Rundfunk lange Zeit nicht gespielt. (Frankfurter Neue Presse 5.12.2015)

MC 5: „Kick out the Jams“, USA 1969

Schallplattenhändler weigerten sich, die MC 5 Platte zu verkaufen. Daraufhin schalteten die Musiker Anzeigen in der „Underground Press“: „Wenn sie euch die Platten nicht verkaufen, tretet ihnen die Türen ein“. Sie unterzeichneten Inserat mit dem Namen der Plattenfirma Elektra und wurden deshalb gefeuert. (Spiegel 39 1969)

Wings: "Give Ireland back to the Irish, England 1972

Der Song wurde von den britischen Rundfunksendern wie BBC boykottiert. Paul McCartney, Chef der Wings, trat zur Gegenoffensive an und protestierte mit Anzeigen gegen die Funkstille in der Presse. (Spiegel 10 1972)

Protestanzeige gegen den Song-Boykott

"The men behind the wire", 1972

Der Anti-Briten-Song "Die Männer hinterm Stacheldraht" wurde in Nordirland nicht gespielt.Die Platte wurde dennoch ein Erfolg. Finanziert worden war sie von dem Andersonstown Civil Resistance Committee (benannt nach dem Belfaster Katholikenviertel). Der Erlös kam den Familien inhaftierter IRA-Mitglieder zu gute. Die nächste Platte mit Häftlingsgesängen aus dem Gefängnis Long Kesh trug den Titel "Zerschlagt die Internierung". (Spiegel 23 1972)

Plattencover von "The men behind the wire"

Renaud Sechan: "Miss Maggie", 1986

Der Song über die damalige britische Premierministerin wurde in Frankreich ein Hit, führte aber in England zu Protesten. Auszüge aus dem Text: "Denn keine Frau auf dem Planeten wird jemals blöder sein als ihr Bruder, weder stolzer noch unanständiger, abgesehen vielleicht von Frau Thatcher; Der starke Arm dieser Idioten, keine Frau so vulgär, immer wieder Gewalt anzuwenden, abgesehen vielleicht von Frau Thatcher; Keine Frau ist so schäbig, einen Revolver zu putzen und sich unverwundbar zu fühlen, abgesehen vielleicht von Frau Thatcher." (Spiegel 3 1986)

Kate Bush: The Sensual World, 1989

Bush entschuldigte sich vorsorglich: Auf der o.g. LP besingt sie im Titel "Heads we´re Dancing" eine 1939 mit Hitler durch tanzte Nacht. Erst durch ein Zeitungsfoto erfährt die Nachtschwärmerin von der Identität des andern. (Spiegel 46 1989)


V.A. Deutschpunk Kampflieder, LP 1989

Die Lp wurde indiziert.

The Pogues: Birmingham Six, 1989

1989 wies die IBA (Independent Broadcasting Authority) alle kommerziellen Radiostationen an, den Song „Birmingham Six“ der irischen Band „The Pogues“ nicht zu spielen, da er angeblich IRA-Terroristen verharmlose.

Hans Söllner: "Heil", 1990

Der kiffende bayrische Liedermacher hatte nicht nur wegen seines Drogenkonsums des öfteren Ärger im Freistaat. Seine Songs wurden fast regelmäßig zensiert (z. B. „Heil“) und kaum im Radio gespielt. (Spiegel 31 1990)

Söllner im Konzert

Auch die Konzerte führten zu Beleidigungsklagen, so der Song über eine Polizistin, der Söllner sehr direkt seine Meinung über sie zukommen ließ. Es folgte eine Verurteilung wegen Beleidigung über 40000 Euro, beim zweiten Singen wurden daraus 80000 Euro. Insgesamt, so Söllner habe er allein 300000 Euro bis 2010 allein für die Beleidigungen zahlen müssen, dabei waren die Gerichts- und Anwaltskosten noch gar nicht enthalten. (Sdt.19.3.2010)

Katja O Kay: "Helmut, 1993

Das Stück kam auf die Verbots- und Boykottliste sämtlicher bundesdeutscher Rundfunkstationen, weil das freimütige Bekenntnis die erotischen Phantasien der Sängerin zum damaligen Bundeskanzler „Helmut“ Kohl zum Ausdruck brachte. (Achiv)

Text: Meine Freundin Susie, ich erzähl Dir was Ich kann nachts nicht schlafen, ich bin dauernd naß Meine Freudin Susie, sprich mit keinem drüber Ich werde ihn bald treffen Und dann zieh ich ihn über mich rüber

Refrain: Ohohoh, Helmut Ich komme, ich komme, ich komme - Zu Dir

Neulich im Bundestag Da hast Du mich so angeguckt Und dann hat's bei mir so richtig losgejuckt Ich konnte nicht anders, ich mußte an mir reiben und später Dir einen Brief schreiben: Jetzt sitz ich hier völlig nackt Und denke an unsern ersten Blickkontakt. (Refrain: Ohohoh, Helmut ...) Nächstes Wochenende fahre Zu Dir nach Bonn Und da koalieren wir, da kenn'ich kein Pardon Oh Helmut Kohl, mein Sexidol Auf dass ich Dir bald einen runterhol Und Hannelore schicken wir ins Sauerland Und da macht's sie'sich mit der Treuhand (Refrain: Ohohoh, Helmut ...) Du kommt's raus aus dem Präsidium Und da siehste mich und dann fliegst um Und wenn Du mich zum ersten Mal küsst Soagst Du: Geil, dass Du gekommen bist Und der Schweiß der Lust Steht Dir auf der Stirne Und ich spür in Deiner Hose Deine heiße Birne (Refrain: Ohohoh, Helmut ...)

Artikel der "Bild"-Zeitung zum Lied "Helmut"

Vicki Vomit: "Liebe mit Claudia", 1997

Claudia Nolte, ehemalige Bundesfamilienministerin, sah durch Vicki Vomit ihre Intimsphäre verletzt. Deshalb ließ sie den Song „Liebe mit Claudia“ des Erfurter Rocksängers Vicki Vomit per einstweilige Verfügung verbieten. Der Thüringer Musiker hatte in dem Stück seiner jüngsten CD „Bumm/Bumm“ beschrieben, wie ihn die christdemokratische Politikerin nach einem Prominentenball mit nach Hause nimmt und verführt. „Ich machte Liebe mit Claudia Nolte, wir machten Liebe, nur weil sie es wollte". Hernach drohten dem Punkrocker, seiner Vertriebsfirma und der Zeitschrift „Musikexpress", die eine CD mit dem beanstandeten Lied beilegte, je eine halbe Million Mark Strafe bei Zuwiderhandlung. (Spiegel 28 1997)

Biermösl Blosn: „BayWa-Lied“, 2001

Im Jahr 2001 verursachte ein Lied der Gruppe einen Skandal. Das „BayWa-Lied“, eine satirische Verballhornung der Bayernhymne und der Firma BayWa (Text: „Gott mit Dir, du Land der BayWa …“), wurde von einem Schulbuchverlag in ein Liederbuch für Hauptschüler der achten Klassen gesetzt. Die bereits gedruckten Bücher wurden auf Anweisung des Kultusministeriums sogleich wieder eingestampft. Auch der Bayerische Rundfunk beantwortete das politische Engagement der Musiker (etwa gegen die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf) mit einem zeitweiligen Sendeboykott. (wikipedia)

Spottlied auf die ehemalige Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf in der NDR-TV-Sendung "extra 3", 2002

In der Satire-Sendung war im Beisein von Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust ein Spottlied über Doris Schröder-Köpf angestimmt worden. Aus dem Text: "Doris Schröder-Köpf, du Kanzlergattin. Zartgliedrig Geschöpf willst auch am Rad drehn, und dein kleiner Mund tut schlimmer Worte kund. Rote Lippen dein, die böse reden. Muss das wirklich sein? Und verdirbt den Teint, den rosig-edlen" ... "Du nimmst einfach teil, die Leute mögen dich nicht. Nennen dich Fallbeil, aber das findest du ungeil. Doris-Schröder-Köpf, oh , und blond Geschöpf. Glaubst du denn, der Gerd liebt dich nicht, wenn du hältst die Klappe dicht?" Aus Reihen der SPD ließ man verlautbaren, dass der Song "stillos" und der Text "frauenverachtend" sei. (Sdt. 4.12.2002)


Greenjolly, Zusammen sind wir viele, 2004/5

Mit dem Song wollte die ukrainische Band beim Grand Prix 2005 auftreten. Doch der Song der "orangenen Revolution" war den Managern des Grand Prix zu politisch und musste "geglättet" werden. (Focus 11 2005)

Green Day: „American Idiot“, 2005

In den den USA wurde die Platte mit einem Bann belegt. Auf ihm erzählt die Band die Geschichte eines Jungen, der zum Verlierer geboren zu sein scheint: kaputte Familie, Stress in der Schule und keine Chance einen Beruf zu finden. Er bricht aus und findet schließlich durch Revolte und diverse Abstürze zu sich. Die auch für den Verkauf von Tonträgern wichtige Supermaktkette Wal-Mart nahm die CD nicht ins Sortiment auf. Kommentar der Band: „Das zeigt, dass Rock ´n´ Roll immer noch richtig gefährlich ist. Wal-Mart verkauft zwar Schusswaffen, aber nicht unsere CD.“ (Spiegel 5 2005)

Dixie Chicks: „Taking the long way“, 2006

Als die Texanerin Natalie Maines, Leadsängerin der Dixie Chicks, bei einem Konzert in London verkündete, dass es eine Schande sei, dass Präsident George W. Bush aus ihrem Bundesstaat komme, skandierte die Presse Skandal. Die Countryband landete fortan auf dem Index von Radio- und Fernsehsendern, die die Songs und Videos der drei Frauen boykottierten. Fanartikel wurden öffentlich verbrannt und Todesdrohungen ausgestoßen. Sogar zu Morddrohungen kam es. Dennoch: das Album „Taking the long way“ war eine Abrechnung mit Bush und erfolgreich. (Netz und Spiegel 27 2006)

Cat Stevens und der Islam: Echopreis 2007

Cat Stevens wurde für sein Lebenswerk mit dem Sonderpreis beim deutschen Musikpreis „Echo“ ausgezeichnet. In der Begründung wurde er auch als „Botschafter zwischen den Kulturen“ bezeichnet. Dies löste einen Sturm der Entrüstung aus. Cat Stevens, der sich in Yusuf Islam umbenannt hatte, galt seit Ende der achtziger Jahre nicht mehr unbedingt als Liebling der Musikindustrie. Viele Radiostationen verbannten seine Platten aus dem Programm. Denn 1989 hatte er mit bedenklichen Äußerungen den Verdacht erregt, die Fatwa gegen Salman Rushdie zu unterstützen. In einem Interview formulierte er, dass er „versuchen (würde) Ajatollah Chomeini anzurufen, und ihm (zu) sagen), wo der Mann sich aufhält“, falls der Schriftsteller Rushdie bei ihm auftauchen würde. Zwar betonte Stevens immer wieder, er sei von den Medien falsch verstanden worden, doch noch 1996 antwortete er in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ auf die Frage, was er von der Todesstrafe für religiöse Ansichten halte: „Wenn jemand Blasphemie betreibt, dann muss er auch entsprechend bestraft werden. Schon bei Jesus stand auf Gotteslästerung Steinigung.“ Auch das Verhältnis des Islam zu Frauen im Allgemeinen und seines im Besonderen rechtfertigte. So weigert er sich beharrlich, Frauen die Hand zu geben. Kommentar Stevens, dass sei „ein Detail, über das sich viel zu sehr aufgeregt“ würde. (Spiegel 13 2007)

Pete Doherty: Deutschlandlied, 2009

Offenkundig angetrunken schmetterte Doherty bei einem live im Radio gesendeten Auftritt auf dem Festival des BR-Jugendsenders "on3" "Deutschland, Deutschland über alles". Der bayrische Rundfunk brach zunächst weder das Konzert ab noch die Übertragung auf dem Sender "Bayern2". Erst nach weiteren fünf Liedern wurde der Sänger von der Bühne gebeten. Zum Hintergrund: Die Hymne war von den Nazis (1. Strophe: "Deutschland, Deutschland über alle4s, über alles in der Welt") missbraucht worden. Der damalige Bundespräsident Heuss erklärte 1952 das Deutschlandlied wieder zur Hymne, allerdings nur mit der 3. Strophe des Textes "Einigkeit und Recht und Freiheit". (heute online 30.11.2009)

Elvis Presley Denkmal in Rußland, 2010

Ein regionales Internetportal in der südrussischen Stadt Woronesch präsentierte 2010 auf mehreren Reklametafeln einen Vorschlag für die Neugestaltung des Stadtzentrums: Auf dem Sockel des Lenin-Denkmals ist ein tanzender Elvis mit Gitarre zu sehen, während ein Hubschrauber die Statue Lenins entfernte. Die Kommunisten der Stadt reagierten empört und forderten die Stadtverwaltung auf, die Plakate zu entfernen: Die Aktion sei eine Provokation, mit der ihre Initiatoren "die Grenzen der politischen Gepflogenheiten" verletzt hätten. Anfang des Jahres hatten russische Medien berichtet, die Stadt Woronesch werde den Bronze-Lenin verkaufen, weil die Kosten zur Erhaltung der 14 Tonnen schweren Statue zu hoch seien. (Spiegel 43 2010)

Schwarze Liste in China, 2011

Im August 2011 hat das chinesische Ministerium für Kultur rund 100 Songs auf eine schwarze Liste gesetzt, weil sie die "nationale kulturelle Sicherheit" gefährden. Darunter waren u.a Katy Perrys "Last Friday Night", "I want it that way" von den Backstreet Boys und sechs Lieder von Lady Gaga. Die meisten Songs auf der Liste stammten allerdings von chinesischen Künstlern. (Sdt. 26.8.2011)

Bushido präsentiert auf seinem Twitter-Account eine Nahost-Karte ohne Israel, 2013

Auf seinem Twitter-Profil zeigte der Rapper eine Karte des Nahen Ostens mit dem Schriftzug "Free Palestine". Die Karte zeigt nicht die Westbank und den Gazastreifen. Sondern das gesamte Heilige Land - die Palästinenser-Gebiete und Israel - eingefärbt mit Rot-Weiß-Schwarz-Grün, den Nationalfarben der Palästinenser.Eine Zweistaaten-Lösung, bei der Israel und ein Palästinenserstaat friedlich miteinander existieren, war dort nicht akzeptabel. Die Reaktionen der deutschen Politik: "Bisher waren solche Darstellungen von der Hamas und anderen extremistischen Palästinenser-Organisationen bekannt", sagt der CDU-Politiker Ruprecht Polenz zu Süddeutsche.de. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages hält das Bild für inakzeptabel: "Es ist ein Skandal, dass ein deutscher Musiker, der ja eine Menge Menschen erreicht, in dieser Weise das Existenzrecht Israels in Frage stellt". Dringenden Klärungsbedarf sah auch der Grüne Omid Nouripour: "Bushido muss dringend erklären, ob er die Zweistaaten-Lösung ablehnt", sagte der Außenpolitiker zur SZ. Nouripour betonte die Wirkung solcher politischer Statements: "Bushido ist ein Vorbild gerade für viele jungen Muslime in Deutschland und darf keine Hetze von sich geben." (u.a. WN 14.1.2012)

Rockmusik und Gewalt

Harry Horror: "Gern hab´ ich die Frau´n gesägt", 1975

Zum Diskothekenhit entwickelte sich eine Platte, die die Plattenfirma RCA aus "Geschmacksgründen" eigentlich nicht herausbringen wollte, Harry Horrors Moritat auf den Massenmörder Honka. Im Text heißt es: "Bum, bum, bum, mit dem Hammer auf den Kopf. Eins, zwei, drei, mit dem Beil den Rest zerkloppt. Dann ruck, zuck noch die Knochen durchgesägt und das zerteilte Fräulein in den Pappkarton gelegt." (Spiegel 43 1075)

Harry Horror: "Gern hab´ ich die Frau´n gesägt"

2 Live Crew: "As nasty as they wanna be", 1989

Die Platte wurde in mehreren US-Bundesstaaten verboten.

Carcass: „Obscene - Symphonies of sickness“ 1989

Mehrere tausend Kopien der Platte wurden von der Polizei beschlagnahmt.

W.A.S.P.: "Headless Children" and „Fuck like a beast“, 1989

Die Senatoren-Gattinnen von P.M.R.C (Parents Music Resource Center) protestierten gegen die Platten der Gruppe. Blackie Lawless, Sänger der Hevy Metal Grupp W.A.S.P. verklagte im Gegenzug die Organisation auf 50.000 Dollar Entschädigung, nachdem in einem vom P.M.R.C. herausgegebenen Buch für besorgte Eltern das W.A.S.P. Cover „Fuck like a beast“ (das pietätvoll als „F**K“ kaschiert werden musste) abgedruckt worden war. Aber auch auf andere Weise profitierten W.A.S.P. und andere Gruppen vom der PMRC-Arbeit. (Andreas Thiesmayer: „Da werden sich einige Gruppen extra einen Sticker auf ihr Album kleben, damit sie es besser verkaufen!“). Black Lawless bestätigte dazu: „Fucks ... immerhin haben wird mit dem Beginn der Diskussion gleich 50.000 Alben mehr verkauft.“ In Deutschland wurde das Cover 1986 indiziert und darf - wie alle „ab 18"-Medien - auch nicht über eBay gehandelt werden. Die Gruppe W.A.S.P. schmückte ihre Cover auch weiterhin mit Massenmördern. (Archiv)

"The Headless Children"

V.A.: "Schlachtrufe BRD 1 und 2", 1990/92

Die Sampler-Reihe mit vorwiegend Punk-Stücken erlangte Berühmtheit, als in einem "Monitor"-Fernsehbericht Eltern aufgefordert wurden, die CD-Sammlung ihrer Kinder nach der „Schlachtrufe BRD Vol. I“ zu durchsuchen, da die Texte dieser CD gewaltverherrlichend seien. Der zweite Teil der Reihe erschien dann tatsächlich in zwei verschiedenen Versionen. Auf der ersten Version befindet sich das Lied „Kein Gerede“ der Gruppe WIZO. Nachdem dieses Lied wegen Aufforderung zum Terrorismus indiziert wurde, wurde es durch das Lied „Seid betroffen“ der Band Public Toys ersetzt.(u.a. wikipedia)

Schlachtrufe 1
Schlachtrufe 2

Tupac Amuru Shakur: Mord durch Musik ausgelöst?, Houston 1992

Der Polizist Bill Davidson wurde am 14.4.1992 von dem Texaner Ray Howard erschossen, nachdem der Polizist Howard wegen eine defekten Rücklichts angehalten hatte. In dem angehaltenen Wagen wurde ein Tonband-Kassette der Gruppe Tupac gefunden, die allein 13 gewalttätige Lieder enthielt. Die Witwe des Erschossenen klagte daraufhin gegen die Rap Band und deren Plattenfirma wegen "Verherrlichung von Gewalt" und "Ermutigung zu illegalen Aktionen", weil sie meinte, der Täter habe unter dem Einfluß der Musik gehandelt. (WN 19.9.1992)

2Pac „2Pacalypse“, 1991

Bereits die erste Platte vom Rapper Tupac sollte verboten werden. Der ehemalige amerikanische Vizepräsident Dan Quayle forderte ein Verbot, weil auf der Platte der Mord an einem Polizisten verherrlicht wird. (Stern-Archiv)

Ice–T: "Cop Killer", 1992

Bis hin zum Vizepräsidenten Dan Quayle wetterten in den USA die Gegner gegen die Plattenfirma "Time-Warner", weil sie es zugelassen hatte, dass ein Gangsta Rapper ungestraft zum Polizisten-Mord aufrufen durfte. Das gesamte Label für Gangsta Rap "Death Row Records“ geriet in die Kritik.

Klein: "Ein Herz für Kinder", 1997

Auf Antrag eines in der Szene hinreichend bekannten Michael Brenner ermittelte die Heidelberger Staatsanwaltschaft gegen die Rockband wegen des Tatbestandes der Gewaltverherrlichung. Im Text des o.g. Songs heißt es nämlich: "Als Hansi Lieses Ärmchen greift, bricht er es entzwei. Mit seinem Eisenschippchen haut er ihren Kopf zu Brei." (Rolling Stone Oktober 1997)

Ammer Einheit: "Deutsche Krieger", 1997

Auf der CD „Deutsche Krieger“ von Andreas Ammer und FM Einheit werden in elektronischen Text-Klangcollagen aus Orignalaufnahmen, Sprachversatzstücken und Geräuschen Kaiser Wilhelm II, Adolf Hitler und Ulrike Meinhof im Kontext der deutschen Geschichte vorgestellt. In der Sequenz über Hitler ist z. B. das „Stille Nacht“ von Weihnachten 1941 neben der damaligen Kriegsberichtserstattung, Auszügen aus Hitlerreden und Techno-Gedröhn zu hören. Während der Bayrische Rundfunk die Teile über Wilhelm II. und Adolf Hitler produzierte und sendete, wurde der Part über Ulrike Meinhof abgelehnt. In Holland hingegen hatte man keine Probleme mit der RAF-Anführerin wohl aber mit dem Cover der CD, das nicht gedruckt werden sollte. Auf ihm ist Adolf Hitler abgebildet.

Cannibal Corpse: Gore obsessed (CD), D 2002

Es gab verschiedene Fassungen des Covers, ob im Zusammenhang mit Zensur ist unklar.

Severe Torture: Misanthropic Carnage (CD), 2003

Das Cover wurde heftig kritisiert.

Rammstein: "Mein Teil", 2004

Mit dem Titel "Mein Teil" spielte Rammstein auf den Penis von Bernd Jürgen B. aus Berlin an, den der sog. "Kannibale von Rotenburg", Armin Mewes, verspeist hatte. Textauszug: "Weiche Teile und auch harte, stehen auf der Speisekarte". Der Song wurde von einigen Radiosendern boykottiert. (Spiegel 31 2004)

Cover von "Mein Teil"

Sniper: "France", 2005

Die französische Rap-Gruppe singt in dem Song: "Wir sind alle heiß darauf, die Minister und Faschos auszulöschen" und man müsse "bei ihnen Spuren hinterlassen, bevor sie krepieren." Das Pariser Innenministerium sah darin eine Aufforderung zu Gewalt und Mord von Staatsbeamten. Ein Berufungsgericht sah in dem Song aber lediglich einen "symbolischen Hilferuf" und sprach Sniper frei. (Sdt. 15.12.2005)

Bushido: MTV und Viva Sperre, 2007

Nachdem der Rapper Fler auf dem MTV Gelände überfallen worden war, nahmen die beiden Musiksender Bushido aus ihrem Programm: die offizielle Begründung für den Schritt war, es sei zu „Unstimmigkeiten gekommen. Unter vorgehaltener Hand aber wurde gemunkelt, das Bushido etwas mit dem Überfall zu tun gehabt haben könne. (WN 1.12.2007)

Debauchery: Sänger und Gitarrist Thomas Gurrath und das Lehramt, 2010

Gurrath durfte 2010 wegen seiner musikalischen Nebentätigkeit bei Debauchery in Baden-Württemberg nicht länger als Ethiklehrer unterrichten. Er hatte am 1.1.2010 sein Referendariat am Stuttgarter Hegelgymnasium begonnen. Doch sein Seminarleiter stieß im Zuge von Internetrecherchen auf Plattencover der Band und wurde daraufhin zum Gespräch zu der Schulleiterin beordert. Die bezeichnete ihn als "psychisch krank", ordnete eine "Attestpflicht" für ihn an und informierte das Kollegium und die Fachleiter, damit die "wissen, mit wem sie es zu tun haben". Auch als Gurrath - vor die Alternative gestellt, Lehrer oder Musiker zu sein - sich für das Lehrerdasein entscheided, war die Geschichte nicht beendet. Gurrath sollte erst den "Nachweis erbringen, dass er sich von seiner bisherigen Musikrichtung (...) über einen Zeitraum von drei Jahren distanziert hat." Gurraht erwog eine Klage. (Netzt. Mai 2010)

Debauchery
Debauchery

"Bed Intruder Song", 2010

Am 28. Juli brachte die NBC einen Bericht über einen Einbruch und eine versuchte Vergewaltigung in einer amerikanischen Kleinstadt. Der Bruder des Opfers, Antoine Dodson, sandte hernach eine Warnung an die Menschen in seiner Nachbarschaft: "Versteckt eure Kinder, versteckt eure Frauen, versteckt eure Männer, denn sie werden hier alle vergewaltigen." Daraus machten u.a. The Gregory Brothers einen Song. Es entstanden zahlreiche Remixe und Parodien. Das schwarze online-Magazin fand das nicht lustig und beklagt sich über die mangelnde Reflexion und wies auf die Gefahren einer Verharmlosung hin. (Sdt. 23.9.2010) http://www.youtube.com/watch?v=hMtZfW2z9dw


Bushido: "Stress ohne Grund", 2013

Rapper Bushido wurde 2013 wegen schwulenfeindlicher Passagen und Gewalt-Aufrufen in seinem neuen Lied mit Strafanzeige gedroht. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kündigte über seine Sprecher an. "Wir prüfen nicht nur rechtliche Schritte, der Regierende Bürgermeister erstattet Strafanzeige in dieser Sache".

Auch der integrationspolitische Sprecher der FDP, Serkan Tören, wollte nach Informationen der "Berliner Morgenpost" einen Strafantrag stellen. Ihm droht Bushido in dem Song mit Tod und Folter. "Das Video ist voller Hass, ich verstehe es so, dass es zu einem Mord aufruft", wurde Tören zitiert.

Rückendeckung erhalten die beiden Politiker jetzt von Grünen-Fraktionschefin Renate Künast. Die Staatsanwaltschaft solle durch die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens ein Zeichen setzen, sagte sie der "Bild am Sonntag": "Bushido hat die Grenzen des Rechts überschritten. Sein Song ist ein eindeutiger Aufruf zu Gewalt und Mord."

In dem Musikstück "Stress ohne Grund" tritt Bushido gemeinsam mit dem Rapper Shindy auf. Genannt werden in dem Video auch die Namen des Komikers Oliver Pocher und der Grünen-Politikerin Claudia Roth. Der "Berliner Morgenpost" sagte Roths Sprecher Jens Althoff: "Bushido pöbelt nur noch herum, hetzt menschenverachtend gegen Homosexuelle und Frauen und droht jetzt auch noch Politikerinnen und Politikern offen mit Gewalt." Das Video zu dem Song wurde im Internet gesperrt. Das Stück wurde anschließend von der Bundesprüfstelle als "jugendgefährdend" eingestuft und auf den Index gesetzt. (Spiegel online 12.7.2013)

Rockmusik und Faschismus

Sex Pistols feat. Ronnie Biggs: A Punk Prayer, 1978

Der ehemalige Posträuber Ronald Biggs hatte mit den Pistols die Single „Ein Punk-Gebet von Ronnie Biggs“ in Rio aufgenommen. Wegen des makabren Textes „God save Martin Bormann“ geriet das Werk als Nazi-Platte in Verruf. In England wurde es aber auch nicht gespielt, weil ein gesuchter Verbrecher darauf zu hören war. (Spiegel 28 1978)

Konfusion um Nazi-Symbole: Kiss, 1980/2002

Der Chemie-Ingenieur Ulrich Pakleppa wurde 1980 beim Sparziergang von einer Streife angehalten: die beschlagnahmten seinen Pullover und eine schwarz-rot-weiße Anstecknadel mit der Aufschrift „Antifaschistische Aktion stoppt Strauß“. Denn die letzten beiden Buchstaben waren zu SS-Runen stilisiert. Pakleppa wurde mit einem Strafbefehl über 300 DM bedacht, weil er „Kennzeichen ehemaliger nationalsozialistischer Organisationen öffentlich verwendet" habe. Das aber machte die Gruppe "Kiss" auch, ohne allerorten dafür strafrechtlich belangt zu werden. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft verfolgte diverse Anzeigen gegen das "Kiss"-Emblem erst gar nicht, weil "es nicht ganz mit den SS-Runen übereinstimme.“ Anstoß hingegen nahmen damals nur die Staatsanwaltschaften in Bremen und Stade. Sie drohten den Schallplattengeschäften mit der Beschlagnahme aller Alben des Schockquartetts, wenn diese nicht aus dem Sortiment genommen würden. Ermittlungsverfahren gegen die Plattenvertreiber wurden wegen „Geringfügigkeit“ eingestellt. Weitere Fälle die unterschiedlich behandelt wurden, waren z.B. die Verurteilung einer Frau durch das Bayrische Oberste Landesgericht, weil sie einem Wirtshaus im Vollrausch das Horst-Wessel-Lied gesungen hatte. Im Würtembergischen wurde eine närrische Nazi-Nummer beanstandet. Mit Stahlhelmen und Uniformen aus dem Bundeswehrbestand, die Hakenkreuze auf den Armbinden mit Filzstift gemalt, rief die Truppe im Chor „Sieg Helau. Der Beifahrer hielt in der Rechten ein Luftgewehr, mit der Linken warf er Bonbons in die Menge. Am Kühler klebte ein Plakat „Noch nie war er so“ am Heck ein Spruchband mit der Fortsetzung „wertvoll wie heute“. Das Amtsgericht Münsingen befand, es wollt einen Wagen „in Form einer faschingsmäßigen Karikatur“ durchaus durchgehen lassen. Doch der Spruch könne „in einer Zeit relativ hoher Arbeitslosigkeit nur zu leicht als Ruf nach einem starken Mann, nach einem neuen Hitler verstanden werden“. (Spiegel 20 1980)2002 wurden dann in Mannheim und Weinheim vier Plattenläden durchsucht. Der Oberstaatsanwalt Kneip begründete die aktion: "Wir ermitteln gegen mehrere Händler wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswudriger Organisationen." (Focus 30 2002)

Verurteilter Pakleppa mit "Kiss"-Plakat

Ammer: "Deutsche Krieger", CD 1997

Auf der CD „Deutsche Krieger“ von Andreas Ammer und FM Einheit werden in elektronischen Text-Klangcollagen aus Originalaufnahmen, Sprachversatzstücken und Geräuschen Kaiser Wilhelm II, Adolf Hitler und Ulrike Meinhof im Kontext der deutschen Geschichte vorgestellt. In der Sequenz über Hitler ist z. B. das „Stille Nacht“ von Weihnachten 1941 neben der damaligen Kriegsberichtserstattung, Auszügen aus Hitlerreden und Techno-Gedröhn zu hören. Während der Bayrische Rundfunk die Teile über Wilhelm II. und Adolf Hitler produzierte und sendete, wurde der Part über Ulrike Meinhof abgelehnt. In Holland hingegen hatte man keine Probleme mit der RAF-Anführerin, wohl aber mit dem Cover der CD, das nicht gedruckt werden sollte. Auf ihm ist Adolf Hitler abgebildet.

Ammer-CD



Wegen Missbrauchs seines Schlagers "Mit 66 Jahren": Udo Jürgens: Strafantrag gegen Rechtsextreme, 2004

Der Musiker stellte 2004 bei der Staatsanwaltschaft in Berlin Strafantrag wegen vorsätzlicher Urheberrechtsverletzung, wie sein Management in Zürich am Mittwoch mitteilte. Auch der Texter des Liedes, Wolfgang Hofer, schloss sich der Klage an. Der bekannte Schlager werde "von Personen aus der rechtsextremen Szene missbraucht (...), um in abstoßender und infamer Weise den Holocaust zu verharmlosen und das unsägliche Leid des jüdischen Volkes während der Nazidiktatur zu verhöhnen", teilte Jürgens mit. Die entstellte Version werde offenbar unter der Hand auf Tonträgern verbreitet und auf rechtsradikalen Konzerten aufgeführt. "Udo Jürgens verurteilt die Verbreitung des antisemitischen und verhöhnenden Gedankenguts aufs Schärfste, mit dem er in keiner Weise in Verbindung gebracht werden möchte", hieß es in einer Mitteilung. Es stelle daher eine grobe Beleidigung des Künstlers und der Person Jürgens dar, dass dessen Musik für solche Zwecke missbraucht werde. Nach Informationen der Münchner "Abendzeitung" richtete sich die Strafanzeige gegen den Amberger Nazi-Sänger Michael Müller und seinen Gesinnungsgenossen Frank Rennicke aus Baden-Württemberg. Müller soll schon 1998 bei einem Liederabend der NDP den Schlager umgedichtet haben, wie die Zeitung schreibt. Seine Version feiere die Ermordung von sechs Millionen Juden in den Gas-Kammern des Dritten Reichs. (Sdt. 15.7.2004)


Boom mit rechtsradikaler Musik, Deutschland 1997

Verse wie „Afrika für Affen, Europa für Weiße. Steckt die Affen in ein Klo , spült sie weg wie Scheiße.“ (CD „Republik der Strolche von Landser) wurden massenhaft in Deutschland von Rock Nord vertrieben. Versammelt hatten sich dort Gruppen wie "Noie Werte", "Sturmwehr", "Kraftschlag", "Foierstoss" („Mit uns marschiert die alte neue Zeit“), "Freikorps" („Wir wollen keine Demokratie“) oder "Arisches Blut" („So ein Durcheinander darf nicht sein“). Die Band "Sturmwehr" droht auf "Donnergott" „Wir sind deutsche Nationalisten und kennen keine Gnade“. Auf dem Plattencover von "Sturmwehr" sieht man u.a „NS 88“, das Chiffre der Neonazi-Szene für Hitler. "Landser" verkündete: „Wir wecken die Kräfte, die in Euch wohnen, wir schüren den Haß und die Emotionen oder „Die BRD ist ein Irrenhaus und in Bonn, da sitzt die Zentrale, wann bricht der Volksaufstand aus, Deutsche, hört Ihr die Signale?“. Als Ikone verehren "Landser" und viele Aktivisten der rechten Rockszene den 1993 verstorbenen Sänger der britischen "Screwdriver", Ian Stuart Donaldson, der professionell Hard Rock mit ungehemmten Rassismus mischt. Der Brite, dessen Songs vor der Wende auch in der DDR kursierten, faszinierte vor allem seine deutschen Fans mit Hymnen auf Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß und den Rußlandfeldzug der deutschen Wehrmacht. Auch ausländische rechte Band rechts wie "Fortress" aus Australien oder "Bound for Glory" aus den USA auch die Prager Gruppe "Vlajka" und die polnischen Nazis "Konkwista 88" machen deutlich, dass die Szene international ist. Dabei sind Platten und Konzerte wie „Der Sturm bricht los“ von "Asgard" oder „Glatzenparty“ von "Endstufe" ebenso geheim wie profitabel. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hat von 1991 bis 1997 mehr als 130 Cds, Kassetten und Schallplatten rechter Bands auf den Index gesetzt. Staatsanwälte leiteten in den frühen neunziger Jahren über 230 Ermittlungsverfahren gegen rechte Rocker ein. Allerdings agieren viele wie "Radikahl" („Hißt die rote Fahne mit dem Hakenkreuz“) oder "Kraftschlag" ("Schnaps und Bier“) eher anonym. Die Identität der "Zillertaler Türkenjäger" z.B. war lange weitgehend unbekannt Auf ihrer gleichnamigen CD wird der VIVA-Moderator Mola Adebisi zusammen mit dem "Tote Hosen"-Sänger Campino mit einem Strick um den Hals gezeigt. Auf der Scheibe erklingen Melodien wie „Kreuzberger Nächte sind lang“ mit rassistischen Texten und Aufrufen zum Mord („Ich streck´ ihn nieder mit einem einz´gen Schuß das war´s mit ihm, oh, ist das ein Genuß") Ein Mitglied der Rockband "Saccara" aus Meppen soll bei der Produktion mitgewirkt haben. "Saccara", 1986 als Heavy Metal Band gegründet, driftete 1993 mit ihrer indizierten CD "Der letzte Mann" („Es ist Rassenkrieg total“) ins rechte Milleu. Mit Produktionen wie „Saccara – Dein Freund und Helfer“ und „Chaossender“ versuchten sie sich als braune Blödelbarden. Über den Versand „Furor Teutonicus“ vertrieb die Band neben einem hakenkreuzähnlichen Symbol ein T-Shirt mit „Front Heil“. Der in der rechten Szene eher ungewöhnliche Gruß erklingt auch auf der CD der "Zillertaler Türkenjäger". (Spiegel 30 1997)

Beispiele für CDs aus dem rechtsradikalen Umfeld

Teenie-Pop mit Nazi-Untertönen: Prussian Blue - Lamb und Lynx Gaede, USA 2005

Die beiden Schwestern aus dem kalifornischen Bakerfield versuchten sich immer wieder in rassistischer Volksmusik. Als Duo Prussian Blue (Preußisch Blau, der Farbstoff der Blausäure, deren Gift in Zyklon B stecke) besingen sie in unschuldig anmutenden Liedern die Rassenlehre. In ihrer Freizeit spielen die beiden Teenies nach eigener Aussage am liebsten Computerspiele in denen es darum geht, möglichst viele Schwarze umzubringen. (Focus 45 2005)

Anzeige gegen Boehse Onkelz: Open-Air Lausitzring, 2005

Auf dem Konzert mit mehr als 100 000 Zuschauern sollen die Onkelz auch Songs der indizierten CD "Der nette Mann" gespielt haben. Deshalb wurde Strafanzeige beim Landeskriminalamt Brandenburg gestellt. (web.de 3.7.2005)

Cover der indizierten CD "Der nette Mann"

“Landser“ im Internet, 2008

Obwohl die Gruppe „Landser“ seit März 2005 verboten ist und die Mitglieder rechtskräftig verurteilt und die Cds indiziert sind, fanden sich auf youtube immer wieder Songs von der Nazi-Band. Der Zentralrat der Juden erwägte deshalb eine Strafanzeige gegen das Videoportal. (WN 30.8.2008)

Frei.Wild von der Nominierungsliste "Echo" gestrichen, 2013

Die Deutschrockband wurde 2013 aufgrund der verkauften Tonträger regelkonform für den Musikpreis "Echo" nominiert. Doch nach Protesten u.a. der Bands Kraftklub und Mia strich die Deutsche Phono-Akademie Frei.Wild wieder von der Liste. Kurz zuvor hatten die Echo-Ausrichter noch argumentiert, sie könnten die Nominierung nicht rückgängig machen, weil dafür allein die Verkaufszahlen ausschlaggebend seien. Dann hieß es, der Echo solle nicht zum Schauplatz einer Debatte um das Thema der politischen Gesinnung einer Band werden (FAZ 6.3.2013)


Verfahren gegen Dylan wegen Beleidigung von Kroaten abgewiesen, Paris 2014

Ein Verfahren gegen den US-Sänger Bob Dylan (72) wegen Beleidigung wurde in Frankreich zurückgewiesen. Der Sänger hatte der Veröffentlichung eines umstrittenen Interviews auch in der französischen Ausgabe des US-Magazins "Rolling Stone" nicht ausdrücklich zugestimmt. In dem Interview hatte Dylan Kroaten mit Mitgliedern des rassistischen Ku-Klux-Klans und Nationalsozialisten verglichen. "Wenn man Sklavenhalter oder Ku-Klux-Klan im Blut hat, können Schwarze das riechen. Das Zeug hält sich bis heute. Genauso wie Juden Nazi-Blut riechen können und Serben kroatisches Blut", hatte Dylan gesagt. Nach der Anzeige des Rates der Kroaten in Frankreich war das Verfahren wegen Beleidigung und Schürens von Hass gegen Dylan in Paris eingeleitet worden. (dpa 17.4.2014)

Nicki Minaj: Video "Only", 2014

Ihr Zeichentrick-Clip zu "Only" ist vollgepackt mit Nazi-Symbolen und Kriegsszenen, unter anderem sind Flaggen zu sehen, die stark an die Hakenkreuzflagge erinnern. Daraufhin hagelte es Kritik. Die Rapperin entschuldigte sich für das Video und betonte auf Twitter: "Sowohl der Produzent wie auch der verantwortliche Videographer (einer meiner besten Freunde: A. Loucas) sind Juden! Ich habe mir das Konzept nicht ausgedacht, entschuldige mich aber aus tiefstem Herzen und übernehme die volle Verantwortung, sollte es jemanden verletzt haben. Ich würde den Nationalsozialismus nie in meiner Kunst billigen." Hingegen behauptete Jeffrey Osborne, der Regisseur des Videos, dass der Clip genauso geworden sei, wie er ihn sich vorgestellt habe. Er wollte gegen das Vergessen angehen, behauptete er gegenüber "MySpace": "Zunächst: Ich entschuldige mich nicht für meine Arbeit! Die Flaggen, die Armbinden und Gasmasken (und wahrscheinlich mein Einsatz von Symmetrien) stehen für die Nazis. Als Erklärung: Ich glaube, es ist wirklich wichtig, die jüngeren Generationen an die Gräueltaten von damals zu erinnern, damit sie in Zukunft nicht mehr passieren können. Und das geht heutzutage am besten über die sozialen Medien und die Popkultur." (Spiegel 47 2014)

Diskriminierung

Ornella Vanoni: "Non sai fare l´amore" ("Liebe machen kannst du nicht"), 1975

Die Chansons-Sängerin verspottet in diesem Lied den "Typ Latin Lover" ("Vielleicht liegt dir der Krieg eher, sicher kannst du im Fußball mehr, doch in der Liebe taugst du nicht."). Der Song wurde vom Staatsrundfunk und -fernsehen RAI boykottiert. Zudem erhielt die Sängerin anonyme Drohbriefe und Anrufe von beleidigten Männern. (Spiegel 52 1975)

Randy Newman: „Short People“,1977

Mit einen spöttischen Lied über die Kleinwüchsigen löste Newman 1977 eine massive Protestwelle aus. (Spiegel 30 1979)

Erste Allgemeine Verunsicherung: Burli, Burli, 1990

Der Bayrische Rundfunk verhängte über das Stück ein Sendeverbot, weil es angeblich behinderte Kinder verspotte. (Spiegel 43 1990)

Pepsi droht Boykott durch Rap-Fans, 2003

Pepsi erklärte 2003, der Konzern wolle mehrere Millionen Dollar für wohltätige Zwecke spenden, um einen Boykott seiner Produkte durch Hip-Hop-Anhänger zu vermeiden. Der US-Getränkehersteller reagierte damit auf Vorwürfe des Rap-Urvaters Russell Simmons, der die Hip-Hop-Gemeinde zum Boykott aufgerufen hatte. Er wollte nach eigenen Worten gegen die Absetzung eines Pepsi-Werbespots mit dem Rapper Ludacris protestieren, dessen Texte der Soft-Drink-Produzent als zu vulgär bewertet habe. (Sdt. 27.02.2003)

Black Eyed Peas, Let´s get started, 2006

Der Ausdruck „to get retarded“ bezeichnet im Slang der US-Westküste das Durchdrehen auf der Tanzfläche. Da aber "retarded" auch "geistig zurückgeblieben" bedeutet, fürchtete man, dass der ursprüngliche Titel des Tracks, "Let's get retarted", diskriminierend verstanden werden könnte.So entstand die Version unter dem Namen "Let's Get It Started". Dieser Hit ist jedoch nicht der Einzige, dessen Lyrics die Musiker ändern mussten. (www.bigfm.de)

G-Hot und der Aufruf zum Mord an Homos, 2007

Das Straßenrap-Label Aggro Berlin sah sich mit dem scharfen Vorwürfen gegen Rapper G-Hot konfrontiert, nachdem dieser in einem Song zum Mord an Homosexuellen aufgerufen hatte. Chef Specter sagte dazu: „Ein solcher Text gegen Schwule überschreitet eine Grenze.“ Und „HipHop reflektiert alle für uns relevanten Probleme der Straße: Drogen, Gewalt, Ärger mit Frauen oder Sehnsucht nach Anerkennung. Der Straßen-HipHop, wie Aggro Berlin ihn verbreitet, ist das einzige Sprachrohr einer sozialen Realität, die große Teile der Gesellschaft nicht wahrhaben wollen.“ (Spiegel 30 2007)


Pink Floyd: "The Wall" - antisemitisch?, 2010

In einem Konzertvideo von Roger Waters zu "The Wall" werden u.a. Flugzeuge gezeigt, aus denen religiöse Symbole als Bomben abgeworfen werden. Der Ex-Bassist von Pink Floyd, Roger Waters, dem die Anti-Defamation-League (ADL) deshalb unterstellte, das in seiner "The Wall"-Show gezeigte Video sei "antisemitisch", widersprach den Vorwürfen. Der beanstandete Clip, Goodbye Blue Sky, zeige allerlei Symbole, die wie Bomben aus einem Flugzeug abgeworfen werden - darunter Dollarzeichen, Mercedeslogos, christliche Kreuze, der islamische Halbmond und auch Davidsterne. (Spiegel 21 2010)http://www.youtube.com/watch?v=E_w6qQS6XvY

Persönlichkeitsrechte

Brain Damage: Eminem, 2005

Eminem rächte sich 1999 durch einen Rap-Song mit dem Titel "Brain Damage" für die während der Schulzeit erlittenen Qualen. Sein ehemaliger Mitschüler Deangelo Bailey, der ihn damals verprügelt hatte, klagte deshalb wegen Verletzung der Privatspähre und verlor. (WN 10.4.2005)

Rassismus

Time to time: "Zehn kleine Negerlein", 1991

Der Frühjahrs-Hit "Zehn kleine Negerlein" von "Time to Time" erreichte Platz 2 der Charts. Dann wurde das Stück vom Markt genommen. Denn Verse wie "Acht kleine Negerlein, die wollten sich nicht lieben, sie schlugen sich die Köpfe ein, da waren's nur noch sieben" oder "Ein kleines Negerlein, das hatte einen steh'n, es schnappte sich 'ne geile Braut, bald waren's wieder zehn" provozierten wütende Proteste. In Briefen wurde EMI aufgefordert, das "menschenverachtende und rassistische Lied" zurückzuziehen, vor dem Firmengebäude demonstrierte die "Initiative Schwarze Deutsche", und immer wieder drohten Friedensgruppen mit großangelegten Kampagnen. Am 14.5.1991 zogen Band, Firma und Produzent die Notbremse - keine Platte sollte mehr ausgeliefert oder gepreßt werden. "Das ist Schadensbegrenzung", meinte EMI-Manager Stefan Trapp. Dabei hatten die Musiker für die CD-Version bereits Pieptöne über die vermeintlich anstößigen Stellen gelegt, auf dem Cover war zu lesen: "Alle Menschen gleich." (Spiegel 22/1991)

Eminem lässt die Veröffentlichung eines eigenen Songs verbieten, 2004

Der Rapper verhinderte per Gericht die Veröffentlichung eines rassistischen Songs von ihm durch das Magazin "The Source", Der Song stammte au einer Zeit als Eminem noch nicht bekannt war. (Netzzeitung Music 5.1.2004]]

B-Tight: "Der Neger", 2007

Dem Rapper B-Tight mit seiner Platte "Neger“ wurde Rassismus vorgeworfen. Der Sprecher von Aggro-Berlin Specter dazu: "Die Vorwürfe gegen B-Tight sind niederträchtig. B-Tight ist ja selbst halb schwarz, deswegen ist es für ihn ein sehr persönliches Thema und sein gutes Recht, darüber zu rappen. Der „Neger“ gehört zu seiner Geschichte. Er analysiert in seinen Songs seine schwarze Seite in einer weißen Gesellschaft.“ (Spiegel 30 2007)


US-Musiker diskutieren: Ist Jazz ein rassistischer Begriff?, 2012

Hintergrund der Diskussion ist ein Blogeintrag des Pianisten Nicholas Payton. Er hatte darin geschrieben, dass Jazz nicht mehr "cool" sei. Denn der Begriff stamme aus einer Zeit, in der schwarze Amerikaner als Nigger bezeichnet worden seien. Deshalb brauche die Musik dringend einen neuen Namen.Der Pianist Jason Moran, leitender Jazz-Kurator am Kennedy Center in Washington, begrüßte die Debatte. Sie reflektiere eine immer wieder aufflammende Auseinandersetzung über die sozialen und historischen Konnotationen des Begriffes Jazz innerhalb der schwarzen Musikergemeinschaft. (Sdt. 2.5.2012)

Rockmusik und Religion

„We are more popular than Jesus now" (Lennon), 1966

In den südlichen Redneck-US-Staaten wurden 1966 Beatles-Platten verbrannt, nachdem Lennon sich in einem Interview zur der nicht ernst gemeinten und darauf aus dem Kontext gerissenen Aussage „We are more popular than Jesus now“ hinreißen ließ. Während seine Worte in Großbritannien unbeachtet blieben, führte ihr Abdruck in einem amerikanischen Magazin zu Attentatsversuchen auf die Beatles und einer Kampagne von Ku-Klux-Klan-Mitgliedern, um die „Beatles-Bedrohung“ niederzuschlagen.

"Jesus Christ Superstar", 1972

Die Verfilmung der Rockoper mit einem weißen Jesus und einem schwarzen Helden Judas führte zu unterschiedlichsten Vorwürfen. Während BBC London dem Film vorwarf "Gotteslästerung" zu betreiben (ein Verbot wurde in Erwägung gezogen), befanden jüdische Organisationen in New York, der Film sei insbesondere aufgrund der Songtexte "antisemitisch". (Spiegel 45 1972)

Erich Brauer: "Alles was Flügel hat", 1974

Der Wiener Maler hat sich auf seiner Schallplatte u.a. auch der christlichen "Seligkeits-Versprecher" vorgenommen. Dies wurde ihm als Blasphemie ausgelegt. (Spiegel 10 1974)


Eela Craig: Missa Universalis, 1974

Die 1978 veröffentlichte liturgische Messe im Rock-Gewand „Missa Universalis“ verunsicherte schon bei der Uraufführung anlässlich des Bruckner-Festivals die Musikpresse und trug der Gruppe vom österreichischen Klerus den Vorwurf ein, sie transpotiere gotteslästerliches Gedankengut.

"Die 3 Tornados" über Maria, 1980/1984

Bereit 1984 hatten die Berliner Kabarettisten über die "Mutter Gottes" geblödelt und Josef sagen lassen. "Das muß ja ein schöner heiliger Geist sein, der meine Verlobte hinter meinem Rücken von hinten bumst." Sie wurden zunächst wegen Verunglimpfung religiöser Gemeinschaften zu einer Geldstrafe verurteilt, dann aber freigesprochen. Als der Text 1984 in einer Schülerzeitung im Rheinischen abgedruckt wurde, drohten Geschäftsleute mit Anzeigenentzug und Lehrer setzten Schüler unter Druck. In Königswinter mussten Schüler unterschreiben, dass sie vor "jedem Christenmenschen" Reue zeigten. (Spiegel 5 1984)

Die 3 Tornados 1980

Musical "Das Maria-Syndrom" (Schmidt-Salomon), 1994

1994 wurde die Aufführung des Musicals "Das Maria-Syndrom", das als Hommage an den US-amerikanischen Komponisten Frank Zappa gedacht war, unter Bezugnahme auf den sogenannten „Gotteslästerungsparagraphen“ 166 StGB verboten. (wikipedia)

Die Groben Popen: "Die Erste", 1997

Die evangelische Kirche in Bayern zeigte sich verärgert über das Debütalbum des Nürnberger Pfarrer und Rocksängers Ernst Cran und seiner Band. Nicht so sehr die Texte oder der Punkrock wurden beanstandet, sondern das wilde Hopsen auf dem Cover und dem Video in Verbindung mit der Talartracht. Es wurde der Band "von oben" empfohlen, das Video vom Markt zu nehmen und ein dienstrechtliches Verfahren stand im Raum.

Cover der "Groben Popen"-CD

Mediaeval Baebes: "Salva Nos", 1997/98

Die britischen Gruppe mit Girlie Attitude bestand aus zwölf leichtbeschürzten Mädchen, die zwar in weltlicher Manier geistliches Liedgut aus dem Mittelalter zum Lobe des Herrn sang, aber nicht zum Wohlgefallen der Kirchenoberen. Eine geplante Tour durch britische Gotteshäuser wurde auf gestrichen, weil weder die leichte Kleidung, noch die zahlreichen Tattoos und insbesondere die Herkunft der jungen Damen wohlgefällig genug war: Immerhin gab ein Mädchen als gelernten Beruf Hexe an und die andern hatten ihr Geld bis dato u.a.mit Nackttanzen, Feuerschlucken oder in der in der mäßig erfolgreichen Punkband „Miranda Sex Garden“ verdient. „Die Kirche scheint ein Problem damit zu haben, dass wir Gottesmusik mit einem sexy Image verkaufen", mutmaßte Gruppenmitglied Rachel Van Asch. Das rechtzeitig zu Weihnachten 1998 erschienene Debütalbum „Salva Nos“ verkaufte sich vielleicht gerade deshalb innerhalb kürzester Zeit allein in England über 100.000 mal. (Stern 6 1998)

Der Verfall: "Vater unser", 1999

Die 1999 bei Warner erschienene CD „Vater unser“ weist die Stücke „Radiopredigt“ und „Clubpredigt“ sowohl in „zensierter“ und „unzensierter“ Version auf. Dabei handelte es sich zunächst aber um einen Werbegag, der lediglich die Aufmerksamkeit erhöhen sollte. Einige Sender boykottierten dann aber die Platte tatsächlich, denn "im Vorspann wird eine Tötungsszene beschrieben, und anschließend spricht der Täter ein Vater-unser." (MZ 14.10.1999]

Cat Stevens alias Yusuf Islam über "Die satanischen Verse", 2004

Die britische Presse zitierte Stevens mit den Worten "Cat says: Kill Rushdie". angeblich hatte er auf die frage, was er über Rushdies Buch "Die Satanischen Verse" denke, gesagt, dass nach islamischen Recht eine solche Blasphemie die Todesstrafe nach sich ziehe. Später gab er an, er habe dies nur referiert und außerdem sei das Zitat auch noch aus dem Zusammenhang gerissen worden.Viele Radiostationen spielten aufgrund seiner Aussage seine Platten nicht mehr. Bei Protestaktionen wurden seine Platten öffentlich zerstört. (Spiegel 22 2004)

Madonna: "Isaac", 2005

In dem Stück preist die Sängerin einen Rabbi des 16. Jahrhunderts, der als Gründer der mystischen Tradition im Judentum gilt. Das erregte den Zorn jüdischer Geistlicher. "Es ist im jüdischen Recht verboten, mit dem Weisen Isaac Gewinn zu machen. Er ist heilig und rein, und unanständige Leute können nicht über ihn singen", sagte Rabbi Rafael Cohen, Hüter des Grabes von Isaac. Er sah eine göttliche Strafe auf Madonna zukommen. (Sdt. 11.10.2005)

John Lennon: „Imagine“, England 2006

Eine kirchliche Schule im süd-englischen Exeter verbot 2006 den Schülern die Aufführung von Lennons Song „Imagine“ zum Schuljahresabschluss. Begründung: das Lied sei „unchristlich“ und damit für die Schule ungeeignet. (WN 20.7.2006)

Keine Popsongs auf Beerdigungen, Australien 2010

Vereinshymnen und Popsongs gehören zu den bevorzugten Liedern für Beerdigungen in Australien. Dem schob ein katholischer Erzbischof 2010 einen Riegel vor. Statt "The Wind Beneath My Wings" und "My Way" kommen nur noch kirchliche Trauerlieder zum Zuge. In mehr als 200 australischen Kirchen dürfen bei Beerdigungen keine Vereinshymnen und Poplieder mehr gespielt werden. Mit seinem Verbot reagierte der Erzbischof von Melbourne, Denis Hart, auf eine Studie, wonach die Hymne der Football-Nationalmannschaft, Bette Midlers "The Wind Beneath My Wings" und Frank Sinatras "My Way" zu den am häufigsten gewünschten Musikstücken bei Trauerzeremonien in Melbourne gehören. Sportgesänge, romantische Balladen und Popsongs seien dem Anlass nicht angemessen, schrieb Erzbischof Hart in seiner Anordnung. (n-tv.de 11.9.2010)


Lady Gaga “Born This Way”, Libanon 2011

Der libanesischen Regierung war neue Album von Lady Gaga zu unchristlich. Deshalb wurde eine komplette Schiffsladung mit „Born This Way“-Platten beschlagnahmt und der Verkauf im ganzen Land verboten. Bereits die gleichnamige erste Single des Albums „Born This Way“ wurde im streng muslimischen Malaysia nicht im Radio gespielt werden, weil im Text Homosexualität befürwortet wird. (http://www.erdbeerlounge.de)

Rapper Shahin Najafi mit Todesstrafe bedroht, Iran, Köln 2012

Der iranische Ayatollah Safi Golpayegani forderte 2012 den Tod des Rappers Najafi, der seit 2005 in Deutschland lebt. Der Grund: In seinem Song „Naqi“ soll der Musiker einen schiitischen Imam beleidigt haben. Der Song hatte zunächst Proteste von Gläubigen ausgelöst, die den Text als beleidigend für den 10. Imam der Schiiten fanden. Sie beschuldigten Najafi des Abfalls vom Glauben, der im Iran mit dem Tod bestraft wird. Auf der Internet-Nachrichtenseite Asr Iran, die dem Teheraner Regime nahe steht, wurde eine regelrechte Hetzkampagne gegen Najafi gestartet. (Sdt. 15.5.2012)

Lady Gaga: Burja, 2013

Aufgrund des Liedes musste Lady Gaga sich den Vorwurf gefallen lassen, sie bevormunde muslimische Frauen und ihre Lied habe rassistische Äußerungen provoziert. Das vorübergehend im Internet zugängliche Lied wurde daraufhin blockiert. Gaga-Fans hingegen posteten Fotos mit improvisierten Verhüllungen ins Netz, die unter racistlittlemonsters veröffentlicht wurden. (Spiegel 33/13)

Rockmusik und Satanismus

Lucifer: Black Mass (LP), D 1971

Vermutlich die erste Schwarze Messe auf einer Platte in Deutschland.

Aphrodite´s Child: 666, 1972

Der Musiker Vangelis spielte noch in der Rockband Aphrodite"s Child, als er 1972 das Album '666' schrieb: eine bombastische Komposition über die biblische Apokalypse, die auch prompt Aufregung verursachte, zum einen wegen der eindrücklichen Vertonung eines sexuellen Höhepunkts durch die Schauspielerin Irene Papas, zum anderen wegen des Satzes, der sich auf dem Cover wiederfand: 'Diese Platte wurde aufgenommen unter dem Einfluss von Sahlep'. Es dauerte eine Weile, bis sich herumgesprochen hatte, dass es sich bei Sahlep weder um eine psychedelische Droge noch um ein satanisches Ritual handelte: Sahlep ist ein ursprünglich in Anatolien beheimateter süßer, heißer Wintertrunk aus der zermahlenen Wurzel einer Orchideenart. Über die dreifache '6' regte sich damals erstaunlicherweise kaum einer auf. (Sdt. 20.11.2010) Erst später kam es zu Anfeindungen wegen des "Zahl des Teufels".



Salemmass: Witch Burning (LP), I o.J. (vermutlich frühe siebziger)

Das Motiv des brennenden Scheiterhaufens führte zu Zensurforderungen..

Eagles: Hotel California (LP), D 1976

Ausschnitt aus der Innenhülle von „Hotel California“ mit dem Bild von Anton Szandor LaVeys Auf dem Cover der 1976 erschienenen LP „Hotel California“ ist die Satanskirche an der California Street 6164 in SF zu sehen. Auch der Text der gleichnamigen Singleauskoppelung wurde im Zusammenhang mit dem Satanismus gedeutet. Es soll von Anton Szandor LaVeys kalifornischer Satanskirche handeln. Als Indiz für diese These wurde herangezogen, dass er auf dem Ausklappbild im Innern der Plattenhülle zu sehen sei. Gemeint ist die Gestalt mit dem kahl geschorenen Kopf, die aus dem mittleren Rundbogen der Galerie auf die Band in der Einganghalle herunterblickt.

AC / DC: Highway to hell, 1979

In den achtziger Jahren tauchten in den USA Flugblätter auf, in denen zum Boykott von Plattenkäufen und Gigs der Gruppe AC/DC aufgerufen wurde. Vorgeworfen wurde den Schwermetallern, dass sie Satanisten seien. Zwar distanzierte die Gruppe sich umgehend von den Unterstellungen (Angus: „Irgend so ein Spinner hat mir mal 'nen Brief geschrieben, auch an Bon gerichtet, wo dieser ganze Schwachsinn drinstand. Die Leute sind doch krank.“), muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, selbst zum negativen Image beigetragen zu haben. So hatten sie ihr „C.O.D.“ nicht mit „cash on delivery“ (Barzahlung bei Bestellung) oder „cash on demand“ übersetzt, sondern mit „care of the devil". Auch Songs wie „Hells bells", „Evil walks“ oder „Hell ain't a bad place to be“ ließen zumindest eine gewisse Naivität im Umgang mit den dunklen Mächten erkennen. Die selbstgewählten Verkleidungen mit Teufelshörnern und Pentagrammen, etwa auf dem Cover von „Highway to hell", taten ein übriges, um die erhobenen Vorwürfe lebendig zu halten. Vor Gericht zitiert aber wurde AC/DC nicht wegen satanistischer Untriebe, sondern aufgrund obszöner Telefonanrufe, die sinnigerweise ein amerikanisches Ehepaar namens Norman & Marylin White aus Libertyville, Illinois, in Massen erhalten hatte. Ihre Telefonnummer 36 24 36 stimmte exakt mit jener Ziffernfolge überein, die AC/DC in dem Text von „Dirty deeds done dirt cheap“ (1976) besungen hatte. Das Management von AC/DC konterte die Klage mit dem Verweis darauf, das die Zahlen in Zweierblocks gelesen, lediglich die weiblichen Lieblingsmaße (in inches) der Bandmitglieder wiedergeben würden.

Rockmusik und Sport

Die Toten Hosen: "Bayern", 1999/2000

Die Single über den FC Bayern München löste hele Empörung aus. Der damalige Bayern-Manager Uli Hoeneß forderte eine Zensur, denn: "Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft irgendwann ersticken wird." (Spiegel 51 1999)

Schallplatten: Erotik, Pornographie und Sexismus

Elvis ohne Hüfte, 1955

Den Kirchen galt er als "Satansjünger" und Frank Sinatra verunglimpfte seine Fans als "Abschaum". Elvis galt in den fünfziger Jahren als Provokation und wurde auf Covern und in Fernsehsendungen ohne Hüfte präsentiert. Dazu passte, dass manch´ein amerikanischer Politiker seine Musik und den Rock ´n´Roll generell für "ein Krebsgeschwür am Busen Amerikas" hielt. Ein amerikanischer Studentenverband führte den Sänger auf einer Liste über die größten Bedrohungen der Welt auf Platz 3. Vor Elvis rangierten nur noch das Westrüsten (1) und die Asiatische Grippe" (2) (Sdt. 10.11.2009]

Elvis "unzensiert" mit Hüfte

Kingsmen: "Louie, Louie", 1963

Das absurde Drama um die Kingsmen begann im April 1963 in einem einfachen Studio in Portland (Oregon). Die Kingsmen, eine lokale Schülerband, hatte dort eine Stunde für 50 Dollar gemietet, um das von Richard Berry komponierte Stück „Louie, Louie“ aufzunehmen. In dem Song geht es um einen Jamaikaner in den USA, der seinem Freund Louie von einem Mädchen erzählt, das er zurückgelassen hat. Er träumt davon, wieder nach Hause zu fahren, um sie zu treffen. Leider hatten die Kingsmen bei der Aufnahme ein Handikap: Das starre Mikrofon in dem winzigen Studio hing so hoch, dass der Sänger Jack Ely es nur auf Zehenspitzen erreichen konnte. Zu allem Überfluss trug er auch noch eine Zahnspange, so dass der Text genuschelt auf die Platte kam. Von diesem Ergebnis sichtlich beeindruckt stellte der legendäre Bostoner Diskjockey Arnie Ginsburg das Stück in seiner Radiosendung als „Schlechteste Schallplatte der Woche“ vor und machte es dadurch umgehend zum absoluten Hit. Das anständige Amerika reagierte geschockt. Ein erster Hinweis auf die sexuelle Anzüglichkeit des Stückes kam von einer Frau aus Indianapolis, die beim örtlichen FBI behauptete, auf der Platte seien pornographische Verse zu hören - wenn man sie mit 33,1/3 anstelle von 45 Umdrehungen in der Minute abspielen würde. Das Corpus Delicti hatte sie sogleich mitgebracht.Diese windige Unterstellung wurde bis zum Gouverneur in Indiana hochgereicht, der ebenfalls rote Ohren beim Hören des Songs bekommen haben soll. Die Platte wurde zur Begutachtung nach Washington geschickt. Dort nahmen Techniker des FBI sie auseinander: vorwärts und rückwärts, schnell und langsam wurde das verdächtige Teil mit dem Ergebnis durchgecheckt: „Unverständlich, bei jeder Geschwindigkeit, Wortlaut nicht feststellbar.“ Gleichwohl verhängte der Gouverneur ein Spielverbot der Platte, die mittlerweile die Nummer zwei der US-Charts erreicht hatte.Nun kamen von überall zweckdienliche Hinweise zur Gefährlichkeit des Stückes: Beim FBI in Detroit wurde der Song angeschwärzt, weil er angeblich mit den Worten beginnen würde „Grab her way down low“ („Grabsch sie weiter unten“) und aus Tampa (Florida) meldete ein FBI-Agent, Schüler würden singen. „Get her way down low“ („Fass ihr zwischen die Beine“). Erst Jahre später, am 10. Oktober 1966, schloss das FBI die Akte aufgrund der dürftigen Beweislage. Eines allerdings hatten die Sittenwächter überhört: „Wenn man genau hinhört", verriet Sänger Jack Ely, nachdem sich die Turbulenzen gelegt hatten, „dann haut der Schlagzeuger am Anfang die Trommelstöcke zusammen und sagt 'Oh fuck'.“

The Rayman: Rawhide" und "Jack the Ripper", 60er

Die Stücke wurden von einigen Rundfunkstationen als "obszön" eingestuft und aus dem Radioprogramm entfernt. (Sdt. 22.11.2005)

Who: Pictures of Lily, 1967

Der Song handelt von den Onaniephantasien eines Pubertierenden. Das reichte vielen Rundfunkstationen, um auf ein Abspielen der Platte zu verzichten.

Kim Fowley:„Outrageous“ u.a.: Verbotene Wörter, 1968

Der US-Produzent und Musiker brachte die erste Rock-LP heraus, auf der unzensierte Worte wie „fuck“ oder shit“ auftauchten. Ein Jahr veröffentlichte "Jefferson Airplane" „Volunteers: zum ersten Mal zogen damit Worte wie fuck, shit motherfucker in den Hitlisten ein. Bis dahin wurden in den USA solche Worte oft von eingeblendeten Pfeiftönen überlagert. Etwa 1967 bei dem Nummer Eins Hit „A boy named Sue" von Johnny Cash. Als der nämlich von einem „son of a bitch“ (Hurensohn sang) piepste es. Zuweilen half auch ein strikter Boykott: englische Sender weigerten sich Max Romeos „Wet Dream“ (Feuchter Traum) zu spielen und verhalfen dem Stück zu wachsender Beliebtheit, ohne jemals im Radio gespielt worden zu sein.

Jane Birkin/Serge Gainsbourg: Je t´aime moi non plus, 1969

„Mein bester Werbeagent ist der Vatikan“, sagte Komponist Serge Gainsbourg. Das päpstliche Sprachrohr Osservatore Romano hatte "Je t´aime" als „beschämende Obszönität“ bezeichnet. Folge: innerhalb kürzester Zeit wurden 1,2 Millionen Platten verkauft. Es hagelte Verbote in Italien, Spanien, Portugal, Brasilien, England und Schweden nach sich. Viele Rundfunkstationen boykottierten zudem die Platte. Sie war zunächst bei Philips erschienen, doch unter dem Druck der öffentlichen Meinung zog der Konzern sich zurück. In die Bresche sprang die französische Firma AZ, die die Scheibe international über "Golden 12" verkaufte. Die Platte war 1967 bereits mit Brigite Bardot aufgenommen worden, doch als bereits 5000 gepresst waren, verweigerte Ehemann Gunter Sachse seine Zustimmung und die Platte erschien nicht. Eine andere Schallplatte selben Inhalts mit Hammond-Orgel-Begleitung, die kurz darauf in Frankreich erschienen war, hatte keinen Erfolg. Auch eine andere Nummer erreichte keinen Hitparadenstatus: das Pariser Photomodell Rita stöhnte 4 Minutne und 29 Sekunden, doch Erotica, so hieß das musikalische Dauergestöhn – hatte weder Erfolg, noch verursachte es einen Skandal.

Christine Schuberth liest Josefine Mutzenbacher, Wien 1971

Ein Doppelalbum mit originalen "Mutzenbacher"-Texten gelesen von der Schauspielerin Christine Schuberth, die auch noch nackt auf dem Cover posierte, wurde mit dem Vorwurf der Pornographie bedacht und angezeigt. (Spiegel 1971)

Cover von der LP "Mutzenbacher"

Paul Anka: "Having my Baby, USA 1974

Die Platte war eine der bestverkauften Singles des Jahres 1974. Doch amerikanische Frauenverbände warfen dem Sänger des Comeback-Hits "männlichen Chauvinismus" vor. Als Beweis wurde die Zeile "Du wirst mein Baby kriegen" (anstatt: "unser Baby") zitiert. Auch eine von Monika Lundi und Horst Janson gesungene deutsche Fasung wurden von den meisten Sendern abgelehnt. Die Zeile "Wenn wir es nicht wollten, würde es Wege geben..." wurde als Werbung für die Abtreibung gewertet. (Archiv)

Loretta Lynn: "The pill", 1975

Der Hit mit Testzeilen wie: „Du hast dein Schäfchen das letzte Mal ausgetrickst, jetzt hab´ ich die Pille“, flog im eher konservativen Mittelwesten aus dem dem Programm der Country-Sender. (Spiegel 12 1981)

Donna Summer: „Love to Love you Baby“, 1975

Das 16 Minuten und 50 Sekunden währende Kopulationsspektakel sprengte 1975 alle bis dahin gekannten Grenzen und galt im Rundfunk aus Zeit- und Geräuschgründen für unspielbar. (Archiv)

Labelle: "Voulez-vous coucher avec moi ce soir?" ("Wollen Sie heute abend mit mir schlafen?"), USA 1975

Der Song führte in den USA zu Hörerprotesten und Funkverboten. (Spiegel 17 1975)

Konstantin Amadeus Wecker: "Sadopoetische Gesänge", 1975

„Ich habe meinen linken Arm in Packpapier gepackt, und hab` ihn nach Paris geschickt. Am 3. Mai zur Nacht hab´ ich ihn abgehakt, denn ich bin so verliebt. Es klebt noch frisches Blut dran, doch das stört mich nicht; das trocknet schnell und riecht auch ganz superb, Nanette freut sich sicher, denn ich glaube nicht, dass oft ein linker Arm versendet wird." Mit solchen und ähnlichen Textzeilen provozierte der Münchner Wecker. Seine Traumdeutung makaberer Lüste und damals geächteter oder verbotener Sexualwonnnen wie Homoerotik, Sodomie mit zwei „Hundemädchen“ oder der Voyeurismus alter Männer, die beim Liebesspiel kleiner Kinder im Busch, Hand an sich legen, durften im öffentlichen rechtlichen nicht gespielt werden. Ebenso ging es Songs, die die schwüle Erotik von Leichenschauhäusern und den zärtlichen Mord feierten: Die bleiche Tote, die er unterm Leinentuch entwendet, wird „nachts im Bett ein warmes Tier“). (Spiegel 14 1975)

Sänger Wecker

Sex Pistols: Never mind the bollocks, 1977

Der Titel wurde als "obszön empfunden und die Polizei wollte es verbieten lassen. Für die Übersetzung bieten sich zwei Möglichkeiten an: 1) Vergiss den Scheiß oder 2) Vergiss die Bollocks (womit die Gruppe gemeint ist)

Madonna: Nacktfotos, 1979

Bevor Madonna zur Pop-Diva aufgestiegen war, hat sie sich - sicherlich auch von Geldnöten getrieben - nackt ablichten lassen. Die Fotos tauchten auf dem Höhepunkt ihres Ruhms auf und führten zu lebhaften Diskussionen.

Madonna nackt

Westernhagen: Sekt oder Selters, 1980

Westernhagen war mit einigen seiner Songs von "Sekt oder Selters" vom Sendeboykott einiger Radiostationen betroffen. Texte wie: beigebracht hat es ihm eine, „die hatte `nen Gang, den du dich nie traust“ und „rote Haare auch unten“ oder „Bezieh das Bett frisch, damit er´s nicht merkt, und meinen Geruch, den duschst du dir auch ab“ wurden beanstandet. (Spiegel 17 1980)


Witchfinder General: Death Penalty“, 1982

Die Platte „Death Penalty“ wurde aufgrund des Covers verboten. Später erschien eine CD, die das gleiche Cover zeigt. Diese CD blieb - jenseits aller Logik - unbeanstandet.

Witchfinder General: Death Penalty“, 1982

Prince: „Dirty Mind“-Texte, 1984

Viele Texte auf der „Dirty Mind“ von Prince gelten als obszön. So schwelgt er etwa in den Freuden von Inzest und lesbischer Liebe oder propagiert den oralen Sex. In Deutschland wurde deshalb z.B. aus dem „Motherfucker“ ein unverfängliches „uhuh". Andere Platten, insbesondere Auskopplungen seiner dritten LP „Dirty Mind", wurden komplett mit Rundfunkverboten versehen. Prince darf für sich sogar in Anspruch nehmen mit der Textzeile aus „Purple Rain“ „I saw you masturbating with a magazine“ sowie seinem Album „1999", Tipper Gore dazu veranlasst zu haben, die PMRC zu gründen, der die Menschheit bekanntlich die „Parental-Advice"-Sticker verdankt. (Spiegel 39 1984 und Archiv)

Video und Text: Frankie goes to Hollywood: Two Tribes und Relax, 1983/1984

Im Video kratzen sich Reagan- und Tschernenko-Doubles die Gesichter im Ring blutig und zerren sich unter Gejohle der Menge an den Hoden. Die ARD fand das Video für die Hitparade „Formel Eins“ geschmacklos. Bereits 1983 hatte es mit "Relax" Ärger gegeben: der BBC Discjockey Mike Read weigerte sich am 11.1.1984, das Lied, das damals Platz 1 innehatte hatte, weiterhin im Morgenprogramm zu spielen. Der Text sei „offenkundig obszön“ (Spiegel 36 1984)


Sweet Gwendoline Soundtrack, LP 1984

Die Platte wurde indiziert.

Roger Waters: The Pros and Cons of Hitch Hiking, LP 1984

Das erste Solo-Album von Pink Floyds Roger Waters löste 1984 aufgrund des Covers, eine Frau steht nackig - bis auf die roten Hacken - an der Autobahn, Proteste aus. Der Hintern auf dem Cover von "The Pros and Cons of Hitch Hiking" wurde deshalb weggebalkt.

Falco: Jeanny, 1985

Musik und Video über den inszenierten Lustmord wurden zensiert.

Szene aus dem zensierten Video

Christmas Song: Pogues „A Fairytale of New York“, England 1987

BBC Radio One zensierte den Song, als er im Jahr 2007 wieder in den Charts auftauchte. Davor war er 20 Jahre lang problemlos gespielt worden. Im Text wird die Geschichte von zwei Liebenden erzählt, die am Weihnachtsabend Beleidigungen austauschen. Eine Zeile lautet: „You scumbag, you maggot, you cheap lousy faggot, Happy Christmas your arse, I pray God it´s our last.” “Faggot“ heißt soviel wie Schwuchtel. Das Wort wurde ebenso durch einen Piep ersetzt wie auch das Wort „Slut“, „Arse“ allerdings blieb erhalten. (Times online 19.12.2007)

It was christmas eve babe In the drunk tank An old man said to me, wont see another one And then he sang a song The rare old mountain dew I turned my face away And dreamed about you

Got on a lucky one Came in eighteen to one Ive got a feeling This years for me and you So happy christmas I love you baby I can see a better time When all our dreams come true

Theyve got cars big as bars Theyve got rivers of gold But the wind goes right through you Its no place for the old When you first took my hand On a cold christmas eve You promised me Broadway was waiting for me

You were handsome You were pretty Queen of new york city When the band finished playing They howled out for more Sinatra was swinging, All the drunks they were singing We kissed on a corner Then danced through the night

The boys of the nypd choir Were singing galway bay And the bells were ringing out For christmas day

Youre a bum Youre a punk Youre an old slut on junk Lying there almost dead on a drip in that bed You scumbag, you maggot You cheap lousy faggot Happy christmas your arse I pray God its our last

Marc Almond: „Mother fist and her five daughters“, 1987

Das Album „Mother fist and her five daughters“ - der Titel spielt auf eine Kurzgeschichte von Truman Capote an - gilt als das in England „am wenigsten gespielte“ Album der Popgeschichte. Sogar die Singleauskopplung wurde von der BBC boykottiert. Dem Ex-Soft-Seller wurde zudem empfohlen, besser kein eigenes Portraitfoto auf das Cover drucken zu lassen, weil er „als Schwuler“ die Jugend verderben könne und „bedrohlich auf die britische Bevölkerung“ wirke. Almond amüsierte sich köstlich über so viel Besorgnis: „Es ist wirklich lustig, wie viele Leute sich nicht einmal überwinden können, den Namen meines Albums auszusprechen."

Die Ärzte: "Geschwisterliebe", "Claudia" /"Ab 18", 1987

Laut „Rolling Stone“ hielten die Berliner Fun-Punker den Rekord an Indizierungen durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (mittlerweile haben die „Böhsen Onkelz“ wohl noch mehr Index-Platzierungen). Gleich sieben standen zeitweise auf dem Index und durften nur „Ab 18“ unter dem Ladentisch verkauft werden. Ihr Song „Geschwisterliebe“ (Textauszug: „Noch sitzen wir hier und spielen Schach, aber gleich lege ich dich flach - das befriedigt meine Triebe ... Geschwisterliebe“) wurde von der Bundesprüfstelle auf Antrag einer besorgten Mutter aus Witten deshalb indiziert, weil der Text „auf Kinder und Jugendliche sozial-ethisch desorientierend wirken“ könne. Sogar das Magazin „Wiener“ (Nr. 3, 1987) wurde allein aufgrund der Tatsache indiziert, dass in ihm besagter Text vollständig abgedruckt worden war. Der öffentliche Bannstrahl mit entsprechenden Aufführungsverboten traf ferner bundesweit den Song „Claudia“ (Textauszug: „Claudia hat jetzt ein Pferd, mit dem sie ziemlich oft verkehrt“) sowie nur für Bayern den Song „Helmut K.“ (Textauszug: „Hannelores Tag ist grau, denn Helmut K. schlägt seine Frau“ oder „Neulich ließ die Hannelore mal was auf dem Teller, zur Strafe lud sie Helmut ein in seinen Folterkeller“). Diese Stücke würden, so befand u.a. das bayrische Innenministerium, „selbstzweckhaft Gewalt bzw. krankhaftes Sexualverhalten“ in drastischen Worten darstellen. Erklärtes Ziel der Texte sei es, „durch möglichst abweichendes bzw. brutales Verhalten Aufmerksamkeit zu erregen und Beachtung zu finden.“ Vor dem Amtsgericht in Kleve fanden sich schließlich Farin Urlaub (d.i. Jan Vetter), „Bela B.“ Felsenheimer und „The Incredible Hagen“ 1989 wieder, weil sie - sozusagen als Wiederholungstäter - und in einer Art Umgehung des Aufführungsverbotes auf einem Konzert die Instrumentalfassung von „Geschwisterliebe“ gespielt und das Publikum indirekt zum Mitsingen des bekannten Textes über den Inzest aufgefordert hatten. Und da keine Alterskontrolle am Eingang stattgefunden hatte, sei - so die Logik der Staatsanwaltschaft - der Tatbestand der Verbreitung von jugendgefährdenden Stücken erfüllt. Neben den Texten war es eine Zeichnung von John Willie, die die „Ärzte“ in Bedrängnis brachte. Die kaum sichtbare Graphik mit dem Motiv der gefesselten Gwendoline auf dem Cover der 1987 herausgekommen Platte „Ab 18“ sorgte mit dafür, dass die Platte sofort auf dem Index landete.

Rückseite der Ärzte-Platte "Ab 18" mit dem Gwendoline-Motiv rechts in der Ecke
Gwendoline-Motiv auf der Maxi "Gehn wie ein Ägypter"

Buffalo: Only want you for your body (LP), vermutlich späte achtziger/frühe neunziger Jahre und Ohio Express: Mercy (LP), D 1969

Das Cover von Buffalo wurde als „gewalttätig“ und „sexistisch“ eingestuft. Das Vergleichscover von Ohio Express aus dem Jahr 1969 rief keine öffentliche Debatte hervor.

Rolling Stones: "Steels Wheels", 1989

Die Stones wollten die Platte angeblich ursprünglich "Fucking Girls" nennen. Dies lehnte die Plattenfirma ab. (Spiegel 36 1989)

Die Angefahrenen Schulkinder: "I wanna make love to Steffi Graf", 1992-94

Im Text wird eine sexuelle Beziehung der Tennisspielerin zu ihrem Vater unterstellt. Die Gräfin war „not amused“ und verklagte die Gruppe. Einer Anzeige wegen Beleidigung, Nötigung und Verbreitung pornographischer Schriften folgten länderübergreifende Beschlagnahmeaktionen in den Plattenläden. Die Gruppe reagierte mit einer neuen Version, die eindeutig zweideutiger war. Hatten die Osnabrücker Schulkinder in der ersten Fassung allzu laut über die Verwendung von Tennisschlägern bei der sexuellen Befriedigung nachgedacht, so ließen sie in der folgenden Version ganz ihren Wünschen freien Lauf: „I want to put my dudldi into her onkydonk".

Auf der Platte klang es so, als würden angeheiterte Countrysänger sich darüber Gedanken machen, was sie alles mit Steffi anfangen würden, wenn sie denn doch könnten. Strafrechtlich zwar unbedeutend, befand das Gericht, aber die zivilrechtlichen 60.000 DM Schmerzensgeld und die angehäuften Gerichts- und Anwaltskosten machten der Gruppe den Garaus. Selbst eine schriftliche Entschuldigung half da nicht weiter: „Sollte der Eindruck entstanden sein, die Angefahrenen Schulkinder hätten, mutwillig verleumderische und falsche Tatsachenbehauptungen bezüglich moralisch verwerflicher sexueller Kontakte Steffi Grafs mit ihrem Vater aufgestellt, um sich dadurch zu bereichern, so bedauern die Angefahrenen Schulkinder dies außerordentlich.“ Dafür kam eine anonym herausgebrachte Privatpressung aus dem Untergrund auf den Markt, die das sexuelle Verhältnis auf dem Cover auch noch visualisierte.


Nirvana: In Utero, CD 1993

Das Album wurde in den USA zunächst aus den Regalen entfernt. Denn der Song "Rape Me" (Vergewaltige mich) erschien zu provokant. Kaum hieß er "Waif Me" - bei unveränderter Musik - durfte die CD wieder in die Ladentheken.

Achim Reichel: „Amazonen“, 1994

Verschiedene Radiosender hatten sich geweigert den Song zu spielen, weil er “frauenfeindlich" sei. Reichel nahm eine „zensierte Version“ auf: ohne Amazonen, die ihre Mieder öffnen oder mit der Peitsche „nach jedem Männerarsch“ knallen. (Stern 1 1994)

Tracy Lords: "1000 Fires", 1995

Die Debüt-Platte von Tracy Lords lieferte Stoff für Diskussionen, stammte sie doch von einer Ex-Porno-Darstellerin ("Beverly Hills Copulator", "New Wave Hooker"), die bereits mit 15 ihren ersten Porno-Dreh hatte und später insbesondere durch ihren Hang zu Koks und Speed Schlagzeilen machte.

Tracy Lords: Sängerin mit Porno-Vergangenheit

Anti Nowhere League: „So what", 1999/2000

Die Platte wurde wegen sexueller Anstössigkeit nicht gepspielt. Aus dem Text „I´ve fucked a goat, I´ve had my cock right down its throat.“

Hip-Hop, Gangsta-Rap-Skandalsongs: Bushido, Sido und Frauenarzt, im 2000

Nachfolgende Songs wurden von Jugendschützern kritisiert und von Rundfunkstationen aufgrund der Texte nicht gespielt: Der „Arschficksong“ (Sido) beschreibt die Vergewaltigung eines Mädchens („Katrin hat geschrien vor Schmerz. Mir hat´s gefallen… Ihr Arsch hat geblutet. Und ich bin gekommen.“) In “Gang-Bang“ von Bushido heißt es: „Ein Schwanz in den Arsch, ein Schwanz in den Mund, ein Schwanz in die Fotze, jetzt wird richtig gebumst“ und in den Gang-Bang-Songs "Hey Nutte ist das Fleisch“ von Frauenarzt: „Wir ficken dich, bis dir die Beine brechen.“ (Netz)

Die Sekte: "Ansage Nr.3, 2004

Die CD "Ansage Nr.3" landete auf dem Index für jugendgefährdende Medien, u.a. wegen Texten wie "Ich bin ein Gangster und von so manchem besessen, doch für die Sekte würd ich schnell alles vergessen, Abstechen: nur wenn es sein muss, ansonsten reicht für dich Fotze auch ein Schuss". Auch die Tonträger von Frauenarzt, Bass Sultan Hengzt und King Orgasmus One wurden indiziert. (Stern 23 2005)

Die Sekte


Eminem: Just Lose It, 2004

In dem Song spielt Eminem auf Michael Jackson an, gegen den zu dieser Zeit ein Ermittlungsverfahren wegen Kindesmissbrauchs lief. Im Refrain fordert Eminem die Hörer zum Tanzen auf, wobei er sich verspricht und statt Mädchen Jungs sagt. Außerdem spielt er auf den Schauspieler Paul Reubens an, gegen den wegen Besitz von kinderpornografischem Material ermittelt wurde. Im zweiten Vers schlüpft Eminem in die Rolle des lyrischen Ichs und rappt über Partys sowie Alkohol und macht sexuelle sowie sadomasochistische Anspielungen. Anfang des dritten Verses wird Eminem aufgrund von Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen, da er nackt durch die Straßen gerannt sei und eine alte Frau belästigt habe. Am Ende des Videos zu dem Song sitzt Michael Jackson auf einem Bett und hinter ihm springen Kinder herum. Besonders die Parodien über Michael Jackson im Video wurden von diesem selbst und anderen Prominenten heftig kritisiert. In einem Interview sagte Jackson, dass er sehr wütend über seine Darstellung in dem Video sei und bezeichnete diese als unverschämt, respektlos sowie erniedrigend. Über sein Management versuchte er die Ausstrahlung des Videos zu verhindern. (wikipedia)

Deutscher Rap, 2005

Die Bundesprüfstelle setzte 2005 u.a. die CDs "Aggro Ansage Nr. 2 und 3" sowie "King of Kingsz" von Bushido auf den Index. Sie durften fortan nur noch an Erwachsene verkauft werden. Begründet wurde die Entscheidung u.a. damit, daß die Texte in hohem Maße die Würde der Frau verletzen würde und ein menschenverachtendes Bild gezeichnet würde. (Tagesschau.de 28.6.2005)


Black Eyed Peas, Don´t phunk with my heart, 2005

Die Band musste den Titel von "Don't Fuck With My Heart" in "Don't Phunk With My Heart" umändern. Ihre Plattenfirma befürchtete nämlich den Boykott des amerikanischen Marktes. Ein Sprecher des Labels Polydor sagte in einem Interview: "Das wäre ziemlich den Bach 'runter gegangen." (www.bigfm.de)

Ellen ten Damme: "Plattgefickt", 2005

Das Skandallied wurde familienfreundlich in "Plattgeliebt" umbenannt, weil die Sängern beim Grand-Prix-Vorentscheid in Berlin 2005 teilnehmen wollte. (Sdt 14.2.2005)

Anna David: „Fuck Dig“, Dänemark, 2006

Der Song wurde in Dänemark ein Nummer 1 Hit. Die simple Botschaft: blöder Ex-Freund, scher dich gefälligst zum Teufel, sollte auch auf Deutsch verbreitet werden, doch ein Presswerk weigerte sich zunächst, die CD mit dem provokanten Titel „Fick Dich“ herzustellen. (Stern 43 2006)

Republikaner (Tennessee) vs. „Sexy Back" von Justin Timberlake, 2006

Protest gab es Lieder wegen des Textes über gefesselte Liebessklaven: „Dirty babe … you see these shackles? Baby I´m your slave. Sexy I´ll let you whip me if I misbehave!“ ("Sexy Back"). Auch der Song “Rock Your Body” aus dem Album “FutureSex/LoveSounds” wurde beanstandet. Folge: Eine Resolution zur Würdigung des Künstlers wurde verweigert. (Netzzeitung 22.3.2006)

Iceberg: Gangsta Rap, CD 2006

Die Platte wurde bei einigen Händlern in den USA wegen des Covers nicht verkauft.

Rammstein-Cover

Rammstein: Liebe ist für alle da, 2009

Wieder einmal löste "Rammstein" die Reflexe der Provokation aus: "Natürlich bedienen Rammstein eine Menge sexistischer Klischees", hieß es in einer Plattenkritik der Süddeutschen Zeitung vom 21.10.2009. Schon vorher war der Ruf nach einer Zensur von Video, CD und Cover laut geworden. (online). Dann wurde das Album von der Bundesprüfstelle indiziert, da die Band Sado-Maso-Praktiken verherrliche und zum ungeschützten Geschlechtsverkehr animiere.Insbesondere das Cover und der Song "Ich tu dir weh" standen in der Kritik. (Sdt 7./8.11.2009) In "Pussy" heißt es: "Zu groß, zu klein/ Der Schlagbaum sollte oben sein/ Schönes Fräulein, Lust auf mehr/ Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr/ Schnaps im Kopf, Du holde Braut / Steck´ Bratwurst in Dein Sauerkraut" und in "Ich tu Dir weh" "Bisse, Tritte, harte Schläge / Nageln, Zangen, Stumpfe Säge / Wünsch´ Dir was, ich sag´ nicht nein / Und führ´ Dir Nagetiere ein."

Rammstein-Cover

Schallplatten: Drogen

Small Faces: Here comes the nice, Single 1967

Im Text heißt es u.a. "He knows what I want, he knows what I need, he´s always there if I need some speed." Die Single wurde von London BBC boykottiert. (FAZ 25.2.2014)

Originalcover


Beatles: "Abbey Road", 1969/2003

In den sechziger Jahren störte es nicht, dass Paul McCartney mit einer Zigarette in der Hand auf dem "Abbey Road"-Cvoer zu sehen war. Inzwischen erscheint der Posternachdruck in den USA nur noch zensiert: Die Zigarette wurde entfernt. (Focus 6 2003)

Originalcover
Zensiertes Postercover

David Peel & the lower east side: Have a Marijuana. Recorded live on the streets of new York (LP), D 1968 und David Peel & the lower east side: I like Marijuana. (Single), D 1969

Die Platte „Have a Marijuana“ galt als „drogenverherrlichend“ und wurde z.T. nur unter dem Ladentisch gehandelt. Ähnlich erging es der Singleauskoppelung „I like Marijuana“.

Lumbee: Overdose (LP), 1970 mit Spielplan

Ihre Platte „Overdose“ wurde verboten, weil sie als Beilage ein Spiel enthielt, mit dem Drogenfreaks eine Art Trip-Monoploy spielen konnten.

John Denver: Rocky Mountain High, 1973

Amerikanische Rundfunkstationen weigerten sich den Song zu spielen: Man vermutete, ausgerechnet bei John Denver!, einen Dorgensong.

Peter Tosh: „Legalize it“, 1976

Der frühere Mitstreiter von Reggae-Legende Bob Marley landete gleich mit seiner ersten Solo-Platte „Legalize it“ 1976 auf dem deutschen Index. Auch die entsprechende Musikkassette sowie die Singleauskopplung „Get up, stand up / Legalize it“ wurden auf Initiative des Bonner Bundesamtes in die Liste der jugendgefährdenden Schriften aufgenommen. Das bedeutet, dass das 'Legalize Paket‘ zwar weiterhin im Handel ist, jedoch nicht mehr an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden und auch nicht ausgestellt werden darf. Wegen der Platte wurde Tosh bei einer Deutschlandtournee zusätzlich abgestraft. In München erhielt er 1983 Auftrittsverbot. (Archiv und Spiegel 39 1987)Die Indizierung wurde formell 2005 aufgehoben. (wikipedia)

Peter Tosh: „Legalize it“, 1976

Linval Thompson: "I love Marijuana" (Trojan), 1978

Die Platte landete in Deutschland wegen Drogenverherrlichung auf dem Index.

Pass the Dutchie, 1982

Der Song von Musical Youth aus dem Jahr 1982 erschien auf dem Album "The Youth of Today". Bei dem Song handelt es sich um eine entschärfte Version des Liedes Pass the Koutchie von Mighty Diamonds, das 1981 erschien und hier wurde Koutchie (ein Joint) durch Dutchie ersetzt. Generell wurden im Lied alle Referenzen zu Drogen durch Lebensmittel ersetzt, so auch die Zeile "How does it feel when you got no herb?" (deutsch: Wie fühlt es sich an kein Kraut zu haben?).

Ringo Starr und der Alkohol, 1989

Der Ex-Beatle verhinderte 1989 per Gerichtsbeschluss die Auslieferung seines neuesten Platten-Albums. Der als harter Trinker bekannte Musiker war mit seinen Leistungen als Drummer unzufrieden. Der Plattenproduzent habe, so Ringo kleinlaut, während der Studioaufnahmen Tequila ausgeschenkt – mit hörbaren Folgen. (Spiegel 32 1989)

Georg Danzer: „War das etwa Haschisch?", 2002/2007

Einige Sender belegten den Song wegen der Drogenthematik mit einem Sendeverbot. (WN 23.6.2007)

Sido: "Endlich Wochenende", 2005/6

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sah 2005 in dem Titel eine Verherrlichung und Verharmlosung des Drogenkonsums. Das Album "Die Maske", auf dem der Titel zu finden ist, wurde indiziert. Sidos Plattenfirma Aggro Berlin klagte dagegen, verlor den Prozess aber 2006 vor Gericht. (Max 8.3.2006) http://www.youtube.com/watch?v=edKMLiiBRDM Schulprojektvideo zu Sidos "Endlich Wochenende"

Haftstrafe für Drogenballaden, Mexiko 2010

Drogenbosse als Helden in Liedern und Filmen - das soll in Mexiko künftig strafbar sein. Die Regierung hat dagegen jetzt ein Gesetz vorgelegt. Die Gesellschaft betrachte Drogenballaden als nett und harmlos, "aber sie sind genau das Gegenteil", sagte der Abgeordnete Oscar Martin Arce. In diesen Balladen, den sogenannten narcocorridos, werden oftmals der Drogenhandel und die Gewalt besungen und glorifiziert. Der Vorstoß seiner Partei richte sich auch gegen billige Filme, in denen Drogebosse verherrlicht werden, sagte der PAN-Abgeordnete. Solche Dinge dürften nicht als Normalität hingenommen werden. Es gehe darum, Anstiftung zur Gewalt zu stoppen. Der Gesetzentwurf sieht für die Aufführung oder Produktion solcher Lieder und Filme Haftstrafen bis zu drei Jahren vor. (zdf online 22.1.2010)

Schallplatten: Mord, Selbstmord, Gewalt

Killer: Same, 1981

Bei dem Cover soll es sich angeblich um ein Polizeifoto handeln, das einen wirkliches Mordopfer darstellt. Das ursprüngliche Cover wurde mehrfach verändert. (Musik Express 12 1981)

Killer: Same (unzensierte Fassung
Killer: Same (zensierte Fassung
Killer: Same (zensierte Fassung

Anthrax: Fistful of Metal" (Music for Nations), 1983/84

Die Platte landete in Deutschland auf dem Index.


Def Lepard: Pyromania, LP 1983

Def Leppard weigerten sich 1983 trotz der Proteste, das Cover von "Pyromania" zu verändern. Diverse Ketten in den USA verbannten die Platte.


Die Form: „Archives & Dokuments“, CD 1990

1990 wurde die Plattenbeilage zu „Archives & Dokuments“ indiziert. Auch mit ihrer CD "Corpus Delicti 2" gab es Ärger. Die Innenhülle wurde verboten.

Außenhülle
Verbotene Innenhülle

Die angefahrene Schulkinder: "Tötet Onkel Dittmeyer", 1991

Die vier Spaßmacher Osnabrück warfen 1991 in ihrem Song „Tötet Onkel Dittmeyer“ die Frage auf, ob der aus Fernsehwerbung bekannte „Valensina"-Onkel ein Päderast sei. Das kommentierte der wirkliche Onkel mit den Worten „über Geschmack lässt sich streiten", um schließlich doch noch vor Gericht zu ziehen.

DJ Bobo: „Vampires are Alive“, 2007

Der Musiker sollte die Schweiz beim Eurovision Contest vertreten, doch fanden organisierte Christen seinen Song jugendgefährdend. Das Stück sei, so die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA), "verantwortungslos". Man forderte einen Rückzug des Beitrages oder zumindest eine Änderung des Textes. Denn der vermittle nicht nur eine düstere Botschaft über die Schweiz, sondern sei auch eine Gefahr für suizidgefährdete Jugendliche. Anstoß nahm man vor allem an den Zeilen: “Verkauf deine Seele, vom Himmel zur Hölle, genieße die Fahrt. Du bist hier, um mit deinem Leben zu kapitulieren.“ Bereits 2003 hatte die Schweizer Staatsanwaltschaft gegen den selbst ernannten Antichristen Marilyn Manson ermittelt. (Netzzeitung 8.3.2007)

Schallplattencover: Drogen

Pink Floyd, Candy and a current bun, Single 1967

Die B-Seite von Arnold Lane hieß ursprünglich Let´s roll another one und forderte mehr oder minder direkt zum Haschischauchen auf, deshalb wurde sie von mehreren englischen Radiostationen wie BBC nicht spielen. Der ganze Text wurde schließlich umgeschrieben. Das im neuen Text vorkommende Wort "fuck" wurde nicht beanstandet. (Rombeck/König, Pink Floyd, Bergisch Gladbach 1981, S. 54)

Unzensierte Fassung

Extreme Noise Terror: Holocaust in your head, 1989

Weil auf der Rückseite zu sehen ist, wie ein Mitglied der Band Koks schnupft, weigerten sich zahlreichen Händler in den USA die LP zu verkaufen.

Unzensierte Fassung

TISM: Australia the lucky cunt, EP 1993

Die EP wurde eine Woche nach Erscheinen aus dem Verkauf zurückgezogen, weil der Designer Ken Done eine einstweilige Verfügung erwirkt hatte. Denn das ursprüngliche Cover zeigte ein Cartoon-Bild von Koala Done mit einer Spritze in den Mund. Die EP wurde später im November 1993 unter dem Titel "Censored Due To Legal Advice" mit neuem Cover-Artwork wieder veröffentlicht: auf diesem Cover ist der Vorfall zu sehen, bei dem Sinéad O'Connor ein Bild von Papst Johannes Paul II zerreißt.

Unzensierte Fassung
Unzensierte Fassung

Schallplattencover: Erotik, Pornographie und Sexismus

The Five Keys: On Stage, 1957/59

Über das Erscheinungsjahr von „On Stage“ der amerikanischen Doo-Wop-Gruppe „The Five Keys“ gib es unterschiedliche Angaben. Kein Zweifel aber besteht darüber, dass das Cover aus „moralischen Gründen“ retuschiert wurde. In der Originalfassung taucht nämlich in Hosenschlitzhöhe der Daumen der rechten Hand des außen stehenden Sängers auf. Frei nach dem Motto „Ein Schelm der Schlechtes dabei denkt“ könnte man/frau das sichtbare Körperteil auch für einen nur unzureichend versteckten Penis halten. Das Cover wurde zurückgezogen und der unrühmliche Daumen auf den neuen Covern einfach wegretuschiert.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung


Jimi Hendrix: Electric Ladyland, 1968

"Electric Ladyland", das dritte Album von Hendrix, wurde wegen der unbekleideten Damen auf dem Cover in den USA aus dem Verkehr gezogen. Dort erhielt es ein anderes Cover, während es in England mit dem ursprünglichen Foto erscheinen durfte. Rund dreißig Jahre später setzten sich die „Toten Hosen“ für ihre „Reich&Sexy"-Einspielung in ähnliche Pose, ohne dass es in Deutschland zu Beschwerden gekommen wäre. (Archiv)

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung
"Reich und Sexy"-Cover der "Toten Hosen"

John Lennon/Yoko Ono: Two Virgins, 1968

Das Cover der beiden nackten Stars wurde von Beginn an kritisiert. Auch in einigen Werbeanzeigen wurden John und Yoko schamhaft verhüllt. „Two Virgins“ war eine kalkulierte Provokation von John Lennon und Yoko Ono. Aufgrund des Vorwurfs der Verbreitung von „Pornographie“ wurde es verboten und vor allem in den Vereinigten Staaten mit einer kleidsamen braunen Schutzhülle versehen. Der Hauptprotagonistin von damals, Yoko Ono, ist der provokante Wurf inzwischen peinlich. In Michael Ochs Buch „1000 Record Covers“ aus dem Jahre 1995 wurde auf Wunsch von Yoko Ono lediglich die mit braunem Papier umhüllte zensierte Platte gezeigt. Auch auf dem Cover der CD-Wiederveröffentlichung ist nichts „Unanständiges“ mehr auszumachen.(Archiv)

Werbung für "Two Virgins" 1968
Unzensiertes Cover Vorderseite
Unzensiertes Cover Rückseite
Abbildung aus dem Buch von Ochs
Zensierte CD-Hülle

Blind Faith: Same, 1969

Sofort nach Erscheinen der Platte entfachte sich eine Diskussion, die im gleichen Jahr zum Verbot der Abbildung führte. Auf dem Cover soll ein zwölfjähriges Mädchen abgebildet sein. Auf dem neuen Cover erschien als Vorderseite die Rückseite des alten Covers - farblich aufgepeppt und mit einem schwarzen Hintergrund versehen. Dafür wurden auf der Rückseite der zensierten Platte nunmehr die Texte der Songs abgedruckt. Ein Hinweis auf den Gestalter des ursprünglichen Covers - Bob Seideman - fehlte dafür. Die Schweizer Musikzeitschrift Pop zeigte daraufhin das unzensierte Frontcover der Blind Faith Platte doppelseitig in der Mitte der Ausgabe Nr. 12 / 1969 als Poster. Sowohl die deutsche Clubausgabe dieser Platte aus dem Jahr 1969 (roter Hintergrund) als auch eine spätere deutsche Wiederveröffentlichung auf Karussell (zeigt die Gruppe in 3D-Wiedergabe) blieben bei der grundlegenden Veränderung. In den USA hingegen durfte die Platte 1974 wieder mit dem Originalcover erscheinen. Angemerkt sei noch, dass bereits zehn Tage nach der Veröffentlichung die Original-LP 1969 vergoldet wurde.

Unzensiertes Cover
Zensiertes Cover
Zensiertes 3-D-Cover

Bob Seger: Ramblin´ Gamblin´ Man, LP 1969

Ursprünglich war für das Cover die "nackte Venus" vorgesehen, doch das Motiv erschien der Plattenfirma zu gewagt und so wurde die Venus mit einer Robe versehen. Bei dem dafür verantwortlichen Zensor soll es sich um einen gewissen Dr. Fine gehandelt haben. Segers Anmerkung auf der Rückseite der Platte "Thank you Dr. Fine" ist somit sarkastisch zu verstehen.

Unzensiertes Cover
Zensiertes Cover

Alice Cooper: Love it to deatch, LP 1971

Weil man den Daumen vor der Hose auch für einen Penis halten konnte, wurde die ursprüngliche Fassung später retuschiert.

Unzensiertes Cover
Unzensiertes Cover Detail
Zensiertes Cover

Mom´s Apple Pie: Same, 1972

Das Originalcover stammt von Nick Caruso. Insbesondere das fehlende Dreieck im Kuchen gab Anlass zu wilden Spekulationen. Kritiker entdeckten in der ausgesparten fleischfarbenen Form, aus der eine weiße Flüssigkeit tropft, die Nachbildung der weiblichen Vagina. Das Cover erschien in einer zweiten Form wieder mit dem ausgesparten Dreieck, aber ohne die fleischfarbene Tönung. An diese Stelle rückte eine Art Mauerwerk mit der amerikanischen Flagge und einem Stacheldrahtgeflecht.Im Hintergrund beobachtet u.a. ein Polizist das Treiben in der Stube. Auf dem Original fehlt er. Offenkundig wollte die Gruppe mit dem veränderten Bild einen entsprechenden Kommentar zum Verbot des Originalcovers abgeben.

Unzensiertes Cover
Zensiertes Cover

James Gang: Gang bang, LP 1973

Das Cover wurde gerade in Verbindung mit dem Titel der Platte "Gruppenvergewaltigung" kritisiert.

Unzensiertes Cover

Roxy Music: Country Life, 1974

Das europäische Cover der Platte durfte in den USA nur ohne die Frauen erscheinen.

Unzensiertes Cover
Zensiertes US-Cover

Silver Convention: "Save me", 1975

Die Platte der Disco-Gruppe erschien 1975 in einer zensierten und in einer unzensierten Version.

Unzensiertes Cover
Zensiertes Cover

Ufo: "Force it", UK 1975

Auf dem Originalcover ist auf einem gestochen scharfen Bild eine Badezimmerszene abgebildet. In der zensierten Version ist die gleiche Szene zu sehen, jedoch die Bildschärfe genommen, so dass das Treiben der beiden abgebildeten Personen nur noch in Schemen zu erkennen ist.

Unzensiertes Cover
Zensiertes Cover

Scorpions: „Virgin Killer“, 1976/2008

Wegen des angeblich pornographischen Covers legten britische Internet-Provider die Online-Enzyklopädie Wikipedia lahm. Die Hülle von 1976 zeigt ein nacktes, junges Mädchen und hatte bereits damals für Proteste und eine Veränderung des Covers geführt. In Deutschland war der Artikel in Wikipedia nach wie vor verfügbar. Im Frühjahr 2008 hatte das Cover in einem Wikipedia Artikel sogar die US-Bundespolizei FBI auf den Plan gerufen, die wegen Kinderpornographie ermittelte. Die Wikipedia-Foundation bezeichnete die Sperrung als Zensur. (ZDF online 8.12.2008)

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Boxer: Below the belt, LP 1976

Die ursprüngliche Fassung des Covers wurde nach öffentlicher Kritik später sowohl bei der Vorder- als auch bei der Rückseite geändert.

Unzensiertes Cover
Rückseite unzensiertes Cover - Ausschnitt
Rückseite unzensiertes Cover vollständig
Zensiertes Cover
Zensiertes Cover Rückseite

Walter Egan: Fundamental Roll, 1977

Aufgrund der Rückseite des Covers von 1977 wurde der Ruf nach einer Zensur laut: der gehobene Rock wurde als sexistisch eingestuft.

Rückseite

Boney M.: Love for Sale, LP 1977

Unzensiertes Cover
Zensiertes Cover

Monroe: Same, 1978/vermutlich

Das Cover der Platte wurde von Frauenverbänden als „sexistisch“ eingestuft und mit einem Zensur-Sticker versehen.

Zensierte Fassung

Foreigner: "Head Games" 1979

Das Cover der Platte wurde von Frauenverbänden als „sexistisch“ eingestuft.

Unzensierte Fassung


Phoney and the hardcore: Phoney Hits, LP 1979

Das Cover der Platte wurde von Frauenverbänden als „sexistisch“ eingestuft.

Heftig diskutiert

The Scorpions: "Lovedrive", LP 1979

Das Cover der Platte wurde in den US z.T. nur in Papier eingewickelt verkauft, dann mit einem schwarzen Cover und einem blauen Skorpion anstelle des "unzüchtigen" Kaugummibildes versehen.

Unzensierte Fassung
Zensierte US-Fassung

Sniff ´n´ the Tears: "The Games´s up", D 1980

Der zweiten LP von „Sniff ´n´ the Tears“ mit dem Titel „The Games´s up“ wurde in den USA eine neue Hülle verpasst.

Unzensierte deutsche Fassung

Bow Wow Wow: "Your Cassette Pet", EP 1980

Das Cover löste eine Kontroverse aus, weil die 14-jährige Annabella Luwin fast nackt abgebildet war.

Unzensierte Fassung

Lucifer´s friend: "Sneak me in", 1980

Nach Protesten amerikanischer Frauenverbände wurde das ursprüngliche Cover für den US-Markt entschärft. Auch der deutsche "Musikexpress" (Nr. 9 1980) verurteilte das Cover als "sexistisch".

Unzensierte deutsche Fassung
Zensierte amerikanische Fassung

Whitesnake: "Come an´get it", D 1981

Öffentlich wurde in der Musikzeitschrift Musik Express Nr. 6 (1981) das Cover von dem Deep Purple Ableger „Whitesnake“ als „sexistisch“ bezeichnet.

Unzensierte deutsche Fassung


Bow Wow Wow: See Jungle!, Maxi 1981

Das Cover löste nicht nur aufgrund der Nacktszene Kontroversen aus (wie bekanntlich bereits bei Manets Bild "Frühstück im Grünen", das als Vorlage diente,) sondern vor allem auch, weil die abgebildete Annabella Lwin zur Zeit der Aufnahme erst 15 Jahre alt war. Selbst Scotland Yard ermittelte. In den USA wurde die Platte zunächst verboten.

Unzensierte Fassung
Variation
Variation

Dr. Koch Ventilator: Torso in Aspik, D 1981

Dieses Cover wurde in der Zeitschrift Musik Express Nr. 6 (1981) als „sexistisch“ bewertet.

Unzensierte deutsche Fassung

Marius Müller-Westernhagen: "Stinker", D 1981 (Coverrückseite)

In der Zeitschrift Musik Express Nr. 6 (1981) wurde dieses Cover als Beispiel für „Sexismus“ abgebildet.

Unzensierte deutsche Fassung

Sammy Hagar: "Standing Hampton", 1982

Das Cover, urteilte der "Musikexpress" (3/1982), "reiht sich nahtlos ein in jenen frauenverachtenden Hüllenschmutz, mit dem uns auch schon die Scorpions, Westernhagen Whitesnake u.v.a. vollgeekelt haben."

Sammy Hagar: "Standing Hampton"

Rods: "Let them eat Metal", 1984

Das Cover wurde 1985 von der Bundesprüfstelle indiziert.

Unzensierte Fassung

Roger Waters: The pros and cons of hitchhiking, LP 1984

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Scorpions: „Love at First Sting“, 1984

Die deutschen Hardrocker hatten neben ihrem in Deutschland „klassischen“ Virgins-Zensurfall mit anderen Platten auch in den USA Probleme: So schuf Polygram für ihre Scheibe „Love at First Sting“ ein unverfänglicheres US-Cover, nachdem Wal-Mart protestiert hatte.

Unzensierte Fassung

V.A.: "When men were men ... and sheep were scare, 1985

Das Cover des Samplers „When men were men ... and sheep were scared“ mit Hard-Core-Gruppen wie „Secret Hate", „Falling Idols“ oder „The Vandals“ zeigt u.a. Jesus, Elvis, Hitler und Batman. Ärger erregte aber nur John Wayne´s offener Hosenstall und sein strammer Penis. Das Glied des Anstoßes musste schließlich in einer zensierten Fassung durch einen Aufkleber bedeckt werden.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

====Die Ärzte: "Gehn wie ein Ägypter" (Maxi), D 1987 und Die Ärzte „Ab 18“ (MiniLP), D 1987 (Rückseite) Die Platte „Ab 18“ wurde aufgrund von Text und Covergestaltung indiziert. Insbesondere wurde das Motiv von „Sweet Gwendoline“ aus dem gleichnamigen Comic von John Willie beanstandet, das eine gefesselte weibliche Figur auf der Rückseite (ungefähr 5 cm groß) in der rechten unteren Ecke zeigt. Es taucht in abgewandelter Form auch auf der Maxi und der Single „Gehn wie ein Ägypter“ (eine Verballhornung des Bangles Hits „Walk like an Egyptian“) auf. Die zuletzt genannten Platten hatten keinerlei Probleme mit der Zensur.

Unzensierte Fassung "Ab 18"
Unzensierte Fassung "Gehn wie ein Ägypter"

Savage Grace: Master of Disguise, 1985

Die Platte wurde aufgrund des Covers 1985 von der Bundesprüfstelle indiziert. (Archiv)

Savage Grace: Master of Disguise

Bon Jovi: Slippery when wet, LP 1986

Jon Bon Jovi behauptete, ihn habe lediglich der pinkfarbene Rahmen gestört, als das Cover der Platte, das der Band 1986 zum Durchbruch verhalf, verändert wurde. Beim Label hatte man Sorge, Händler könnten die Scheibe nicht anbieten. Es gab also vor Verkaufsstart ein neues Cover. Japan entschied sich, trotzdem bei der ursprünglichen Variante zu bleiben.

Haunted Henschel: "Child", 1988

Die Platte wurde vor allem wegen des Covers am 31.10.1990 indiziert.

Unzensierte Fassung

Sodom: "Mortal Way of Live", 1988

Die CD erschien in einer unzensierten und in einer zensierten Fassung.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Ted Nugent: "If you can´t lick `em… lick `em" (LP), F 1988

Das Cover wurde von Frauenverbänden als „sexistisch“ eingestuft.

Unzensierte Fassung

Great White: Hooked (CD), 1991

Das ursprüngliche Cover der CD „Hooked“ wurde als „sexistisch“ bewertet und die darauf abgebildete nackte Frau in der nachfolgenden Fassung einfach ins Meer heruntergelassen.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung


U 2 "Achtung Baby", 1991

Das ursprüngliche Cover zeigt auf der Rückseite Adam Clayton nackt. In der US-Fassung wurde dieses Foto mit einem X versehen.

Unzensierte Fassung
Unzensierte Fassung Detail
Zensierte Fassung

Schröder Roadshow, neunziger Jahre

Diskussion löste ein Fotoentwurf für ein Plattencover von „Schroeder Roadshow“ aus, weil die Gruppenmitglieder sich darauf nackt präsentiert hatten. In einer entschärften Fassung zeigten sie sich schließlich mit einer Art Lendenschurz, der zumindest ihr Gemächte bedeckte.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

David Bowie: "Tin Machine 2", 1991

Die nackten Statuen auf dem Cover gerieten alsbald in die Kritik: Das Cover wurde entsprechend zurückgezogen und durch ein unverfängliches ersetzt. (Spiegel 33 1991)

David Bowie: "Tin Machine 2"

Type O Negative: The Origin of the Feces, 1992

Das ursprüngliche Cover der CD wurde zurückgezogen und durch ein weniger verfängliches ersetzt.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung


The Black Crowes: Amorica, 1994

Das ursprüngliche Cover der CD wurde zurückgezogen und durch ein weniger verfängliches ersetzt.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Pantera: "Far Beyond Driven", 1994

Das Cover zeigte einen Bohrer in Po und wurde deshalb verändert.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

NOFX: Eating Lamb, 1996

Im Juni 1996 in einem Plattenladen in Münster die NOFX-Platte von der Polizei beschlagnahmt und der Händler wegen Verbreitung jugendgefährdender Schriften ("Dealer von Tierpornos") verklagt. (Ultimo 1996)

Verbotenes Cover der LP-Version
Alternatives Heavy-Petting-Zoo-Cover der CD: erlaubt

White Zombie: Supersexy Swingin´ Sounds, 1996

Das nackte Frau auf dem Cover wurde für die Walt-Mart-Kette mit einem Bikini versehen.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Ministery: Dark Side of the Spoon, 1999

Die Handelskette Kmart weigerte sich aufgrund des Covers das Album in das eigene Sortiment aufzunehmen.


Kylie Minogue, Fever, CD 2001

Original
zensierte Fassung Saudi Arabien
Spanische Fassung


Mariah Carey, Glitter, CD 2001

unzensierte und zensierte Fassung Saudi Arabien

Mariah Carey, diverse CDs

unzensierte und zensierte Fassungen Saudi Arabien

Christina Aguilera, Stripped, CD 2002

unzensierte Fassung und zensierte Fassung Saudi Arabien

Hole: "Dicknail" (Single), 2003 (?)

Das Cover hat Courtney Love, die Witwe von Kurt Cobain, entworfen. Sie wollte es unbedingt mit einem Foto ausstatten, das sie selbst nackt als Kind in einer Badewanne zeigt. Drucker lehnten den Auftrag aus Protest ab. (Page 08 / 2003)

Umstrittenes Cover mit dem Kinderfoto von Courtney Love in der Badewanne



Shakira, Oral Fixation, CD 2005

Original und zensierte saudische Fassung

Madonna, Hard Candy CD 2008

Original
Zensierte saudische Fassung

Kylie, CD o.J.

Zensierte saudische Fassung und Original

Kate Perry, One of the boys, CD 2008

Original und zensierte saudische Fassung
Original
Zensierte saudische Fassung

Lady Gaga, Remix, CD 2010

Original
Zensierte saudische Fassung

Kate Perry, Teenage Dream, CD 2010

Original
Zensierte saudische Fassung


Kanye West: "My Beautiful Dark Twisted Fantasy", CD 2010

Als Kanye West George Romo mit der Gestaltung seines Album-Covers zu "My Beautiful Dark Twisted Fantasy" beauftragte, beabsichtigte er bereits dessen Zensur. So kam es denn auch: eine armlose, dafür geflügelte Nackte mit Dalmatiner-Schwanz rittlings sitzend auf Mr. West himself genügte. West bot 2010 alternativ zunächst eine Ballerina an, dann entstanden noch mehr Cover-Bilder.

Christina Aguilera, Lotus, CD 2012

Original
Version
Zensierte saudische Fassung

Bat for Lashes: "The Haunted Man", CD 2012

Noch 2012 störten sich Händler in den USA an Bat for Lashes' Cover zu "The Haunted Man". Die nackte Frau musste neben dem erlegten Mann noch einen Sticker tragen.

Original
Version

Lady Gaga, Do what you want, CD 2013

unzensierte Fassung
zensierte saudische Fassung


Sky Ferreira: "Night Time, My Time", CD 2013

Sky Ferreira wollte sich bei der Cover-Gestaltung für "Night Time, My Time" 2013 nicht reinreden lassen. Statt dem Vorschlag der Plattenfirma zu folgen und ein konventionelles Foto von sich zu wählen, entschied sie sich für ein Porträt, das der Fotograf Gaspar Noé geschossen hatte. Bei der iTunes-Präsentation machte Ferreiras Label ihr allerdings einen Strich durch die Rechnung und schnippelte den Nippel weg.

unzensierte Fassung

Lady Gaga, Artpop, China 2014

Lady Gaga durftete 2014 schließlich doch noch ihr Album in China auf den Markt bringen. Die aktuelle Platte wurde dafür aber etwas angepasst. Das recht nackte Cover wurde entschärft und der Titel des Liedes "Sexxx Dreams" wurde zu "X Dreams" geändert. Dank dieser Änderungen darf Lady GaGa das erste Mal seit drei Jahren eine Scheibe in der Volksrepublik veröffentlichen. (FAZ 22.1.2014)

unzensierte Fassung
zensierte chinesische Fassung

Schallplattencover: Gewalt

Alice Cooper: School´s out (Single), D 1972

Von dem Cover seiner ersten großen Hitsingle „Schools Out“ aus dem Jahr 1972, die sogar Nummer 1 in England wurde, sind in Deutschland zwei verschiedene Fassungen erschienen, vermutlich weil das erste Motiv „Erhängter mit einem Strick um den Hals“ durch ein weniger anstößiges (ein geschminkter Alice Cooper mit einem Mikro) ersetzt werden musste.

unzensierte Fassung
zensierte Fassung


AC / DC: If you want blood, LP 1978

Geriet aufgrund des Cover in die öffentliche Kritik.

Killer, Ladykiller, LP 1981

unzensierte Fassung
zensiert
zensiert

Guns and Roses: "Appetite for Destruction", 1987

Zensierte und unzensierte Fassung "Guns and Roses" wurden gezwungen ein Cover zu verändern: ursprünglich war auf dem Cover ein Roboter zu sehen, der eine Frau vergewaltigt.

unzensierte Fassung
zensierte Fassung

Back to the Weapons: Same (Maxi), D vermutlich achtziger Jahre

Wegen der „gewaltverherrlichenden Darstellung“ wurde die ursprüngliche Version mit einem Aufkleber versehen.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung


The Beautiful South: Welcome to the beautiful south, 1989

Wegen der „gewaltverherrlichenden Darstellung“ wurde die ursprüngliche Version geändert und das Cover mit zwei Teddybären versehen.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung


Thee Headcoats: Beach Bums must die, LP 1990

Stand aufgrund der Coverabbildung in der öffentlichen Kritik

Unzensierte Fassung

Cannibal Corpse: Butchered at birth, 1991/1994

Die CD wurde am 31.10.1991 von der Bundesprüfstelle indiziert und am 3.3.1994 vom Amtsgericht Stuttgart beschlagnahmt.

Unzensierte Fassung

Cannibal Corpse: "Eaten Back to Life", "ToTM", u.a.,1990/1992

Seit dem Debütalbum Eaten Back to Life versuchten US-Politiker Musik und Konzerte zu verbieten. In Australien, Neuseeland und Korea waren Cannibal Corpse lange Zeit komplett verboten. In Deutschland sind die ersten drei Alben und die EPs Hammer Smashed Face und Worm Infested indiziert. Viele Alben wurden mit zwei unterschiedlichen Covern veröffentlicht, da die amerikanischen Versionen der Zeichnungen so brutal sind, dass sie in Ländern wie Deutschland nur in gemäßigter Form auf den Markt gelassen wurden. Auch ToTM wurde indiziert.(wikipedia)

Unzensierte Fassung
Unzensierte Fassung

Body Count: Cop Killer, 1992,

Auf dem ursprünglichen Cover ist ein martialisch dreinblickender Muskelprotz mit nacktem Oberkörper zu sehen, auf dem der Schriftzug „Cop-Killer“ zu lesen ist. Das Cover musste verändert werden. Aus dem Schriftzug „Cop Killer“ wurde ein einfaches „Body Count". Gleichzeitig wurde auch der CD Titel geändert und das Rückseitencover, das ursprünglich fünf Einschusslöcher zeigt, durch einen durchgehend schwarzen Hintergrund „entschärft".

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung
Unzensierte Fassung Rückseite
Zensierte Fassung Rückseite

Brujeria Matando Gueros, 1995,

Auf dem Originalcover ist ein Mann zu sehen, der von einem Zug enthauptet wurde, eine Methode, die die Mafia häufig als Bestrafung anwendet. Das Cover wurde durch ein schwarzes Cover ersetzt.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Blue Oyster Cult: Heaven forbid (CD), 1998

Die CD erschien in einer zensierten und in einer unzensierten Fassung.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Cannibal Corpse: Bloodthirst (CD), 1999

Die CD erschien in einer zensierten und in einer unzensierten Fassung.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung


Andrew W.K.: I get wet, CD 2003

Einige US-Läden verkauften die CD mit einem schwarzen Sticker, der die blutige Nase und den blutigen Mund verbarg.

Unzensierte Fassung

Severe Torture: Misanthropic Carnage (CD), 2003

Die CD erschien in einer zensierten und in einer unzensierten Fassung.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Cannibal Corpse: "The wretched spawn" u.a., um 2005

Bei ebay wurden Teile der Abbildung des Covers abgedeckt. Auch erschienen von einzelnen Cd´s in Deutschland und international unterschiedliche Fassungen

Angebot mit weißem Balken
Cannibal Corpse: "The wretched spawn"
Cannibal Corpse: deutsche Fassung
Cannibal Corpse: internationale Fassung

Schallplattencover: Moral

The Beatles: "Yesterday and today" (LP), 1966

Das erste Cover war nur für kurze Zeit auf dem amerikanischen Markt. Dann liefen die Moralapostel Sturm, weil die Beatles auf der Plattenhülle zusammen mit rohem Fleisch und zertrümmerten Spielzeugpuppen zu sehen waren. Die Hülle wurde sofort aus dem Handel gezogen und teils überklebt oder eingestampft. Die wenigen Exemplare, die zwischenzeitlich auf den Markt gelangten, erzielen heute extreme Preise. Inzwischen ist das sog. Butcher-Cover als Wiederveröffentlichung wieder ohne Beanstandung herausgegeben worden.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Mama´s and Papa´s: "If you can believe your eyes and ears", 1966

Für die Single „If you can believe your eyes and ears“ (1966) wurden gleich drei Cover gestaltet, weil selbst eine „entschärfte“ Fassung eines Badezimmermotivs der Plattenfirma immer noch nicht tugendhaft genug erschien. Zunächst wurde die Toilette durch ein Werbeplakat ersetzt und später der Bildausschnitt so gewählt, dass die eigentlich in der Badewanne sitzenden Gruppenmitglieder nur noch ab ca. Brusthöhe zu sehen sind. Auch die Badewanne musste verschwinden.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung
Zensierte Fassung

Rolling Stones: "Beggars Banquet" (LP), D 1968

"Beggars Banquet“ erschien 1968 zunächst mit einem Cover, dass den mit Graffitis und Sprüchen verschmierten Innenraum einer Toilette zeigt. Auf Druck der Plattenfirma wurde es aus dem Verkehr gezogen. In der zensierten Form zeigt sich das Cover mit neutralen Schriftzug. Im Innenteil des Klappcovers allerdings ließen sich die Stones bei einer Art Orgie ablichten. In der späteren Wiederveröffentlichung konnte „Beggars Banquet“ wieder mit dem unzensierten Cover erscheinen.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Birth Control: Same (LP), Uk 1971, (Kondomcover)

Das Cover der Platte war heftig umstritten, weil es nicht nur einen Bezug zur „Geburtenkontrolle“ herstellte, sondern der in einem Kondom gefangene Aal insbesondere vielen katholischen Mitbürgern missfiel. Vorher war die gleiche Platten mit dem sog. „Pillendosencover“ mit 21 Anti-Baby-Pillen (1970 D) erschienen.

Unzensierte Fassung

Birth Control: Operation(LP), 1971,

Das Cover der Platte wurde in verschiedensten Ländern verboten.

Unzensierte Fassung Klappcover

Mama Lion: Preserve Wildlife, LP 1972

Das Cover der Platte war aufgrund der Darstellung der Frau, die einen kleinen Löwen säugt, umstritten. Es wurde schließlich von der Plattenfirma ersetzt.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Rolling Stones: Sticky Fingers, LP 1972

Das Cover - im Original mit einem echten Reißverschluß - löste in den USA eine Debatte aus und wurde in Spanien sogar ausgetauscht.

Unzensierte Fassung
Zensierte spanische Fassung


Led Zeppelin, Houses of the holy, LP 1973

Für die Gestaltung von Led Zeppelins "Houses of the Holy" zeichnet der renommierte Cover-Künstler Storm Thorgerson verantwortlich. Wenngleich es noch heute regelmäßig unter die schönsten seiner Art gewählt wird, monierten viele Händler 1973 vielleicht zu Recht die nackten Kinderpos. Trotz verändertem Cover war die Platte im Süden der USA lange nicht zu kaufen.

Unzensierte Fassung
US-Fassung


Scorpions, Lovedrive, LP 1979

Das Cover von Thorgerson, es zeigt eine Männerhand mit Kaugummi an einer Frauenbrust, führte in den USA 1979 zu Protesten. Etliche Händler verzichteten auf den Verkauf der Platte, gleichwohl das Magazin "Playboy" seine Arbeit zur besten Plattenhülle des Jahres kürte.

Unzensierte Fassung

Keks, DDR 1982

Auf einem Werbeplakat zeigte sich die Ost-Berliner New Wave Band „Keks“ in punkigen Kleidern. Als die vier Musiker ihr selbst entworfenes Poster farbig drucken lassen wollten, kamen sie mit den Behörden in Konflikt. Sie SED sorgte sich, dass die wüste westliche Punkmode in der DDR allzu viel Nachahmer finden könnte und untersagten die Veröffentlichung. Die Musikanten wollten sich jedoch nicht fügen: Für ihr neues Plakat, schlüpften sie zwar in brave Bürgerkleider, ließen aber die Punk-Klamotten zusammen gefegt zu einem Müllhaufen, neben Schaufel und Handbesen zu ihren Füßen, ablichten. Auch der Entwurf fand nicht die Gnade der Sittenwächter, die Symbole westlicher Dekadenz mussten getilgt werden. (Spiegel 28 1982)

Unzensiertes Plakat
Zensiertes Plakat


Die Toten Hosen: Unter falscher Flagge, 1984

Bei der Erstauflage ihrer LP „Unter falscher Flagge“ zeigt das Motiv auf der Flagge das Logo der Plattenfirma EMI, den sog. „EMI-Hund“ vor einem Grammophon. Der wurde später zensiert und musste dem typischen Hosenadler weichen. Ein weiterer Zensurfall ereignete sich im November 1996. Jan Timke, Politiker der „Statt-Partei", erstattete Strafanzeige wegen Beleidigung gegen die Düsseldorfer Punkband. Insbesondere die Textpassage ihres Songs „Bonnie and Clyde“ auf ihrer CD „Opium fürs Volk“ (Textauszug: „Wir rauben ein paar Banken aus oder einen Geldtransport, wir schießen 2,3,4,5 Bullen um“) rief aufgeregten Widerspruch hervor. Die Anzeige wurde von der Staatsanwaltschaft später zurückgewiesen. Auch mit ihrer Single „Sascha“ sorgten die Fun-Punks für Ärger, da ihre ironischen Anmerkungen zum Nationalstolz Widerspruch hervorriefen.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Poison: Open up and say ...Ahh!, LP 1988

Dass Cover erschien einigen Einzelhändlern zu vulgär. Sie weigerten sich es in ihr Angebot aufzunehmen. Die CD erschien in einer veränderten Version.

Unzensierte Fassung
Zensierte CD-Fassung


Jane´s Addiction: Nothing´s shocking, LP 1988

Dass Cover erschien einigen Einzelhändlern zu vulgär. Sie weigerten sich es in ihr Angebot aufzunehmen.

Unzensierte Fassung


Cher: Heart of Stone (LP), D 1989

Bei der ersten Fassung ist bei genauerem Hinsehen ein Totenkopf erkennbar. In der zweiten Fassung wurde er weggelassen.

Prince: Lovesexy, LP 1988

Dass Cover erschien einigen Einzelhändlern zu vulgär. Sie weigerten sich es in ihr Angebot aufzunehmen.

Unzensierte Fassung

Exodus: "Bonded by blood" (CD), F 1989

Die CD erschien in einer zensierten und in einer unzensierten Fassung.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Fantastischen Vier: "Frohes Fest", 1991-93

Indiziert wurde die Single am 30. November 1993 (BAnz. Nr. 224) auf Antrag des Stadtjugendamtes Heidelberg. Antragsgegenstand waren sowohl Frohes Fest wie auch Eins und Eins. Während die Bundesprüfstelle bei ersterem jedoch der künstlerisch anspruchsvollen Gestaltung und der satirisch-zynischen Absicht des Stückes Anerkennung zollte, maß man Eins und Eins pornografischen und frauenfeindlichen Charakter zu. Beim Titelstück wurde bemängelt, dass der satirische Charakter sich nur erwachsenen Hörern erschließe, Minderjährige jedoch durch die augenscheinlich negative Botschaft in ihrer moralischen Reife beeinträchtigt werden könnten. Jugendgefährdenden Status wurde daher beiden Liedern zugemessen und entsprechend eine Indizierung ausgesprochen. Die Band selbst war nicht bei der Indizierungsverhandlung zugegen, sondern ließ sich von ihrer Plattenfirma vertreten. Durch die Indizierung erlebte die Single einen ungewohnt hohen Ansturm an Käufen, da viele Fans damals schon diese „besondere“ Platte erwerben wollten.(wikipedia)

Text zu Frohes Fest: An Alle, An Alle, Diesseits und Jenseits der Grenzen In Nord und Süd – in Ost und West; wir grüßen Euch und wünschen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Mein Bruder sagt er hätte jetzt die Nase voll Denn der Schnee in diesem Jahr der wär mal richtig toll. Bevor er geht macht er sich noch einen frisch, und der Rest meiner Familie sitzt am Gabentisch. Familie kann man das nicht nennen Paps darf nicht mit Mutti pennen Denn vor einem halben Jahr lernte sie ’nen anderen kennen. Doch der Streit ist heut’ vergessen; Mutti lebt mit uns allein Paps, geht nach dem Essen und der andere kommt herein. Meine Mutti sagt: „Hallo lieber Nikolaus“. Meine Schwester sagt: „Den kenn’ ich, dass ist Onkel Klaus“. Der Typ sagt: „Ho, Ho!“ und packt die Geschenke aus, und ich frag’ mich „holt der heut noch seine Rute raus?“. Und als ich Ihn dann mit der Mutti auf Ihr Zimmer gehen seh’ dann tut das weh. Die Wahrheit – tut immer weh. Ich hasse diesen Typen und ich wünsche Ihm die Pest Ich wünsche mir ‚ne stille Nacht und euch ein Frohes Fest. Ich glaub’ ich mach’ mir erst mal eine Flasche auf, weil ich am Heilig Abend immer einen sauf’ Um 20h schau’ ich die Tagesschau, ich habe keine Kinder, ich hab keine Frau Den ganzen Tag hör ich kein’ Ton von meinem Telefon An meiner Klingel Klingelt keiner, mir egal, ich kenn’ das schon. und deshalb stoß’ ich ab und zu mal seine alte her. Sie will das und ich weiss das, sie ist ein geiles Luder, und ich geb’ es Ihr viel besser als mein Bruder. Alles was er wollte, hat er damals schon bekommen, mir hat niemand was gegeben, außer ich hab’s mir genommen, aber heute ist die Nacht da zahl’ ich’s allen heim, denn ich hab die scheiß Familie für mich ganz allein. Und nach der Mutter geb’ ich dann auch noch der Tochter den Rest, die brauch’ das, sie ist fast 12 – Frohes Fest. Mein Dealer freut sich, dass ich an der Nadel häng, mir ist das scheißegal, ich seh’ das nicht so eng. Die Kohlen für den Stoff verdien’ ich auf dem Strich, warum ich das so mach, das weiss ich selber nicht. Wo komm ich her, wo geh ich hin, dass hat doch alles keinen Sinn, freie Tage, Feiertage sind für mich nicht drin. Ich mach’ die Beine breit für Geld, auch am Fest der Liebe, und befriedige damit ungehemmte Männertriebe. Wenn ich mir was spritze, dann will das keiner sehen, doch der hat einen sitzen und auch noch einen stehen, manche denken sicherlich ich wäre kerngesund, manchen mach ich’s mit der Hand, und manchen mit dem Mund. Doch der Typ der wollte für 200 Mark, mit allem und vor allem ohne fand er stark. Und dabei war ich letzte Woche erst beim Test. Und wie war er? Positiv! – Frohes Fest.


Nirvana, Nevermind, CD 1991

Org.
Zensierte saudische Fassung


Van Halen: "Balance"-Covers, LP 1995

Verstörend fanden das Cover 1995 so viele Menschen, dass auch eine Version mit nur einem Kind auf der Wippe angeboten wurde.

Org.
Zensierte Fassung

TADs: 8-Way Santa, CD 1991

Für TADs Plattencover zu "8-Way Santa" wurde aus dem Bild eines netten, jungen Pärchens eine bunte Collage gemacht. Das Pärchen war allerdings gar nicht glücklich darüber und so verklagten sie die Plattenfirma und aus den jungen Wilden wurde "die Band vor einer Gruppe Kühen".

Org.
Zensierte Fassung

Marilyn Manson: Holy Wood, 2000

Das ursprünglich Cover wurde zensiert. Vermutlich aufgrund der religiösen Darstellung.

Unzensierte Fassung von Holy Wood
Zensierte Fassung

Belphegor: "Lucifer Incestus", 2003

Insbesondere wegen der Abbildung der Nonnen im Booklet wurde gegen die CD ein Indizierungsverfahren eingeleitet.

Unzensierte Fassung des Covers
Unzensierte Fassung der Booklet-Abbildung

Schallplattencover und Political Incorrectness

The Chantels: Same (LP), US Ende fünfziger Jahre

Bei den Chantels wurden zunächst die weiblichen Gruppenmitglieder auf dem Originalcover gezeigt. Später wurden sie gegen ein „anonymes“ weißes Pärchen ausgetauscht, um, so wird vermutet, insbesondere den Absatz im Süden der USA zu steigern.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung


Moby Grape: Same, USA 1967

Auf dem ursprünglichen Cover, einem Photo von Jim Marshall, sind die Mitglieder der Gruppe mit der US-Fahne abgebildet. Ein Mitglied deutet mit seinem Mittelfinger der rechten Hand auf ein Waschbrett. Dieser Finger wurde als „Stinkefinger“ angesehen und im Zusammenhang mit der amerikanischen Flagge als böswillige Verhöhnung des Staatssymbols betrachtet. In einer veränderten Version wurde der Finger wegretuschiert.

Unzensierte Fassung mit "Stinkefinger"
Zensierte Fassung ohne "Stinkefinger"


Sonny Hennig: Tränengas (LP), 1971

Die erste Solo-LP des Gründers von „Ihre Kinder“ erschien nicht in der ursprünglich vorgesehen Hülle. Hennig-Freund Ernst Schultz, vormals Grafiker, hatte passend zu den brisanten gesellschaftskritischen Texten eine Collage entworfen, die die Innenseite des Klappalbums bilden sollte. Doch die Juristen der Deutschen Grammophon Gesellschaft (die den Vertrieb übernehmen sollte), legte ein Veto sei. „Tränengas“ erschien in einer dokumentarischen Schwarz-Weiß Hülle. Die Produktionsfirma „Kuckuck“ stellte jedoch die Collage zur Diskussion und teilte mit, wo sie kostenlos nachbestellt werden könne.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Floh de Cologne: Lucky Streik (DLP), D 1973

Die politische ambitionierte Platte liefert ein Beispiel dafür, wie zu bestimmten Zeiten bewusst mit dem Zensurbegriff als Verkaufsargument gearbeitet wurde. In der Originalfassung steht auf dem Cover der Hinweis, dass die Platte „ungekürzt, unzensiert“ sei. Später wurde dieser Hinweis bei der Wiederveröffentlichung fallengelassen, gleichwohl sie mit der Originalfassung inklusive aller Attacken auf Staat und Gesellschaft identisch ist (Ausnahme: Hinweis auf das neue Label).

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung


Kiss: Alive (DLP), D 1974

Ein typisches Beispiel für den laxen Umgang mit Symbolen liefert die Gruppe „Kiss", deren letzte beiden Buchstaben zuweilen pointiert durch Runenschreibweise herausgehoben wurden, um zweifellos Assoziationen an die faschistische SS zu wecken. Von Beginn an führte dies zu Diskussionen in der Öffentlichkeit. Als 1974 das Doppelalbum „Alive“ herauskam, erschien das Originalcover zunächst mit den markanten Runen. Sowohl das große „Kiss“ auf dem Frontcover als auch die vielen Gruppenbezeichnungen auf den beiden Inserts und der Rückseite gaben diese Schreibweise wieder. Auf der Rückseite war zudem ein Foto aus einem Konzertsaal abgebildet, auf dem zwei Jugendliche zu sehen sind, die ein Plakat in Händen halten. Auch auf diesem prangt beim Original der Schriftzug „Kiss“ in Runenschrift. Aufgrund der Diskussionen um die historische Anspielung veränderte die Plattenfirma bei der Wiederveröffentlichung ein Jahr später die Schrift. Anstelle der Runen wurden das normale „S“ gesetzt. Sogar auf dem zitierten Plakat wurde die Veränderung vorgenommen. Doch überraschenderweise konnten später wieder die Runen erscheinen, etwa auf der Single „I was made for lovin´you“ (1979) oder auch auf der französischen Fassung von „Dirty Livin´“ (1979). Im Oktober 1980 aber brachte die deutsche Plattenfirma, die Hamburger Phonogram, eine Mitteilung heraus, in der sie auf die Problematik der Schrift hinwies. Um „für alle Beteiligten unnötige Schwierigkeiten (zu) vermeiden“ wurden die Mitglieder der Gruppe Kiss davon überzeugt, ihr Logo so zu verändern. Ein Jahr später kam die Single „The Oath“ heraus - ohne Runen.

Unzensierte Fassung Vorderseite
Zensierte Fassung Vorderseite
Unzensierte Fassung Rückseite
Zensierte Fassung Rückseite

David Bowie: Diamond Dogs, LP 1974

Ursprünglich zeigte das Cover David Bowie als Halb-Mensch, Halb-Tier, die Plattenfirma änderte es.

Unzensierte Fassung

Percewood´s Onagram: Ameuropa (LP), D 1974/1976

Auf dem ursprünglichen Cover von 1974 ist ein provokantes Hakenkreuz zu sehen, gleichwohl die Gruppe Percewood´ s Onagram keine faschistischen Inhalte transportierte. 1976 wurde die gleiche Platte dann in einer neutraleren Coverfassung angeboten.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

The Residents: The Third Reich `N Roll, LP 1976

Die Platte wurde wegen des Hakenkreuzes auf dem Cover in Deutschland verboten.

Unzensierte Fassung


Lynyrd Skynyrd: Street Survivors, LP 1977

Das Plattencover mit den Flammen im Hintergrund wurde verändert, nachdem zwei Bandmitglieder bei einem Flugzeugnglück umgekommen waren: die Flammen wurden entfernt.

Zensierte Fassung
Unzensierte Fassung

Sex Pistols and Ronnie Biggs: The Biggest Blow (Maxi), UK 1978

Die Platte galt als politisch nicht korrekt, weil die Pistols hier mit dem gesuchten Postbankräuber Ronald Biggs einen „gemeinsamen Song“ aufgenommen hatten.

Unzensierte Fassung

Die Ärzte: Uns geht´s prima (Maxi), D 1984

Im Fall der Ärzte-Maxi „Uns geht´s prima“ reichte allein die Darstellung eines allgemein akzeptierten Symbols auf einem Plattencover, um abgestraft zu werden. Sie hatten das Cover der besagten Platte nämlich exakt mit jenem „roten Kreuz“ versehen, wie es auch die gleichnamige Hilfsorganisation verwendet. Diese war darüber nicht sonderlich erbaut. Es folgte ein „blaues Kreuz“ und später noch zahlreiche farbliche Abwandlungen davon.

Fassung: Rotes Kreuz
Fassung: Blaues Kreuz


Frankie Goes To Hollywood: Two Tribes, Maxi1984

Frankie Goes To Hollywood: Two Tribes (Maxi), D 1984 (zensiert). In der englischen Fassung zeigt das Cover den Ringkampf zweier Stammeshäuptlinge, Reagan für Amerika und Tschernenko für Russland. Der sowjetische Botschafter in London überreichte Regierungschefin Thatcher deshalb eine Protestnote: sein Volk, so der Botschafter, fühle sich durch die verleumderische und unsittliche Darstellung des ZK-Vorsitzenden zutiefst in seiner Ehre verletzt. In Deutschland wurde auf die anrüchige Darstellung verzichtet.

zensiert
unzensiert

Bruce Springsteen: Born in the U.S.A (LP), UK 1984

Ernsthaft diskutiert wurde die Frage, ob der Mann auf dem Cover, auf die amerikanische Flagge pinkeln würde und das Cover deshalb zurückzunehmen sei.

Bon Rivage: Tod durch Sterben / Genf (Maxi), D 1988

Die Maxi „Tod durch Sterben / Genf (instrumental)“ ließ Uwe Barschel noch einmal sein Ehrenwort sprechen und kommentierte es u.a. mit Wassergluckern aus der Badewanne, was zusammen mit dem „Leichen"-Cover die Staatsgewalt einschreiten ließ. Die Platte wurde vollständig aus dem Verkehr gezogen. Zum Vergleich, die LP der Big Balls kam unbeschadet davon, obwohl sie ähnlich aufgemacht ist und auf der Rückseite auch noch ein Hinrichtung per Strang zeigt.

Fassung: Rotes Kreuz
Fassung: Blaues Kreuz


Mussolini Headkick: Themes for violent retribution, LP 1989

Heftig diskutiert.


Mussolini Headkic:k Blood on the flag, LP 1990


Iron Maiden: Women in uniform, 1990

Auf dem ursprünglichen Cover ist die damals amtierende Regierungschefin Maggie Thatcher in militärischer Pose abgebildet. Das Cover wurde heftig kritisiert und erschien in den USA in einer neutralen Fassung. Später wurde das Cover auf der CD doch wieder in der ursprünglichen Version veröffentlicht.

Sodom: „Til Death do us unite“ (CD), 1997

Auf dem ursprünglichen Cover der CD „Til Death Do Us Unite“ sind zwei sich entgegenwölbende (männlich und weiblich) Bäuche abgebildet, die mit dem Aufkleber “Selbstzensur wegen ´unanständigem` Cover“ überdeckt waren. Später – möglicherweise um den Absatz nicht zu gefährden - wurde der Balken gegen einen Totenkopf ausgetauscht: das Bandmaskottchen.

Chumbawamba: Anarchy, 1993

Die Darstellung der Geburt führte dazu, dass die CD in den USA in manchen Läden nicht verkauft oder in neutrales papier verpackt wurde.


The Beautiful South: Miaow, 1994

Die Darstellung des Hundes von HMV führte dazu, dass das Cover geändert werden musste.

Snog: Third Mall From the Sun 1999

Die Verwendung des Mc-Donalds Logos wurde auf Intervention von McDonalds z.B. in Australien gestoppt.

Unzensierte Fassung

The Coup: Party Music (CD),2001

Nach den Attentaten des 11. September wurden die Twin-Towers zu Symbolen von amerikanischen Werten. Da erstaunt es nicht, dass das Cover der CD „Party Music“ der politischen Rap-Band „The Coup“ kurz vor Veröffentlichung im Herbst 2001 geändert werden musste. Die Band stellte das Originalcover online und vertrieb das Album mit einem harmlosen Motiv. Das nach Angaben von Eric Nuzum (in: Korpe (Ed.) 2004, S. 150) bereits 18 Monate früher geplante ursprüngliche Motiv musste Hals über Kopf durch ein völlig anderes ausgetauscht werden. Statt des explodierenden WTC sieht man nun ein paar flambierte Cocktailgläser.
Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung


Dream Theater: Live Scenes from New York(CD),2001

Das Original-Cover wurde kurz vor den Anschlägen vom 11. September 2001 veröffentlicht. Die brennenden Türme wurden durch ein Logo ersetzt.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Britney Spears: Greatest Hits(CD),2004

Spears zeigte sich über das bearbeitete Foto auf dem Cover entsetzt ("Ich sehe aus wie ein Pornostar"). Kritik kam auch von der Tierschutzorganisation Peta, die den Pelz kritisierte. Bereits vorher hatte Peta den Auftritt eines Tigers in der Show von Spears kritisiert. (Max 24.10.2004)

Unzensierte Fassung

Religion

John Mellencamp: Mr. Happy go lucky, 1996

Auf dem ursprünglichen Cover sind Jesus und Satan im Hintergrund zu sehen. Die Handelskette Wal-Mart verlangte, dass diese entfernt werden.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Slayer: God hates us all, 2001

Das ursprüngliche Cover mit einer Bibel und blutigen Nägeln wurde als blasphemisch empfunden und in ein Cover mit Kreuzen umgewandelt.

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

P.O.D:. Payable on Death, 2003

In den USA verbannten insbesondere christliche Musikläden die CD aus dem Sortiment, da es sich bei der Abbildung um Okkultismus handeln könnte.

Unzensierte Fassung


Carolin Kebekus: Dunk den Herrn, 2013

Obwohl die neue Folge von "Kebekus" längst abgenommen war, zensierten die Programmverantwortlichen in letzter Minute einen Beitrag daraus: Das Video zu "Dunk Den Herrn" durfte nicht gezeigt werden. Carolin Kebekus aka Lana Del Reue aka Sister Mary Minaj aka DJ Mess-Dee-Naa zusammen mit MC Rene formulierte darin: "Bei Gott geht der Punk ab, weil nur er den Funk hat, Jesus ist der Shit und wer das nicht glaubt, der kackt ab." Der WDR allerdings hatte da - auch wegen der gezeigten Bilder - Befürchtungen: Es könnten Überzeugungen von Zuschauern verletzt werden", rechtfertigte der WDR die Entscheidung. "Dies war und ist nicht die Intention der Redaktionsgruppe 'Junges Fernsehen' – und ließe sich auch nicht mit dem WDR-Gesetz vereinbaren, das in § 5 ausdrücklich festlegt, die religiösen Überzeugungen der Bevölkerung zu achten." (laut de. 6.6.13)

Unzensierte Fassung


Deeyah Khan, 2013

Ihre Karriere als Popsängerin muss Khan aufgeben: Sie hatte zahlreiche Morddrohungen von Islamisten bekommen, denen Musik als lasterhaft gilt. (Spiegel 45 2013)

Rockmusik und Fernsehen

Beat-Club: "Trägt Uschi zu kurz?", 1965

Am 25.9.1965 wurde der erste "Beat-Club" im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Der Ansager entschuldigte sich vorab bei den Eltern: "Sie aber, meine Damen und Herren, die Sie Beatmusik nicht mögen, bitten wir um Ihr Verständnis: Es ist eine Live-Sendung mit jungen Leuten, für junge Leute." Proteste gab es dennoch und später wurde die Frage diskutiert, ob die Moderatorin Uschi Nerke zu kurze Röcke trage. (MZ 23.9.1905) Beat-club Ansage und Uschi Nerke im Minirock: http://www.youtube.com/watch?v=VMzoVYcJHyQ


Verbot für Zappas „Bobby Brown“, siebziger Jahre

TV-Moderatorin Désirée Nosbusch räumte später ein, dass sie Zappa bei RTL nicht spielen durfte, weil der Song „Bobby Brown“ auf dem Index stand.(Sdt. 6.7.2006)

Nina Hagen im "Club 2": Selbstbefriedigung, Österreich 1979

Für erhebliche Aufregung sorgte eine Live-Sendung von sorgte des "Club 2" (Titel „Was ist los mit der Jugendkultur?“), in der Nina Hagen vormachte, wie Frauen sich selbst befriedigen. Es folgten wochenlange Diskussionen mit der Forderung, die Sendung abzusetzen. (Archiv und wikipedia)

Nina Hagen legt im Fernsehen Hand an sich

Nipple-Skandal und Folgen, USA 2005

Amerikanische Rundfunk- und Fernsehsender drohen seit 2005 bei Ausstrahlung „unanständiger“ Sendungen höhere Geldstrafen als bisher (bis zu 500 000 Dollar). Anlasse für die Verschärfung war der sog. „Nipple“-Skandal. Bereits beim „Superbowl“ 2005 wurde das Spiel mit fünf Sekunden Verzögerung ausgestrahlt um „unanständige „ Zwischenfälle zu vermeiden. (FAZ 18.2.05)

Rockmusik und Rundfunk

„Nachtversorgung": Hardrockverbot, 1978

Das gemeinsame Radio-Nachtprogramm bekam in der Bundesrepublik am 1. Juli 1978 neueu Richtlinien, die die „Kleine Kommission Nachtversorgung“ erarbeitet hatte. So durfte z.B. zwischen 22.30 und 2 Uhr morgens weder Hard Rock noch moderner Jazz oder Salonmusik gespielt werden. Witze galten als unpassend wie auch aktuelle Informationen. Nach 2 Uhr waren laut Vorschrift der ARD-Nachtwächter Oldies und Evergreens gestattet, keinesfalls aber „vorgefertigte unterhaltende Wortbeiträge“. Nach 4.30 mußte es „rhythmische leichte Musik" sein. (Spiegel 21 1978)


Radio in den sechziger Jahren

In den sechziger Jahren fand in der Bundesrepublik eine Art Vorzensur darüber statt, was im Radio gespielt werden sollte oder nicht. Dabei gab es drei Hauptrichtlinien für die Plattenauswahl: „Lieder in deutscher Sprache müssen in einem vernünftigen Deutsch gesungen werden. Die Texte dürften nicht zweideutig (moralisch und politisch) oder blödsinnig sein. Die Platte muß technisch perfekt sein.“ So kam es, dass die Stones oder die Rattles Schwierigkeiten bekamen und von Drafi Deutschers „Drafi“ nur ein paar Stücke gesendet werden durften. Sein „Waterloo“ fiel wegen des Textes überall durch und auch „Eve of Destruction“von Barry McGuire stand vorm Sendeverbot. Die deutsche Version von „Shame and Scandle“ wurde ebenso abgelehnt wie Vickis „Messer, Schere, Gabel, Licht“.

Radio in den achtziger Jahren

In den 80er Jahren erstellte die PMRC ihre Liste der „Filthy Fifteen“. Unter den Kategorien X für „explicit sexual references“, D/A für „the glorification of drug or alcohol ubuse“, V für „violence“ und O für „occult“. Die Liste sah wie folgt aus: Judas Priest: Eat me alive Mötley Crue: Bastard Prince: Darlin Niki Sheena Easton: Sugar Walls W.A.S.P: (Animal) F-U-C-K like a beast Mercyful Fate: Into the coven Vanity: Strap on Robby Baby Def Lepard: High ´n`dry Twisted Sister: We´re not gonna take it Madonna: Dress you up Cyndia Lauper: She bop AC/DC: Let me put my love into you Black Sabbath: Trashed Mary Jane Girls: My house Venom: Possessed

Liste mit Songs, die u.a. boykottiert wurden

Die angefahrenen Schulkinder: Tötet Onkel Dittmeyer (Maxi), D 1991 Die vier Spaßmacher aus Osnabrück hatten in ihrem Song „Tötet Onkel Dittmeyer“ die Frage aufgeworfen, ob der aus Fernsehwerbung bekannte „Valensina“-Onkel eine Päderast sei. Das kommentierte der wirkliche Onkel mit den Worten „über Geschmack lässt sich streiten“, um schließlich doch noch vor Gericht zu ziehen.

The Beat: Stand down Margret, Ihr Song über Margret Thatcher wurde von London BBC boykottiert.

The Beatles „Why don’t we do it in the road” wurde von den meisten bundesdeutschen Radiostationen aufgrund der eindeutigen Botschaft nicht gespielt.

Jane Birkin Der mehr gestöhnte denn besungener Beischlaf „Je táime“ war die am meisten zensierte Platte des Jahres 1969. In Frankreich wurde der Song meist vorzeitig ausgeblendet, in Deutschlandebenso wie in England entweder gar nicht gesendet oder mit warnenden Kommentaren versehen und in Italien razziartig beschlagnahmt.


Johnny Cash 1967 wurde bei seinem Nummer-Eins-Hit „A Boy Named Sue“ die Passage über einen „son of a bitch“ („Hurensohn“) mit Pieptönen zensiert .

Crackers Die Single „Pornokino“ (D 1982) wurde von den meisten Rundfunkstaitonen in Deutschland nicht gespielt.

Cure „Killing an Arab in Cairo“ (1979) zeugte führte zu Protesten von Arabern, so dass die Platte aus dem britischen Rundfunk verbannt wurde.

Dave Dee, Dozy, Beaky, Mich und Tich. Über „Bend it“ ereiferten sich amerikanische Frauenverbände wegen der vermeintlichen Reduzierung der Frau auf ein Sexualobjekt. Das Stück wurde aufgrund des Textes in den USA verboten und durfte nicht mehr gespielt werden.

Death and Horror Die zei BBC-Scheiben „Sound Effects of Death and Horror“ and „More Death and Horror“ kamen hierzulande 1985 wegen der „Verherrlichung von Gewalt“ auf den Index. Die comicartig gezeichneten Cover mit Darstellungen aus dem Gruselkabinett und diverse Geräuscheffekte zu Themen wie „Schrei eines Erhängten“ oder „Hinrichtung“ waren nach Meinung der Sittenhüter durchaus dazu angetan, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung nachhaltig zu schädigen. Dabei war in Wirklichkeit manches arg harmlos. Um die „Ratten im Abwasserkankal“ aufzunehmen, ließen die Produzenten aus einer BBC-Teekanne Wasser in ein Gefäß tropfen. Das Trippeln der Ratten wurde durch Fingerklopfen erzeugt und das Nagen an Knochen entstand durh das Zerdrücken von Cornflakes.

Ina Deter Aus Angst davor, dass Ina Deters frauenbewegtes „Neue Männer braucht das Land“ auch als parteipolitische Aussage gewertet werden könne, durfte das Lied im Saarland nicht vor der Landtagwahl 6. März 1983 gespielt werden.

Ian Dury Der englische Sender BBC verbannte die Single „Spasticus Austicus“ von Ian Dury aus dem Programm, weil „unpassende“ Vokabeln wie „Spastiker“ als nicht sendefähig bewertet wurden. Schließlich zog die Plattenfirma Polydor das Stück in England zurück. In Deutschland allerdings blieb die Platte weiter auf dem Markt. Bereits zuvor war die Hit-Single „Sex & Drugs & Rock´n´Roll” von den Briten aufgrund des angeblich zweideutigen Texte mit einem totalen Spielverbot belegt worden.

Erste Allgemeine Verunsicherung Zum zweiten Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl hatte die österreichische Ulk-Truppe den Song „Burli, Burli, Burli“ veröffentlicht, in dem es um die Folgen der atomaren Reaktorkatastrophe ging. Der Bayrische Rundfunk untersagte eine Ausstrahlung.reagierte mit harscher Kritik.

Extrabreit Sie seien „geistige Brandstifter“ lautete der Vorwurf, mit dem Eltern und Lehrer die Gruppe 1980 bedachten. Ihr Song „Hurra, hurra, die Schule brennt“ wurde von einigen Sendern nicht mehr gespielt.

Mariane Faithful Als 1979 „Broken English” von der gleichnamigen LP erschien, weigerten sich die meisten deutschen Rundfunkstationen den Song zu spielen. Der Stück handelt von Faithfuls persönlicher Auseinandersetzung mit der Terroristin Ulrike Meinhof.

Falco Zunächst war der Österreicher wegen seines Drogensongs „Der Kommissar“ mit dem Bannstrahl des österrreichischen Rundfunks belegt worden. Dann erschien 1985 „Jeanny“. Angedeutet wird in dem Song die Möglichkeit eines Sexualmordes, der durch den Sänger aus der Täterperspektive beschrieben wird. „Aus moralischen und geschmacklichen Gründen“ verzichtete der Bayrische Rundfunk deshalb auf eine Ausstrahlung. Es folgten weitere Sendeverbote u.a. vom NDR, von Rias und vom SFB.

Die Fantstischen Vier Die Maxi-CD „Frohes Fest“ wurde im November 1993 wegen blasphemischer und moralisch desorientierender Texte auf den Index gesetzt. In dem Song – eine Auskoppelung aus der ersten LP – malen sich die Musiker ironisch aus, was am Heiligen Abend so alles passieren kann.

Fisher Z Mit einem Sendeverbot belegte der englische BBC „Remember Russia“, weil die Verantwortlichen ihn für anti-russisch hielten und Proteste der sowjetischen Regierung befürchteten.

Gebrüder Engel Die Single „Fassade/Skandal“ war bereits bei EMI gepresst, aber zur Auslieferung kam es nicht. Namhafte CDU-Politiker zeigten sich entsetzt über die angebliche „Verunglimpfung“ eines der ihren. Der NDR legte noch eins drauf und setzte gleich die ganze Gruppe auf die „Schwarze Liste“.

Hawkwind „Urban Guerilla“ wurde von den Medien wegen des wachsenden Terrrorismusgefahr in Großbritanien auf den Index

Buddy Holly Sein „Annie´s been working on the midnight-shift“ beschreibt die Erlebnisse von Annie in der Welt der Prostituierten und wurde deshalb im Rundfunk kaum gespielt.

Ideal Berliner Rias weigerte sich „Keine Heimat (Wer schützt uns vor Amerika)“ zu spielen, weil die Gefahr bestehe, dass das „Agitprop-Geplärre“ von den Hörern als „politischer Unsinn“ missverstanden werden könnte.

Irak-Kriege: Anti-Kriegs-Songs Platten gegen den Irak-Krieg der Amerikaner oder auch allgemein Friedenslieder wurden 2003 insbesondere bei US-Radiosendern aus dem Programm gestrichen. Die Beastie Boys („A world gone mad“), Lenny Kravitz hatte bereits während des Golfkrieges 1991 mit der Zensur Erfahrung gemacht, als er Lennons „Give peace a chance“ coverte, im US-Radio aber nicht gespielt werden durfte. Auch sein mit dem irakischen Musical Star Kadim el Sahir im März 2003 aufgenommener Song „We want peace“ wurde kaum von amerikanischen Programmen gesendet.

Judas Priest Einen Tag vor Heiligabend 1985 beging in den Vereinigten Staaten der Jugendliche Ray Belknap (18) Selbstmord. Sein Freund James Vance überlebte den Sebsttötungsversuch mit einem Jagdgewehr nur knapp. Die Eltern der beiden lebensmüden Rockfans klagten daraufhin gegen die britische Schwermetall-Band Judas Priest, denn kurz vor ihrem Tod hatte beide eine Judas Priest LP gehört und – so vermuteten die Eltern – den Texten (u.a.: „Leave this life with all ist sin / It´s not fit for living in”) die Aufforderung zur Selbsttötung entnommen. In der Klageschrift wurden „die suggestiven Texte, kombiniert mit dem beständigen Beat“ für die Bluttat verantwortlich gemacht.

Udo Lindenberg Bei einer ARD-Fernsehshow namens „Lieder mit anderen Worten“ sowie in der Sendung „Hits A Gogo“ wollten die verantwortlichen Redakteure Mitte der siebziger Jahre in seinem Song von „Bodo Ballermann“ die folgende Passage nicht hören: „...als die Damen ihm seinen Samen nahmen.“ Stattdessen wurde der Samen durch „Kräfte“ ersetzt. Der Engel-Song „Jeremias“ von seiner „Andrea Doria“-LP wurde zwar für die „Nordschau“ des NDR aufgezeichnet, jedoch nicht gesendet. Auch im Rundfunk wurden viele seiner Songs nicht oder nur zensiert gespielt, so etwa sein Song „Sex im Radio“ (von der LP „Panik Panther“, 1992).

Charles Manson Die Platte „Lie – The Love and Terror Cult, US 1970“ des wegen Mordes verurteilten Mansons ist in den USA verboten.

Massenmörder Die Platte „V.A.: Death Dealers“ mit den Stimmen von Massenmödern wie Charles Manson oder Jeff Dahmer, Ed Kempur und John Wayne Gacy zirkuliert mehr oder minder nur im Untergrund.


Paul McCartney “Give Ireland back to the Irish“ schrieb McCartney aus Protest über den sog. “Bloody Sunday” vom 31. Januar 1972. An diesem Tag waren bei einer Demonstration in Londonderry 13 irische Zivilisten von britischen Soldaten erschossen worden. Das Lied wurde in Großbritanien aus politischen Gründen auf den Index gesetzt und durfte im Rundfunk nicht gespielt werden. In den USA galt dieses Verbot nicht.

Ein Jahr später erschien „Hi , Hi, Hi“. Auch dieses Single wurde in England aufgrund angeblicher Anspielungen auf Sex und Drogen verboten.

Reinhard Mey 1996 sorgte ein Song des deutschen Liedermachers für dicke Luft in den Niederlanden. Die Nichtrauchervereinigung CAN beschwerte sich über das Lied „Gute Nacht Freund“, das zum Programmausklang der öffentlich-rechtlichen Radiosender gespielt wurde. CAN-Sekretär Nijpels verwies unter Hinweis auf die Textzeile: „Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette“ darauf, dass Rauchen heute kritischer bewertet werden müsse.

Peter, Paul & Mary Protestierten mit ihrem Stück „The Deserter” gegen den Vietnam-Krieg so vehement, dass prompt verboten wurde.

Pink Floyd In einem ihrer ersten Single-Hits „Arnold Layne“ (1967) erzählen Pink Floyd die Geschichte eines alternden Transvestiten, der auch schon mal Damenunterwäsche von der Leine klaut. Die Platte durfte von der englischen BBC nicht gespielt werden und selbst etlichen der halblegalen Piratensender war die Kost zu „heiß“.

Bekanntlich landete Pink Floyd in den siebziger Jahren dann noch mal mit „Another Brick in the Wall“ einen Meg-Hit. Er wurde zur internationalen Hyme der Schüler. Als allerdings südafrikanische Kinder in Soweto ihren Protest mit diesem Lied Ausdruck gaben, wurde es von den dortigen Behörden auf den Index gesetzt. Andern Ärger gab es mit dem selben Stück in Großbritanien, denn ausgerechnet die 23 Kinder einer vierten Klasse, die den Refrain „We don´t need no education“ gesungen haben, gehörten einer Schule an, die bekannt für ihr niedriges Bildungsnievau war. „Another brick in the wall“ wurde schließlich auch von Rundfunksendern wie der BBC boykottiert.

Police Der Song „Roxanne“ wurde 1979 von der britischen BBC über eine Prostituierte auf den Index gesetzt hatte. Gleiches widerfuhr zwei Monate später „Can´t stand losing you“. Das Lied, das vom Selbstmord handelt.

Pretty Things Im Oktober 1964 erschien „Don´t bring me down“. Der erfolgreiche Song schaffte die Top 10 in England, wurde in den USA aber wegen des Textes verboten.

Prince

Diverse Radioversionen z.B. von  „Sexy Motherfucker“ wurden deshalb schrecklich verstümmelt. In Deutschlands Wohnstuben wurde aus dem „Motherfucker“ ein unverfängliches „uhuh“. Andere Platten, insbesondere Auskoppelungen seiner dritten LP „Dirty Mind“, wurden komplett mit Rundfunkverboten versehen.  

Rolling Stones Ihre Single „Let´s spend the night together” durfte 1967 etwa bei Radio Luxemburg nicht gespielt werden Und als die Stones einen Auftritt im amerikanischen Fernsehen in der berühmten Ed Sullivan Show hatten, mußte Mick Jagger die anstößige Textzeile in ein „Let`s spend sometimes together“ umwandeln.

Sex Pistols

„God save the Queen“ wurden von 30% der Läden boykottiert wegen angeblicher Majestätsbeleidgung zu vertreiben. Zugleich belegten die meisten Rundfunk- und Fernsehstationen die Platte mit einem Bann.  

Slipknot Auch weil die Ami-Band mit ihren destruktiven Gewaltphantasietexten und einem bizarren Bühnen-Outfit zu den Lieblingsgruppen des Amokläufers von Erfurt gehörte, regten sich Stimmen, derlei Musik in Deutschland ganz zu verbieten.


Snoopy Doggy Dogg hen Radiosender Channel One nicht ins Programm aufgenommen.

Specials Ihr Hit „Too much too young“ wurde von der BBC aufgrund fragwürdiger Lyrik nicht gespielt

Ein Jahr später eckten die Specials mit den Protestsong „Ghost Town“ erneut an. Die Platte erschien passend zur Zeit der Rasenkrawalle in Brixton und Liverpool und erreichte unbeeindruckt vom BBC-Boykott Platz eins der Verkaufcharts.

Spider Murphy Gang Die Gang hatten 1981 ihren ersten Nr. 1 Hit mit „Skandal im Sperrbezirk“, der sich ziemlich unverblümt mit der Abschiebung einer Prostituierten aus dem Stadtgebiet beschäftigte. Das erregte die Gemüter in den öffentlich-rechtlichen Radiostationen so sehr, dass viele bundesdeutsche Sender sich weigerten, die Platte zu spielen. Auch der Nachfolge-Single „Ich schau Dich an“, ein kleiner Einblick in die Peep-Show, ward ein ähnliches Schicksal beschieden.

Stray Cats Die Single „Jeannie, Jeannie, Jeannie“, eine Cover-Version von Eddie Cochrans gleichnamigen Titel, dürfte den Weltrekord in der Aneinanderreihung von „unanständigen Wörtern“ innehaben. Ein amerikanisches Gericht jedenfalls befand, dass die Platte „pervers“ sei und erließ die Auflage, 85 der 91 Worte, die voller „Sauereien und sexueller Anspielungen“ seien, auszuwechseln.

Troggs Der britische Radiosender BBC setzte als erster die Hit-Singles „With a girl like you“ und „I can´t cantrol myself“ wegen angeblicher Zweideutigekeiten auf den Index. Australien und Deutschland folgten zumindest bei dem zweiten Stück.

Gene Vincent Sein Song „Woman Love“ (Frauenliebe) gilt als erste Rock`n`Roll-Platte, die offiziell Sendeverbot im amerikanischen Rundfunk erhielt. Vincents ekstatische Schreie und sein Bekenntnis, er „wolle eine Frau impfen“ und sei ohnehin nur auf der Suche nach einer Frau, die „immer nur an das eine denkt“ hatten die amtlichen Stellen derart aufgeschreckt, dass sie eine Ausstrahlung verhinderten.

Frank Zander

„Oh, Susi“ hieß der zensierte Ulk-Song vom ihm. Pipstöne ersetzen die Wörter, die ohnehin jeder ahnte.

Rockmusik, Filme und Videos

Entwicklung seit den 80er Jahren

Mit der steigenden Popularisierung von Musikvideos und deren gezielten Einsatz zum promoten von Musikstücken ab ca. den achtziger Jahren, tat sich ein ganz neuer Bereich für zensorische Eingriffe auf. Danach wurden hunderte von Clips verändert, manipuliert, entschärft oder erst gar nicht gesendet. Erotische Videoclips wie die von Queen, den Tubes oder Duran Duran wurden in Deutschland schon in den achtziger Jahren auf einer eigenen Compilation „Sexy Shorts“ veröffentlicht und waren bald nur noch unterm Ladentisch zu erwerben. Nachfolgend eine List von diskutierten oder boykottierten Videos.

Michael Jacksons „Thriller“ wurde in Deutschland zeitweise boykottiert. In Östereich lief das Video beinahe jeden Tag.

Frankie Goes To Hollywoods „Two Tribes“ wurde aus dem deutschen Programm genommen. Der ins Bild gesetzte blutige Catch-Ringkampf zweier Stammeshäuptlinge, Reagan für Amerika und Tschernenko für Russland, stieß auch im Moskauer Kreml auf wenig Gegenliebe. Der sowjetische Botschafter in London überreichte Regierungschefin Thatcher deshalb eine Protestnote: sein Volk, so der Botschafter, fühle sich durch die verleumderische und unsittliche Darstellung des ZK-Vorsitzenden insbesondere in dem Video zutiefst in seiner Ehre verletzt. Nicht viel anders fühlte man sich in Amerika, wo das besagte Video nur nach drastischen Schnitten der Zensur auf den Bildschirm zu sehen war.

Duran Durans „Wild Boys“

Mel Brooks “To be or not to be“ in dem Brooks in Hitlerverkleidung davon erzählt, wie ein Verrückter Deutschland fertigmacht, wurde als Verherrlichung des Nazi-Regimes missverstanden und musste aus dem Programm gestrichen werden.

Hingegen konnte „It-s raining men“ von den Weather Girls, das in den Staaten zensiert wurde, in Deutschland völlig problemlos gesendet werden.

Das Video zu „Up the Creek“ von Cheap Trick gibt es in drei Versionen: eine mit ganz nackten Frauen, eine mit halbnackten Frauen und eine ohne nackte Frauen.

Cassette „Sexy Shorts“ (The First Adult Music Compilation“) veröffentlicht wurden

Christina Aguilera Die SM-artige Performance im Video „Dirty“ war der Grund dafür, dass die meisten Fernsehanstalten auf diesem Globus sich weigerten, den Clip zu senden. In den USA kam es nahezu zu einem flächendeckenden Ausstrahlungsverbot. Und in Thailand schaltete sich sogar die Regierung ein, die im Video Hinweise auf den Sextourismus im eigenen Land ausgemacht hatte. Auch ihr Video zu "Can't hold us down" wurde von MTV wegen „obszöner“ Gesten nur entschärft gesendet.

Adam Ant Weil Adam Ant und seine Gespielin in dem Clip zum „Strip”-Song lediglich in Unterwäsche herumturnten wurde das Video vom englischen BBC boykottiert.

Blondie Debbie Harry erregte mit ihrem freizügigen Promotion Clip zu „Videodrome“ so starkes Aufsehen, dass die britische BBC die Ausstrahlung des Videos verbot.

Blow Monkeys Ihr Video „Out with her“ wurde aus dem Programm der BBC gestrichen.

Bruce & Bongo Ihr Video zu „Geil“ musste von den bundesdeutschen Bildschirmen verschwinden.

Julian Copes Mord und Totschlag sind im Video zur Single „Sunshine Playroom“ von Julian Copes (Teardrop Explodes) zu sehen. Auf Wunsch des Künstlers wurden sofort zwei Fassungen von dem Video gemacht: die genannte „harte“ und eine „weiche“ ohne allzu viel Blut.

Falco Wegen des 1985 erschienenen Videos zu „Jeanny“ mit seinem angedeuteten Sexualmord wurde ein Antrag auf Indizierung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften in Bonn gestellt. Dieser wurde abgelehnt. Offiziell verstößt das Video damit nicht gegen das „Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften“. Gleichwohl wurde es im Fernsehen von den meisten Sendern entweder gar nicht oder mit einer entsprechenden Distanzierung gesendet.


Peter Gabriel Das Video zu „The Barry Williams Show“ durfte erst ab 21 Uhr im britischen Fernsehen gezeigt werden. In dem Clip verwandelt sich eine von Gabriel beobachtete Talkshow langsam in ein Blutbad.

Madonna Das Video „Like a prayer“ wurde in Italien und Spanien mit einem Sendeverbot belegt. Etliche europäische Fernsehsender folgten und verzichteten auf eine Ausstrahlung. Der Tanz der leicht bekleideten Madonna zwischen brennenden Kerzen und die Erweckung einer Christusstatue in einer Kirche, die vom Altar herabsteigt und Madonna küsst, galt als blasphemische Provokation. In Italien schaltete sich der Staatsanwalt ein und ermittelte wegen „Gotteslästerung“. In der Bundesrepulblik entschlossen sich zwei öffentlich-rechtliche Fersnehanstalten, nämlich der Bayrische Rundfunk und der Westdeutsche Rundfunk, das Video nicht auszustrahlen.

Madonnas sado-masomäßiger „Erotica“-Clip war den meisten bundesdeutschen Sendern zu „scharf“ war und wurde deshalb meist nur in einer gekürzten Version gesendet.

MTV weigerte sich standhaft, den Clip zu „Justify My Love“ zu senden.

Die erste Fassung von dem Video „What it feels like for a girl“ wurde bei MTV nicht gesendet, weil sie „zu gewalttätig sei“. Die Verantwortlichen befürchteten, das Video könne Jugendliche zur Nachahmung anregen. Madonna Sprecherin Liz Rosenberg wies diese Überlegung zurück. Sie könne sich nicht vorstellen, dass jemand sich nach dem Anschauen ins Auto setze und bewusst einen schweren Unfall herbeiführe. In dem Video mimt die Sängerin ein missbrauchtes, von der Welt enttäuschtes Mädchen, das bei einem Umfall ums Leben kommt.

George Michael Das skandalträchtige Video zu seiner Platte „Freek“ wurde 2002 in einigen Ländern nur zensiert ausgestrahlt.

Nine Inch Nails Das SM-artige Video „Closer“ wurde von MTV nur in einer zensierten Version gesendet.

Prince-Clip „Kiss“ in Als 1986 das Video „Kiss“ in der Clip-Sendung „Formel-eins“ gezeigt wurde, legten besorgte Eltern die Telefonleitungen der Redaktion lahm, die im Gegenzug eine umfassende Prüfung weiterer Ausstrahlungen versprach. Prince hatte sich in dem Video mit einem Transvestiten rumgeräkelt und zuguterletzt den Musiktitel auch noch in Szene gesetzt. In den USA blieb das Video bei MTV unbeanstandet.

The Prodigy Die ekligen Videos wurden von den Musiksendern immer mal wieder boykottiert.

Stacey Q Das Video zu „Screaming in my Pillow“ zeigte die Sängerin beim Akt und wurde in Videosendungen wie „Formel Eins“ nie gesendet. Erst später tauchte es auf der Video-Kompilation „Sexy Shorts“ auf.

Rolling Stones Zu „She was hot“ rehten die Glimmer Twins ein Video, das dem amerikanischen MTV und der englischen BBC zu heiß war. In Detuschland gab es keine Probleme mit der Zensur.

Durchfiel bei der britischen BBC auch das Video „Undercover of the Night“,das mit Regisseur Julian Temple in Mexiko gedreht worden ist. Der vierminütige Polit-Thriller, im umkämpften El Salvador, wurde wegen Parteilichkeit mit einem Bann belegt. Auch in diesem Fall zeigte man sich in der BRD großzügiger und sendete das Video unzensiert.

System of a Down Ihr Video zur Single „Boom!“ zeigt einen Zusammenschnitt sämtlicher am Friedensdemonstrationen, die am 15.2.2003 stattgefunden haben. Die Botschaft, den Irak-Krieg abzulehnen, kam aber in weiten Teilen Europas nicht an, weil das Video aufgrund der politischen Parteinahme nicht gesendet wurde.


Rolling Stones: "Cocksucker Blues", 1975

Weniger Porno- und Drogenszenen führten zu einem Aufführungsverbot durch die Stones, als vielmehr die gesamte Tristesse vom Rockzirkus. (Spiegel 28 1975)

Prince: "Kiss", 1986

Als 1986 das Video „Kiss“ in der Clip-Sendung „Formel-eins“ gezeigt wurde, legten besorgte Eltern die Telefonleitungen der Redaktion lahm, die im Gegenzug eine umfassende Prüfung weiterer Ausstrahlungen versprach. Prince hatte sich in dem Video mit einem Transvestiten rumgeräkelt und zuguterletzt den Musiktitel bildhaft gemacht. In den USA blieb das Video bei MTV unbeanstandet. Nach der Ausstrahlung wurde der Song auf Platz 1 der Billboard-Charts katapultiert. (Archiv)

Madonna „Open your heart“, 1987

Das "Material Girl" zeigte sich in dem Video in gewagten Posen und trat in einer Peepshow auf. Einen Sturm der Entrüstung aber löste vor allem ein Kuss auf den Mund ihres Video-Partners Felix Howard aus, den der war bei den Dreharbeiten erst 13 Jahre alt. "Bravo" fragte daraufhin: "Madonna: Treibt sie es zu toll?"(Bravo 1987)

Beanstandete Szenen aus dem Video "Open your heart"
Beanstandete Szenen aus dem Video "Open your heart"

Mylène Farmer Clips, ab 1990

Insbesondere drei Clips von Farmer erregten das Aufsehen der Jugendschützer. Der Clip "Plus grandir" mit seinen religiösen Fantasmen war der erste, der die Aufmerksamkeit der Zensoren erlangte. In dem Clip wurden Bilder von Vergewaltigung mit religiösen Symbolen assoziiert: Während ihres Schlafes, als Gott über das schlafende Kind wachen sollte, dringt ein Unbekannter in das Zimmer von Mylène ein und raubt ihr die Reinheit des Kindes. Die Szene ist deutlich/explizit, Mylène ist nackt, belästigt von ihrem Aggressor, nichts wird verborgen, was dazu führte, daß einige Sender die Ausstrahlung dieses Clips ablehnten. "Beyond my control" war der zweite Clip, dessen Ausstrahlung aufgrund der expliziten Bilder und Texte tagsüber verboten wurde. Der dritte Clip, der zensiert wurde, war "Je te rends ton amour". Von François Hanss gedreht wurde er von einer Jury aus Müttern als «blasphemisch, blutig und unnötigerweise erotisch» beurteilt: Mylène betritt in dem Clip als Blinde einen Beichtstuhl.Ein Mann in Schwarz folgt ihr, versucht dann, Besitz von ihr zu ergreifen. Er nimmt sie, ihre Liebesspiele sind blutig... Mylène ist nackt, in einem Bad aus Blut, zusammengekrümmt, gekreuzigt. Der Clip wurde tagsüber wird auf den meisten Sendern nur in einer gekürzten Version ausgestrahlt, während die vollständige Fassung nur sehr selten, und wenn dann nach Mitternacht gezeigt wurde. Die vollständige Fassung wurde dann unter dem Titel «Mylène Farmer: das verbotene Video» verkauft. (u.a. Spiegel 27 1990/Archiv)

Still aus "Je te rends ton amour"

Marlene Mourreau, "Sombre desir", Frankreich 1991

Der Videoclip ihres Chansons mit dem Titel "Sombre desir" ("Dunkler Wunsch") erregte Anstoß beim Conseil superieur de l'audiovisuelle. Die Bilder der Videoaufnahme, die viel nacktes Bein und freien Rücken zeigen, könnten den Jugendlichen unter dem Fernsehpublikum schaden, lautete die Begründung dafür, dass das Video in das Mitternachtsprogramm verbannt wurde.

Beanstandete Szenen aus dem Video "Open your heart"

Cradle of Filth: "From the crade to enslave", EP 1999

Das Video zu der EP wurde in einer unzensierten und in einer zensierten Fassung erstellt. Die unzensierte ist zu sehen unter: http://video.yahoo.com/watch/3279061/9235479.

Cover zu Cradle of Filth

Madonna: „What it feels like for a girl“, 2001

Der Musiksender MTV lehnte eine erste Fassung ab, weil sie „zu gewalttätig sei". Die Verantwortlichen befürchteten, das Video könne Jugendliche zur Nachahmung anregen. Madonna Sprecherin Liz Rosenberg wies diese Überlegung zurück. Sie könne sich nicht vorstellen, dass jemand sich nach dem Anschauen ins Auto setze und bewusst einen schweren Unfall herbeiführe. In dem Video mimt die Sängerin ein missbrauchtes, von der Welt enttäuschtes Mädchen, das bei einem Unfall ums Leben kommt.

Slipknot: "Left behind", 2002

In dem Video verkauft ein Junge die Körperteile seiner getöteten Eltern. Als kurz darauf das Massaker von Erfurt geschah (17 Schüler wurden ermordet), geriet Slipknot in die Kritik, auch weil der Amokläufer ein Fan der Gruppe gewesen sein soll. (Archiv) http://www.youtube.com/watch?v=1sQY1Qu2Fw4 (left behind video)

Szene aus "left behind"

Christina Aguilera: "Dirrty", 2002

Das Video war vielen US-Fernsehsendern zu freizügig: sie weigerten sich den Clip zu zeigen. (WN 23.10.2002) http://www.youtube.com/watch?v=r8EB4TZs72M

Madonna: "American Life", 2003

In dem Video wirft Madonna am Ende ein Feuerzeug in Form einer Granate auf einen Doppelgänger von George W. Bush". Vor der Veröffentlichung ersetzte Madonna dann das brisante Video durch ein weniger verfängliches. (Sdt. 18.11.2005) http://www.youtube.com/watch?v=Ie5Cbp__qA8 Zensierte Fassung

Britney Spears, Toxic, 2004

MTV USA verbannte das Video, indem Spears einen hautfarbenen Body trägt und beim Liebesspiel mit einem Mann in einer engen Flugzeugtoilette zu sehen ist, 2003 ins Nachtprogramm. In Europa durfte das Video auch tagsüber gesehen werden. Neben dem Spears Video wurde auch Videos von Blink 182, Maroon5 und Incubus mit "Megalomaniac" ins Nachtprogramm verbannt. (Max online 13.2.2004)

Zensierte und diskutierte Clips 2003/4

Nachfolgend werden einige Clips präsentiert, die in jüngster Vergangenheit entweder selbst oder deren Interpreten im Zusammenhang von Zensur diskutiert worden sind. Die Auswahl folgte keinem bestimmten Schema, sondern möchte Beispiele von vergleichsweise bekannten Interpreten vorstellen, die in der Öffentlichkeit aktuell kontrovers diskutiert werden. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Clips zu sehen:

1. Eminem: Guilty Conscience 2. Eminem: Just Don´t Give A Fuck 3. Korn: Alone I Break 4. Korn: Got The Life 5. Marilyn Manson: Sweet Dreams 6. Marilyn Manson: Tainted Love 7. Prodegiy: Smack My Bitch 8. Rammstein: Du Riechst So Gut 9. Rammstein: Stripped 10. Slipknot: Duality 11. Slipknot: Left Behind 12. Snoop Dogg: From The Church To Da Palace

Britney Spears: "Everytime", 2004

In dem Video ertrinkt die Sängerin in einer Wanne. Nach eigener Aussage handelt es sich dabei nicht um die Darstellung eines Selbstmordes, sondern um den Versuch, die Reinkarnation darzustellen. Experten kritisierten dennoch die Verherrlichung des Todes und forderten eine Zensur. (Archiv)

Still aus "Everytime"

http://www.myvideo.de/watch/657346/Britney_Spears_Everytime

Floria Sigismondis: "Megalomaniac", 2004

In dem Video wurden in kritischen Bildern u.a. Diktatoren gezeigt, die u.a. die Redefreiheit beeinträchtigt hatten. Das Video wurde von MTV zurückgezogen. (Page 6 2004)

Still aus Floria Sigismondis: "Megalomaniac"

Rammstein: "Mein Teil", 2004

In dem Video lässt sich der Sänger Till Lindemann von einem Engel oral befriedigen, beißt ihn später tot und schleift ihn weg. In den Medien wurde kritisiert, dass das Video bereits vormittags im Fernsehen laufe und als Vorbild für Kinder und Jugendliche dienen könnte.(Archiv)

Still aus "Mein Teil"

http://www.youtube.com/watch?v=B193-mJ61Ik "Mein Teil"


Eminem:'Ass Like That', 2005

Das Video löste kontroverse Diskussionen aus und wurde z.T. zensiert, vor allem, weil in ihm menschenähnliche Puppen zu sehen sind, die sich ausziehen und wollüstig küssen. Das Video ist angelehnt an die Serie 'Crank Yankers' (einer von Eminem's damaligen Lieblingsserien.

Duran Duran: "Falling Down", 2007

Das Video der Single "Falling Down" wurde von englischen TV-Zensoren verboten: zu kontrovers, so die Begründung. Die Musiker antworten mit "Unverständnis" und "Enttäuschung". In dem Film wird ein Britney-Spears-Double in eine Suchtklinik verfrachtet. Der Clip erzählt vom das kranken Verhältnis von Ruhm und Klatschpresse, die die Suchtklinik als letzten Zufluchtsort der Stars entdeckt hat. Am Ende steigt die geläuterte Britney in eine Limousine, ihr Rockstar-Freund reicht ihr ein Glas Champagner. (Spiegel 47 2007)

Britney Spears Video zu "Gimme More", 2007

Das Video alarmierte aufgrund seiner Freizügigkeit die Jugendschützer. (Stern 11.102007)

Nelly: "Tip Drill", 2009

Mit dem Video sorgte der US-Rapper für Empörung bei Behörden, Kirchen und Frauengruppen. Es wurde als frauenfeindlich eingestuft und zensiert. (stern online 17.1.2006). Die unzensierte Fassung ist zu sehen auf: http://fliiby.com/file/13309/jlc0pdhiuf.html.

Still aus "Tip Drill"

Beyonce: "Video Phone": "schrecklich" Camilla (Prinzessin von Cornwall), 2009

Das Video zur Single von Beyonce verurteile die Prinzessin im Kontext von sexuellen Mißbrauch und Vergewaltigung scharf und forderte eine Zensur. Das Video zeigt u.a. leicht bekleidet Beyonce mit Waffen. (Netz 30.11.2009)

Still auf dem Video "Video Phone"

Behemoth: "Ov Fire and the void", 2009

Das Video wurde von youtube entfernt. Zu sehen ist es unter http://www.vimeo.com/5992059.


Kaas: "Amokzahltag", 2009

„Ich geh’ ins Klassenzimer und schieß’ drauflos, um eure Scheißexistenzen zu beenden“ - in seinem Stück „Amokzahltag “ nahm der Reutlinger Rapper Kaas das Massaker von Winnenden vorweg. Das Lied ist das Titelstück seines Abums, das ausgerechnet zwei Tage nach der Bluttat erscheinen sollte. Der Termin wurde dann verschoben. Das extreme Video dazu zirkulierte im Netz, obwohl MTV die Ausstrahlung wegen "explizit dargestellter Gewaltszenen" abgelehnt hatte. Bei YouTube wurde es offenbar auf Betreiben der Plattenfirma Chimperator Das Label von Kaas hat den Streifen zwar mit einem Warnhinweis versehen. Mit Song und Video hat Rapper Kaas hat der Welt den Krieg erklärt und sagt: "Ich kann nicht gehen, ohne all den Wixern zu zeigen, was man so aus einem Kind wie mir macht." Dann folgen die ersten Schüsse: "Ich schieß drauflos, klack, klack, klack." Das Video zeigt sterbende Schüler in blutigen Bildern, einen Flur voller Leichen und das gewaltsame Ende des Täters... (zdf de 17.4.2009) http://vimeo.com/4713637

Lady GaGa: Video-Promo fürs Telefon, 2010

Das freizügige Promo-Video mit viel nackter Haut, lesbischen Küssen und Massenmördern hinter Gefängnismauern geriet mit Blick auf ein jugendliches Publikum schnell in die Kritik. Lady Gaga musste eine bereinigte Fassung herstellen, die auch tagsüber gezeigt werden konnte. (dailymail online 13.3.2010)

Beanstandeter lesbischer Kuß aus dem Promo-Video von Lady Gaga

M.I.A.: "Born free", 2010

Das Video wurde von youtube im April 2010 gesperrt. In dem Video wird u.a. ein Kinder hingerichtet. Bei vimeo hingegen war das Video weiterhin zu sehen. (Sdt. 14./15./8.2010)

Still aus dem gesperrten Video

http://vimeo.com/11219730 unzensierte Fassung

Der Polar: "Egoshooter", 2010

Das Video wurde auf youtube im September 2010 gesperrt. In dem Video wird u.a. der Drogenkonsum eines Freundes des Musikers gezeigt. Youtube erklärte, dass insbesondere die äußerst realistische Darstellung des Drogenmissbrauchs gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen habe. (Sdt. 14./15./8.2010)

Still aus dem gesperrten Video

http://vimeo.com/14092702 Unzensierte Fassung http://www.youtube.com/watch?v=Q5ayKf6yZFA Zensiert


M.I.A.: "Born Free", 2010

Das Video wurde 2010 von youtube gesperrt. (Sdt. 27.28.11.2010)

Still aus dem gesperrten Video

http://www.youtube.com/watch?v=5K8GoDXXUoY&NR=1&feature=fvwp

Joachim Witt: Gloria, 2012

Das Video zeigt, wie Bundeswehrsoldaten in einem nicht näher spezifizierten Einsatzgebiet eine Frau vergewaltigen. Das Einsatzabzeichen am Ärmel lässt auf einen Nato-Einsatz schätzen. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Oberst Ulrich Kirsch, sagte dazu: „Bei aller künstlerischer Gestaltungsfreiheit: Das Video verunglimpft deutsche Soldaten in geschmackloser Weise.” Der Künstler erhielt schließlich sogar Morddrohungen. Witt: „Ich habe mich entschuldigt und wollte niemandem zu nahe treten. Ich bin dankbar für jeden Soldaten, der etwas Gutes tut und fühle mit den Familien, die Familienmitglieder im Einsatzgebiet haben oder verloren haben. Ich entschuldige mich allerdings NICHT dafür, dass ich Krieg, Umweltverschmutzung und viele anderen Themen, die in diesem Video angesprochen werden, traurig finde. Das darf ein deutscher Künstler. Die Aussage des Liedes ist voller Liebe. Hört einfach mal genau hin.” (bild.de)

Rockmusik: Jugend- und Musikzeitschriften

"Bravo" vom 10.2.1972 indiziert

Besagte "Bravo" wurde als "jugendgefährdend" indiziert. Ein Ministerialdirektor vom Bayrischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung hatte einen Antrag gegen die Nummern 6 und 7 1972 gestellt. Er führte u.a. aus. „Das entwicklungsbedingte Bedürfnis(der "Bravo"-Leser), sich mit Vorbildern zu identifizieren, wird durch einen penetranten Starkult geradezu ausbeuterisch dazu benutzt, direkt oder indirekt Bedürfnisse in den Jugendlichen zu wecken, die sie zu kritiklosen Konsumenten machen oder in eine Traumwelt führen, die für ihr eigenes Leben niemals erreichbar sein könnte. Die Darstellung angeblicher Vorlieben oder Gewohnheiten der systematisch „aufgebauten“ Stars muss auch bei ihren Fans ähnliche Bedürfnisse wecken oder schon sehr früh zu Frustrationen und Mutlosigkeit führen, die eine Auseinandersetzung mit der eigenen Welt unmöglich machen. Diese eigene Welt wird überhaupt nicht erwähnt, bedeutet sie doch entweder Schule oder Lehrstelle – beides Institutionen, die Pflichten mit sich bringen und nicht singend oder Musik hörend durchlaufen werden können.“ Auch gegen eine Aufklärungsserie wurde argumentiert, da sie „gewisse Vorgänge in Ferienlagern, in denen sexuelle Intimitäten unter den Jugendlichen geduldet werden, wenn nicht sogar gefördert“ benennen. Ebenfalls geriet eine „Schilderung der gegenseitigen Onanie“ mit "Aufforderungscharakter“ in die Kritik, ein Krimi „Küsse deinen Mörder nicht“, eine Starbiografie, deren Held zu Ruhm und Reichtum kam, obwohl er von der Schule fliegt, klaut und betrügt. Der Antrag schloss mit den Worten: „Die Zeitschriften sind in hohem Maße geeignet, die noch nicht gefestigten sozial-ethischen Begriffe der Kinder und Jugendlichen zu verwirren und die phasengerechte Entwicklung zur sittlich voll verantwortlichen Persönlichkeit zu gefährden“. Es wurde ein Gutachter bestellt und die Bundesprüfstelle beschloss auf ihrer 202 Sitzung am 6.10.1972 die "Bravo" in die Liste der jugendgefährdenden Schriften aufzunehmen. Die Bundesprüfstelle erklärte dazu: „Mit der Frage Starkult und Verleitung zur unreflektierten Konsumverherrlichung hatten wir uns hier bisher noch nicht befasst.“ Aber eine „Umkehrung der Werte“ enthalte auch eine Bankraubgeschichte, in der ein Mädchen erschossen wird, die Räuber aber „nur die Frage bewegt: wie konsumieren wir unser Geld.“ Bei der „ausgesprochenen Anreizung zur Masturbation“ in Aufklärungsserie schließlich fehle „jede Hinleitung, mit Triebaufschüben und Frustrationen fertig zu werden“. (Spiegel 44 1972 und Zit. nach ´ran´ Buch 1 "Mit Politik und Porno, 3 Aufl. Köln 1979)

Jugendmagazin "Popcorn" indiziert, 2005

Die Januarausgabe 2005 landete auf dem Index der Bundesprüfstelle, weil eine Geschichte über sado-maso-Praktiken von Sido in der Zeitschrift thematisiert worden waren. Das Kreisjugendamt in Paderborn hatte einen Antrag gestellt. Hermann Hutsch, Leiter des Kreisjugendamtes, empfahl ferner in einem Schreiben an die Schulen des Kreises, einen kritischen Blick in Schultaschen zu werfen. (FAZ 24.3.2005)

Beanstandete Texte und Textauszüge

Geschwisterliebe, LP „Die Ärzte“

Wir haben zusammen im Sandkasten gesessen, beim Doktorspielen sollte ich nur Dein Fieber messen, Jetzt bist Du 14 und Du bist soweit. Wir warten keine Ewigkeit. Sind unsere Eltern auch dagegen, ich würde Dich gerne mal flach legen.

Ich hoffe, dass Du keine Kinder kriegst, weil Du doch schließlich meine Schwester bist. Die Eltern, die sind weggefahren. Auf die Gelegenheit warte ich seit 14 Jahren. Noch sitzen wir hier und spielen Schach. Aber gleich leg ich Dich flach.

Der große Augenblick ist da, Ich liege auf Dir, Du schreist:“Jaaaa! ! !“ Du bist so eng, das macht mich geil. Und morgen nehme ich Dein Hinterteil. Noch Stunden später bist Du sehr erregt. Ich hab Dich schließlich gerade flach gelegt. Das befriedigt meine Triebe, Geschwisterliebe, Geschwisterliebe.

Das befriedigt meine Triebe, Geschwisterliebe, Geschwisterliebe. Das befriedigt meine Triebe, Geschwisterliebe, Geschwisterliebe.


„Claudia hat `nen Schäferhund“ /Die Ärzte

Claudia sieht spitze aus Auf Claudia sind alle scharf Ist es da nicht hundsgemein, Daß bei Claudia keiner darf Denn – Refrain: Claudia hat `nen Schäferhund Und den hat sie nicht ohne Grund Abends springt er in ihr Bett Und dann geht es rund Claudia mag keine Jungs Und sie ist auch nicht lesbisch Am allerliebsten mag sie es Mit ihrem Hundchen unterm Esstisch Refrain Neulich musste Claudia Dringend mal zum Arzt Und er riet ihr aufzuhörn Denn sie war total verharzt Refrain

„Polizei SA-SS“/SLIME

Ihr lieben Polizisten in der BRD Ich will euch mal was sagen, hört mal alle her Ihr seid moderne Nazis. Das steht für uns fest Lasst uns doch in Ruhe. Ihr seid Schlimmer als die Pest:

Bullenschweine, Bullenschweine In der ganzen Welt, Söldner aller Satten, Schläger Für wenig Geld Verteidig euren Scheiß-Staat, wisst selber nicht warum Die Scheiß-Politiker freuen sich, und verkaufen euch für dumm.

Refrain: Polizei SA-SS, GSG9 und BGS Jedesmal, wenn ´ne Demo ist, gebt Ihr uns was drauf. Aber den Faschisten lasst ihr freien Lauf, Baader Meinhof hingerichtet im Stammheimer KZ Polizei SA-SS, immer hilfsbereit und immer nett.

A+P: Dachau

In Dachau ist nichts mehr los In Buchenwald ist nichts mehr los In Belsen ist nichts mehr los In Auschwitz ist nichts mehr los

Die Lager stehen leer es gibt keine Folterknechte mehr Die Öfen warten still bis einer wieder Menschen braten will Aus den Duschen fließt kein Gas und befriedigt den Rassenhass

In Dachau ist nichts mehr los In Dachau ist nichts mehr los Im KZ war es doch so nett, nett, nett, ah.

Drum wählen sie die NSDAP, die macht alles wieder o.k. Sie werfen Bomben auf Kinder, doch große Ideale stehen dahinter Sie wollen ein großdeutsches Reich, denn kein anderer kommt dem Deutschen gleich

Die Ausländer müssen weg, für sie sind sie nur der letzte Dreck Sie treiben Wehrsport in Ruh, die Regierung drückt die Augen zu Sie haben nichts gelernt diese Idioten, nicht mal von Millionen Toten

Erste Allgemeine Verunsicherung: „Burli, Burli, Burli“ Textauszug

Herr Anton hat ein Häuschen mit einem Gartenzwerg und davor, da steht ein Kernkraftwerk. Da gab es eines Tages eine kleine Havarie: Die Tomaten woarn so groß wie nie. (und a da Sellerie!) Und seine Frau die Resi, die nix versteht vom Cäsium und vom Plutonium, die haut's vor Glück mit samt dem Toni um. ... Die Hebamm sogt:"Ans waaß i g'wieß: Daß der Bua was ganz was bsonders is!" Burli, Burli, Burli. Mein Gott, is unsa Burli siaß. Der Burli hot links und rechts drei Uhrli, am Kopf hot er a Schwammerl, fünf Zechn auf die Fiaß, Mein Gott, is unsa Burli siaß. Mein Gott, is er net siaß.


Gebr. Engel: Fassade

Da gibt es wirklich Typen aus dem Schaugeschäft Die geben vor sozial zu sein Sie lassen sich herab in den Proletensumpf Und die Medien steigen ganz gross ein Fassade – Fassade Schlag sie ein und Dir wird besser sein Sie machen dann auf Kumpel und für jedes Problem Kommt guttrainiert ein frommer Spruch Und die Betroffenen von soviel Engagement tief bewegt Unterstützen selbst den ganzen Betrug Fassade … Die meisten sind gerührt, dass so ein großer Star Sie sucht in Ihrer kleinen Welt Sie schildern ihm die Scheisse Ihrer Situation Allein der Macht daraus noch sein Geld Fassade – Fassade Schlag sie ein und Dir wird besser sein


Gebr. Engel: Skandal - Skandal

(MdB im Separé) MdB im Separé Der mit dem Mund zum Dementieren Innentaschenzahlenschloss Und der Koffer voll mit Plänen, Um sich stark zu profilieren

MDB aus P. mit Else K. im Separé

MDB im Separé vom Sekt beschwipst Will nun mehr mit der Dame koitieren Die Else nackt Und er dann nackt Weiss nichts von der versteckten Kamera Und morgen werden wir ihn exponieren.

Skandal – Skandal – Skandal und das kurz vor der Wahl

MdB im Separé beim Seitensprung gefilmt Hat Frau und Kinder Hund und Haus Natürlich wird er dementieren Mein lieber Herr wie sieht das aus, Sie werden Ihr Mandat verlieren

Die Presse fragt: … Wie lange schon? … Vielleicht noch mehr? … Vielleicht Spion? … Und nicht nur er?

Der Kanzler sagt: … MdB im Separé und nicht im Ehebett – Bringt mir seinen Kopf auf einem Silbertablett …

Der Kommentar aus USA: … Though it came late … … At last the Germans have their Watergate …

Skandal – Skandal – Skandal Verlieren wir die Wahl


Katja O.Kay: Helmut

Meine Freundin Susie, ich erzähl Dir was Ich kann nachts nicht schlafen, ich bin dauernd naß Meine Freudnind Susie, sprich mit keinem drüber Ich werde ihn bald treffen Und dann zieh ich ihn über mich rüber

Ohohoh, Helmut Ich komme, ich komme, ich komme ZuDir

Neulich im Bundestag Da hast Du mich so angeguckt Und dann hat´s bei mir so richtig losgejuckt Ich konnte nicht anders, ich mußte an mir reiben und später Dir einen Brief schreiben: Jetzt sitz ich hier völli gnackt Und denke an unsern ersten Blickkontakt.

Ohohoh, Helmut Ich komme, ich komme, ich komme ZuDir

Nächstes Wochenende fahre Zu Dir nach Bonn Und da koalieren wir, da kenn´ich kein Pardon Oh Helmut Kohl, mein Sexidol Auf dass ich Dir bald einen runterhol Und Hannelore schicken wir ins Sauerland Und da macht´s sie´sich mit der Treuhand

Ohohoh, Helmut Ich komme, ich komme, ich komme ZuDir

Du kommt´s raus aus dem Präsidium Und da siehste mich und dann fliegst um Und wenn Du mich zum ersten Mal küsst Soagst Du: Geil, dass Du gekommen bist Und der Schweiß der Lust Steht Dir auf der Stirne Und ich spür in Deiner Hose Deine heiße Birne

Ohohoh, Helmut Ich komme, ich komme, ich komme ZuDir


Rumble Militia: „Wieviel Hass wollt Ihr noch ? Deutschland 1992

„Wahnsinn - kontrolliert den Glauben Frustration und Fremdhass Diese Tage in Deutschland Rostock ein Signal Flächenbrand im ganzen Land Glatzköpfige Spinner Stecken Wohnungen in Brand“

Aber auch „Ich weiss es ist schwer zu lesen aber es ist schwerer zu denken Heime abzufackeln Ist dein Ideal Warum keinen Molli beim Bonzen rein?“

Was has(s)t du? Hass auf diesen Staat - Lass ihn es spüren – fackel ihn ab - Hass auf alles - Was anders ist - Hasst du dich nicht selbst? Hasst du dich nicht selbst?“


Renaud Sechan: „Miss Maggie“

Song Auszüge Frauen von Welt oder Huren, die ihr Recht häufig diesselben seid, normale Frauen, Stars oder kleine Dicke, Weiber jeder Art, ich liebe Euch.

Selbst der letzten Idiotin, will ich diese paar Zeilen widmen, die meinen Widerwillen gegen die Männer und ihre kriegslüsterne Moral entsprungen sind.

Denn keine Frau auf dem Planeten wird Jemals blöder sein als ihr Bruder, weder stolzer noch unanständiger, abgeshen viellecith von Frau Thatcher.

Keine Frau ist so schäbig, einen Revolver zu putzen und sich unverwundbar zu fühlen, abgesehen natrülich von Frau Thatcher.

Frau, ich liebe Dich, vor allem schließlcih Wegen Deiner Schwäche und Deiner Augen, wenn die Stärke des Mannes nur in seiner Kannre oder seinem Schwanz liegt.

Und wenn die letzte Stunde schlägt, wird die Hölle von Schwachköpfen angefüllt sein, die Fußball oder Krieg spielen bis hin zu jenem, der am weitesten pisst.

Ich werde mich in einen Hund verwandeln, wenn ich auf der Erde bleiben kann und als Laternenpfahl für meinem tägliche Gang leiste ich mir dann Frau Thatcher Spiegel 3 1986


Falco: Jeanny

Jeanny, komm, come on

Steh auf bitte

Du wirst ganz naß

Schon spät, komm

Wir müssen weg hier

Raus aus dam Wald

Verstehst du nicht?

Wo ist dein Schuh?

Du hast ihn verloren

Als ich dir den Weg zeigen mußte

Wer hat verloren

Du dich?

Oder wir uns?

Refrain:

Jeanny, quit livin' on dreams

Jeanny, life ist not what it seems

Such a lonely little girt in a cold, cold world

There's someone who needs you

Jeanny, quit livin' on dreams

Jeanny, life is not what it seems

You're lost in the night

don`t wanna struggle and fight

There's someone who needs you

Es ist kalt

Wir müssen weg hier, komm

Dein Lippenstift ist verwischt

Du hast ihn gekauft

Und ich habe es gesehen

Zuviel Rot auf deinen Lippen

Und du hast gesagt mach mich nicht an"

Aber du warst durchschaut

Augen sagen mehr als Worte

Du brauchst mich doch, hmmmh?

Alle wissen, daß wir zusammen sind

Ab heute

Jetzt hör ich sie

Sie kommen!

Sie kommen, dich zu holen!

Sie werden dich nicht finden

Niemand wird dich finden

Du bist bei mir

Nachrichtensprecher:

In den letzten Monaten ist die Zahl

Der vermißten Personen dramatisch

Angestiegen

Die jüngste Veröffentlichung der lokalen

Polizeibehörde berichtet von einem

Weiteren tragischen Fall

Es handelt sich um ein 19 Jähriges Mädchen

Das zuletzt vor 14 Tagen gesehen wurde

Die Polizei schließt die Möglichkeit nicht aus,

Daß es sich hier um ein Verbrechen handelt

Refrain:

Jeanny, hör auf in deinen Träumen zu leben

Jeanny, das Leben ist nicht so, wie es scheint

So ein einsames kleines Madchen in einer

Eiskalten Welt

Es gibt jemand, der dich braucht

Jeanny, hör auf in deinen Träumen zu leben

Jeanny, das leben ist nicht so, wie es scheint

Ich will nicht kämpfen und um mich schlagen

Es gibt Jemanden, der dich braucht

Tanzstile

Grinding-Verbot, 2015

An der Gorham High School wurde 2015 ein Grinding-Verbot für alle Partys an der Schule erlassen. In einem Brief an die Eltern verwies der Direktor darauf, dass alle Tanzstile auf Schulparties verboten seien,, die sich nicht mit den Moralvorstellungen der Lehrer deckten. Dies galt insbesondere für das sog. Grinding. "Dabei drückt ein Mädchen seinen Rücken oder Po gegen den Unterleib eines Jungen. Der Junge hat seine Hände derweil an den Hüfte oder andern Körperteilen des Mädchens", klärte der Direktor auf. (FAZ 9.10.2015)

Kinderlieder

Peter Bichsel: „Warum ist die Banane krumm?“, 1971/73

Die Lehrerin Annegret Oellrich hatte die Kinderplatte Viertklässlern in dem Dorf Fredenbeck vorgespielt. Eltern organisierten daraufhin einen Schulstreik und zeigten die Plattenspielerin wegen Unzucht und Beleidigung an. Auf der bei Wagenbach erschienene Platte waren Beispiele wie: Peter Rühmkorfs „Abzählverse/Kindersprüche“: „Licht aus, Licht aus, Mutter zieht sich nackend aus, Vater holt den Dicken raus, einmal rein, einmal raus, fertig ist der kleine Klaus“ oder Floh de Cologne „Das Scheißschlamassellied“: „“Schluß jetzt!“ riefen da die Kinder. Und ihrem Vater sagten sie, dass er jetzt endlich mal mit seinen Kollegen den Boss wegjagen soll“. (Spiegel 6 1973)

Volkslied: „Dumme Liese, hole Wasser“ - "frauenfeindlich", 2008

Das Volkslied, welches vornehmlich in Schulen und Kindergärten zum Lambertusfest auf dem Lande gesungen wird, geriet 2008 überrashend in die Kritik. Es soll aus dem Hessischen stammen und wurde in verschiedene Mundarten übersetzt. 1968 hatte das Medium Terzez das Liedchen aufgenommen und damit einen veritablen Hit gelandet. Auch Reinhard Mey hat es bereits gecovert. Das Lied schildert das Zwiegespräch zwischen dem Bauern Heinrich und einer eher tumben Magd. Eine Mutter aus Münster bat 2008 den Schulleiter bei der Lambertusfeier das Absingen von "Dumme Liese" zu verzichten. Begründung: Das Lied sei "frauenfeindlich". (MZ 18.9.2008)

Schlager

„Wo ist denn der süße Popo“ (A-Seite - Rückseite "BH-Polka") indiziert, vermutlich fünfziger J.

Die Platte wurde mit dem Erlass Nr. 1920 indiziert. Die Bundesprüfstelle war vor allem durch den Titeltext schockiert. (Archiv)

Caterina Valente: "Ganz Paris träumt von der Liebe", 1954

Ursprünglich wollte Valente mit einem Song über eine Lebedame ihre beginnende Karriere weiter voran treiben (Textauszug: "Komm Fremder, rauch mit mir noch eine Zigarette, und trink noch einen Whisky mit mir. Ich glaub´, wenn ich dich heute Nacht nicht bei mir hätte, ach ich hätte Angst vorm Regen und vor mir."), was aber verworfen wurde, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Statt dessen erschien "Ganz Paris träumt von der Liebe", ein Lied, das ihr riesigen Erfolg bescherte. (FAZ 8.1.2011)

„Josef Schimansky“ (Golden 12) indiziert, vermutlich fünfziger J.

Zur Begründung: „Die Texte sind unverkennbar sexualbezogen und zum Teil ordinär, so dass sie für Jugendliche sittlich gefährdend sind. (z.B. „Cholera, Cholera, Frau ist scharf wie Paprika und sie kann nicht sein ohne Mann. Wie gemein Frau ist nicht für mich allein, jeder nimmt sich kleines Stück, das ist doch kein Glück“). (Privatarchiv)

„Im Bett“ indiziert, vermutlich fünfziger J.

Im Text heißt es: „Wo werden Jungfrauen ganz plötzlich zur Braut- im Bett, Wo sind sie am liebsten, wenn sie erst mal getraut - im Bett, Wo ist noch die alte Methode modern, Wo ist für Verliebte der Storch nicht mehr fern, bald ist die Familie komple-e-e-ett.“ (Privatarchiv)


„Pflaumenpolka“ indiziert, vermutlich fünfziger J.

Um die Single wurde ganze eineinhalb Jahre prozessiert. Doch das Verbot blieb, aber Firma verkaufte aufgrund der Reklame der Prüfstelle 250 000 Exemplare. Die Prüfstelle hatte das Verbot wie folgt begründet: „Der Text ist von eindeutiger Sexualbezüglichkeit. Die Platte ist geeignet, Jugendliche in erziehungswidriger Weise anzuregen und sie dadurch sittlich zu gefährden.“ Textauszug: „Ja wo ist se denn, ja wo steckt se denn, Oh verflixt noch mal, welche Qual, zeig se mal, Ei, da ist sie ja, wie wunderbar, wie wunderbar, So was war nie da, so ein Pflaumenjahr La,la,la.“ (Privatarchiv)

Helen Vita: Gesamtkunstwerk

Helen Vitas Platten wurden regelmäßiß vom Staatsanwalt verboten.

Gisela: "Novak", fünfziger Jahre

Das Lied über einen Zuhälter wurde vom Staatsanwalt beschlagnahmt. Manche Cover hatten eine Lochung und ein passendes Schloss dazu, damit man die Platte für Jugendliche unzugänglich verschliessen konnte.

Laya Raki: „Oh Jonny, bitte nicht hier parken“, 1962

Der Song der singenden Tänzerin und Filmschauspielerin wurde von der Bundesprüfstelle verboten.

Limpert - Frankfurter Sportverlag: „Fit für die Liebe“ - „Die Schallplatte für Sie und Ihn.“, vermutlich sechziger Jahre

Die Platte wurde nur unter der Ladentheke gehandelt. Grund: Sie präsentierte 16 Sexübungen mit Musik.

Peter Lauch: „Zeig mir mal dein Muttermal" (Golden 12), 1967

Die Platte von Peter Lauch wurde als für "Jugendliche nicht geeignet" eingestuft.


Udo Jürgens: "Griechischer Wein", 1975

Das Lied wurde zur Untermalung einer Gartenparty der Deutschen Botschaft in Ankara gespielt und sorgte dafür, dass die deutsch-türkischen Beziehungen getrübt wurden. Die Türkei war aufgrund des Streits über Zypern gerade auf Griechenland nicht gut zu sprechen und die anwesenden türkischen Kabinettsmitglieder fühlten sich durch Abspielen auf der Party brüskiert: Ihre Mienen versteinerten sich. (Spiegel 27 1975)

Außenminister Genscher und Starfighter Jazzband auf der Gartenparty in Ankara

Udo Jürgens: "Aber bitte mit Sahne" und die Gotteslästerung, 1976

"...auf dem Sarg gab´s statt Kränzen verzuckerte Torten, und der Pfarrer begrub sie mit rührenden Worten, dass der Herrgott den Weg in den Himmel ihr bahne - aber bitte mit Sahne" lauteten einige Zeilen aus dem Text. Das brachte Jürgens der Vorwurf der Gotteslästerung in Bayern und im Saarland ein. Dort wurde das Stück von den Sendern nicht gespielt. (Bravo-Archiv 1976)

Bernd Clüver: "Mike und sein Freund", 1976

Der Song handelt von der tragischen Liebe zweier Jungen. Aufgrund der Thematik wurde er sowohl von den Rundfunkanstalten in Hamburg, Stuttgart und Bremen, sowie der ZDF-Drehscheibe abgelehnt. (Bravo-Archiv 1976)

Gilla: "Willst Du mit mir schlafen geh´n" und "Tu es", 1976

Wegen dieser Songs durfte Gilla in den siebziger Jahren nicht im deutschen Fernsehen auftreten. Der ZDF-Redakteur Dieter Weber, zuständig für die "Hitparade", begründete dies wie folgt: "Moral geht nicht durch die Ohren, und wir sind auch nicht prüde. Aber die Texte von Gilla sind im Rahmen einer Familiensendung nicht tragbar." Und "Pop ´76´"-Macher Jürgen Kliebenstein kommentierte die Hot Pants und Texte von Gilla ("Tu es, ich weiß, du machst es gut") ebenso deutlich: "Da würde es eine gewaltige Protestwelle von schockierten Zuschauern geben, und ich bekäme eins auf den Deckel..." (Bravo Archiv 1976)

Peter Maffay: "Und es war Sommer", ZDF 1976

Als Maffay diesen Titel in der "ZDF-Drehscheibe" vorstellen wollte, wurde er abgeblockt. Die Zeilen "Ich war 16 und sie 31, und über Liebe wusste ich nicht viel, sie wusste alles und sie ließ mich spüren, ich war kein Kind mehr" führten zu einem Verbot: Das ZDF: "Der Text ist eindeutig zweideutig und passt deshalb nicht in unsere Sendung." (Bravo-Archiv 1976)

Chris Roberts: "Hier ist ein Zimmer frei", 1976

Bei der ZDF-Hitparade wurde das Lied zweimal abgelehnt. Insbesondere die Testzeile: "...endlich zogen wir die nassen Kleider aus, so sah ich das Mädchen plötzlich vor mir steh´n und sagte: du, du , du bist schön" erregte Anstoß. Auch bei einige Rundfunkstationen kam das Lied auf die schwarze Liste. Kommentar eines Redakteurs vom Bayrischen Rundfunk: "Da wird doch gebumst, so was kann ich natürlich nicht senden." (Bravo-Archiv 1976)

Frank Farian: "Rocky", 1976

Der Text um Liebe, Kinderkriegen und Tod galt als Beispiel dafür, dass Schlager sich auch textlich mir realen Problemen beschäftigen. Der Song wurde im Radio vielfach boykottiert. Farian dazu: "Ich war bei den meisten Sendern auf den `Verbotslisten´, die es bei allen Rundfunkanstalten außer bei Radio Bremen gibt. Sowas muss mal gesagt werden. Denn die meisten Schlager-Fans haben gar keine Ahnung, dass es in Deutschland eine ebenso strenge wie schlagkräftige Zensur gibt." (Bravo-Archiv 1975)

Joachim Deutschland: "Die Stoibers", 2003

Joachim Deutschland wurde mit seinem Song von der Qualifikation für den Grand Prix vom NDR wegen eines "in keiner Weise akzeptablen Titels" vom Wettbewerb ausgeschlossen. In dem Song beleidigt er, so weiter in der Begründung, die Ehefrau und die Töchter des damaligen bayrischen Ministerpräsidenten mit sexuellen Anzüglichkeiten. (MZ 16.1.2003)

Heino: „Wir tanzen Polka, denn wir lieben Germany“ - Raab Kommentar, 2006

Stefan Raab wurde vom Volksbarden wegen einer seiner Ansicht nach beleidigenden Äußerung vor Gericht gestellt werden. Der Komiker hatte in der Sendung TV-Total einen Ausschnitt aus dem „Herbstfest der Volksmusik“ (ARD) gezeigt, in dem Heino „Wir tanzen Polka, denn wir lieben Germany“ sang. Die Einlage kommentierte Raab mit: „Nach diesem Auftritt begibt sich Heino aber wirklich in den wohlverdienten Ruhestand mit Eva Braun, Entschuldigung, mit Hannelore“. Heinos Anwalt wertete dies so: „Das war eine ganz klare Beleidigung.“ (WN 22.9.06)

Josefa Schmid versus Fenderich, 2013

Die FDP-Politikerin Josefa Schmid sang den Fendrich-Song "Weu'sd a Herz hast wie a Bergwerk" nach - mit einer textlichen Abänderung und neuer Produktion. Gedacht war das Ganze als Liebeserklärung an ihre Heimat neu produziert und auf der Video-Plattform Youtube veröffentlicht. Sie sei Fendrich-Fan und habe sich nichts Böses dabei gedacht, sagte sie. Die Version wurde über 30 000 Mal angeklickt. Doch dann schritt Fenderich über eine Anwaltskanzlei ein: Das ursprünglich hochgeladene Video war mit Hinweis auf Urheberrechte und eine Anwaltskanzlei nicht mehr verfügbar. "Ich habe mich vorher nicht mit dem Management abgesprochen", räumte Schmid ein. Als studierte Juristin habe sie allerdings zum Thema Urheberrecht recherchiert. Auf Youtube gebe es etliche Cover-Videos - eine Grauzone sei das. "Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden, weil ich das Fendrich-Lied nicht kommerziell und definitiv nicht für Wahlkampfzwecke gemacht habe - lediglich als Hobby." (heute online 27.8.2013)


ZDF zensiert medienkritisches Lied von Dieter Hallervorden bei „Menschen auf der Flucht – Deutschland hilft!“, 2015

Dieter Hallervorden veröffentlichte zu seinem 80. Geburtstag ein neues Lied mit dem Titel „Ihr macht mir Mut (in dieser Zeit)“. In dem Lied geht es u.a. um die zahlreichen Presselügen in Deutschland. Das ZDF verhinderte nach Angaben von Hallervorden, dass in der Sendung „Menschen auf der Flucht – Deutschland hilft!“ ein Ausschnitt aus dem Video gezeigt wurde.

Hymnen

"Gott mit dir, du Lied der Bayern", 1965

Am 21.5.1965 sorgte das Abspielen der Bayernhymne beinahe für eine Staatskrise. Als der Sonderzug der britischen Königin in München einrollte, spielte die Kapelle auf Anweisung des damaligen bayrischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel und gegen die Anordnung des Bundespräsidenten Lübke erst die bayrische (alle drei Strophen) und dann die deutsche Hymne. Lübke war so entsetzt, dass er Goppel ein Verfahren wegen separatistischer Machenschaften anhängen wollte. (Sdt. 15.12.2010)


Gloria Trevi, Carlos Ponce und Olga Tanon: „Nuestro Himno“, 2006

"Unsere Hymne" war die erste spanisch-sprachige Version von "Star-Spangled Banner", die Präsident Bush gar nicht gefiel: er forderte ein Verbot. (WN 2.5.2006)

Schalke-Hymne islamfeindlich?, 2009

"Mohammed war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht“, heißt es seit über 50 Jahren in der Hymne des Fußballbundesligisten FC Schalke 04. 2009 mussten Wissenschaftler entscheiden, ob das islamfeindlich ist. Mit einem eindeutigen Ergebnis: Eine islamfeindliche Gesinnung sei nicht zu erkennen, heißt es in einem vom Vorstand des Bundesligavereins in Auftrag gegebenem Gutachten des Osnabrückers Islamwissenschaftlers Bülent Ucar sowie weiterer wissenschaftlicher Expertisen. Deshalb soll die Hymne nicht geändert werden. In der von Muslimen beanstandeten dritten Strophe der Hymne, die zu jedem Spiel von den Fans gesungen wird, heißt es in Bezug auf Mohammed weiter: „Doch aus all der schönen Farbenpracht hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht.“ Blau und Weiß sind die Vereinsfarben. In Hunderten Protest-Mails hatten Muslime 2009 plötzlich Anstoß an einem Vers genommen, der dem Lied aus dem Jahr 1924 bereits vor 50 Jahren hinzugefügt worden war. (ddp 05.08.2009)

Weltmusik

Otello Profazio: "Canto di Malavita" /"i canti della mafia" - Verbotene Musik aus Kalabrien, 1998

In den Liedern geht es um "Blut und Ehre" oder die Texte handeln von Blutrache oder dem traurigen Schicksal eines Banditen. Jahrelang war diese Musik nicht nur illegal, sondern tabu, denn spätestens seit den Mordserien der achtziger und neunziger Jahre erschien die "Ode an die Gewalt" geschmacklos. Zwischen 1989 und 1991 tötete die kalabrische Mafia allein in der Provinz Reggio 363 Menschen. 1998 erlebte die Musik ein comeback, gleichwohl sie immer noch verboten war. Denn Artikel 21 der italienischen Verfassung verbietet alles, was gegen die guten Sitten verstößt und dies sind auch die "Malavita"-Texte, wenn sie Mord, Entführungen und Erpressungen gutheißen. Wer bestimmte Texte sang, konnte zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, weil, so die Argumentation, er seine Zuhörer zu Gewalttaten aufforderte. Melodien und Texte sind vielfach nicht aufgeschrieben, sondern mündlich über die Generationen überliefert. Einer der Ersten, der Canto di Malavita zum comeback verhalf, war der in Reggio di Calabria wohnende Sänger Otello Profazio. (Spiegel 14 1998)

Kasettencover: "i canti della mafia: cu sgarra paga"

Klassische und sog. E-Musik

Hindemith: „Sancta Susanna“, 1987

Der Vatikan reagierte auf die "Heilige Susanna" empört und ein katholischer Frauenverband stellte Strafantrag gegen den Bürgermeister Roms und gegen den Intendanten der römischen Oper: Der Einakter (Text von August Stramm) handelt von einer Nonne, die sich in mystisch-erotische Phantasien steigert, ihre Kleider ablegt und eine Christus-Statue liebkost. „Blasphemie, ausgerechnet mitten im christlichen Rom“ ereiferte sich ein Vatikansprecher. Das Theater entschied: Minderjährigen wurde der Zutritt zur „Heiligen Susanna“ verwehrt. (Spiegel 12/13 1987) In der Bundesrepublik folgte die Uraufführung 1992 in Frankfurt. Auch dort kam es zu Protesten: Der Bühnenvolksbund betrieb die Absetzung, der Katholische Frauenbund setzte eine dreitägige Sühneandacht an und der Interkonfessionelle Verein zur Hebung der Sittlichkeit organisierte Buß-Vorträge. (Spiegel 40 2001)

Szene aus "Sancta Susanna

Maria de Alvear: Hirsch starb für Konzert: Strafanzeige, Köln 1992/1993

Die spanische Künstlerin Maria de Alvear hat im Juni 1992 in der Kirche St. Peter ein Konzert gegeben, in dessen Mittelpunkt ein toter Hirsch die entscheidende Rolle spielte. Der Hirsch war vorher eigens zu dem Zweck getötet worden, um auf der Bühne liegend, "den Verwandlungspunkt zwischen materieller und spiritueller Kraft" zum Ausdruck zu bringen, so die Künstlerin. Daraufhin wurde sie von der Staatsanwaltschaft angeklagt, denn sie habe "durch einen anderen ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet." Nur wenn ein Tier nach seinem Tod verspeist wird, war sein Tod vernünftig und sinnvoll, lautete die Gesetzesinterpretation des Staatsanwaltes. (Kölner Stadtanzeiger 2.8.1993)

Wagner in Israel, 2001

Heftige Kritik an Barenboim Der Chefdirigent der Berliner Staatskapelle, Daniel Barenboim, musste sich scharfe Kritik gefallen lassen, nachdem er 2001 bei einem Konzert in Israel Wagner als Zugabe spielen ließ. Der Künstler selbst verteidigte seinen Tabu-Bruch. Barenboim, der in Israel aufgewachsen ist, hatte beim Israel-Festival in Jerusalem als zweite Zugabe die Ouvertüre von Richard Wagner zu "Tristan und "Isolde" gespielt und damit ein Tabu - und eine zuvor getroffene Vereinbarung mit der Festspielleitung - gebrochen. Der Komponist gilt als Antisemit. Wagners Musik wurde von den Nazis instrumentalisiert, seine Werke wurden auch in Konzentrationslagern gespielt - für viele Holocaust-Überlebende wecken die Klänge daher schmerzhafte Erinnerungen. (online spiegel 09.07.2001)


Karl-Heinz Stockhausen: Kunst und Terror - Konzertabsage, 2002

Der Elektroniker vermengte 2001 Kunst und Terror so eng miteinander, dass Medien und Politik tobten. In einem Pressegespräch hatte der Musiker in Hamburg die Terror-Angriffe vom 11. September als „das größte Kunstwerk“ bezeichnet. Auf Bitten der Kulturbehörde und des Hauptsponsors, der „Zeit“-Stiftung, sagte die Musikfest GmbH, daraufhin im Januar zwei geplante Konzerte mit Stockhausen ab. (MZ 19.1.2002)


Wagner und Israel, Bayreuth 2010

Ungeachtet negativer Reaktionen im eigenen Land hält das Israelische Kammerorchester an seinen Plänen fest, im kommenden Jahr in Bayreuth ein Konzert mit Wagner-Musik zu geben. In Bayreuth zeigte man Verständnis für die kritischen Vorbehalte.Der österreichische Musikdirektor des Orchesters, Roberto Paternostro, sprach sich für eine behutsame Annäherung und ein "positives Signal" aus. Paternostro betonte, er respektiere die Haltung von Menschen, die mit Wagners Musik noch immer zu viele grauenvolle Erinnerungen verknüpften und sie daher ablehnten. Ein Teil der Weltanschauung Wagners und die Beziehung Bayreuths zu den Nationalsozialisten seien nicht zu rechtfertigen und zu beschönigen, sagte er. Auch seine Familie sei "von leidvollen Erfahrungen des Holocaust nicht verschont" geblieben. "Ich bin aber überzeugt davon, dass nun eine Generation aufwächst, der wir die musikalische Bedeutung Wagners neu und differenziert vermitteln können, ohne alles Belastende und alle historische Verantwortung ausklammern zu wollen", so der Dirigent. (standard.de)


Wagner-Konzert in Israel abgesagt, 2012

Nachdem Holocaust-Überlebende vehement protestiert hatten, wurde das geplante erste große Wagner-Konzert in Israel abgesagt. Die Universität von Tel Aviv als Veranstaltungsort hatte sich zur Absage des Konzerts entschieden. Sie habe „heftige und wütende Beschwerden und Forderungen nach einer Absage des umstrittenen Konzerts erhalten“, erklärte die Universitätsleitung. Die für 18. Juni Aufführung stelle die Überschreitung einer roten Linie dar und werde die Gefühle von Holocaust-Überlebenden verletzen. Wagner ist in Israel wegen antisemitischer Positionen und seiner großen Beliebtheit während des NS-Regimes umstritten. Ein bereits 1938 ausgesprochener Boykott Wagners wurde zwar schon mehrmals gebrochen, es gab jedoch nie ein vollständiges Konzert mit seinen Werken. (Focus online 5.6.2012)

"Der fliegende Holländer": Evgeny Nikitins Tatoos, 2012

Kurz vor der Aufführung hatte hatte der russische Sänger der Titelrolle im "Fliegenden Holländer", Evgeny Nikitin, bei einem Fototermin seine tätowierte Brust gezeigt - darauf zu sehen sind zwei Runen, die von Neonazis geschätzt werden: die Leben-Rune und die Tyr-Rune. Nikitin trägt rechts außerdem ein buntes Tattoo, das seit 2007 ein früher eingestochenes Hakenkreuz verdeckt. Die Leitung der Festspiele erkannte das hohe Skandalisierungspotenzial. Nikitin wurde zum klärenden Gespräch gebeten. Er verzichtete auf die Titelrolle.(u.a. WN 23.7.2012 und Hamburger Abendblatt online)

Wagner: Tannhäuser Kosminski Inszenierung, Düsseldorf 2013

Der Regisseur Burkhard Kosminksi präsentierte mit "Tannhäuser" in Düsseldorf sein Debüt als Opernregisseur. Dabei bewegten sich zu Beginn einige Statisten Glaskästen. In denen stieg weißer Rauch auf, was an die Gaskammern der nationalsozialistischen KZs erinnern sollte. Wenig später sah man den Darsteller des Tannhäuser eine Familie erschießen. Schon während der Premiere gab es laute Proteste im Zuschauerraum, auf der Premierenfeier wurde Kosminski heftig attackiert. Vier Tage später hat der Düsseldorfer Opernintendant Christoph Meyer verkündet, dass er alle weiteren Vorstellungen der Kosminski-Inszenierung kippt. Der "Tannhäuser" wwurde künftig nur noch konzertant gespielt. Ausschlaggebend, so Meyer, waren nicht negative Kritikerstimmen oder die Kampagne der Lokalzeitung "Rheinische Post", die sogar den israelischen Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, zu der Stellungnahme veranlasste: "Jegliche Verwendung von Nazi-Symbolen in einem solchen Rahmen ist fehl am Platz." Entscheidend, so Meyer, sei allein gewesen, dass "einige Szenen, insbesondere die sehr realistisch dargestellte Erschießungsszene, für zahlreiche Besucher sowohl psychisch als auch physisch zu einer offenbar so starken Belastung geführt haben, dass diese Besucher sich im Anschluss in ärztliche Behandlung begeben mussten". Er habe die "Tannhäuser"-Arbeit gekippt, weil "wir eine solch extreme Wirkung unserer künstlerischen Arbeit nicht verantworten können". (Spiegel online 10.5.2013)

„Tannhäuser“ in Nowosibirsk: Gericht stellt zunächst Verfahren wegen Blasphemie ein, 2015

Ein Bezirksgericht des sibirischen Nowosibirsk hatte im Februar 2015 das umstrittene Blasphemie-Verfahren mangels hinreichender Beweise für einen Gesetzesbruch eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte vorher Intendant Boris Mezdritsch und Regisseur Timofej Kuljanin vorgeworfen, mit der Inszenierung der Wagner-Oper das „Bild von Jesus Christus“ öffentlich geschändet und damit eine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben. Der orthodoxe Metropolit von Nowosibirsk Tichon hatte den Prozess mit einer Anzeige ins Rollen gebracht, weil der Titelheld in der Inszenierung als Jesus verkleidet ein Rendezvous mit der Liebesgöttin Venus hat und weil auf die Bühne ein Kreuz getragen wird. Er erklärte, die Oper beleidige die orthodoxe Kirche und schüre „religiöse Feindschaft“. Danach ging der Protest der orthodoxen und politischen Reaktion u.a. mit einem "offenen" Brief weiter. (FAZ 25.3.2015)


Maximilian Marcoll: "Adhan", 2015

Die Aufführung der Komposition sollte zunächst Pfingsten in Berlin abgesagt werden, weil die Verantwortlichen Angst vor Islamisten hatten. (FAZ 20.5.2015)

Benjamin Brittens "Noahs Arche", Genf 2015

Arie van Beek, der Leiter des Genfer Kammerorchesters, wollte zunächst das Werk mit Kindern im Alter von fünf bis sieben Jahren einstudieren. Das wurde vom Unterrichtsministerium untersagt. Niemand soll zum Beten gezwungen werden - lautete die Begründung dafür. Es folgte Protest. U.a. reichte Jean Romain, Lehrer und Abgeordneter, im Parlament eine Anfrage ein: In dieser Logik, fürchtete er, werde man auch Victor Hugos „Notre Dame“ verbieten. Mitstreiter fürchten, dass Montaigne, Ronsard, Rabelais und auch noch Mozart Opfer der Zensur werden könnten. Nach der Empörung fühlte sich das Unterrichtsministerium zu einer Rechtfertigung genötigt und brachte den Unterschied von aktivem Mitmachen und passivem Konsum in die Debatte. Kinder dürften die „Arche Noah“ selbstverständlich hören und sehen, geht aus der Stellungnahme hervor. Unerhört aber sei es, von ihnen zu verlangen, ein Gebet auswendig zu lernen und auch noch inbrünstig zu singen, denn das sei verfassungswidrig: ein Verstoß gegen das Gebot der religiösen Neutralität. (FAZ 30.5.2015)


Theater-Festival in Aix streicht Terror-Szenen aus deutscher Mozart-Inszenierung „Die Entführung aus dem Serail“, Frankreich 2015

Das Festival von Aix-en-Provence hat 2015 Anspielungen auf den islamistischen Terror wie enthauptete Köpfe oder Fahnen mit Symbolen der Terrororganisation IS aus einer Mozart-Inszenierung gestrichen. Regisseur Martin Kušej sprach davon, dass „Die Entführung aus dem Serail“ so nur noch eingeschränkt als seine Inszenierung bezeichnet werden könne. Für Festivalchef Bernard Foccroulle hat der Eingriff dagegen nichts mit Zensur zu tun. Anspielungen auf die Terrormiliz Islamischer Staat seien ihm nach dem Anschlag in Lyon auf einer Opernbühne nicht sachdienlich erschienen, begründete er seine Entscheidung. Man wollte keine Bilder aus ihrem Kontext gelöst im Internet wiederfinden. (Focus 4.7.2015)

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