Mode

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Inhaltsverzeichnis

Kleidung

Playboy-„Bunny“-Kostüme, 1964/1976

1976 wurden die Playboy-„Häschen“ neu eingekleidet und zwar züchtiger: anstelle von weit reichenden Beinausschnitten und großzügigen Dekolletés präsentierten sich die Werbeikonen jetzt im hochgeschossenen Jockeyanzug. Begründung: Die vorherigen Ausstattungen seien einfach nur „plump sexy“ gewesen, allenfalls dazu geeignet, „die Phantasie älterer Herren anzuheizen“. (Spiegel 5 1976)

Bunnies 1964 (links) und 1976 (rechts)


Rudi Gernreich: "Oben-Ohne-Bikini", 1964

Der 1964 vorgestellte "Oben-Ohne-Bikini" führte zu lebhaften Diskussionen in Gesellschaft und Kirche über den Werteverlust und die neue (Un-)Moral. (u.a. Sdt. 16.17.10.2010)

Der "Oben-Ohne-Bikini"

Protest gegen Rocklänge, Israel 1966

Den in der israelischen Armee dienenden Frauen war die Rocklänge der neuen Uniformen nicht genehm: sie forderten eine am internationalen Standard ausgerichtete "Kniefreiheit". Als der Protest nichts nutzte, kündigten sie an, die Röcke eigenhändig zu kürzen. Antwort der Armeeführung: Derartige Uniform-Veränderungen würden kriegsrechtlich bestraft. (Spiegel 9 1966)

Soldatinnen in neuer Uniform

Moderne Zeiten, 1970

In der Einladung zu einem Jugendtreffen auf ihrem Klostergelände "Kanaan" zählten die Darmstädter evangelischen Marienschwestern auf, worauf Teilnehmer verzichten müssen: "Auf alles, was dem inneren Anliegen des Jugendkonvents widerspricht, wie Kofferradio -- Illustrierte -- Zigaretten -- Alkohol -- Gesprächsaustausch zwischen Jungen und Mädchen -- Miniröcke -- unprogrammäßige Stadtgänge usw." Trotzdem können auch moderne Jugendliche zu den Nonnen kommen: "Mädchen, die keine Kleider haben, die das Knie bedecken, können für die Zeit des Jugendkonvents hier Röcke ausleihen." (Spiegel 30 1970)

Kleiderordnung: "Nieder mit dem (europäischen) Anzug, 1971

Der Abacost ist eine an den Stil Mao Zedongs angelehnte Jacke, die während der Revolution im Kongo unter Mobutu Sese Seko ab 1971 als Nationaltracht für die einheimische Führungsschicht vorgeschrieben wurde. Auch Mobutu selbst trug diese Jacke. Der Kragen bleibt im Gegensatz zum chinesischen Vorbild aufgeknöpft. „Abacost“ steht für die Forderung «A bas les costumes! - Nieder mit dem (europäischen) Anzug!» und war als Protest gegen die Kolonisierung durch Europäer zu verstehen.Mit dem beginnenden Machtverlust Mobutus ab 1990 wurden neben dem Abacost auch Anzüge und Krawatten nach westlichem Vorbild wieder offiziell zugelassen.(u.a. Wikipedia)


Jesus-Jeans, 1975

Um den Produzenten der "Jesus Jeans" nicht zusätzliche Publizität zu verschaffen, verzichtete die Erzdiözese New York darauf, gegen anzügliche Werbeplakate ("Wer mich liebt, der folgt mir") zu protestieren. Dennoch wurden die Werbeplakate wieder übermalt und ein großes Kaufhaus zog seine Aufträge zurück. (Der Spiegel 49/1975)


T-Shirt: Adolf Hitler - European Tour 1939 – 45, Spanien 1984

Die in Spanien vertriebenen T-Shirts mit dem Hitler-Konterfei vorne und der Liste der einzelnen Überfälle auf die europäischen Nachbarn auf der Rückseite, wurden stark kritisiert. (Spiegel 26 1984)

European-Tour T-Shirt

"Divine Right“ T-Shirt: Queen als fixende Punkerin, England 1987

Die britische Gruppe „Divine Right“ empörte Königin Elizabeth 2., weil sie die Queen als fixende Punkerin auf einem T-Shirt zeigten. Ein Sprecher des Königshauses sagte: „Offen gestanden, die königliche Familie findet das sehr ärgerlich.“ Die Gruppe verteidigte sich, sie sei nicht anti-royalistisch, aber sie wolle zeigen, dass „niemand davor gefeit ist, drogenabhängig zu werden.“ (Spiegel 14 1987)

Queen als fixende Punkerin

Jürgen Klinsmann "Stuka"-T-Shirt, 1995

Ein T-Shirt mit dem Schriftzug "Achtung Jürgen" und einem Sturzkampfbomber der Wehrmacht (darunter waren in Bauchhöhe Bombem mit den Jahreszahlen der bisherigen Cup-Siegen der Totenham Hotspurs, bei denen Klinsmann spielte) führte zu einer kritischen Diskussion. (u.a. Netz und Spiegel 19 1995)

"Achtung Jürgen"

David-Palmer-Label:DRK untersagt Mode mit Rotem Kreuz, 2000

2000 untersagte das Rote Kreuz David Palmer den Vertrieb aller Produkte die das rote Kreuz tragen. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass entsprechend der Genfer Konvention es nur von Militärstreitkräften und Mitgliedern des Roten Kreuzes verwendet werden darf. (Focus 28 2000)

Untersagte Kleidung mit dem roten Kreuz

Make-up-Verbot für Stewards, 2001

Die Fluggesellschaft Cathay Pacific verbot 2001 ihren Stewards, sich bei der Arbeit zu schminken. „Den männlichen Crew-Mitgliedern ist es untersagt, Grundierung, Eye-Liner oder Make-up zu tragen“, hieß es in einer Anweisung. (WN 1.6.2001)

Polizei-T-Shirts, 2001

Das Bonner Landgericht hatte bereits 1999 verfügt, dass das Tragen eines Polizei-T-Shirts" für den Straftatbestand des Missbrauchs von Abzeichen" ausreicht, wenn "ein einer inländischen Amtskleidung zum Verwechseln ähnliches Kleidungsstück wie etwa ein T-Shirt in der Öffentlichkeit unbefugt getragen wird". (MZ 9.7.2001)

Lehrerkleidung: Verbot für Schlabberpullis, ausgewaschene Jeans, Ökoschlappen, 2003

Renate Hendricks, die Vorsitzende des Bundeselternrates: "Lehrer sind für Schüler keine Vorbilder, wenn sie im Unterricht Schlabberpullis ausgewaschene Jeans oder Ökoschlappen tragen. Einige Lehrer kleiden sich so schlecht, dass sie dafür in manch einer Firma entlassen würden." Sekundiert wurde der Vorstoß für eine Kleiderordnung z.B. vom Leiter der Martin-Buber-Gesamtschule in Groß-Gerau: "Wer von den Schülern angemessene Kleidung erwarte, müsse mit gutem Vorbild vorangehen, sagte der Schulleiter Hans-Peter Kirsten-Schmidt. Und: "Ich würde einen Lehrer sofort auf seine Shorts ansprechen." (WN 23.6.2003)

Schülerkleidung: Verbot für bauchfreies T-Shirt und Minirock, Sehnde (niedersachsen) 2003

Die Direktorin der Gesamtschule Sehnde bei Hannover, Helga Akkermann, hat sich 2003 in einem Schreiben an Schüler und Eltern für eine "angemessene Kleidung" ausgesprochen. Bauchfreies T-Shirt oder Minirock im Unterricht galten fortan als verpönt. Schülerinnen und Schüler konnten bei verstoß dann zum Umziehen nach Hause geschickt werden. 2001 war bereits an einer Dortmunder Gesamtschule (Geschwister-Scholl-Gymnasium) eine Kleiderordnung erlassen worden, die sich auf Springerstiefel und Bomberjacken bezog, da sie Ausdruck einer politischen Gesinnung seien. (MZ 18.6.2003)

In Sehnde verboten: Bauchfreie Shirts


Zu sexy für die Schule: bauchfreie T-Shirts, Schwabmünchen 2004

Im Bauchfrei-Streit hat 2004 eine bayerische Schule die ultimative Lösung gefunden: Kommen Schülerinnen zu aufreizend in den Unterricht verordnet die Schulleitung ein zeltartiges Anstands-Shirt in Rosa mit dem Namen der früheren Mädchenschule. Das züchtige Bekleidungsstück soll unverhüllte Bäuche und Bauchnabelpiercings von Schülerinnen verdecken. "Und es geht auch nicht, dass der Hintern halb raushängt und der Tanga aus der Hose schaut", sagte Hans Lippert, Direktor der Leonhard-Wagner-Schule mit insgesamt 903 Schülern, in einem Interview. Der Schulvorsteher bangte zum einen um die Leistungsfähigkeit seiner 397 männlichen Schüler: "Es steht doch wohl fest, dass die Konzentration gegen Null geht, wenn da ein halbnacktes Mädchen vor einem sitzt." Zum anderen sah er die Gesundheit der Schülerinnen in Gefahr. Viele Mädchen liefen "auch noch im Dezember mit freien Nieren" herum. (Spiegel online 17.3.2004)

Direktor Lippert mit Schul-T-Shirt

Anti-Bush-Hemd, New York 2004/2006

Ein T-Shirt mit einem offenkundig bedröhnten Präsident Bush, drei Linien Koks und einem Martini, führte einen Schüler direkt vor Gericht. Das T-Shirt mit dem Spruch, „Chicken-Hawk-in-Chief“ (Hühnerhabicht) was jene US-Politiker, die für den Militärdienst eintreten, sich aber selbst vor jeder Gefahr gedrückt haben, umschreibt, verwies auf die Vergangenheit von Bush: Der hatte während des Vietnamdienstes weit ab der Front in Texas gedient. Angeblich soll er damals Drogen genommen haben. Der Schüler Guiles hatte es 2003 gekauft. Dann fand 2004 ein Klassenausflug statt: eine Mutter eines Mitschüler beschwerte sich beim stellvertretenden Direktor, der vorschlug das T-Shirt umzudrehen und das Kokain zu überkleben oder aber das T-Shirt ganz auszuziehen. Der Schüler weigerte sich, wurde dann suspendiert und erhielt vor Gericht schließlich recht. (Spiegel 40 2006)

Anti-Bush-T-Shirt

Stiefel mit Kaninchenfell bringen Beyoncé Ärger ein, 2004

Die Peta (Tierschutzvereinigung) kritisierte 2004 die neuen Stiefel von Beyoncé Knowles aus Kaninchenfell. Ein Sprecher der Peta erklärte, die Tiere werden von Asien nach Kanada transportiert, 'hier werden sie dann erdrosselt oder per Stromschlag getötet. Viele werden sogar lebend gehäutet'. Beyoncé beabsichtigte allerdings die Stiefel weiter zu tragen. Dazu meinte die Peta, dass Prominenten die Tierquälerei einfach nicht interessiert. (Max 5.12.2004)

Kleidermarke "Thor Steinar" gegen "Storch Heinar" ,2010

Die Kleidermarke, die unter Rechtsextremen besonders beliebt ist, hatte 2010 gegen das satirische T-Shirt "Storch Heinar" wegen Verletzung und Verunglimpfung der Markenrechte geklagt. (FAZ 23.6.2010)

"Storch Heinar" T-Shirt


Frauen in Orange-Kleidern mit Werbebotschaften: verhaftet, Fußballweltmeisterschaft Südafrika 2010

Die beiden jungen Damen trugen die Werbebotschaft ihres Auftraggebers, einer holländischen Brauerei, ins Soccer City Stadium, indem sie Orange-Kleider trugen, die mit einer winzigen Werbebotschaft versehen waren. Sie wurden, da die Fifa ein Werbeverbot erlassen hatte in einer Art vorauseilender Gehorsam von den örtlichen Behörden verhafte. Die niederländische Botschaft protestierte. (FAZ 4.10.2010)

Die mißliebigen Kleider

Promikidnapping für Dessous: Lady Di wirbt für Strapse, China 2010

Ein chinesischer Dessous-Hersteller ließ 2010 ein Double der ehemaligen Kronprinzessin in seinen Produkten posieren. Diana heißt die Dessous-Linie, die vor allem in Großbritannien für Aufregung sorgte - auch wenn die Marke dort gar nicht präsent ist. Doch im Vereinigten Königreich ist es verboten, mit Bildern von Mitgliedern der königlichen Familie zu werben - entsprechend erschien die chinesische Kampagne, auf die ein britischer Journalist an einem Flughafen zufällig aufmerksam wurde, auf der Insel als Sakrileg. Die britischen Regeln gelten zwar nicht in China, dennoch legt der Hersteller auf seiner Website Wert darauf, dass die Unterwäschelinie Diana von der römischen Göttin des Mondes inspiriert sei. Was die Marketingspezialisten freilich nicht davon abhielt, Werbeplakate zu entwerfen, auf denen etwa ein nahezu nacktes Diana-Double in Unterwäsche Cello spielt, während ihr ein Knabe die Noten hält. Auf einem anderen Motiv posiert ein Model vor Big-Ben-Kulisse - samt dem recht eindeutigen Slogan "Feel the Romance of British royalty". Auch andere Prominente wurden ungefragt für Werbezwecke "gekidnappt": So verriet der ebenfalls gedoubelte David Beckham im vergangenen Jahr chinesischen TV-Zuschauern seine "Geheimwaffe, mit der er Victoria befriedigt", Potenzkapseln mit dem sonderlichen Namen USA Selicon, auf die angeblich auch Sean Connery und Keanu Reeves schwören. Der britischen Schauspielerin und ihrer US-Kollegin Mena Suvari wurde die nicht weniger fragwürdige Ehre zuteil, ihr Konterfei auf Kondompackungen wiederzufinden und Bill Clinton tauchte gar als Immobilienverkäufer auf. Begonnen hat das Promikidnapping zu Werbezwecken vor etwa sieben Jahren. Damals kamen gleich mehrere Immobilienentwickler auf die geniale Idee, ihre Apartments mit den Porträts honoriger Politiker anzupreisen. So empfahl Bill Clinton 2003 in einer Pekinger Zeitungsanzeige vermeintlich eine Wohnanlage und bekräftigte seine "besten Wünsche für das Projekt" mit seiner Unterschrift. Und vor knapp einem Jahr wurde auch der derzeitige US-Präsident zum Anpreiser für Immobilien. Von sechs haushohen Plakaten lächelte Barack Obama, gleich neben einem leicht variierten Originalzitat, das der Postergestalter gleich mit geklaut hatte: "The values upon which our success depends have never changed." Dass die Werbepiraten bei der Auswahl ihrer Opfer nicht immer willkürlich vorgehen, zeigte ebenfalls das Beispiel des amerikanischen Präsidenten: Vor einigen Monaten machte im Internet ein chinesisches Anzeigemotiv die Runde, dass den bekennenden Blackberry-Nutzer Obama als Testimonial für ein chinesisches Smartphone zeigte. (Financial Times Deutschland 7.9.2010)

T-Shirt: "Jesus was a Muslime", 2010

Das T-Shirt der Firma Kesmen/Yeliz wurde nach Portesten aus Bayern aus dem Programm genommen. (FAZ 5.9.2010)

Frau zeigt ihre Augen - Ehemann droht Auspeitschung, 2011

"Unerlaubtes Herumlaufen inmitten von Frauen" - so lautet das Vergehen, wegen dem ein Mann in Saudi-Arabien zu Peitschenhieben verurteilt wurde. Die Religionspolizei hatte von dem Mann gefordert, dass sich seine Frau die Augen verhüllt. Der Konflikt um die Augen der ansonsten komplett verhüllten jungen Frau entbrannte in einem Basar der Stadt Hail. Ein Angehöriger der islamischen Religionspolizei fühlte sich von den Blicken der Frau gestört, die in Begleitung ihres Ehemannes und eines Verwandten ihres Mannes unterwegs war. Wie die saudische Zeitung "Al-Watan" berichtete, forderte er deshalb den Ehemann auf, dafür zu sorgen, dass seine Frau nicht nur ihren Körper, die Haare und das Gesicht mit schwarzen Schleiern bedeckt, sondern auch ihre Augen. Als sich der Mann weigerte, diesem Befehl Folge zu leisten, kam es zum Streit. Der Religionspolizist zückte ein Messer und stach zu. Vor Gericht behauptete der Tugendwächter später, der Mann habe ihn geschlagen. Der Ehemann und sein Verwandter wurden dann beide wegen "unerlaubten Herumlaufens inmitten von Frauen" zu jeweils 30 Peitschenhieben verurteilt. Die Staatsanwaltschaft will das Urteil anfechten. In Saudi-Arabien müssen alle Frauen in der Öffentlichkeit bodenlange Gewänder und schwarze Kopftücher tragen. Viele Frauen binden sich außerdem einen Gesichtsschleier ("Nikab") um, einige legen zusätzlich ein dünnes schwarzes Tuch über die Augen. Ein Gesetz, das vorschreibt, dass Frauen das Gesicht oder sogar die Augen bedecken müssen, gibt es in dem islamischen Königreich aber nicht. (zdf online 4.1.2011)

Ausrüstung von Fußballspielern: Schlauchschal und Kopfbedeckung, DFB 2011

Originaltext: "Liebe Trainer, Betreuer und Mannschaftsverantwortliche, ich bitte um Kenntnisnahme dieser Email bezüglich Änderung der Regel 4 "Ausrüstung der Spieler". Betreffend dieser Email bezüglich Tragen von Schlauchschals wurde diese Regel weiterhin ergänzt, dass das Tragen von Kopfbedeckung nur mit speziellen Schutzhelmen erlaubt ist (also das Tragen von Strickmützen, etc.) ist auch weiterhin nicht erlaubt. Bitte weißt hier besonders die Spieler der Jugendmannschaften daraufhin, da das Tragen von Strickmützen in den letzten Wochen wohl besonders nach Auskunft unseres SR-Obmanns Willy Westphal in den Jugendmannschaften (A-, B-, C- und D-Junioren) "Mode" geworden ist.

WG: Regel 4, Ausrüstung der Spieler, Schlauchschal (Herren, Frauen,

Junioren, Juniorinnen)

Regel 4, Ausrüstung der Spieler

Liebe SR-Lehrwarte, in der zurückliegenden Zeit geriet ein jetzt als Schlauchschal (s. beigefügtes Bild) bezeichnetes Kleidungsstück von Fußballspielern ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Das International Football Association Board (IFAB) hat sich nunmehr in seiner 125. Sitzung am Samstag, den 5. März 2011, auch damit befasst. Der DFB hat uns nun mitgeteilt, dass folgender Beschluss gefasst wurde, der sofort Gültigkeit erlangt:

Das Tragen von "Snoods" (Schlauchschals) ist im Rahmen der Regel 4 - Ausrüstung der Spieler - nicht zulässig.

Bitte weist Eure SR auf diese Änderung hin.

Viele Grüße Rainer Werthmann Karsten Jonsson"

Unzulässiger Schlauchschal


Hoodies, Uk 2012

Im Vereinigten Königreich ist es mitunter nicht so einfach einen Pub zu betreten. In einigen dieser Lokale dürfen Personen, die mit einem Hoodie bekleidet sind, nicht in diesen Pub eintreten. Dies sagt dann ein entsprechendes Verbotsschild aus. Auch im Bluewater Einkaufszentrum von Kent ist das Tragen von sportlichen Hoodies und Baseballkappen verboten. Dieser Schritt wurde gar von bedeutenden Politikern unterstützt. (Quelle: Der Kapuzenpullover in anderen Ländern - Länder - Kapuzenpullover - Pullover mit Kapuze - Kapuzenpullover von www.kapuzenpullover.info)


Iran zensiert Michelle Obamas Bekleidung, 2013

Michelle Obama's Oscars-Kleid wurde 2013 von der irnanischen Zensurbehörde "züchtiger" gestaltet.

Originalkleid bei der letzten Oskarverleihung trug (links), und zensierte Fassung(rechts)

(medforth.wordpress online 26.2.2013)

Ségolène Royal: Dekolleté-Verbot ist Unsinn, Paris 2014

Ein Bericht des französischen Magazins "Le Point" über angeblich strengere Verhaltensregeln im Ministerium unter der Sozialistin Ségolène Royal ließ in der französischen Hauptstadt am Donnerstag zunächst aufhorchen. Die ehemalige Lebensgefährtin von Präsident François Hollande und Mutter der gemeinsamen vier Kinder wies die Darstellung aber umgehend zurück: "Ich dementiere natürlich die lächerlichen Gerüchte über ein Verbot von Dekolletés im Ministerium", twitterte die 60-Jährige am Donnerstag. Ihre einzige Anweisung zu größerer Strenge betreffe die Anwendung öffentlicher Mittel, fügte Royal in einem weiteren Tweet hinzu. (WN 25.4.2015)


Kuttenverbot für das "Wochenende an der Jade", 2014

Wilhelmshavens Hafenfest "Wochenende an der Jade" sollte 2014 nicht durch möglicherweise gewalttätige Rocker gestört werden. Daher verhängte die Stadt für die maritime Großveranstaltung ein Verbot für das Tragen und das sichtbare Mitführen von Kutten. Auch das Zeigen von speziellen Aufnähern und Emblemen in der Öffentlichkeit wurde dann untersagt. Das Verbot richtete sich gegen die Abzeichen und Erkennungsmerkmale der Gruppen "Hells Angels", "Red Devils", "Brigade 81", "Street Crew", "Satudarah", "Mongols MC", "Alte Werte", "Gremium MC" und "Bandidos". (NDR 2.7.2014) Auch der niedersächsische Innenminister Pistorius verbot im Juli den Mitgliedern der Hells Angels generell das Tragen ihrer Vereinsabzeichen. (FAZ 5.7.2014)

Skandal bei Zara "Judenstern" und Hakenkreuze, 2014

In seinem Onlineshop zara.com wurde 2014 ein ganz besonderes Shirt angeboten: Blau-weiß gestreift mit einem gelben Stern über der linken Brustseite gestickt. Laut Beschreibung im Online-Shop solle das gestreifte Hemd mit Stern ein "Sheriff"-Outfit symbolisieren. Das Hemd erinnerte jedoch viele Nutzer an die Kleidung von Gefangenen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Deshalb wird der Vorwurf laut, die Designer hätten sich von Adolf Hitlers Drittem Reich inspirieren lassen. amals waren Juden dazu gezwungen worden, sich einen gelben Stern, den so genannten Judenstern auf die Kleidung aufzunähen. Auf Twitter reagierte das Unternehmen auf die Vorfälle und entschuldigte sich öffentlich. Das Oberteil sei von den "Sheriffsternen aus den klassischen Westernfilmen inspiriert worden" und sei nicht länger in den Shops erhältlich. Ähnlich war das Unternehmen bereits Mitte August 2014 vorgegangen. Damals hatte ein T-Shirt mit dem Aufdruck "White is the new Black" Rassismusvorwürfe ausgelöst. Auch dieses Shirt ist inzwischen, ähnlich wie das Kinderoberteil mit dem "Sheriff"-Stern, vom Markt genommen und ist im Onlineshop der Seite nicht mehr verfügbar. Derartige Vorfälle häufen sich bei dem Modeunternehmen: Vor einigen Jahren kam es zu großer Aufregung bezüglich einer Handtasche. Neben Blumen und filigranen Ornamenten war auf die Damenhandtasche auch ein Hakenkreuz gestickt. Auch dieser Artikel wurde umgehend aus dem Repertoire der Marke entfernt.

Kent State T-Shirt mit Blut, 2014

Das T-Shirt wurde nach zahlreichen Protesten zurückgezogen, da die Blutflecken auf dem Shirt an das Massaker von 1970 erinnerte. Damals versuchte die Nationalgarde am 4. Mai eine nicht genehmigte Protestkundgebung mit Tränengas aufzulösen, was nicht gelang. Darauf zog sich ein Trupp Nationalgardisten auf eine Anhöhe zurück und eröffnete unvermittelt das Feuer auf die Menge. Dabei wurden in 13 Sekunden mindestens 67 Schüsse abgegeben, einige Nationalgardisten verschossen ihr gesamtes achtschüssiges Magazin. Es gab vier Tote, einen Querschnittsgelähmten und acht weitere Verletzte. Einige der Opfer waren über hundert Meter entfernt und unbeteiligt, die vier Getöteten waren im Durchschnitt über 110 Meter von den Schützen entfernt. (RTL2 news 16.9.2014 und wikipedia)



Minirockverbot auf Automesse, China 2015

Auch Chinas Autohersteller setzen auf leicht bekleidete Models mit kurzen Röcken als Blickfang für die angebotenen Autos. Darauf reagierte die chinesische Regierung 2015 mit ein Model-Verbot bei der nächsten Auto-Show. Denn, so die offizielle Begründung, sie lenkten zu sehr von den Autos ab. (ZDG online heute 4.2.2015)


Realschule in Horb-Altheim: Kleideregeln, 2015

Die Hitzewelle im Juli 2015 hat die Direktorin einer Realschule in Horb-Altheim im Schwarzwald zu einer besonderen Maßnahme inspiriert. Zu "aufreizende" Kleidung soll an der Bildungseinrichtung künftig nicht mehr geduldet werden.In einem Elternbrief heißt es dazu: „Wer zu aufreizend gekleidet ist (zum Beispiel bauchfreies Shirt, Hotpants...), der bekommt von der Schule ein großes T-Shirt gestellt, das er/sie sich bis zum Schultagsende anziehen muss.“ Die Netzgemeinde reagierte empört.

Taylor Swift: Modelinie 'TS 1989', 2015

Taylor Swift möchte in China ihre Modelinie 'TS 1989' auf den Markt bringen. Doch der Name erinnert zu stark an das Tian’anmen-Massaker. Damit ruft die Sängerin die Zensoren auf den Plan, denn jede Erinnerung an das Ereignis ist in China verboten.(FAZ 23.7.2015)

Katholische Schule verbietet knappe Höschen, Hamburg 2015

Mit Beginn des neuen Schuljahres sind an der katholischen Sophie-Barat-Schule in Hamburg-Rotherbaum bauchfreie T-Shirts, knappe Höschen und tiefe Dekolletés tabu. Eltern, Lehrkräfte und Schüler haben gemeinsam einen neuen "Dresscode" beschlossen, wie der Katholische Schulverband bestätigte. Kleidung sei nicht nur eine Frage von Stil und Mode, sondern auch ein "Zeichen von Respekt". "Dabei kann allzu freizügige und nachlässige Garderobe ungute Gefühle auf Lehrer- aber auch auf Schülerseite hervorrufen", heißt es in dem Dresscode. Sichtbarer Brustansatz über dem T-Shirt sollte ebenso vermieden werden wie nackte Haut über tiefhängenden Jeans. Auch Shirts mit sexistischen oder rassistischen Aufschriften müssen zu Hause bleiben. Wer künftig nicht mehr weiß, was er morgens anziehen soll, kann auf die Schulkleidung "SBS-Kollektion" zurückgreifen. (Welt 29.8.2015)

Dresscode für Schüler: Schule will Jogginghosen verbieten, Schwieberdingen 2015

Kleidung habe auch etwas mit Haltung zu tun, sagt Schulleiterin Sandra Vöhringer, und deshalb will die Pädagogin der Glemstalschule im schwäbischen Schwieberdingen zukünftig Jogginghosen verbieten. Sie kündigte eine Arbeitsgruppe an, in der sich Lehrer, Eltern und Schüler Anfang Dezember Gedanken über eine neue Kleidungsordnung machen wollen.Die Arbeitsgruppe werde sich jedoch nicht nur mit der Jogginghose befassen, betonte die Rektorin der Schule, es gehe allgemein um die Frage, was eine angemessene Kleidung für die Schule sei. (Spiegel online 11.11.2015)


Dresscode für Kongress von Henning Zoz, 2016

Für ein deutsch-japanische Nanostruktur-Symposium mit 150 Teilnehmer aus 17 Ländern erließ der Veranstalter Henning Zoz einen Dresscode für Schüler: "Wir richten uns nicht an Menschen mit bunten Haaren, Blech im Gesicht und jene, die die Füße nicht heben und die Hose kaum auf den Hüften halten können und/oder eines ordentlichen Sprachgebrauches kaum mächtig sind", heißt es in der Einladung. Und weiter: "Kein Einlass für Vermummte – im Rathaus und im ZTC keine Mütze, keine Kapuze und auch keinen Helm auf dem Kopf. Bei Teilnehmern aus mindestens 17 Ländern liefern wir ein Aushängeschild Deutschlands in die Welt und erwarten angemessene Kleidung und Auftreten." Für diese explizite Ausladung erntete Henning Zoz viel Kritik, weil sie an Diskriminierung grenze. (Welt 10.3.2016)


United Airlines: Leggins-Verbot, 2017

Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat zwei Teenagern den Einstieg ins Flugzeug verboten, weil sie Leggings trugen, und damit einen Sturm der Empörung ausgelöst. Die beiden Mädchen waren am Gate zurückgewiesen worden. Ein weiteres Mädchen hatte Berichten zufolge ein Kleid über ihre Leggings gezogen, um an Bord gehen zu dürfen. Die Fluggesellschaft verteidigte ihr Vorgehen. Bei den Mädchen habe es sich um Besitzerinnen eines besonderen Ausweises für Angehörige und Freunde von United Airlines-Mitarbeitern gehandelt, für die ein spezieller Dresscode gelte. (heute de 27.3.)

Haare

Elvis: Haare und Koteletten Kritik, 1958

In der Bravo Nr. 10 1958 wurden die langen Haare und Koteletten von Elvis als "unmännlich" kritisiert. Die Forderung: Ab damit.


Bundeswehr-Erlass über Haar- und Barttracht, 1972

Aus "hygienischen" Gründen ließ der damalige Verteidigungsminister Helmut Schmidt den liberalen Haarerlass aus dem Jahr 1971 ein Jahr später verschärfen: für Bundeswehrsoldaten galt fortan - "nicht über den Kragen, nicht über den Augen, nicht über den Ohren", (Spiegel 22 1972)

Langhaarige Bundeswehrsoldaten

Haarerlass für Männer, Singapur 1972

Die Regierung in Singapur ließ 1972 tausende von Plakaten in Amtsstuben aufhängen, um genau zu dokumentieren, wenn das Haar zu lang und somit ungesetzlich ist: sofern es über die Stirn fällt, die Augenbrauen berührt, die Ohren bedeckt und/oder über einen normalen Hemdkragen fällt. Die Aktion war notwendig geworden, weil z.B. viele Staatsdiener wie Lehrer über mangelnde Anhaltspunkte für eine Beurteilung geklagt hatten. In dem Haarerlass wurde gewarnt: "Männlichen Wesen mit langen Haaren wird es jetzt endlich gezeigt." (Spiegel 30 1972)

Plakat zum Haarerlass

Vietnam: "Gesunde Umwelt", 2004

Laut Vorschrift Nr. 47 aus dem Jahr 2004 war es Popmusikern verboten, einen "glatt rasierten Kopf" oder "zu langes, zerzaustes, bunt gefärbtes" Haar zu tragen. (Der Spiegel 31 2004)

Haartracht nur in „sozialistischer Manier“, 2005/2007

Die kommunistische Regierung in Nordkorea sagte 2005 langhaarigen Männern den Kampf an. Sie wurden aufgefordert, ihr Haar zukünftig nur noch in „sozialistischer Manier“ zu tragen. Ansonsten seien sie „blinde Anhänger der Bourgeoisie“ und „unhygienische, antisozialistische Dummköpfe“. Machtinhaber Kim Jong Il setzte selbst mit einem neuen Kurzhaarschnitt ein Zeichen. Unterstützt wurde die Aktion von einem Fernsehsender, der Langhaarsünder mit Namen nennt und öffentlich bloßstellt. (WN 2.2.2005) 2007 wurden die Regeln noch einmal verschärft. Nur fünf Frisuren waren fortan erlaubt, nicht kürzer als einen, nicht länger als fünf Zentimeter. Längere Strähnen allerdings durften über kahle Stellen gekämmt werden: Ausnahme von der Regelung: Diktator Kim Jong Il durfte seine Sturmfrisur hochgekämmt behalten. Für Frauen wurden Kleidungsregeln eingeführt. Sie mussten in der Öffentlichkeit Röcke und Strümpfe tragen und die arme bedecken, Hosen sowie nackte Zehen galten fortan als Tabu. (Spiegel 27 2007)

Kim-Briefmarke:zu lange Haare

Schüler in den USA wegen langer Haare suspendiert, USA Louisiana 2011

Die American Civil Liberties Union verklagte Louisiana, weil ein 13-jähriger Schüler der amerikanischen Ureinwohner wegen langer vom Unterricht suspendiert wurde. Seth Chaisson wollte sich diese nicht schneiden lassen, weil dies seinen religiösen und kulturellen Überzeugungen verstoße. Bei einer Anhörung glaubte man ihm nicht, dass seine Überzeugungen sind aufrichtig. Seth war für zwei Tage im März 2011 suspendiert. (Sdt. 23.3.2011)

Vorbildliche Frisuren, Iran 2011


Disney hebt Bart-Bann auf, 2012

Was Comic-Hunden oder Comic-Enten erlaubt war, gestattete Disney den Mitarbeitern seiner Vergnügungsparks lange nicht. Seit der Eröffnung von Disneyland in Kalifornien in den 50er Jahren galten strenge Bartgesetze: Gesichtshaare waren verboten. Das Regelwerk zum Disney-Look umfasste auch ein Make-up-Verbot sowie Strumpfhosenpflicht für rocktragende weibliche Angestellte. Im Jahr 2000 wurde immerhin das Tragen von Schnurrbärten erlaubt, aber nur, wenn diese im Urlaub gewachsen waren und nicht bei der Arbeit. Von Februar 2012 an sollen den Mitarbeitern der Parks nun erstmals Bärte erlaubt sein. Allerdings dürfen diese die Länge von 13 Millimetern nicht überschreiten und sollen 'einen allgemein ordentlichen, sauberen und professionellen' Eindruck machen, wie es in einem Memo an die Mitarbeiter heißt. Lange Haare bei Männern, Piercings, Tätowierungen und Glatzen bei Frauen bleiben weiterhin verboten. (Sdt 25.1.2012)

Kim Jong Un schreibt Untertanen Frisuren vor, Nordkorea 2013

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un führte 2013 Vorschriften für die richtige Frisur ein. Frauen konnten aus genau 18 staatlich verordneten Frisuren auswählen. Die passenden Fotos dazu in Passbildgröße wurden u.a. in den Friseurläden der Hauptstadt Pjöngjang ausgestellt. Und auch die Männer erhielten klare Vorschriften. Nur zehn Haarschnitte wurden erlaubt. Alle müssen über den Ohren enden, die Stirn hat frei zu bleiben und die Haare dürfen nicht länger als fünf Zentimeter sein. Zudem: gefärbte Haare und moderne Schnitte wurden ebenfalls verboten. Angefangen hat der Haarschnitt-Zwang offenbar 2005 mit einer Sendung im nordkoreanischen Fernsehen namens „Lasst uns unsere Haare gemäß sozialistischer Lebensart schneiden“. Mit versteckter Kamera sollten „Rebellen“, die sich dem Haar-Diktat verweigerten, gefasst werden. (Spiegel 11 2013)


Streit um Werbung mit Kims Frisur, London 2014

Unter dem Foto des umstrittenen nordkoeranischen Machthabers, das ein Londoner Friseur aufgehängt hatte, stand: "Bad hair day?" Ein "bad hair day", also ein Tag, an dem die Haare einfach nicht sitzen.Zuerst kamen nur zwei Männer in Anzügen, die unangenehme Fragen stellten. Der Londoner Friseur Mo Nabbach vermutete, es seien Vertreter der nordkoreanischen Botschaft. Sie forderten ihn auf, sein neues Werbeplakat abzuhängen, weil sich der Salon über den Haarschnitt des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Un lustig mache.Dann reichte die nordkoreanische Botschaft in London offiziell Beschwerde beim britischen Außenministerium ein. Ein Ministeriumssprecher bestätigte, dass ein offizieller Beschwerdebrief eingegangen sei. Die Werbung mit Kim Jong Un wurde abgehängt. (WN 18.4.2014)

Busverbot für Bärtige, China 2014

In der chinesischen Stadt Karamay wurde 14 Tage lang ein Verbot für Männer mit Bärten und Frauen mit Kopftüchern verhängt: die Behörden befürchteten Anschläge im Umfeld einer Sportveranstaltung. (FAZ 7.8.2014)

Fußballspiel wegen unislamischer Frisur unterbrochen, Saudi-Arabien 2012/2016

Abdullah ist Nationaltorhüter im Königreich Saudi-arabien und Stammkeeper des Erstligisten Al-Shabab Riad. Als der Torhüter bei einem Ligaspiel mit einem auffälligen Haarschnitt auf den Platz lief, erregte das den Unmut des Schiedsrichters. Der Offizielle echauffierte sich über die unislamische Schopf-Ästhetik des Spielers. Zunächst gab es hitzige Diskussionen mit den Trainern, dann wurde das Spiel unterbrochen und Abdullah musste an der Seitenlinie um sich die Haare schneiden zu lassen. Zwar soll sich der Fall schon 2012 ereignet haben, doch erst 2016 berichteten Nachrichtenagenturen und Zeitungen weltweit darüber. Abdullah ist keine Ausnahme. Im April 2016 soll es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen sein, als drei Jugendspieler vom Spiel ausgeschlossen wurden, weil ihre Frisuren nicht der religiösen Norm entsprachen. Denn in Saudi-Arabien besagt eine entsprechende Sittsamkeitsvorschrift besagt, dass das Haar nicht an einer Stelle kurz und an anderer lang getragen werden darf. (Welt 12.4.2016)

Tatoos

Tatoos vor Gericht, 2012

Bewerber für den Polizeidienst können nicht nur deshalb abgelehnt werden, weil sie an den Armen tätowiert sind, entschied im November 2012 das Verwaltungsgerichtes. Geklagt hatte eine 31-jähriger Bewerber, den das Landesamt für die Polizeiausbildung im Kreis Unna wegen einer von der Schulter bis zu den Unterarmen reichenden Tatoos abgelehnt wurde. Das zeigte u.a. seinen Hund, einen Staffordshire-Terrier, und die Totenmaske einer Mexikanerin. Die Polizei hatte argumentiert, im Sommer könne es Einsätze geben, die das Tragen der Sommeruniform mit einem entsprechend kurzärmeligen Hemd erfordere. Das damit unabwendbare Zeigen der Tätowierungen könne unter anderem Aggressionen bei den Bürgern hervorrufen, da insbesondere die Motive auf dem Arm des Bewerbers dafür geeignet seien. (WN 30.11.2012)


Baden-Württemberg: Geplantes Tattoo-Verbot erzürnt Polizisten, 2013

Ein geplantes Tattoo-Verbot für Polizisten sorgt für Aufruhr. Der neue Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg Gerhard Klotter möchte Polizisten nicht nur das Tragen von Ohrringen verbieten, sondern auch andere Piercings und schwer zu verdeckende Tätowierungen im sichtbaren Bereich. Definiert würde dieser durch die Sommeruniform. Tattoos an den Unterarmen wären demnach tabu. Laut Deutscher Polizeigewerkschaft (DPolG) gibt es vielerorts schon ähnliche Erlasse, Verordnungen oder Vorschriften, nach denen ein korrektes äußeres Erscheinungsbild eines Polizisten und sichtbare Tätowierungen eben nicht vereinbar sind. Unabhängig von Größe und Inhalt könnten sichtbare Tätowierungen bei der Einstellung von jeher für den Dienstherren einen Eignungsmangel darstellen – egal ob es sich um einen kleinen Engelsflügel handelt oder um großflächige Tätowierungen. „Es geht um die Frage, wie die Polizei auftritt“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dazu. Das Arbeitspapier des Landespolizeipräsidenten liege vor und werde nun diskutiert. Es sei eine Aufregung entstanden, die er nicht ganz nachempfinden könne. Auch lange Haare sind aus Verletzungsgründen in der Diskussion. Die meisten würden sie hoch- oder zusammenbinden, heißt es bei der DPolG. Offene lange Haare könnten im baden-württembergischen Erlass ebenfalls zum Tabu erklärt werden. (FAZ 22.10.2013)


Outfit-Regeln der Bundeswehr: Tattoos sind stets verdeckt zu tragen, 2014

In einer neuen Dienstanweisung über das "äußere Erscheinungsbild" hat die Bundeswehrführung 2014 einen strengen Mode-Knigge für Soldaten ausgegeben - von der Frisur bis zu Tattoos oder Piercings wird alles geregelt. In feinstem Beamtendeutsch heißt das Werk: "Das äußere Erscheinungsbild der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr". Ausnahmsweise ist die Dienstanweisung mit der Kennung A.26301.1l noch nicht mal als geheime Verschlusssache eingestuft. Es müsse, so heißt es darin, "die Freiheit zur individuellen Gestaltung des äußeren Erscheinungsbildes gegenüber der sichtbaren Einbindung in die militärische Gemeinschaft zurückstehen". Konkret: die Haare sind kurz und ordentlich zu tragen, Irokesenfrisuren sind tabu. Ein möglicher Bart muss ebenfalls sauber gestutzt sein, wachsen lassen darf sich der Soldat die Haarpracht allerdings im Urlaub. Daneben sollen die Fingernägel kurz und sauber sein, die Schminke der Damen dezent, ebenso der Schmuck an Fingern und Ohren. Unter dem Stichwort "Körpermodifikationen und -bemalungen" Praktiken wird beschrieben: "Zu dekorativen Zwecken ohne medizinische Notwendigkeit durchgeführten Eingriffe in die Substanz des menschlichen Körpers" sind untersagt. Gemeint sind simple Tattoos. Diese Modifikationen, so das Papier, seien zwar erlaubt, allerdings nur unter strengen Auflagen. So dürfen die Motive und Schriftzüge nicht diskriminierend, pornografisch oder gar grundgesetzwidrig sein.Zudem müssen die schmerzhaft gestochenen Kunstwerke durch die Uniform verdeckt werden. Befinden sie sich am Hals, auf den Händen oder gar im Gesicht, seien sie "in geeigneter und dezenter Weise abzudecken". Ebenso penibel regelt die Dienstvorschrift das Tragen von Piercings, im Bundeswehrdeutsch "abnehmbare Körpermodifikationen" genannt, die stets abzulegen seien. Auch Magnetimplantate "sind am ganzen Körper nicht zulässig". Bei ihrer Stil-Analyse hat die Bundeswehr an alles gedacht, selbst sogenannte Tunnel in den Ohrläppchen werden klar geregelt, natürlich müssen diese durch eine "hautfarbene Abdeckung" getarnt werden. Gültig ist das neue Regelwerk, abgesegnet vom Generalinspekteur persönlich, ab dem 1. Februar. (Spiegel online 22.1.2014)

Rassismus

Claudia Schiffer als Farbige, 2008/2010

Als Claudia Schiffer als Farbige mit Afro-Frisur 2010 auf einem Magazin abgebildet wurde (das Foto war 2008 im Rahmen einer ganzen Reihe geschossen worden), wurde die Aufnahme als beleidigend und rassistisch gewertet. (online 4.6.2010)

Claudia Schiffer als Farbige

Andere Länder

China

Hongkong: Lehrerin erkämpft sich das Recht, Hosen zu tragen, 2010

Eine Lehrerin aus Hongkong darf im Unterricht eine Hose tragen. Dieses Recht hatte sich Kwong Ho-ying in einem dreijährigen Gerichtsverfahren erstritten. Die Schule hatte verlangt, dass die Frau im Kleid zur Arbeit erscheinen sollte. Ein Gericht verurteilte die Schule nunmehr, sich bei der früheren Kollegin zu entschuldigen und ihr eine noch nicht festgelegte Entschädigung zu zahlen. Kwong Ho-ying hatte ihren Job im Jahr 2007 nach nur zwei Monaten aufgegeben, weil sie sich von der Kleiderordnung erniedrigt und vom Schulleiter gemobbt fühlte. Die Frau hatte am ersten Arbeitstag eine Hose und Bluse getragen. „Ich bin Lehrerin, kein Model“, sagte Kwong Ho-ying der Zeitung. Sie wolle nicht gezwungen werden, ein Kleid bei der Arbeit zu tragen. Für männliche Kollegen habe die Schule keinen Dresscode. „Ich hoffe, mein Fall wird ein Beispiel geben und anderen helfen“, fügte sie hinzu. (welt online 15.9.2010]

Dubai

Dresscode für Dubai, 2013

Auf Twitter wurde 2013 eine Kampagne für strengere Kleidervorschriften gestartet, die in Malls und auf Strandpromenaden gelten soll. Zum Hintergrund: Insbesondere Frauen aus dem Westen hatten sich immer häufiger so bekleidet, wie sie es aus ihren Heimatländern kennen. (Spiegel 44 / 2013)

Piercing: Einreise verweigert, 2014

16 Piercings im rechten Ohr, 15 im linken, 25 in den Augenbrauen, acht in der Nase, 94 in und um seine Lippen, zwei in der Zunge, acht im restlichen Körper, drei in seinen Brustwarzen, vier im Bauchnabel und 278 Piercings im Genitalbereich. Mit diesen Angaben steht der Dortmunder Rolf Buchholz im Guinness-Buch der Weltrekorde. Dazu hat er mehrere Implantate, unter anderem zwei Hörner auf der Stirn, und mehrere Tätowierungen. Deswegen verweigerten Grenzbeamten am Flughafen von Dubai dem Dortmunder die Einreise. Buchholz war in einem Flugzeug aus Istanbul in dem Emirat eingetroffen und sollte in einem Hotel auftreten. Ein Sprecher des Hotels, in dem Buchholz erwartet worden war, sagte , dem Management sei es nicht gelungen, die Einreise zu erwirken. Buchholz selbst schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, die Behörden in Dubai hätten ihm als Grund für das Einreiseverbot genannt: Sie verdächtigten ihn der "schwarzen Magie". (heute online 18.8.2014)

England

Verbot von Blue Jeans, Birmingham 1959

Ein siebzehnjähriger wurde in Birmingham aus dem Kino verwiesen, weil er Blue Jeans trug. (Bravo 10 1959)

Frankreich

Verbot für Prinzessinnen-Kleid im Disney-Park Paris, 2010

Mutter und Tochter hatten sich für den Besuch im Disney-Park eigens märchenhafte Prinzessinnen-Kleider angezogen und wurden deshalb aus dem Park verwiesen mit der Auflage, sich umzuziehen, denn ansonsten, so die Begründung, könnten die beiden mit tatsächlichen Disney-Figuren verwechselt werden. (Netz 20.4.2010)

Mutter und Tochter im Prinzessinnen-Kleid

Indien

Die Badeanzüge der Designerin Lisa Blue lösten bei den Hindus Proteste aus, Australien/Indien 2011

Zur Zufriedenheit indischer Politiker hat ein australischer Bademodenhersteller 2011 eine Kollektion von Einteilern und Bikinis mit dem Bildnis der Göttin Lakshmi zurückgezogen. «Lakshmi ist eine Gottheit, die von den Hindus verehrt wird, und deren Darstellung auf Badekleidung ihr sittliches und religiöses Empfinden verletzt hat», erklärte Handelsminister Anand Sharma dazu. Das Unternehmen habe recht daran getan, die Kollektion zurückzuziehen. Damit würden die religiösen Gefühle respektiert, das Thema sei erledigt. Die Präsentation der Modelle bei der Australischen Modewoche in Sydney im Mai 2011 hatte empörte Proteste von Hindus ausgelöst, die die Göttin der Schönheit, des Wohlstands und des Glücks verunglimpft sahen. Medienberichten zufolge wurden im Unionsstaat Punjab sogar australische Flaggen verbrannt. Das indische Aussenministerium brachte dem australischen Botschafter in Neu-Delhi seine «tiefe Besorgnis» zum Ausdruck. Die Modefirma entschuldigte sich und erklärte, sie habe niemanden kränken, sondern nur die verschiedenen Kulturen feiern wollen. Die Badeanzüge und Bikinis kämen nicht in den Verkauf, die Produktion sei eingestellt. (www.20min.ch)

Iran

Schlipse verboten, 2000

Schlipse galten 2000 den Hütern der islamischen Revolution als Symbol der westlichen Kultur und wurden auf der Urlaubsinsel Kisch verboten. (MZ 8.8.2000)

Wider die "vulgäre westliche Kultur": Verbot von Halsketten, 2011

70000 Mann patrouillierten im Juni 2011 durch die Straßen iranischer Städte und vollstrecken Razzien. Gesucht werden Männer, die Halsketten tragen. Werden sie gefunden, droht ihnen eine Geldstrafe oder sogar die Verhaftung. Denn Ketten, so ein neuer Nachtrag in Teherans 'Plan zur Sicherung der Moral' vom Juni 2011, seien 'nicht islamisch'. Sie stellten ein 'kulturelles Problem' dar, das zur 'blinden Imitation der vulgären westlichen Kultur' führe. Nicht nur Ketten tauchen im Katalog des Verbotenen auf, sondern auch mondäne Haarschnitte und kurzärmelige Hemden. Bereits 2001 gab es Berichte über die sog. Moralpolizei des Geistlichen Führers Ajatollah Ali Khamenei, die eine Übernahme westlicher Moden verhindern sollte. Wer 'Zeichen und Symbole der Depravation' öffentlich präsentierte, wurde bestraft. Schon damals wollte das iranische Parlament den Besitz von Hunden kriminalisieren. Ladenbesitzer warnte die Polizei davor, Damenunterwäsche und nackte Mannequins in die Vitrinen zu stellten oder Produkte zu verkaufen, die westliche Prominente zeigten. In Cafés durften Frauen nicht bedient werden, die sich nicht an den Dresscode des Regimes hielten. (sdt. 18.6.2011)

Vorbildliche Frisuren

Israel

Gesetz gegen bearbeitete Werbefotos, 2010

Israel plante 2010 mit Hilfe des sog. "Photoshop-Gesetzes" Werbeplakate zu kennzeichnen, auf denen die Model-Körper digital bearbeitet wurden, um gegen das "verfälschte Bild der Idealfrau" der Modeindustrie anzugehen. Die hatte z.B. aus einer "aufgeschwemmten" und sichtlich gealterten Britney Spears eine schlanke "Lolita" gemacht. (welt.de 18.6.2010)

Bearbeitetes Spears-Bild für die Werbekampagne des Modelabels Candies´s
Spears wie sie zu der Zeit wirklich aussah

Kleidervorschriften zur "Wiederherstellung des öffentlichen Anstands", 2010

Der konservative Bürgermeister eines italienischen Küstenstädtchens wollte 2010 die öffentliche Ordnung wiederherstellen, indem er rigorose Vorschriften erließ: Fußballspielen im Park galt danach ebenso untersagt, wie das laute Fluchen und das Tragen "sehr knapper Kleidung" in der Öffentlichkeit. Verboten waren auch Männer ohne Hemd. All das wurde mit einer Strafe bis zu 500 Euro belebt. (Sd. 26.10.2010)

Kleiderordnung für dicke Frauen, 1995

Andrea Guglieri,italienischer Senator und Bürgermeister im Riviera-Badeort Diano Marina, war ein Feind öffentlich zur Schau gestellter Zellulitisschenkel und Schwabbelbäuche. Dicken Frauen untersagte er 1995 sich im Bikini außerhalb des Strandes zu zeigen, sofern sie ihre körperlichen Nachteile nicht oder nur spärlich bedecken. Die Ortspolizei musste das überwachen. (Spiegel 34 1995)

Japan

Stewardessen von Skymark Airlines: Outfit im Sixties-Look, Tokio 2014

Stewardessen der japanischen Fluggesellschaft Skymark fürchteten 2014, dass die knappen blauen Kleider ihnen mehr Aufmerksamkeit bescheren, als sie sich wünschen. Die superkurzen Kleider seien sexistisch, hieß es a in Kommentaren im Internet. Auch die Gewerkschaft der Flugbegleiter bemängelte, dass die Kleider im Sixties-Look nicht einmal die Oberschenkel bedeckten und zeigte sich besorgt, dass es dadurch zu sexuellen Belästigungen an Bord kommen könne.Die Fluggesellschaft Skymark wolle nach eigenen Angaben mit dem neuen Outfit mehr Kunden anlocken, konstatierte die Gewerkschaft. "Das zeigt nur, dass die Airline Frauen wie eine Handelsware betrachtet." Auf der Gewerkschafts-Website äußerten Flugbegleiterinnen die Angst, dass Passagiere sie anstarren oder mit Handys unter ihr Kleid fotografieren könnten."


Philippinen

T-Shirts: Verharmlosung von Vergewaltigungen, 2014

In der Jungenabteilung einer philippinischen Einkaufs-Mall-Kette wurden 2014 T-Shirts mit folgender Aufschrift angeboten: „It’s not rape, it's a snuggle with a struggle. („Es ist keine Vergewaltigung, es ist Kuscheln mit etwas Gegenwehr.") Nachdem eine Kundin ein Foto von den Hemden, die Vergewaltigungen verharmlosen im Internet veröffentlichte, verschwand das Produkt aus dem Sortiment. Eine Erklärung für die Geschmacklosigkeit konnte die Kette SM Supermalls bisher allerdings nicht liefern. Das besagte Shirt ist über einen US-amerikanischen Online-Anbieter noch immer erhältlich – in mehr als 350 Ausführungen, Größen und Farbkombinationen. (yahoo Nachrichten 23.9.2014)

Türkei

Bademoden in der Kritik, Türkei 2007

2007 tobte in Istanbul ein heftiger Streit zwischen der Stadtverwaltung und den Herstellern von Bademoden darüber, wie freizügig Werbeplakate für Bademoden sein dürfen. Bikinis z.B. galten als verboten. (Spiegel online 19.5.2007)

Bademoden in der Kritik: Ein Beispiel

Ukraine

Ukraine verbietet Mini-Röcke in Regierung, 2010

Frauen im kurzen Rock, mit knalligem Lippenstift und Stöckelschuhen sind in der ukrainischen Regierung nicht länger erwünscht. Auf den Korridoren der Macht in Kiew gilt nun eine neue Kleiderordnung. Die Frauen im Regierungsapparat würden so ihrer wichtigsten Waffen beraubt, kommentierten Medien in Kiew. Die Mitarbeiterinnen dürfen ab sofort auch keine Kleider aus durchsichtigem Stoff oder mit aufreizendem Dekolleté mehr tragen. Erlaubt seien nur noch dezentes Make-up und leichte Düfte. Die neuen Vorschriften für die Frauen legen bis ins Detail fest, dass die Kleider etwa keine "Blümchen" oder "Tupfer", Zeichnungen oder Texte als Muster haben dürften. "Das Make-up sollte der natürlichen Farbe der Haut entsprechen, zurückhaltend und maßvoll sein - Lidschatten, Tönungscreme und Puder sollten besonders dünn und die Wimperntusche feuchtigkeitsbeständig sein", heißt es in der Vorschrift weiter. Die Regierung in Kiew will Medien zufolge auch politische Satiresendungen im Fernsehen sowie politische Karikaturen in Zeitungen verbieten. (oe24.at 5.10.2010)

USA

"Topless"-Badeanzug, 1964

Erfunden wurde er von Rudi Gernreich, der Badeanzug, der den Busen frei ließ. Hausfrauenverbände demonstrierten, der Vatikan schimpfte und Moskau sah darin wieder mal ein Zeichen westlicher Dekadenz. (Spiegel 18 1985)

"Topless"-Badeanzug, 1964

Verbot von Baggy-Jeans, Michigan 2008

David Dicks, Polizeichef in Flint (bei Detroit, Michigan) entdeckte als erster das Vergehen: Das Tragen von tief sitzenden Jeans, eine Modeerscheinung, die viele zwar als Geschmacksverirrung einstufen, aber nicht als „unmoralischer Ausdruck der Persönlichkeit“ (Dicks). Die sog. Baggy-Jeans seien „unanständig“ und dazu angetan, öffentliches Ärgernis hervorzurufen. Das aber wird im Staat Michigan mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder 500 Dollar Geldstrafe geahndet. Der Polizeichef lieferte auch gleich noch genaue Instruktionen zum Umgang mit den Gesetzesbrechern nach: Derjenige, dessen Hose zwar soweit unten hängt, dass die Boxershorts zu sehe sind, aber kein Hintern, bekommt nur eine Verwarnung ausgesprochen. Ist der Allerwerteste sichtbar, gilt der Tatbestand als Erregung öffentlichen Ärgernisses als erfüllt. Dies war kein Einzelfall: Zwei weitere Städte des konservativen Südens, Alexandria und Shreveport (beide Louisana) verboten ebenfalls das Tragen der bei Teenagern so beliebten Baggy-Pants (weit unterhalb der Hüfte sitzende Hosen) aus moralischen Gründen. „Wir haben das Verbot einstimmig verabschieded nachdem sich so viele Bürger beschwert haben, dass sie junge Männer nicht mit derart tief sitzenden Hosen sehen wollen, die die Unterwäsche und in manchen Fällen auch das Hinterteil sehen lassen, begründete z.B. Stadtrat Louis Marshall aus Alexandria das Verbot. Dem Verbot wollte man mit einer Geldstrafe bis zu 25 Dollar Nachdruck verleihen. Im Wiederholungsfall sollte sie höher ausfallen. In England hingegen entschied ein Richter in Bedford lehnte ein Richter das von einem Staatsanwalt geforderte Verbot von Baggyhosen als Verstoß gegen die Menschenrechte ebenso ab, wie das geforderte Verbot zum Tragen von Kapuzenpullis. (Spiegel: 32 2008 und Welt 31.8.2008/Sdt.6.5.2010)

Illustration zum Verbots der Baggy-Jeans

Ärger um XXL-Kleid in "Seekuhgrau", 2013

Die Einzelhandelskette Target bot das gleiche Kleid in unterschiedliche Größe zugleich in unterschiedlicher Farbe an: In Normalgröße wurde der Farbton mit "heidekrautgrau" angegeben, in Übergröße hieß die gleiche Farbe "Seekuhgrau". Das wurde als Diskriminierung empfunden. (Sdt. 5.4.2013)

Urban Outfitters Ärger wegen KZ-Design, New York 2015

Die amerikanische Boutiquenkette Urban Outfitters hat 2015 wieder mit einem Artikel Erinnerungen an die Nazi-Zeit hervorgerufen. Das Unternehmen hatte in seinen Läden Dekorationsstoff verkauft, der wie die Kleidung eines KZ-Häftlings aussehe, behauptete die sogenannte Anti-Defamation League. Nach Angaben der New Yorker Bürgerrechtsorganisation zeigt das Muster helle und dunkelgraue Streifen und ein rosa Dreieck, wie es homosexuelle Gefangene als Kennzeichnung in Konzentrationslagern tragen mussten. Das Muster sei eine „beklemmende Erinnerung“ an die Konzentrationslager, hieß es von dem Verband. „Ob gewollt oder nicht, dieses Muster mit dem rosa Winkel ist höchst beleidigend und sollte nicht einfach ein Teil der Populärkultur werden.“ Das Unternehmen hatte bereits vor drei Jahren mit einem gelben Hemd Aufsehen erregt, auf dessen Brust ein Stern genäht war. Damals hatte Urban Outfitters beteuert, dass das Modell nie für den Verkauf bestimmt war. (WN 12.2.2015)

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