Internet, Computerspiele und Videos

Aus Zensur Archiv

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Inhaltsverzeichnis

Internetportale/Apps

Der Streisand-Effekt, 2003

Als Streisand-Effekt wird bezeichnet, wenn durch den Versuch, eine Information zu unterdrücken, genau das Gegenteil erreicht wird, nämlich die Information besonders bekannt gemacht wird. Seinen Namen verdankt der Effekt Barbara Streisand, die den Fotografen Kenneth Adelman und die Website Pictopia.com 2003 auf 50 Millionen US-Dollar verklagte, weil eine Luftaufnahme ihres Hauses zwischen 12.000 anderen Fotos von der Küste Kaliforniens zu finden war. Damit stellte sie aber erst die Verbindung zwischen sich und dem abgebildeten Gebäude her, in dessen Folge sich das Foto im Schneeballsystem im Internet ausbreitete. Adelman behauptete, er habe das Anwesen am Strand fotografiert, um Küstenerosionen für das California Coastal Records Project zu dokumentieren. Der Journalist Paul Rogers bemerkte später, dass das Bild von Streisands Haus im Internet sehr beliebt war. (wikipdia)

Streisand-Haus unzensiert

Weltjugendtag: Internetzensur, 2005

Im Pressezentrum des Weltjugendtages, dort wo täglich hunderte von Journalisten saßen, war der Internetzugang beschränkt. So war u.a. die Seite der ökumenischen Arbeitsgruppe „Homosexuelle und Kirche“ www.huk.de gesperrt. Ferner das Portal www.kondome.de oder die Seite von „Neon“, dem Jugendmagazin des „Stern“. (stern de. 17.8.2005)


Atze Schröder vs. Weser-Kurier, 2006

Der deutsche Comedian, der die Figur Atze Schröder spielt, ließ die Veröffentlichung seines bürgerlichen Namens im Weser-Kurier vom 20. Dezember 2006 per Urteil durch das Landgericht Berlin untersagen. Zuvor hatte der Klarname nur wenige interessiert, nach Bekanntwerden der Klage gingen das Pseudonym und der bürgerliche Name durch zahlreiche Blogs. Bis 2007 war das Pseudonym Atze Schröder auch als Marke auf den bürgerlichen Namen des Comedians eingetragen. (wikipedia)

Internetportal: Selbstmord.com, geschlossen 2006

Hinweis im Internet vom 15.6.2006: Diese Forum ist seit 11/2006 geschlossen, und nicht wegen „buddha“ aus Wuppertal“. Der hatte unter dem Stichwort angeblich Medikamente über das Forum vertrieben, um Menschen angeblich beim Selbstmord zu helfen. Sechs von ihnen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Das Forum wurde zum Verkauf angeboten. 2006 erhob die Staatsanwaltschaft Wuppertal Anklage gegen einen 23-jährigen Studenten, der via Internet lebensmüde Menschen landesweit mit tödlichen Pillenmischungen und den dazugehörenden Gebrauchsanweisungen versorgt haben soll. Der in Albanien geborene Deutsche soll Gebühren von bis zu 1500 Euro erhalten haben. Insgesamt 19mal hat der Kejdi S. jene legalen Dosen der Arzneimittel Luminal, Truxal und Diazepam verschickt, die seine Kunden töteten. Sieben überlebende Selbstmordkandidaten fielen ins Koma fielen und erlitten z.T. schwere gesundheitliche Schäden. Nach Schätzungen gibt es in Deutschland ca. 40 Foren zum Thema Selbstmord

Stillgelegte Seite Selbstmord

www.whenwillamywinehousedie.com.: Tippen auf den Tod von Amy Winehouse, um 2006

Auf der besagten webside konnte man auf den Tod der Rocksängerin tippen: er am nächsten dran liegt, so die Ankündigung, würde einen I- Pod gewinnen. Außerdem wurde auf der Seite die Gelegenheit gegeben, vorab eine Würdigung des Lebenswerks der Sängerin zu verfassen. Auch die genaue Uhrzeit konnte angegeben werden. U.a. steht dort. „Wir alle werden eines Tages unserem Schöpfer gegenübertreten“, heißt es auf der Website, deren Urheber nicht ersichtlich wird. „Amy Winehouse kann es allerdings nicht abwarten. Sie kann gute Songs schreiben und sie kann singen, aber leider ist bei ihr der Selbstzerstörungsknopf eingerastet. Gerüchten zufolge halten Amy und Pete (gemeint ist Pete Doherty) die gesamte kolumbianische Wirtschaft am Laufen.“ (Netzzeitung ca. 2006)

Internetportal "When will Amy...."

Einführung von der Internetsuchmaschine für junge Leute „fragFinn“, 2007

Im Dezember 2007 stellte Bundeskanzlerin Merkel die neue Suchmaschine „fragFinn vor, die vor allem das Informationsbedürfnis von jungen Netz-Usern befriedigen soll. Die Suchmaschine für Minderjährige, die nur gefilterte Seiten erreichen sollen, war und ist z.T. aber unbrauchbar. Wer Terror eingab, bekam als erste Treffer Seiten der Botschaften auf den USA und Japan. Das Wort Marihuana kannte es nicht und bei Sex landete man auf einer Kaninchenhalterseite. Bereits 2005 hatten die deutschen Internet-Suchmaschinen-Dienste beschlossen jugendgefährdende Seiten aus ihren Trefferlisten zu streichen. Dazu wurde im Februar 2005 eine Art Freiwillige Selbstkontrolle in Berlin gegründet. Deren Mitglieder verpflichteten sich, die Adressen der rund 1000 Internetseiten nicht anzuzeigen, die auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien verzeichnet sind. (Spiegel 49 2007 und MZ 25.2.05)

Schweizer Bank Julius Bär vs. wikileaks, 2008

Im Februar 2008 versuchte die Schweizer Bank Julius Bär die Veröffentlichung interner, von ihr als Fälschung bezeichneter Dokumente auf der Whistleblower-Webseite WikiLeaks gerichtlich entfernen zu lassen. Das führte zunächst zu einer Dekonnektierung der Domain von WikiLeaks per gerichtlicher einstweiliger Verfügung. Jedoch wurden die Dokumente durch weltweite Spiegelungen und andere Webseiten weiter verbreitet. Die Veröffentlichung des Vorgangs in den Medien sorgte für internationale Aufmerksamkeit und die Unterstützung von WikiLeaks durch Bürgerrechtsorganisationen. Die Aufhebung der Verfügung im weiteren Verlauf wurde auch mit ihrer Erfolglosigkeit begründet. (wikipedia)

Rottenneighbor, 2008

Medienexperten werteten das Portal als „blanke Denunziation“. Eigentlich wollte die in den USA beheimatete Internetseite bei der Suche nach einer „guter Wohngegend“ helfen. Immer stärker wurde sie in der Praxis aber dazu benutzt, Menschen bloßzustellen – auch in Deutschland. Prof. Norbert Schneider, Direktor der nordrhein-westfälischen Landesanstalt für Medien kritisierte deshalb ebenfalls den „digitalen Pranger“, der auf google maps zurückgreift und miese Nachbarn mit „roten Häusern“ digital kennzeichnet. (WN 23.8.2008)


Internetseiten der Partei Die Linke, 2008

Die Partei „Die Linke“ hat ihre Internetseiten zensiert, nachdem der „Spiegel“ darüber berichtet hatte, wie ehemalige SED-Funktionäre, die zum Teil heute DKP-Mitglieder sind, auf der Webseite der Linken die DDR schön reden. Dann verschwand die „Geschichtskorrespondenz“ des „Marxistischen Arbeitskreises zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ (eines internen Parteizirkels) aus dem Netz. Vorher fanden sich dort etwa die Gedanken z.B. des früheren Stasi-Oberleutnants Wolfgang Schmidt, der befand, dass „für die Bekämpfung feindlicher, krimineller und subversiver Elemente“ sich das Ministerium für Staatssicherheit der DDR „nicht entschuldigen“ müsse. Auch die Würdigung von Ex-Staatschef Walter Ulbricht durch den ehemaligen ZK-Professor Eckhard Trümpler wurden „gesäubert“. Er hatte gemeint: „Alle wichtigen Ereignisse, und zwar nicht nur Defizite und Schwierigkeiten, sondern vor allem große Fortschritte und beeindruckende Errungenschaften im Leben der DDR, sind auf das Engste mit dem Wirken Ulbrichts verbunden.“ (FAZ 24.8.2008)

Linkspartei Politiker Heilmann vs wikipedia, 2008

Am 13. November 2008 erreichte der Linkspartei-Politiker Lutz Heilmann durch eine Einstweilige Verfügung, dass die automatische Weiterleitung von wikipedia.de auf die weiterhin erreichbare Internet-Adresse de.wikipedia.org aufgrund von dort zeitweise aufgestellten Tatsachenbehauptungen abgeschaltet werden musste. Heilmann begründete diesen Schritt damit, dass Wikimedia Deutschland ihm keine Gegendarstellung gegen diese Behauptungen ermöglicht habe. Erst durch diese Einstweilige Verfügung kam der Artikel mit den umstrittenen Informationen zu einer erhöhten Aufmerksamkeit. (wikipedia)

Deutsche Bahn vs. Netzpolitik.org, 2009

Am 3. Februar 2009 erreichte den Blogger Markus Beckedahl, Betreiber der Seite Netzpolitik.org, eine Abmahnung bezüglich der Veröffentlichung eines internen Memos zur Mitarbeiter-Rasterfahndung der Deutschen Bahn. Durch Bekanntwerden der Abmahnung erhielt das veröffentlichte Memo erhöhte Aufmerksamkeit und tauchte kurz darauf in P2P-Netzwerken und auf wikileaks.org auf. Auch klassische Medien berichteten seitdem über den Fall und verbreiteten das Memo weiter. (wikipedia)

The Berlin Twitter Wall, China 2009

Die Organisation "Kulturprojekte Berlin" hatte im Oktober 2009 zu einem Mitmach-Wettbewerb aufgerufen: "Teile der Welt deine Gedanken zum Fall der Berliner Mauer mit oder sag uns, welche Mauern noch fallen sollen, damit die Welt lebenswerter wird." Nachdem chinesischer User die massenhaft über die Zensur in China berichteten, wurde die Seite von der chinesischen Zensurbehörde für die eigenen Landsleute unerreichbar gemacht. (zdf heute online 9.11.2009

Zehn Bilder die der "Stern" nicht auf dem iPhone zeigen durfte, 2009

Auf einer speziell für das iPhone angepassten Version der stern.de-Homepage durften folgende Bilder 2009 nicht gezeigt werden. Denn im Apple-Regelwerk steht, dass vor allem Nacktes nicht gezeigt werden darf. Allerdings fallen hier europäische und amerikanische Ansichten über das, was anstößig sein könnte, so der "Stern", deutlich auseinander. (stern.de Jahresrückblick 2009)

Cicciolina alias Ilona Staller auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin 1987
Aufnahme einer Brustkrebsuntersuchung
Aufnahme einer Modenschau in Italien
Katie Price in der Fernsehsendung "Ich bin ein Star. Holt mich hier raus!"
Davorka Tovilo auf der Filmpremiere von "Herr der Ringe3"
Australische Unreinwohnerinnen
Amy Winehouse verlässt ein Lokal in London
Zwei Vertreterinnen der Tierschutz-Organisation Peta demonstrieren in Washington gegen übermäßigen Fleischkonsum
Pamela Anderson auf einer Modenschau
Sängerin Rhianna auf den "Women of the Year"-Awards in New York

Facebook verbietet digitale Selbstmorde, 2010

Eigentlich sollen Anwendungen wie "Suicide Machine" oder "Seppukoo" usern ermöglichen, ihre Spuren in z.B. sozialen Netzwerken auf einmal zu löschen. Facebook sperrte sich dagegen und verweigerte den Diensten für den "digitalen" Selbstmord den Zugang. (Netzwelt 5.1.2010)

Israelische Rabbiner wollen Gläubigen das Internet verbieten; Israel 2010

Das Verbot wurde mittels einer Plakataktion verbreitet. Es sieht als Strafe die Exkommunikation vor. Verschiedene Thora-Schulen wollen demnach den Kindern von strenggläubigen Internetnutzern außerdem die Aufnahme verweigern. Auch Radio und Fernsehen wurden als verboten eingestuft. (Sdt. 5.2.2010)

Wettbewerb zu Mohammed-Karikaturen: Pakistan sperrt facebook und youtube, 2010

Per Gericht wurde verfügt, dass das soziale Netzwerk bis zum 31.5.2010 blockiert werden sollte, weil dort ein Wettbewerb zu Mohammed-Karikaturen ausgelobt wurde. Darstellungen des Propheten sind im Islam verboten. (Sdt.20.5.2010) Aufgrund von "blasphemischen Verwerfungen" wurde dann auch noch youtube in Pakistan gesperrt.

Proteste in Pakistan gegen Facebook


Apps für das iPhone und das Wort "Pussy", 2010

Der Computerhersteller Apple führt eine rigide Zensur bei seinen Apps z.B. für das iPhone. Zunächst wurde die Zurschaustellung von Brustwarzen nicht mehr toleriert, dann folgten 2010 Bademoden, enge Eistänzer-Hosen und generell zuviel Haut. Ziel sei es angeblich gewesen, pornographische Inhalte zu verbannen. Auch suspekte Worte gerieten in das Visier der Apple-Zensoren. So wurde die App eines Programmierers entfernt, da deren Titel u.a. das Wort "Pussy" enthielt - es handelte sich um eine Diasho von Katzenbildern. (welt.de. 10.3.2010)

Facebook und die Brustwarzen einer Puppe, 2010

Das Social Network überbalkte die Brustwarzen der Puppe "Ophelia", die die Schmuck-Designerin Victoria Buckley ins Netz gestellt hatte. Bereits früher hatte Facebook die Bilder einer stillenden Mutter entfernt. Nach Protesten der User (Fangruppe "Rettet Ophelia" lenkte Facebook ein und zeigte die Bilder wieder. (Kurier.at 12.7.2010)

Die Puppe "Ophelia"

Verwendung vom FBI-Siegel in wikipedia verboten, USA 2010

Das FBI schrieb an die Wikimedia Foundation 2010: "Bitte entfernen Sie innerhalb von 14 Tagen das FBI-Siegel von allen Wikipedia-Seiten, oder wir leiten juristische Schritte ein." Das FBI berief sich dabei auf ein gesetzt zur Verwendung amtlicher Siegel, das u.a. für die unrechtmäßige Verwendung 6 Monate Haft vorsieht. (online Juli 2010)

Duisburg lässt Loveparade-Dokumente sperren, 2010

Die Stadt Duisburg hat einem Blog verboten, vertrauliche Loveparade-Dokumente im Internet zu veröffentlichen. Die Anlagen enthielten ungeschwärzte, personenbezogene Daten, so ein Stadtsprecher. Wegen Verletzung des Urheberrechts erwirkte die Stadt beim Landgericht Köln im August 2010 eine einstweilige Verfügung. Dem Duisburger Newsportal xtranews.de wird in der Verfügung verboten, die Verwaltungsunterlagen weiterhin im Netz zum Herunterladen bereitzustellen. Bei der Loveparade in Duisburg waren 21 Menschen umgekommen. (zdf online 18.8.2010)

Craigslist zensiert sich selbst: Kein Erwachsenenservice mehr, USA 2010

Nach öffentlicher Kritik zensierte Craigslist (http://www.craigslist.org), der weltgrößte Anbieter von Kleinanzeigen im Internet, seine Angebote für Erotik-Anzeigen für den US-Markt zensiert. Außerhalb des Landes sind die Einträge weiterhin verfügbar. Die entsprechenden Bereiche auf der Website wurden zunächst durch die Meldung "Zensiert" ersetzt. In der Vergangenheit hatten Staatsanwälte und Interessengruppen die entsprechenden Anzeigen als virtuelle Plattform für Zuhälter und Prostituierte verurteilt. Von Seiten der Staatsanwaltschaft wurde die Sperre des Erotik-Bereichs auf der Website gelobt. "Wir begrüßen jeden Schritt in Richtung der Entfernung der Erotik-Anzeigen und Prostitutions-Werbungen, so wie wir es gefordert haben und werden das Vorgehen des Unternehmens weiterhin beobachten", so der Staatsanwalt von Connecticut, Richard Blumenthal. Craigslist solle nun als Vorbild für andere Seiten dienen. (FAZ 6.9.2010)

"Suit Supply"-Werbung von Facebook verboten, 2010

Facebook zwang die Modefirma 2010, Bilder einer Werbekampagne von der Facebook-Fansite zu nehmen: Die Fotos seien "anstößig". Die Serie zeigt Männer in Anzügen, die in eindeutigen Szenen mit leichtbekleideten Frauen posieren. Bis zu der Zensur interessierte sich niemand kaum jemand für die Kampagne, dann titelten Fachzeitschriften: "Zu sexy für Facebook"; RTL-"Explosiv" berichtete über die "schlüpfrigen Motive". Resultat: "Seit Facebook unsere Bilder gesperrt hat, sind die Verkaufszahlen gestiegen." Ohnehin kann der Chef der Firma, de Jong, die Kritik an den Bildern nicht verstehen: Die Frauen würden doch als "respekteinflößende Musen" dargestellt. (Spiegel 47 2010)

Verbotene Karstadt-Werbung

Playboy-App ohne Nackte fürs iPad, 2010

Das Männer-Magazin Playboy brachte 2010 eine neue App für das iPad heraus. Wegen Apples strenger Züchtigkeits-Vorschriften allerdings ohne den ansonsten wichtigsten Inhalt: Nackte Frauen. Die App bietet daher weitgehend alle Texte des Magazins, nur nicht alle der Abbildungen. Stattdessen wird man vielleicht Videos erwarten. Diese sind laut ersten Tests jedoch gut versteckt und bieten ebenfalls keine nackten Tatsachen. (Kurier 13.12.2010)

US-Luftwaffe sperrt Wikileaks-Medienpartner aus: 25 Webseiten nicht erreichbar, USA 2010

Die US-Luftwaffe hat auf ihren Computern die Webseiten von Medienunternehmen gesperrt, die Wikileaks-Dokumente verbreitet haben. Die Inhalte betrachte man als "unangemessen". Luftwaffensprecherin Major Toni Tones erklärte, insgesamt würden 25 Websites blockiert. Auf sie könne von Computern der US-Luftwaffe nicht zugegriffen werden. Angeordnet hat diese Zensurmaßnahmen demnach Generalmajor Richard Webber, der für die Cyber-Kriegsführung und die Computersicherheit zuständig sei. Anwälte der Luftwaffe hätten dies genehmigt, erklärte Tones. Heer und Marine haben sich dieser Maßnahme bislang nicht angeschlossen. Die einzige große US-Zeitung, die von der Zensur betroffen sei, sei die "New York Times", sagte Tones. Andere gesperrte Medien seien "Der Spiegel" in Deutschland, der "Guardian" in Großbritannien und "Le Monde" in Frankreich. Tones sagte, die US-Luftwaffe blockiere regelmäßig Websites, deren Inhalte als unangemessen betrachtet würden. Dazu gehörten auch die Wikileaks-Dokumente. Das Weiße Haus hatte am 3. Dezember noch einmal formal darauf hingewiesen, dass alle Bundes-Beschäftigten ohne entsprechende Sicherheitseinstufung Dokumente, die als geheim eingestuft seien, nicht lesen dürften. Auch nicht von zuhause auf privaten Computern. (zdf online 15.12.2010)

lovely-faces.com-Projekt von facebook gestoppt, 2011

Zwei Netzkünstler sammelten die öffentlichen Daten von 250.000 Facebook-Profilen und stellten sie auf einer Flirtseite neu ins Netz. Darunter waren rund 9.000 Deutsche, deren Fotos und persönliche Daten auf dem Flirtportal zu finden waren. Doch das Portal wurde auf Verlangen von Facebook wegen Verdachts auf Datendiebstahl abgeschaltet. Tatsächlich hatten sich die angeblich flirtwilligen Personen nicht freiwillig bei "Lovely Faces" angemeldet. Der gesamte Datenbestand des Dating-Portals stammte aus dem Datenschatz von Facebook. Die beiden Netzkünstler Paolo Cirio und Alessandro Ludovico hatten für ihr Kunstprojekt öffentlich zugängliche Profildaten mit Hilfe einer Software bei Facebook "abgeschöpft" und für ihr Projekt verwendet. Sie wollten damit zeigen, wie gefährlich es sein kann, im Internet persönliche Daten von sich preiszugeben. Das dürfte ihnen auch gelungen sein. Denn im Netz sprach sich das ungewöhnliche Projekt wie ein Lauffeuer herum. So etwa bei Twitter. Tausende Tweets wurden hier innerhalb kürzester Zeit gepostet. Die meisten enthielten den Link auf die angebliche Dating-Seite. "Und oftmals wurden Twitter-Nutzer dringend darum gebeten zu überprüfen, ob sie selbst oder ihre Verwandten auf der Webseite gelistet würden", berichten die Netzkünstler. Innerhalb weniger Tage verzeichnete das Kunstprojekt fast eine Million Seitenzugriffe aus 195 Ländern. Die Reaktionen der Betroffenen, die sich unvermittelt bei "Lovely Faces" wiederfanden, waren höchst unterschiedlich. Viele Facebook-Nutzer beschwerten sich bei den Künstlern. Einige drohten ihnen gar. Aber nur 56 Personen verlangten, aus dem Datenbestand des vorgeblichen Dating-Portals wieder gelöscht zu werden. "Das haben wir anstandslos getan", erklären Cirio und Ludovico. Aber es gab auch das andere Extrem. Immerhin vierzehn Personen baten darum, in die Datenbank der vermeintlich Flirtwilligen aufgenommen zu werden - vermutlich weil sie durch Zufall auf das täuschend echt aufgemachte Portal stießen und es nicht als "Fälschung" oder Kunstprojekt erkannten. Eine weitere Reaktion, die die beiden Künstler nicht erwartet hatten: Vier kommerzielle Flirtseiten boten ihnen eine Zusammenarbeit an. (heute de. 16.2.2011)

isharegossip.com: Mobbing, 2011

Nach einem Gealtakt unter Schülern wurde die ohnehin schon in der Kritik stehende Internetseite auf den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gesetzt. Indizierte Internetseiten können bei deutschen Suchmaschinen nicht gefunden werden. (MZ 25.3.2011)

Facebook verbannt weibliches Genital von Websites:Als Gustave Courbet „L’Origine du Monde“ (1866, Der Ursprung der Welt), April 2011

Benutzer, die das Bild ins Netz gestellt hatten, mussten feststellen, dass die Zensoren des sozialen Netwerks ihre Seiten unzugänglich gemacht hatten. Nicht erst bei Courbet haben Facebooks „Untersuchungsmannschaften“ zugeschlagen. Die New Yorker „Academy of Art“ musste immer wieder erleben, dass Aktbilder aus ihrer Sammlung, darunter von Richard T. Scott, John Wellington, Judy Fox, and Steven Assael, von ihrer Facebook-Seite entfernt wurden. Auf ihrem Blog fragte die Akademie, ob Facebook sich anmaßen wolle, „die Kunst zu kontrollieren“. Als die „New York Times“ die Geschichte aufgriff, entschuldigte sich ein Sprecher des Netzwerks. „Wir prüfen täglich Tausende Seiten, und natürlich machen wir ab und zu Fehler.“ Die Bilder seien so „lebensecht“, dass sie Facebooks Kontrolleure „getäuscht“ hätten. Allerdings: Die Facebook-Regeln, die alle User mit dem Eröffnen eines Accounts akzeptieren, verbieten ausdrücklich das Posten von Inhalten, die zum Hass aufrufen oder Menschen bedrohen, sowie „Pornografie und Nacktheit“. Wouters und der ebenfalls wegen Courbet von Facebook zensierte dänische Künstler Frode Steincke riefen deshalb dazu auf, dem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg „Courbet zu zeigen“, indem möglichst viele User das Bild hochladen. (weltonline 15.4.2011)

Gustave Courbet „L’Origine du Monde“


Burakcan Kunt: Verhöhnte Duisburg-Spieler Terror-Opfer?, 2011

Mit einem geschmacklosen Auftritt im Internet errang Duisburgs Profi Burakcan Kunt (19) 2011 zweifelhafte Berühmtheit... Auf der Seite des Deutsch-Türken war am 11.9. der Eintrag zu lesen: Mohammed Atta Airlines. Kunt bestritt, die Eintragungen selbst verfasst zu haben, musst sich aber dennoch entschuldigen. Der Eintrag wurde nach der Kritik umgehend gelöscht. Aber Kentsch sagt auch: „Sollte sich heraus stellen, dass Kunt Kontakte zu terroristischen Kreisen hat, reagieren wir sofort.“ Über den MSV ließ er mitteilen: „Ich möchte mich für diesen geschmacklosen Eintrag entschuldigen. Ich garantiere, dass der Eintrag nicht von mir stammt und ohne mein Wissen auf die Seite gestellt worden ist. Ich distanziere mich von jeder Form von Gewaltverherrlichung.“ (Bild.de und WN 13.9.2011)

Merkwürdigkeiten der Zensur im Internet, 2012

Die Vorschriften im Netz zum Jugendschutz insbesondere bei facebook sind nicht eindeutig: So löschte facebook Bilder wie den Kuß eines schwulen Paares, ein Aktgemälde und eine stillende Mutter, nicht hingegen rassistische oder den Holocaust leugnende Einträge. Nicht erlaubt waren ferner leicht laszive Bikiniaufnahmen oder Bilder mit betrunkenen Menschen, nicht gegen Abbildungen von Drogen - solange sie nicht offenkundig zum Verkauf angeboten wurden. Auch Apple tilge z.B. politische Karikaturen aus seinem App-Store. Bei amazon wurde ein Buch über lesbische Liebe aus dem Programm genommen. (Sdt. 27.2.2012)


Ex-FIA-Boss Max Mosley gegen Google wegen Suchbegriff “Nazi-Orgie”, 2011/12

Max Mosley, ehemaliger Präsident des Welt-Automobilverbands FIA, reichte 2011 in Deutschland und Frankreich Klage gegen Google ein mit dem Ziel, die Suchergebnisse zu zensieren. Denn unter dem Begriff “Nazi-Orgie” lieferte die Suchmaschine unter den ersten Ergebnissen den Begriff in Verbindung mit dem Namen von Mosley. Zum Hintergrund: News of the World (NotW) hatte 2008 einen Artikel veröffentlicht, in dem es um eine Sado-Maso-Party von Mosley mit Prostituierten ging. Auch ein Video war beigefügt. Weil Uniformen, gestreifte Häftlingskleidung und deutsche Befehle vorgekommen seien, habe das Boulevardblatt geschlossen, dass es sich um “Nazi-Sex” gehandelt habe. Dagegen war Mosley wegen Verletzung seiner Privatsphäre gerichtlich vorgegangen. Den Prozess hat er gewonnen. Die Videos und Standbilder kursierten dennoch im Netz. Da ein komplette Löschung - trotz beträchtlicher Anstrengungen von Mosley und seinen Anwälten - kaum möglich schien, änderte Mosley seine Strategie und ging gegen google vor, in der Hoffnung, dass ohne google die kursierenden Bilder und Videos nicht gefunden werden könnten und damit quasi inexistent wären. (Spiegel 25 2012 und zdnet 3.9.2012)

Bild zum Suchbegriff "Nazi-Orgie"
Bilder zum Suchbegriff "Max Mosley Sex" - die Bilder wurden von der Spiegel-Redaktion geschwärzt

Ikea löscht "Pussy-Riot"-Foto von homepage, 2012

Auf dem Foto waren vier Jugendliche mit bunten Strumpfmasken im Stil der Punkrock- Band Pussy Riot zu sehen, wie sie lässig auf den Möbeln von Ikea, in einer Filiale in Russland, sitzen. Das Foto stand zunächst auf der russischen Homepage des schwedischen Möbelkonzerns. Dann wurde das Foto gelöscht. Bei einer Werbeaktion konnten sich Ikea-Kunden in einem Einrichtungshaus in Russland fotografieren lassen und so ihr eigenes Cover gestalten. Diese personalisierten Katalogcoverfotos wurden auf der russischen Webseite veröffentlicht und von den Nutzern per Mausklick bewertet. Mit 1431 Klicks war das Foto der vier Pussy-Riot-Sympathisanten der eindeutige Sieger des Wettbewerbs – bis es von Ikea gelöscht wurde. „Wir sind ein demokratisches und unpolitisches Unternehmen. Wir lassen nicht zu, dass unser Werbeprojekt für politische Ziele ausgenutzt wird“, erklärte eine Sprecher des Konzerns. (welt online 27.9.2012)


Google wirft Kulturmagazin „Guernica“ aus dem AdSense-Programm (Werbevermarktung von Webseiten), 2013

Das amerikanische Kulturmagazin „Guernica“ wurde von Google aus dem AdSense-Programm geworfen, bei dem der Konzern als Werbevermarkter von Websites fungiert. Bei „Guernica“ war google der Essay „Early Sexual Experiences“ von Clancy Martin aufgefallen, eine Erinnerung an die Vorpubertät, explizit, aber nicht pornografisch. Dem Algorithmus hingegen genügten für sein Urteil Wörter: Drei Tage Zeit sei ihnen gewährt worden, um ihre Seite zu „säubern“, sagte einer der Herausgeber, Joel Whitney, in der „Boston Review“. Auf ihren Protest hin ließ sich Google hingegen Wochen mit der Antwort Zeit. Nur, um das Urteil zu bekräftigen. Der Algorithmus hatte gegen die Literatur entschieden. (FAZ 28.9.2013)


Rheinland-Pfalz setzt Facebook-Verbot an Schulen durch, 2013

Der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern über das Netzwerk Facebook wurde 2013 in Rheinland-Pfalz verboten. Auch das Nutzen des Netzwerks als Lernplattform sei tabu, erklärte der Datenschutzbeauftragte Edgar Wagner. Die Trennung sei nötig, weil der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule mit dem Geschäftsmodell von Facebook – einem „Verkauf“ persönlicher Daten für kommerzielle Zwecke – nicht zu vereinbaren sei. Für den Austausch gebe es Alternativen. In einem Merkblatt wurde den Lehrern „dringend“ nahegelegt, bei Facebook „keine freundschaftlichen Beziehungen zu Schülern“ aufzubauen, sagte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber FOCUS Online. Es bestünde sonst die Gefahr, dass die notwendige pädagogische Distanz nicht gewahrt werden könne. Verbote gibt es auch in anderen Bundesländern In Schleswig-Holstein und Bayern bestehen seit längerem entsprechende Verbote. Auch Baden-Württemberg hat den Einsatz Sozialer Netzwerke an Schulen stark eingeschränkt. Andererseits gibt es Landesregierungen, die keinen Handlungsbedarf sehen. In Hessen etwa setzen die Minister auf das „amtsangemessene Verhalten“ der Lehrer.

Werbeaktion der Julis: Facebook löscht sieben FDP-Popos, 2014

Die Aktion sollte eine Anspielung darauf sein, dass die FDP aus dem Bundestag geflogen und damit quasi eine außerparlamentarische Opposition (Apo) ist: Die Jungen Liberalen (Julis) veröffentlichten 2014 auf Facebook deshalb ein Foto, auf dem sieben ihrer Vorstandsmitglieder eine berühmte Aufnahme der "Kommune 1" aus den sechziger Jahren nachstellen. Zu sehen ist die Rückenansicht der sieben - inklusive ihrer nackten Gesäße. Die Kampagne steht unter dem Motto: "Wer hätte gedacht, dass wir mal die Werte der 68er verteidigen müssen?" Doch Facebook reagierte prompt und löschte das Foto wegen angeblicher Anstößigkeit. Juli-Chef Alexander Hahn, der selbst nackt auf dem Bild zu sehen ist, äußerte sich entrüstet: "Wir fragen Facebook: Warum wurde unser Bild gelöscht? Ist die Juli-APO etwa zu sexy für Facebook?" Die Löschung führe "genau jene Spießbürgerlichkeit vor Augen, gegen die wir angehen". (Spiegel online 23.1.2014)

Facebook-Zensur, 2015

Klar ist, dass facebook zensiert, unklar ist, nach welchen Kriterien. Einige Beispiele: 2012 wurde ein Cartoon des „New Yorker“ zensiert, der die Brustwarzen einer Frau abbildete. In Russland verbannte Facebook ein Foto eines sich küssenden homosexuellen Paares. In der Türkei blockierte Facebook nach dem Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ eine Seite, die Bilder des Propheten Mohammed zeigte. Der Fotograf Michael Stokes berichtet auf dem Portal www.advocate.com, seine Fotografien würden auf Facebook regelmäßig zensiert. Als er das Foto eines beinamputierten, ganzkörpertätowierten männlichen Unterwäschemodels postete, wurde dieses mit Verweis auf die Gemeinschaftsregeln ebenso gelöscht, wie das Cover des Buchs „Confession d’une ex-Femen“ der Femen-Aktivistin Eloïse Bouton. Ebenso zensierte Facebook den nach Deutschland exilierten Schriftsteller Liao Yiwu. Er hatte Bilder eines befreundeten Aktivisten gepostet, der nackt durch die Straßen von Stockholm gerannt war. Auch das Video einer Selbstverbrennung eines tibetischen Mönchs wurde entfernt. Begründung: Es verstoße gegen die Community Standards. Wie willkürlich die Regeln sind, zeigt ein weiteres Beispiel aus den Vereinigten Staaten. Der Politikprofessor Steven Mazie meldete die Facebook-Seite „Death to Israel“, auf der eine zur Pistole geformte, mit der iranischen Flagge untermalte Hand den israelischen Davidstern wegbläst, wegen Gewaltverherrlichung und Volksverhetzung. Mazie erhielt dann eine Nachricht, in der Facebook mitteilte, es habe die Seite überprüft und keine Verletzung der Standards festgestellt. Mazies Account selbst war hingegen für 24 Stunden gesperrt worden, weil er ein Schwarzweißfoto mit nackten Hintern veröffentlicht hatte. Er nennt die Maßstäbe verrückt: „Facebook erlaubt genozidale Todesdrohungen auf seinem elektronischen Netzwerk, während es nackte Hintern verbannt.“ (FAZ 6.7.2015)

Instagram: Sperrung von Isis, Aphrodite, Diana und Lakshmi, 2015

Im Juli sperrte Instagram Bilder der genannten Göttinen, insbesondere weil viel Jugendliche sich unter dem hashtag goddess "Erwecke die Göttin in dir" selbst mit viel nackter Haut dargestellt hatten.(FAZ 6.8.2015)

Instagram: Campbell unzensiert, 2015

Ein Foto von Naomi Campbell, das die Brüste der mittlerweile 45-jährigen Laufsteg-Schönheit gänzlich unverhüllt zeigt, war 2015 mehr als 14 Stunden lang bei dem Netzwerk weder zensiert noch gelöscht.(online news)

Videos und Videoportale

Youtube

David O. Russel: Ausraster, 2007

Viele Aufnahmen, die bei Dreharbeiten entstanden, gelangen in die Giftschränke von Hollywood. So der Ausraster des durch die Kriegssatire „Three Kings“ bekannten Schauspielers. Russel flippt bei den Dreharbeiten von „I (don´t) heart Huckabees“, seinem letzten Film völlig aus. Er beschimpft die Schauspielerin Lily Tomlin als Nutte, fegt vor ihren Augen einen Stapel Papiere vom Tisch, tritt gegen die Dekoration und wirft eine Lampe um. (Spiegel 14 2007) http://www.youtube.com/watch?v=E4Qls1rAfYs

Youtube gesperrt, Türkei 2008

Wegen ein paar Clips, die sich über den Gründer der Türkei Atatürk lustig gemacht hatten, wurde youtube (Google-Dienst) 2008 in der Türkei gesperrt. 2010 ließ die Regierung in Ankara weitere Google-IP-Adressen sperren, so dass selbst Dienste wie Google Maps unerreichbar sind. (Sdt. 26./27.6.2010)

Österreichs Bundesheer: Werbespot für den Wehrdienst zurückgezogen, 2010

Mit einem albernen Macho-Video wollte das Bundesheer für den Wehrdienst werben. Nach Protesten, die das Video als "sexistisch" einstuften, wurde es zurückgezogen. http://www.youtube.com/watch?v=KJV6ziVZYDk (spiegel de. 29.10.2010)

Opernball-Clip: Claudia Reiterer, ORF 2010

Der Clip, in dem die Moderatorin Reiterer den Begriff "female underwrapping" in einem Interview auf dem Wiener Opernball in schlechtem Englisch vorbrachte, wurde auf Betreiben der ORF gelöscht. Andere Clips, die weniger peinlich waren, blieben verfügbar. (online kurier.at.kultur 2010) Der Opernball-Clip wurde aber später immer wieder von Usern hochgeladen. http://www.youtube.com/watch?v=AegntQR3pG4

Bernd Eichinger/Oliver Hirschbiegel: "Der Untergang" - Parodie, 2010

In verschiedenen Versionen hatten User den Hitler aus "Der Untergang" gezeigt, wie er mit schaum vor dem Mund sich über die Mängel des iPad entrüstet, oder wie der den Verkauf des Fußballers Ronaldo nicht fassen kann, oder der angesichts der prekären Parkplatznot in Tel Aviv tobt. Aber auch in der Neo-Nazi-Szene soll der Clip mit andern Kontexten gezeigt worden sein, etwas wenn Hitler sich darüber aufregt, dass die Judenvernichtung noch nicht weit genug vorangekommen sei. Die meisten Videos wurden wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen mit einem "nicht mehr verfügbar" aus dem youtube-Programm genommen. (Sdt. 21.4.2010) http://www.youtube.com/watch?v=scIj3WSOhho

Alex Stewart: "Bibel oder Koran - Was brennt besser?", Australien 2010

Der Anwalt, ein bekennender Atheist, stellte eine zwölfminütige Videoaufnahme ins Netz, in der ein junger Mann der Frage nachgeht, ob Bibel oder Koran besser brenne bzw. besser schmecke. Ergebnis: Die Bibel bekam von 10 möglichen Punkten 7, der Koran hatte Übelkeit verursacht. Das Ganze sie natürlich ein Witz. Die Reaktion war nicht witzig. Der Australische Verband Islamischer Räte hielt die Parodie für "beleidigend". Youtube löschte das Video. Der Anwalt verlor seinen Jog. (Sdt. 14.9.2010) http://www.youtube.com/watch?v=lIovCKM551I; Anwalt dreht sich Joints mit Bibel und Koran

Benjamin von Stuckrad-Barre als Joseph Goebbels: Thilo Sarrazin übt Persönlichkeitsraten für ZDF Neo, 2010

Im Juni 2010 entstand eine Pilotsendung in Berlin, bei der Thilo Sarrazin auftreten durfte. In der Sendung spielen Stuckrad-Barre und Sarrazin ein Gesellschaftsspiel: Der eine klebt dem anderen ein gelbes Post auf die Stirn. Sie müssen erraten, wer sie sind. Stuckrad-Barre schreibt "Bushido", den deutschen Rapper, auf den Haftzettel für Sarrazin. Sarrazin schreibt "Josef Goebbels" (statt Joseph Goebbels) auf das Stirnpapier für Stuckrad-Barre. Ein Video, das in 77 Sekunden und damit in stark gekürzter Form auf youtube dieses Spiel zeigt, wurde auf betreiben des ZDF gelöscht. Die Löschung wurde in der Zeit herbeigeführt, in der Sarrazin mit seinem Buch "Deutschland schafft sich ab", wieder einmal in die Integrationsdebatte eingegriffen und starke Kritik geerntet hatte. (Sdt.11./12.9.2010) Danach wurde die Sendung in kompletter Länge ins Netz gestellt. http://www.sueddeutsche.de/medien/sarrazin-bei-zdf-neo-der-mann-war-ein-menschenverfuehrer-1.998019

Türkei: YouTube wieder dicht. 2010

Nur wenige Tage nach Aufhebung eines mehr als zweijährigen Verbots wurde im November 2010 in der Türkei das Videoportal YouTube wieder gesperrt. Ein Gericht in Ankara hatte die Sperrung der Internetseite angeordnet, nachdem heimlich gedrehte Schlafzimmer-Aufnahmen eines Politikers aufgetaucht waren. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Anatolian hat sich YouTube geweigert, das Video des früheren Oppositionsführers und einer Gehilfin von der Internetseite zu löschen. Das Video ist schon älter, bereits im Mai war der Politiker nach der Veröffentlichung zurückgetreten. Der frühere Oppositionsführer Deniz Baykal erklärte damals, er sei Opfer eines von der Regierung angezettelten Komplotts geworden. Der 71-Jährige ist ein scharfer Kritiker der islamisch orientierten Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Beim Öffnen der YouTube-Seite erschien am Mittwoch die Nachricht, dass die türkische Telekommunikationsaufsicht die Seite gesperrt habe. Türkische Gerichte hatten YouTube bereits vor rund zweieinhalb Jahren aufgrund von Videos mit angeblichen Beleidigungen des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk gesperrt. (ZDF online 3.11.2010)http://www.youtube.com/watch?v=9Md3MnE3CKI

Still aus dem Skandalvideo


ZDF-Video einer Wiso-Dokumentation bei YouTube gesperrt

Eine WISO-Doku, hochgeladen von einem Privatnutzer bei YouTube, wurde - so der erste Hinweis - wegen "einer Regierungsanfrage entfernt". Der Beitrag "Die Bank gewinnt immer!" setzt sich kritisch mit der Finanzwirtschaft nach der Krise auseinandersetzt. Twitterer witterten Zensur. Regierungssprecher Seibert hielt entgegen: „Die Bundesregierung zensiert nicht und hat nichts gesperrt.“ Schließlich erklärte Google auf ZDF-Anfrage: "Da es einen deutschen Gerichtsbeschluss gegen das ZDF gibt, der bestimmte Aussagen des Beitrags untersagt, wurde das Video nach Aufforderung durch den Dritten, der den Gerichtsbeschluss gegen das ZDF erwirkt hat [...] gesperrt. Die Bezeichnung 'Governmental Request' als Begründung ist jedoch in diesem Zusammenhang irreführend, darum wurde diese Beschreibung inzwischen geändert." Nun heißt es auf YouTube, der Inhalt sei wegen einer "rechtlichen Beschwerde nicht verfügbar". Google bezieht sich damit auf einen laufenden Rechtsstreit des ZDF mit der Sparkasse Bremen. Wegen einer einstweiligen Verfügung war auch die offizielle Online-Fassung der Doku in der ZDF-Mediathek ur um rund drei Minuten gekürzt verfügbar. Die ursprüngliche Fassung kursiert aber nach wie vor, hochgeladen von Privatnutzern, im Internet. Ergänzt sei, dass der "Google Transparency Report" Löschanfragen von Regierungsseite aufführt. Dort werden für 2010 insgesamt 124 "Government requests for removal of content from Google services" gelistet. (zdf-online 6.10.2011)


Martialischer Bundeswehr-Clip vom Netz genommen, 2011

Den Clip von 1:37 Minuten Länge hatte das Verteidigungsministerium dem Bundespresseamt für seinen Internetauftritt 'Die Bundesregierung auf YouTube' geliefert. Zu sehen sind u.a., wie mit feuerspeienden Triebwerken ein Eurofighter vom Boden abhebt oder ein Leopard-Panzer durchs Gelände prescht. Die Szenen sind schnell geschnitten und zu einem Video-Clip aneinandergereiht. Dazu dröhnt Heavy-Metal-Musik, die die deutsche Nationalhymne im Heavy-Sound erklingen lässt: Die Bundeswehr stellt sich vor. Kaum war der Clip im Netz, hagelte es Kritik, insbesondere von den Verteidigungspolitikern Rainer Arnold (SPD) und Agnieszka Malczak (Grüne):'Gewaltverherrlichend und geschmacklos',sei das, und die Bundeswehrdarstellung werde als 'Ballerspiel' dargestellt, Zudem: Die Kombination von Nationalhymne und Bombendetonationen sei historisch unsensibel und nicht hinnehmbar. Das Video wurde vom Netz genommen, wobei hierfür formale Gründe, wie die fehlende Sprache oder die fehlende 'Corporate Identity' benannt wurden. Von Zensur wollte niemand etwas wissen. Anstelle des Clips wurde hernach das Wachbataillon der Bundeswehr vorgestellt. (Sdt.19./20.11.2011)


Sam Bacile (?):«Innocence of Muslims» (Trailer youtube),2012

Der Trailer löste in Ägypten und Libyen schwere Proteste aus, weil in dem Film Prophet Mohammed u.a. als Trottel und Frauenheld dargestellt wurde. Die Proteste griffen auch auf andere Länder wie Tunesien und Marokko über. Youtube versah das Video mit einem Warnhinweis. Als Filmemacher wurde Sam Bacile, ein 56-jähriger in Israel geborener Jude aus Kalifornien, ausgemacht. Doch dann kamen Zweifel. Möglicherweise ist Sam Bacile nur ein Pseudonym. Ein Beteiligter an dem Filmprojekt sagte der Nachrichtenagentur AFP, Sam Bacile sei gar nicht der richtige Name des Regisseurs. Auch war inzwischen unklar, ob es sich tatsächlich um einen US-Bürger israelischer Abstammung handelt. Der Filmemacher selbst sei untergetaucht, sagte Steve Klein, der nach eigenen Angaben an dem umstrittenen Film «Innocence of Muslims» («Unschuld der Muslime») mitgearbeitet hat. Klein erklärte, er kenne den richtigen Namen des Mannes auch nicht. Dem Regisseur, der sich ihm gegenüber ebenfalls unter dem Pseudonym Sam Bacile vorgestellt habe, drohe das gleiche Schicksal wie dem niederländischen Filmemacher Theo Van Gogh, der 2004 wegen eines islamkritischen Films ermordet worden war. «Wenn er seine Identität preisgibt, wird er sicher ermordet», sagte Klein. (WN 13.9.2012)

Warnhinweis: Der folgende Inhalt wurde von der YouTube-Community als potenziell beleidigend oder unangemessen eingestuft. Dies ist vom Betrachter zu berücksichtigen.

Jenny Elvers-Elbertzhagen: Video zur NDR-Sendung "Das", 2012

In der Sendung trat Jenny Elvers völlig betrunken auf. Ein Video davon wurde bei youtube eingestellt und angeblich nach Aufforderung vom NDR bei youtube gesperrt (lt. WN 20.9.2012). Zum Zeitpunkt der Meldung war es allerdings unter http://www.youtube.com/watch?v=BqC9RDk15To noch oder bereits wieder zu sehen.

Elvers in "Das"
In der Sendung eingespielte Szene aus "Männerpension"

"Defined Lines" zensiert, 2013

Inspiriert von dem umstrittenen Hit "Blurred Lines" von Robin Thicke, in dessen Video halbnackte Frauen rumtanzen, brachten drei neuseeländische Jurastudentinnen einen eigenen Clip heraus. "Definite Lines" zeigt Männer in Unterhosen und wurde in kürzester Zeit millionenfach angeklickt. Während "Blurred Lines" trotz Protesten dauerhaft online zu sehen war, wurde "Definite Lines" als "unangebracht" eingestuft und vorübergehend vom Netz genommen. (Der Spiegel Spezial zur Wahl 2013)


Wirbel um Spot: Mercedes überfährt kleinen Hitler, 2013

Ein Mercedes überfährt Hitler als Kind: Dieser Filmspot hatte schon vor der Verleihung der First Steps Awards für Unmut gesorgt. Dann stärkte die Filmpreis-Jury dem Regisseur des Clips den Rücken: „Solche Ideen-Verfechter braucht die Kreativbranche.“ Ein umstrittener Spot, in dem Adolf Hitler als kleiner Junge von einem Mercedes erfasst wird, hat einen Nachwuchsfilmpreis beim First Steps Award gewonnen. Regisseur Tobias Haase von der Filmakademie Ludwigsburg bekam bei der Gala am Montagabend in Berlin die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung in der Sparte Werbefilm. In dem schon vorab viel beachteten, provokanten Spot wird Hitler dank moderner Autotechnik in seinem Heimatdorf als Kind überfahren. Am Ende erscheint der Slogan „Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen“. Der Autohersteller Mercedes-Benz, ein Unterstützer des Filmpreises, hatte sich von dem Clip distanziert.

http://www.focus.de/kultur/videos/zwiespaeltige-reaktionen-im-netz-wirbel-um-spot-mercedes-ueberfaehrt-kleinen-hitler_vid_40881.html (focus online)


Rassismus-Streit um Lily Allens „Hard Out There“, 2013

„Hard Out There“ versteht sich als Parodie auf den Sexismus des Pop-Geschäfts, in dem sich Rapper nach Preisverleihungen bei Gott bedanken statt bei den nackten Frauen aus ihren Videos, die ihre Musik mitverkaufen. Doch da die Sängerin zu den Beats ihrer Disco-Nummer dunkelhäutige Tänzerinnen mit dem Hintern wackeln lässt- Twerking genannt und über eine Schönheit zudem Champagner schüttet - ein Kommentar auf feuchte Männerfantasien - geriet sie selbst in den Verdacht rassistisch zu sein. Eine Frau twitterte: „Lily Allen kann nicht die Unterdrückung anderer nutzen, um sich selbst zu befreien. Das Video ist rassistisch.“ Allen versicherte, die Tänzerinnen nicht wegen ihrer Hautfarbe ausgewählt zu haben. Auch ein Interview von ihr macht Schlagzeilen. Darin bezeichnet die Musikern erfolgreiche Frauen wie Angela Merkel als „bitches“ (Schlampen) und meint das nicht abwertend. (Spiegel 48 2013) http://vimeo.com/79247307

YouTube muss umstrittenen Film "Die Unschuld der Muslime" sperren, 2014

Der Film löste bereits im September 2012 teils gewaltsame Proteste aus, in deren Zuge bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi der US-Botschafter Chris Stevens und drei seiner Mitarbeiter getötet wurden. Der Filmemacher Youssef, der auch unter den Pseudonymen Nakoula Basseley Nakoula und Sam Bacile auftrat, wurde wegen Verstoßes gegen seine nach einem früheren Vergehen verhängten Bewährungsauflagen inhaftiert, kam 2013 aber wieder frei. YouTube musste laut Gerichtsurteil 2014 den umstrittenen Anti-Islam-Film "Die Unschuld der Muslime" sperren. Ein US-Gericht wollte damit die Hauptdarstellerin des Films schützen. Damit kam das Gericht einer Forderung der Schauspielerin Cindy Lee Garcia nach. Sie hatte angegeben, für den Film verpflichtet worden zu sein, ohne dass die Filmemacher sie vorab über dessen anti-islamische Zielrichtung informiert hätten. Nachdem der Film bei Muslimen weltweit für Empörung und in einigen Ländern zu gewaltsamen Protesten geführt hatte, habe sie Todesdrohungen erhalten. Google hatte sich zuvor geweigert, den Film aus dem Angebot zu nehmen, da dies gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung verstieße. (Sdt. 27.2.2014)

Zensur in Iran: Jugendliche landen nach "Happy"-Tanz im Gefängnis, 2014

Drei junge Männer und drei junge Frauen aus Teheran hatten ihre Version von Pharrell Williams' Song "Happy" aufgenommen und den Clip auf YouTube gestellt. Die Frauen tanzten dabei unverschleiert. Alle sechs Jugendlichen wurden von der Sitten- und Internet-Polizei identifiziert und festgenommen. Nach der Veröffentlichung eines "vulgären Clips im Cyberspace", der gegen die "öffentliche Sittsamkeit" verstoße, seien alle Beteiligten ermittelt und festgenommen worden, meldete die Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf die Teheraner Polizei. Die sechs Festgenommenen hätten ihre "kriminellen Taten" gestanden. Ihr "Happy"-Video wurde entfernt, doch andere Nutzer luden Kopien der Teheran-Version von "Happy" hoch. Auf Twitter machten zudem zahlreiche Nutzer unter dem Hashtag #FreeHappyIranians auf das Schicksal der Jugendlichen aufmerksam. Die "BBC" berichtete später, dass die Jugendlichen nach Informationen der International Campaign for Human Rights in Iran (ICHRI) wieder freigelassen worden seien. Laut iranischen Gesetzen sind westliche Popmusik, gemeinsamer Tanz unverheirateter Männer und Frauen sowie öffentliches Auftreten der Frauen ohne Schleier verboten. Auch das Internet wird in Iran massiv überwacht, der Zugang zu YouTube ist untersagt. Die eigens gebildete "Moralpolizei" wacht darüber. (spiegel online 22.5.2014)

Rihanna - Bitch Better Have My Money, 2015

Gleich zu Beginn des Videos warnt eine Hinweis vor obszöner Sprache, Nacktheit und Gewalt, die in dem kurzen Filmchen vorkommen: Gemeinsam mit zwei Kompaninnen entführt Rihanna eine blonde, offenbar betuchte Frau. In einem Cabrio bringt das gefährliche Trio ihr Opfer in eine abgelegene Lagerhalle, wo es nackt kopfüber aufgehängt wird. Das Fahrzeug wird verbrannt. Per Fähre geht die Reise weiter in ein Motel, wo eine wilde Drogenparty gefeiert wird. Schauspieler Eric Roberts, der Bruder von Julia, spielt im Video einen Sheriff, der Rihanna auf der Spur ist. Bei einem Gespräch mit ihr am Pool übersieht er, dass das Entführungsopfer schon leblos unter einer Luftmatraze schwimmt. Gegen Ende des Videos klärt sich auch auf, wer denn die "Bitch" ist, die Rihanna Geld schuldet. Nämlich Hollywood-Star Mads Mikkelsen. Er wird mit allerlei Werkzeugen gefoltert und dann anscheinend getötet. Die Schlussszene zeigt Riri fast nackt und blutüberströmt in einem Koffer voller Geld liegend. .ur Feier des Tages zündet sie sich einen Blunt (Tabakblatt gefüllt mit Cannabis) an. Der Clip von Rihanna hat innerhalb von nur wenigen Stunden bereits fast eine Million Klicks! Einigen Firmen war das Video allerdings zu heiß sein. Sie weigern sich, vor dem Start des Clips Werbung auf YouTube zu schalten. (FAZ 7.7.2015)

Themen

Umweltschutz

Greenpeace gegen Nestle´, 2010

Greenpeace hatte dem Unternehmen vorgeworfen, es trage zu Abholzung der indonesischen Regenwälder bei, weil es für bestimmte Nahrungsmittel Palmöl verwende. Ein entsprechender Spot auf youtube wurde mit dem Verweis auf das Urheberrecht vom Konzern in England gestoppt. Darauf brach ein Sturm der Entrüstung in der Internetgemeinde ein. Der Konzern gab aufgrund des drohenden Imageverlustes nach. Nestlé wechselte den Lieferanten. (Sdt. 19.8.2010) http://www.youtube.com/watch?v=IzF3UGOlVDc Video: Nestlé, kein Palmöl aus Urwaldzerstörung!


Umstrittene Pestizide-Kampagne des BUND, 2013

Der Umweltverein BUND reagierte öffentlich gelassen auf die Empörung von Wirtschafts- und Agrarverbänden, seine Kampagne gegen Pestizide sei „Hetze“, „falsche Propaganda“ und ein „Kreuzzug“ gegen die konventionelle Landwirtschaft. Agrarverbände meinten, das Video rücke Bauern in die Nähe von Kindermördern. Mehrere Personen wollten Strafanzeige gegen die für das Video verantwortliche Person stellen wegen Beleidigung und Volksverhetzung. Der BUND teilte am Freitag mit, er halte die Reaktionen für „völlig überzogen“. Die Kritik zeigte, „dass der BUND den Finger in eine Wunde gelegt hat.“ Der Film mache auf „Risiken des übermäßigen Einsatzes“ aufmerksam. Das im Internet veröffentlichte Video zeigt, wie in einer düster anmutenden Landschaft auf einem Acker nicht Pflanzen, sondern menschliche Babys wachsen. Dann nähert sich im Tiefflug ein Flugzeug und spritzt eine Chemikalie auf die Kinder. Darüber steht eine Schrift: „Pestizide. Hergestellt um zu töten.“ Mit einem Spendenaufruf versehen, heißt es auf der Website weiter: „Jetzt aktiv werden. Für eine Zukunft ohne Gift.“ Industrievertreter zeigten sich erschrocken über den Stil der Kampagne. Traditionsreiche Umweltverbände seien nur noch bemüht, „Krach zu machen“, sagte der Deutschland-Geschäftsführer des Agrarchemiekonzerns Bayer Crop Science, Helmut Schramm. „Es scheint so, als fehle dem BUND eine moralische Instanz, die hingeht und sagt: so geht das nicht, auf dieses Niveau begeben wir uns nicht“, sagte Schramm. Die Vorwürfe seien unhaltbar. (FAZ 1.11.2013) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/umstrittene-pestizide-kampagne-der-bund-muss-mit-strafanzeigen-rechnen-12644820.html

Gewaltvideos

Man-Eater" und "Hexen geschändet und zu Tode gequält, 1982

Auf den Index kamen 1982 u.a. diese beiden Videos wegen Gewaltverherrlichung. (Spiegel 34 1982)

Cassetten-Cover "Hexen"
Cassetten-Cover "Man-Eater"
Zusammenhang zwischen Horror-Videos und jugendlichen Gewalttaten, 1984

In den frühen achtziger Jahren drängten immer mehr Videotheken auf den Markt, die insbesondere auch Horror- und Gewaltvideos im Angebot hatten. Es setzte eine öffentliche Debatte ein, in der vor allem der Zusammenhang zwischen dem Konsum solcher Videos und einem (tatsächlich oder vermeintlich) Anstieg der "jugendlichen Verrohung" diskutiert wurde. Beinahe reflexartig wurde bei jeder spektakulären Gewalttat von Jugendlichen ein verbot solcher Videos und Filme gefordert. Die Debatte wurde nicht zuletzt durch die Boulevardpresse angeheizt. (Spiegel 11 1984)

Die Boulevardpresse über Horrorvideos
Die Boulevardpresse über Horrorvideos
Szenen aus und Cassetten-Cover von diversen Horror-Videos
Richard Curtis: Video zum Klimawandel mit explodierenden Schulkindern, UK 2010

Der Regisseur Richard Curtis zog seine Erlaubnis für den Film zurück. Das Video zum Klimawandel zeigt u.a. Schulkinder, die in die Luft gesprengt werden. (daily mail 3.10.2010)

Still aus dem zurückgezogenen Video

Erotik- und Porno-Videos

Ariel, Luna Maya und Cut Tari, Indonesien 2010

Seit 2008 ist in Indonesien ein strenges Gesetzt gegen Pornographie in Kraft. 2010 tauchte ein Video auf, dass sich rasend schnell über das Netz verbreitete, auf dem die drei Protagonisten beim Sex miteinander zu sehen sind. Ihnen wurde deshalb ein Prozess wegen Herstellung von Pornographie angekündigt, was mit bis zu 12 Jahren Haft bestraft werden kann. (Sdt. 23.6.2010)

Still aus dem Video mit Ariel und Luna


Facebook-Zensur: Scham vor nackter Haut, 2013

Ein Bild der ZDF-Nachrichtensendung „heute“ wurde 2013 bei facebook gelöscht bzw. konnte die Seite „ZDF heute“ bei Facebook vorübergehend nicht aufgerufen werden. Der Grund: Ein Bericht über medizinische Brustimplantate zeigte das Bild einer weiblichen Brust. Facebook löschte daraufhin das Bild und empfahl dem ZDF, die Seite vorübergehend zu sperren, um weiteren Verstößen vorzubeugen. Das ZDF kam dem nach, aber offenbar ohne Absicht. Denn nachdem die Facebook-Seite wieder online ist, verwies dort ein knapper Beitrag die Nutzer auf die Website der Sendung. Dort ließen sich alle Beiträge „ungefiltert und unzensiert durch US-amerikanische Medienkonzerne“ sehen. Erst in einem zweiten Beitrag räumte man eine „Panne“ ein und spricht von einem „Missverständnis in der Redaktion“, das zur Sperrung führten. Anders als frühe Medienberichte annahmen, hat sich das ZDF im zweiten Fall also selbst gesperrt. (FAZ 13.12.2013) ·

Street-View-Bilder, 2014

Folgend Bilder wurden von Google zensiert. (Focus online 16.4.2014)

Persönlichkeitsrechte

Bettina Wulff: "Google sollte negative Begriffe nicht mit Menschen kombinieren", 2012

Die ehemalige First Lady Bettina Wulff klagte 2012 gegen Google, weil ihr Name in der Suchmaschine mit Begriffen wie Prostituierte oder Escort auftauchte. Die Funktion Autovervollständigen war dabei schon mehrfach Gegenstand von Gerichtsverfahren, die unterschiedlich ausgegangen sind. Das Problem der automatische Ergänzung von Suchbegriffen stellt sich auch bei andern Suchmaschinen oder bei Tags, etwa von amazon. So wurde das neue Buch von Bettina Wulff mit Tags wie "Geltungssucht", "Escort" und "Callgirl" belegt. Wer bei Amazon ein Buch der Kategorie "Callgirl" suchte, sah 2012 zuerst das Wulff-Buch. (zeit online 9 2012). Bettina Wulff war vorher mit der Frage konfrontiert worden, ob sie in der Vergangenheit als Call- oder Escort-Girl u.a. im Osnabrücker Nachtclub Chateau gearbeitet hat. Wulff gab eine eidesstattliche Erklärung ab, dass sie nie im Rotlichtmilieu gearbeitet habe und ging gerichtlich gegen die Behauptungen vor.

Bild aus dem Chateau, das als "Beweis" für Wulffs Arbeit dort herangezogen wurde

Computer- und Videospiele

„Scramble“, „Battle Zone“ und „Astro-Fighter“,1981/82

1981 verlangten die Jugendämter Gelsenkirchen, Bonn und Wuppertal, die Video-Spiele „Scramble“, „Battle Zone“ und „Astro-Fighter“ auf den Index der Bundesprüfstelle zu setzen. Ein Jahr später folgte das Jugendamt in Duisburg mit der Begründung, dass Automaten mit diesen Spielen nicht in Einklang mit der Verfassung des Landes NRW stünden, die ja vorsehe, Kinder und Jugendliche zu Frieden und gegen Gewalt zu erziehen. (Spiegel 11 1982)

"Carmageddon", USA 1998

Das "Killerspiel", bei dem der Spieler als Autofahrer möglichst viele Passanten überfahren muss, wurde u.a. bei der Supermarktkette "WalMart" verkauft. Ein Boykottaufruf führte dazu, dass "WalMart" das Spiel aus den Regalen verbannte. (Stern 27 1998)

Still aus "Carmageddon"

Sog. Killerspiele, 2005

Im Koalitionsvertrag vereinbarte die Bundesregierung, dass sie „Killerspiele“ verbieten wolle. Seit der Novellierung des Jugendschutzes 2003 ist eine Alterskennzeichnung der in Deutschland erscheinenden Computerspiel Pflicht. Dafür zuständig ist die „Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“ (USK). In ihr wirken Lehrer, Journalisten und „Menschen aus der Forschung“ mit, die mit Kindern und Jugendlichen verbunden sind. Dr. Klaus-Peter Gerstenberger, Leiter der USK,: „Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass Computerspiele entwicklungsfördernd sein können. Das Spiel bietet die Möglichkeit, Strategien des Lernens zu erlernen. Wir lernen das Lernen dadurch, dass wir uns einem Problem zuwenden. Computerspiele sind in erster Linie Problemkonstruktionen.“ Lediglich drei Prozent aller bei der USK eingereichten Spiele erhalten keine Jugendfreigabe. Hingegen plante die große Koalition ein weit reichendes Computerspielverbot. Unter dem Motto „Aufwachsen ohne Gewalt“ planten die Union und die SPD u.a. Verbote von sog. Killerspielen, in den Gewalt eingeübt und Töten simuliert wird, wie z.B. Counterstrike, Unreal Tournament und Quake. (Sdt. 23.12.05. und WN 25.11.2005)

„Condemned – Criminal Origins“, 2005

Das sog. Killerspiel erhält keine Freigabe von den deutschen Jugendschützern. (Online 2005)

„Grand Theft Auto“ und „San Andreas“ 2005

Das Spiel „Grand Theft“ der US Firma Rockstar Games wurde seit 2001 über 21 Millionen mal verkauft. 2005 kam die neueste Version unter dem Titel „San Andreas“ heraus. Der Ghetto-Schocker, bei dem man durch Rauben und Morden zum Gang-Boss aufsteigen kann, wurde aber schnell entschärft. In der Urversion ergänzen z.B. Sex-Szenen das Ganze. Statt aber die Pixel-Pornos aus dem Spiel zu löschen, wurde der Code nur deaktiviert, quasi übermalt. Sog. Modder, Spiele-Fans mit Hacker-know-how, haben deshalb ein kleines Zusatzprogramm sog. mods im Internet veröffentlicht, mit dessen Hilfe man die versteckten Szenen reaktivieren kann. Daraufhin wurde die Alterfreigabe für das Spiel von M gleich Matrue auf Adult-Only hochgesetzt. Wichtige Handelspartner wie Wal-Mart oder Target haben bereits angekündigt, das Spiel aus dem Sortiment zu nehmen. (Sdt. 22.2.05)

Computerspiel Doom: Tagung in Tutzingen, 2007

Eine Referentin betonte den Namen des Computerspiels „Doom“ konsequent wie den Kölner „Dom“. Fazit der Süddeutschen Zeitung: Manchmal möchte man die Jugendlichen vor ihren Schützern schützen. Ist Schach gefährlich? (Sdt. 20.12.2007)

Penner Game", 2009

Penner Game gibt es u.a. in Versionen für Hamburg, London, Berlin, Warschau und Paris: Dort werden Pfandflaschen gesammelt, Mülleimer durchstöbert oder man schließt sich zu Banden zusammen. Auf der Web-Seite von pennergame.de wird empfohlen, das Spiel "aufgrund der satirischen und zum Teil politisch unkorrekten Umsetzung der Thematik" erst "ab einem Mindestalter von 14 Jahren zu spielen". Viele Pädagogen erklärten das Spiel sogar als "menschenverachtend". In Frankreich wurde sogar über ein Verbot nachgedacht. (Sdt. 7.9.2009)

Pennergame

Modern Warefare 2, 2009

In einer Spielsequenz sollen Menschen am Flughafen mit einer Maschinenpistole niedergemetzelt. In der deutschen Version darf der Spieler nicht selbst schießen. (Kulturspiegel 12 2009)

Szene aus Modern Warefare 2

Aktionsbündnis Winnenden: Verbot von sog. Killerspielen, 2009

Nach dem Amoklauf von Winnenden gründete sich 2009 ein Aktionsbündnis gegen Killerspiele. Ähnlich den Comicverbrennungen in den fünfziger Jahren wurden u.a. wie in Stuttgart Aktionen gestartet, bei denen sog. Killerspieler eingesammelt und in Müllcontainern entsorgt wurden. (Sdt. 19.10.2009)

Plants vs. Zombies: Zombie-Tanz nach Michael Jackson, 2010

Die Firma PopCap zog den nach Michael Jackson inspirierten Tanz eine Zombies aus dem PC-Spiel "Plants vvs. Zombies" mit Rücksicht auf die Familie zurück und ersetzte den Jackson-Zombie durch einen Star von Saturday Night Fever. (web 1.8.2010)

Zurückgezogener Jackson-Zombie

Medal of Honor, 2010

In dem Spiel können die Teilnehmer auch in die Rolle von Taliban schlüpfen. Der britische Verteidigungsminister empfand das als "schockierend" und forderte dazu auf, dass Spiel aus Solidarität mit den Soldaten nicht zu verkaufen. Eine Sprecherin des Herstellers Electronic Arts sagte dazu: Das Spiel "reflektiert lediglich die Tatsache, dass jeder Konflikt zwei Seiten hat." (WN 23.10.2010)

Still aus "Medal of Honor"

"Moschee-BaBa", Österreich 2010

Die FPÖ in der Steiermark gab auf ihrer homepage Minarette und Mullahs in einem Spiel quasi zum Abschss frei. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Volksverhetzung. (Sdt. 3.9.2010)

DDR-Shooter: "1378 (km)", 2010

Das Computerspiel, bei dem DDR-Grenzsoldaten auf Republikflüchtlinge schießen, wurde nach vorausgegangener Kritik zunächst nicht veröffentlicht. Es sollte eigentlich am 3.10.2010 erscheinen. Im Dezember 2010 wurde es dann doch veröffentlicht. Die Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe stellte sich am 10. Dezember 2010 demonstrativ hinter ihren Studenten Jens Stober und sein umstrittenes Computerspiel «1378 km». Darin wird die Lage an der innerdeutschen Grenze im Jahr 1976 nachgestellt. Die Spieler können entweder in die Rolle von Republikflüchtigen schlüpfen, oder sie werden Grenzsoldaten, die die Flüchtenden ins Visier nehmen. Das interaktive 3-D-Spiel wird kostenlos im Internet angeboten. Die Hochschullehrer pochten auf die Freiheit der Kunst. «Das Konzept ist ethisch nicht angreifbar», sagte Professor Heiner Mühlmann, Lehrbeauftragter für Philosophie und Kulturtheorie. «Man spricht hier von einer dramaturgischen Voreiligkeit: Der Spieler glaubt, beim Schießen auf Flüchtlinge Punkte zu machen, gehört dann aber nicht wie erwartet zu den Gewinnern.» Professor Michael Bielicky, der den Fachbereich Medienkunst leitet, ergänzte: «Diese Arbeit ist ein Kunstprojekt, und die Kunst hat immer schon versucht, Grenzen zu überschreiten.» Jens Stober hatte «1378 km» als Ergänzung des bereits existierenden Ego-Shooters «Half Life II» entwickelt. Maximal 16 Spieler können sich für die Perspektive des Regime-Flüchtlings oder des Grenzsoldaten entscheiden. Als Grenzsoldat können sie dann wählen, ob sie den Flüchtling verhaften, mit ihm fliehen oder auf ihn schießen. Nach drei Exekutionen wird ein Grenzsoldat allerdings per Zeitreise vor ein Gericht gestellt und muss mehrere Minuten aussetzen. «Wer zu viel schießt, gewinnt nicht», so Stober. Er zählt sein Spiel deshalb zu den «Serious Games», den ernsthaften Spielen, die nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch zum Nachdenken anregen.


F.E.A.R. 3, 2011

Die deutsche Version des Games wurde massiv zensiert: So war es nicht mehr möglich, Körperteile abzutrennen, ebenso wenig platzen in der deutschen Version Körper. Ebenfalls verzichtet wurde auf Blutspritzer und erledigte Gegner lösen sich nach kurzer Zeit in Luft auf.Die unzensierte europäische Version des Games beinhaltet jedoch eine deutsche Tonspur. (Schnittberichte.com)

"Crysis 2" - ein "Killerspiel"? wird ausgezeichnet, 2012

Die Verleihung der Deutschen Computerspielpreise am Crysis 2 entwickelte sich zum Politikum. Insbesondere die Unionsfraktion wendete sich gegen die Nominierung und Auszecihnung des Ego-Shooters "Crysis 2": "Sogenannte Killerspiele dürfen nicht honoriert werden, auch wenn sie technisch noch so ausgereift sind", erklärte z.B. der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, im Namen der Unionsfraktion. "Wir tolerieren nach unserem Freiheits- und Demokratieverständnis durchaus jeden Erwachsenen, der diese Art von Spielen in der Freizeit spielt", schrieb Börnsen in einer Erklärung - die Selbstkontrolleinrichtung der Branche (USK) hat die Altersfreigabe mit 18 Jahren festgesetzt. Unter dem Aspekt des Jugendschutzes werde es aber jetzt vielen Eltern noch schwerer gemacht, sich für alternative, sinnvolle Spiele einzusetzen. Börnsen brachte sogar eine Neubesetzung der Jury für die Vergabe der Computerspielpreise ins Gespräch. Er warf dem Gremium vor, den kulturell-pädagogischen Gehalt aus Artikel 1 des Grundgesetzes - "Die Würde des Menschen ist unantastbar" - zu ignorieren. Grundlage für die Preisvergabe sei ein Bundestagsbeschluss von 2007, wonach inhaltliche Kriterien höher bewertet werden müssten als die technische Qualität einer Spielsoftware. (stern de 26.4.2012)

Pokémon Go im Iran verboten – aus Sicherheitsgründen, 2016

Die zuständigen Behörden des Iran haben Pokémon Go in dem Land verboten. Das Spiel sei gefährlich und gehöre deshalb verbannt. Kurz zuvor hatten islamische Autoritäten in Malaysia den Muslimen ihres Landes das Spiel ebenfalls untersagt. (heise online 06.08.2016)

Retuschierte und manipulierte Fotos

Lady Di, 1998

Im Internet gibt es jede Menge von Nacktfotos von Stars,die manipuliert worden sind, wie z.B. die Aufnahmen von Lady Di. Der Fake-Dedektiv Gillian Anderson spürt diesen Fällen auf http://www.lairofluxlucre.com/detective{index.html nach.

Foto von Lady Di manipuliert

Blake Lively geht jetzt gegen Fake-Nacktfotos vor, 2011

Angeblich wurde Blake Lively das Opfer von gefälschten Nacktfotos geworden, die seit Mai 2011 im Internet kursieren. Auf Seiten wie von Promiblogger Perez erschienen die angeblichen Fotos der blonden Schauspielerin. ‚US Weekly’ berichtete daraufhin, das dies eine Falschmeldung sei. Ihr Sprecher leugnete die Echtheit der Bilder und sagte sie seien hundertprozentig ein Fake: „Blake hat nie Nacktfotos von sich selbst gemacht. Blake wird ab jetzt gegen jene vorgehen, die diese Bilder weiterhin veröffentlichen.“ (u.a. Sdt. 3.6.2011)

Angeblich gefaktes Foto von Blake Lively

Apps

Apple: Kein "Baby-Shaker" mehr im App Store, 2009

Nach Protesten mehrerer Organisationen gegen das Schütteln von Babys nahm Apple "Baby Shaker" aus dem Programm des App Stores. das dort für 99 Cent angeboten worden war. Mit dem App konnte man auf dem Display eines iPod Touch oder eines iPhone ein schreiendes Kleinkind solange virtuell schütteln, bis es still war (Video auf Youtube). Das reale "Babyschütteln" gilt als gefährlich, weil es bleibende Schäden beim Kleinkind hinterlassen kann ("Shaken Baby Syndrom"). In Deutschland wie in anderen Ländern ist diese "Methode" daher unter Strafe verboten. Apple entschuldigte sich dafür, dass die Software kurzfristig im App Store erhältlich war: "Die Anwendung war höchst anstößig und hätte im App Store nicht veröffentlicht werden dürfen. Sobald wir von dem Fehler erfahren hatten, haben wir sie entfernt. Wir entschuldigen uns aufrichtig für diesen Fehler und danken unseren Anwendern für die Hinweise darauf." Der Hersteller Sikalosoft dazu: "Okay, vielleicht war Baby Shaker eine schlechte Idee. Man soll Babys niemals schütteln! Nicht einmal in einer iPhone-Software zum Babyschütteln. Keinerlei Babys wurden bei der Herstellung von Baby Shaker verletzt." (online 24.04.2009)

Spass-App fürs Iphone: Ministerin tobt wegen Italien-Veräppelung im Web, Italien 2010

"Pizza, Mafia, Motorroller" – Italiens Ministerin Brambilla findet das Italienbild einer Spaß-App nicht lustig und drohte juristische Schritte gegen die Verantwortlichen an, "die dem Bild unseres Landes schweren Schaden zugefügt haben“. Den US-Technologiekonzern Apple, der die Software-Plattform für das iPhone betreibt, forderte sie auf, das Programm aus dem Angebot zu nehmen. Entwickelt wurde die Anwendung "What country“ nicht von Apple, sondern von einer unabhängigen Firma, die sie über den App-Store des Konzerns vertreibt. Die Entwickler selbst beschreiben das Programm als witzigen Blick auf die Welt, der nicht zu ernst genommen werden sollte. Zu Deutschland etwa lauten die Stichworte: "Bier, Disziplin, Autobahnen.“ (Welt online 3.10.2010)

Kritisierte Italien-App

Blogger

Schockwellenreiter mit Blasphemieparagrafen angeklagt, 2011

Am 29. Juni verwendete der Blogger Jörg Kantel im Rahmen einer Meldung dazu, dass der Kölner Kardinal Joachim Meisner die Abtreibung als "täglichen Super-GAU" bezeichnete, einen kindsmissbrauchs- und mitgliedermanipulationskritischen Kraftausdruck, den der Lawblogger und Strafverteidiger Udo Vetter heute twitterte. Am 5. Juli erhielt Kantel daraufhin ein Schreiben vom Berliner Polizeipräsident, in dem ihm die "Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen" vorgeworfen wurde. Der Blogger wiederum veröffentlichte den gemachten Vorwurf mit der Bemerkung, dass man Religionen gar nicht beleidigen könne, weil sie selbst "eine Beleidigung jeglichen gesunden Menschenverstandes" seien. Im November 2011 ging Kantel eine Anklageschrift die Anklageschrift der Berliner Staatsanwaltschaft zu, die sich auf den § 166 des Strafgesetzbuchs (StGB) stützt, in dessen Absatz 2 es wörtlich heißt, dass derjenige, der "eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung [beziehungsweise] ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören", mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden kann. Die Vorschrift kam in der Vergangenheit unter anderem im Fall einer Frau zur Anwendung, die auf einem Flugblatt die Meinung geäußert hatte, die katholische Kirche sei eine "Verbrecherbande". Sie verlor Mitte der 1980er Jahre einen Strafprozess vor dem Landgericht Göttingen und dem Oberlandesgericht Celle. In den 1990er Jahren wurde mit Hilfe des § 166 das Musical Das Maria-Syndrom verboten, in dem eine unbefleckte Empfängnis durch eine schmutzige Klobrille erklärt wird. Damals nahm das Bundesverfassungsgericht den Fall nicht an. Kantel, dem zahlreiche Schockwellenreiter-Kommentatoren bereits ihre Prozessspendenbereitschaft zusicherten, sucht zwar einen Anwalt, hat aber gleichzeitig angekündigt, im Falle zu großer finanzieller Belastungen das "Experiment Schockwellenreiter" zu beenden und künftig nur mehr anonym aus Island zu bloggen, das sich zu einer Zufluchtsstätte für die Meinungsfreiheit entwickeln will. (Heise online 14.2.2011)

Soziale Netzwerke

Werbespot ING-DiBa mit Dirk Nowitzki in einer Metzgerei, 2012

In dem Werbespot kehrt Nowitzki in die angebliche Metzgerei seiner Kindheit zurück und bekommt eine Scheibe Fleischwurst geschenkt. Darin sahen Tierrechtler einen Affront und bombadierten die facebook-Seite von der Direktbank mit einem shit-storm. Die Verantwortlichen wurden als "gewissenlose Meuchelmörder" beschimpft und eine Rücknahme des spots verlangt. (Spiegel 17 2012)

Szene aus dem umstrittenen Werbefilm

Facebook-Profil aufgrund von Aktbild gesperrt, 2013

Das Pariser Museums Jeu de Paume hatte 2013 aufgrund einer aktuellen Ausstellung in Werk der französischen Fotografin Laure Albin Guillot (1879 bis 1962) auf seiner Facebook-Seite hochgeladen. Daraufhin wurde es 24 Stunden gesperrt. Der Grund: Nacktbilder sind auf Facebook nicht erlaubt und die historische Schönheit entblößte sich obenrum. Das auf zeitgenössische Foto- und Videokunst spezialisierte Museum prangerte daraufhin eine „Zensur“ von Seiten des US-Internetriesen an. „Nicht zwischen einem Kunstwerk und einem Bild mit pornographischem Charakter zu unterscheiden, ist eine nicht nur zweifelhafte, sondern vor allem gefährliche Vermischung.“ (FAZ 8.3.2013)

Persönliche Werkzeuge