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Deutschland

Geschichte: Filmzensur - 20er und 30er Jahre

Neben Sergej M. Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“ von 1925 liefert der nach Erich Maria Remarques Antikriegsromans „Im Westen nichts Neues“ gleichnamige Film ein Paradebeispiel politischer Zensur. Die Berliner Prüfstelle zog die bereits gekürzte deutsche Fassung im Dezember 1930 komplett aus dem Verkehr, nachdem es in vielen Orten zu Krawallaktion der NDSP gekommen war. Die Zensoren hielten es „mit der Würde eines Volkes“ für unvereinbar, „wenn es seine eigene Niederlage, noch dazu verfilmt von einer ausländischen Herstellungsfirma, sich vorspielen ließe“. Später wurde der Film dann doch wieder zugelassen, um unter Hitler neuerdings verboten zu werden. Keine Gnade kannten die Nazis bei „Tarzan, der Herr des Dschungels“ von 1931. Der Film wurde 1934 mit einem Aufführungsverbot belegt, weil er geeignet sei, „das Rassenempfinden zu verletzen und damit lebenswichtige Interessen des Staates zu gefährden.“ Tarzan galt als „Affe“, der auch noch als Ehepartnerin eine weiße „arische“ Jane hatte. (WN 15.11.2001)


Aufklärungsfilm: "Schleichendes Gift", 1949

Der Film aus den Gründungsjahr der Bundesrepublik durfte nur "getrennt nach Geschlechtern" gezeigt werden. (Spiegel 10 1972)

Arthur Schnitzler/Max Ophüls: "Der Reigen", 1897, 1950

Das Stück mit den zehn "Vorher-Nachher-(Bett)-Szenen (zwischen den Episoden findet sich im Text jeweils ein vielsagender Gedankenstrich, im Theater fiel - so in Berlin 1921 - jeweils der Vorhang) erschien nur als Privatdruck. Schnitzler nahm nach den Skandalen und Anfeindungen schließlich das Stück nicht in sein Gesamtwerk auf und untersagte testamentarisch, dass Aufführungen auf der Bühne. An den Film aber hatte er nicht gedacht und so verfilmte Max Ophüls den "Reigen" bereits 1950. (Spiegel 45 1973)

"Die Sünderin", 1951

Der Film wurde durch die FSK freigegeben. Das führte dazu, dass die Kirchenvertreter aus Protest darüber aus dem Gremium ausschieden und mehr Rechte innerhalb der FSK forderten. Die Kirchenvertreter waren insbesondere über die nackte Hildegard Knef erzürnt.

Szene aus "Die Sünderin"

Casablanca, 1952

Für das westdeutsche Nachkriegspublikum wurde der Film 1952 von Warner Bros. von jedem Bezug zum Nationalsozialismus "gereinigt". (FAZ 28.11.2013)

Billy Wilder: "Manche mögen´s heiß". 1959

Der Film wurde von der FSK als "nicht-jugendfrei" eingestuft. In der Bravo Nr. 16 1960 wurde die Entscheidung wie folgt begründet: "Der Film hat allein schon durch seine `Beweglichkeit`unsittliche Möglichkeiten, die keinem anderen Unterhaltungsmedium zur Verfügung stehen. Als deutliches Beispiel kann ich gerade MANCHE MÖGEN´S HEISS anführen, wo in einer Szene die reizende Marilyn einfach durch ihr Auf- und Niedertauchen im Scheinwerferlicht entkleidet und angezogen und wieder entkleidet wird."

Sittenfilme und das Wort "Sex", Bundesrepublik um 1960

Ende der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre wurde in der Bundesrepublik der sog. "Sittenfilm" populär. Oft versprachen die Titel mehr als die Filme hielten, in der Regel waren sie aber dennoch erst "Ab 18" freigegeben. 1962 tauchte dann erstmals das Wort "Sex" in einem Filmtitel auf und im selben Jahr kamen Titel wie "Sex ersetzt die Liebe nicht", "Sex im dunkel" oder "Sex im Neonlicht" auf die Leinwand. Nachfolgend sind einige Plakate von Filmen aus dieser Zeit, die meist erst "Ab 18" gezeigt werden durften, abgebildet. (Archiv Trödler)

Ingmar Bergmann: "Das Schweigen, 1963/64

Bergmanns Werk führte zu einem der größten Skandale der 60er Jahre. Der Film enthält u.a. zwei Beischlafszenen und eine Szene, in der Ingrid Thulin sich in einem einsamen Hotelzimmer selbst befriedigt. Anrüchig galt zudem, dass die weibliche Hauptfigur mit einer Zufallsbekanntschaft ins Bett ging. Die ungekürzte Fassung von „Das Schweigen“ löste soziale Unruhen aus. Im Brennpunkt der Debatte stand die Filmzensur, die den Bergmann-Film ohne Schnitt freigegeben hat. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft war der Überzeugung, dass Bergmanns Film einen ethischen Wert enthält, und zwar im Kehrbild. Als Einrichtung zur künstlerischen Einstufung von Filmen verlieh die freiwillige Selbstkontrolle dem Film das höchste Prädikat „besonders wertvoll“. In den Leitartikeln und Leserbriefen der Zeitungen beschrieben die Rezipienten den Film allerdings wahlweise als „Höllenvision“, „Moralschädliche Aufreizung“, oder „Pornographie“.(wikipedia) Der Film wurde in der BRD sogar mit Strafanzeigen bedacht. (Spiegel 10 1972)

Szene aus "Das Schweigen"

Gerhard Zenkel: Aufklärungsfilm "Du - Zwischenzeichen der Sexualität", 1968

Gegen den Film wurde wiederholte Verbote der FSK ausgesprochen. In Hamburgs Kino "Kurbel" wurde am 1.10.1968 sogar eine Beschlagnahmeaktion durchgeführt. Schließlich wurde "Du" auch zum Anlaß einer Verfassungsklage gegen die "Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft". (konkret 13 1968)

Oswald Kolle: "Zum Beispiel Ehebruch", 1969

Der Film wurde der FSK sechsmal vorgelegt: insbesondere ging es um die Frage, ob ein erigierter Penis in dem Film gezeigt werden dürfe.(Spiegel 10 1972)

Reginald Puhl/Eberhard Kronhausen: "Freiheit für die Liebe", 1969

Gegen die Zensur und als Werbung für den Lustgewinn war der Film gedacht, aber bereits im Vorfeld ließ der Produzent Reginald Puhl den Dokumentarfilm zensieren: Interviews wurden gekürzt und zuweilen wurde auch mal ein Penis einfach weggeschnitten. (Archiv)

Szene aus "Freiheit für die Liebe"

Edgar Reitz/Ula Stöckl: Geschichten vom Kübelkind, 1969-71

Die beiden Filmemacher ignorierten einfach Schnittverfügungen der FSK,(Spiegel 32 1970)

Synchronisation, Sprache und Zensur, 1969

„Die Puffmutter hat mich gefeuert“ sagt der Gangster Carl im französischen Film „Würgegriff der Schwarzen Hand“ im deutschen aber hört man nur „Besen“. „Scheiß“ sagt Bardot-Liebhaber Christian im Film „Und immer lockt das Weib“. In der deutschen Fassung heißt es: „Das hängt mir zum Hals raus“. „Die Liebe bekommt dir“, bemerkt eine Frau im Film „Die Liebenden“ (Louis Malle). In der deutschen Fassung wurde die Szene geschnitten. „Die Überwindung der Sprachbarrieren als notwendig hingestellte Synchronisation“ gilt „in Wahrheit eher der Anpassung an die herrschenden sozial-kulturellen Leitideen, Normen und Werte“, formuliert der Kölner Soziologe Otto Hesse-Quack in dem Buch „Der Übertragunsprozeß bei der Synchronisation von Filmen“ (Ernst Reinhard Verlag München). Weitere Beispiele für eine Veränderung bei den deutschen Fassungen sind: In Clouzot-Reißer „Lohn der Angst“ sind in der deutschen Fassung jene Indios fortgelassen, die gegen die Ausbeutung durch ein Ölfirma protestieren. Auch der Selbstmord eines Arbeitslosen wurde gestrichen. In der ersten „Beatles“-Groteske „Yeah! Yeah Yeah!“ wurden alle Hiebe auf die Polizei beseitigt. „Hat der Erfolg Ihr Leben verändert?“ wird in der Urfassung George Harrison gefragt. Die Frage beantwortet er mit „ja“. In der deutschen Version lautet die Frage „Was halten Sie von `Das Sein und das Nichts?“, und der Beatle antwortet „Nichts“. In Stanley Donens Film „Charade“ wird eine „deutsche Patrouille“ zur „feindlichen Patrouille“. Aus einem Mann, der „von den Deutschen getötet worden“ ist, wurde „einer, der im Krieg gefallen ist“. Größte Sorge galt der intakten Durchschnittsmoral und der „sauberen Leinwand“. „Du bist ein Schwein“ horten die britisch Kinogänger in „Yeah Yeah Yeah“, deutsche hingegen „Ich habe leider keine Brille“. Wenn doch einmal, wie in „Lohn der Angst, Kraftwörter fallen müssen, dann doch korrekt, also lieber „Schwein“ als „Hurensohn. Vollends entstellend wirkte ein Eingriff, der an den „Liebenden“ vorgenommen wurde. Die Hauptfigur Jeanne, die ursprünglich zugunsten des Geliebten Mann und Tochter verlässt, handelt in der deutschen Fassung nur noch halb so schlimm, denn eine Tochter kommt überhaupt nicht mehr vor. Ferner passiert es, dass aus einem grausamen Mörder in einem Kriegsfilm, der über Pazifismus diskutierende Außenseiter wird, aus einem amerikanischen Gangsterboss ein russischer Spion, aus der Gangsterbraut eine Polizeiagentin und aus einem deutschen Gauner im beliebigen Ausland ein krimineller Emigrant mit polnischen Akzent. (Spiegel 45 1969)

Diskussion um Nacktes im Film, um 1970

Die beiden Prüfer der FSK, Hans-Peter Meier und Eberhard Büssem, glossierend zur Diskussion um Nacktheit im Film: "Busen ja, aber nur ´statisch´ - na ja, so auch - aber nicht ´aufreißerisch´, ´stimulierend. Gut jeder Busen. Aber Hintern, nein. Eine dezente Darstellung, ´ohne geschlechtlichen Bezug´- also Hintern in dieser Stellung gerade noch... Umwertungen, Dämmebrechen. Zur Zeit geht es um die Schamhaare." (Spiegel 32 1970)

Filmszenen: freigegeben - nicht freigegeben


Oswald Kolle: „Dein Mann das unbekannte Wesen“, 1970

In Ulm zeigte der CDU-Stadtrat Dr. med. Siegfried Ernst Oswald Kolle wegen dessen Aufklärungsfilm an. (Spiegel 32 1970)


Jerry Gerad: „Deep Throat“, 1973

Die Sex-Posse mit Linda Lovelace, die zu ihrem Vergnügen entdeckt, dass ihre Klitoris tief in der Kehle verborgen sitzt, machte Filmgeschichte: Zum ersten mal beschrieben und lobten die Kritiker angesehener Blätter einen Film, der mit der Deutlichkeit harter Pornos 15 Bett- und Couchszenen, Fellatio und Cunnilingus, im Kino um die Ecke zeigte. Im Film von Jerry Gerad entdeckt Linda Lovelace, dass ihre Klitoris im Hals steckt. Sie findet schließlich Befriedigung bei 14 Männern und 15 Geschlechtsakten (darunter siebenmal Fellatio und viermal Cunnilingus). Für 25000 Dollar produziert spielte der Film in kurzer Zeit sechs Millionen ein. Die Autobiographie der Hauptdarstellerin wurde mit einer Erstauflage von einer Million Exemplaren gedruckt und erzürnte die Eros-Gegner erneut (Titel: „Inside Linda Lovelace“). Der Film wurde schließlich in New York verboten, ein Kinobesitzer mit einer Geldstrafe von 100 000 Dollar belegt und Müllkutscher in Michigan weigerten sich, den Abfall eines Kinos, das „Deep Throat auf“ dem Programm hat, abzutransportieren. Argument: „Das ist uns zu schmutzig“. (Spiegel 30 1973) Nachträglich stellte sich heraus, dass der Film auch im Fokus vom FBI war, das versuchte, die Verbreitung abzuwürgen. Allein über den Regisseur des Films wurde eine Akte mit über 4800 Seiten angelegt. Quer durch das ganze Land wurden Kopien beschlagnahmt, Negative im Labor untersucht, alle Beteiligen befragt (selbst Boten, die Kopien auslieferten), alles, weil J.-Edgar-Hoover den Film für so Moral- und damit Staats-zersetzend hielt. „Heute können wir uns gar nicht mehr vorstellen“, erklärte der Rechtshistoriker Mark Weiner, „dass Behörden auf jeder Ebene in Untersuchungen über Unzuchtsfälle dieser Art verwickelt sein könnten.“ Die Geschichte von `Deep Throat` lässt sich folglich auch als letztes Aufbäumen jener Kräfte deuten, die sich gegen die kulturelle und sexuelle Revolution formiert hatten. Mit dem Film kam die Pornografie endgültig im Mainstream an. Nebenbei: Auf einigen der Papiere tauchte auch der Name W. Mark Felt auf, der damals zweite Mann des FBI, jener Informant der die entscheidenden Hinweise für die Aufdeckung des „Watergate“-Skandals der „Washington Post“ lieferte. Er hatte damals den Decknamen „Deep Throat“. (Sdt. 24.6.2009)

Szene aus "Deep Throat"
Szene aus "Deep Throat"

Bertolucci “Der letzte Tango von Paris“, 1973

Nach Gesetzen aus der Mussolini-Ära wurde Bertoluccis „Letzter Tango“ in Italien verboten und die Hauptdarsteller, Marlon Brando und Maria Schneider, in Abwesenheit zu Haftstrafen verurteilt. (Spiegel 30 1973)

Szene aus dem "Letzten Tango"

Aber auch in den US gab es Ärger z.B. mit dem "Time"-Titel "Sex and Death in Paris". Nachdem "Time" Bertoluccis Film detailliert beschrieben hatte, stornierten viele längjährige Anzeigenkunden ihre Aufträge. Verlust ca. 400000 Dollar. Den Grund für die Ablehnung sah der "Time"-PR-Manager, Alex Burnham, in der „umfangreichen und intensiven Beschreibung und Bebilderung der obszönen und unnatürlichen Sex-Akte“. Textprobe: „In einer Szene fordert er sie auf, ihre Finger in seinen After zu stecken, und dann verlangt er, dass sie unter anderem mit einem Schwein verkehre“. Eine ähnliche Reaktion verzeichnete das Magazin bis dahin lediglich einmal: damaliger Titel „Gott ist tot“. (Spiegel 7 1973)

Beanstandeter "Time"-Titel


Beschlagnahmeaktionen 1974

In Hamburg und München wurden Peter Fleischmanns „Dorotheas Rache“ sowie Peckinpahs Gangsterfilm „Bring mir den Kopf von Alfred Garcia“ beschlagnahmt. In Berlin folgte dann die Beschlagnahme von „Wet Dreams“, gleichwohl der zuständige Richter das Werk gar nicht gesehen hatte. In Frankreich hingegen war dieses Erotik-Epos ohne Schnitte freigegeben. (Spiegel 43 1974)



Tinto Brass: "Salon Kitty", 1976

Der Film über ein Bordell, das im 3. Reich zu einem Spionage-Zentrum entwickelt wurde, kam in Italien und Deutschland nur nach drastischen Schnitten auf den Markt. (Archiv)

Szene aus "Salon Kitty"

Pier Paolo Pasolini: „Die 120 Tage von Sodom“, 1976

An dem Pasolini-Streifen über die Verquickung von Faschismus, Sadismus und Sexualität nahmen gleich die Staatsanwälte in Stuttgart, Hamburg, Trier, Mainz, Köln, Aachen, Heidelberg und Karlsruhe Anstoß und ließen die Kopien des Films 1976 beschlagnahmen. Dies Vorgehen wurde von den zuständigen Amtsrichtern bestätigt. Hingegen fanden die Staatsanwälte in Niedersachsen und Berlin nichts, was ein solches Vorgehen rechtfertigen könne. Sie ließen den Film unbehelligt. Weitere Varianten im Umgang mit dem gleichen Film: Ein Amtsrichter in Freiburg gab die sichergestellte Kopie wieder frei, der Kollege in Frankfurt behielt die beschlagnahmte Filmrolle zurück, hatte aber nichts dagegen, dass der Film mit anderer Kopie ab sofort wieder gezeigt werden konnte. Das unterschiedliche Vorgehen gerade in dem Fall „Sodom“ machte ein Problem deutlich: Jeder Staatsanwalt jeder Stadt konnte jeden Film beschlagnahmen, der vor Ort im Kino angelaufen war und dessen Vorführung nach seiner persönlichen Meinung gegen strafrechtliche Bestimmungen verstieß (z.B. § 184 StGB Verbreitung von Pornographie oder § 131 StGB Verherrlichung von Gewalt). Stimmte binnen drei Tagen ein Amtsrichter der Aktion zu, blieb die Kopie als Beweismittel für ein Strafverfahren gegen den Kinobesitzer in Verwahrung. Zudem: jeder Staatsanwalt konnte aber auch die bundesweite Beschlagnahme des Film beantragen, wenn er nicht nur den Kinobesitzer am Platze zur Verantwortung ziehen, sondern auch eine weitere Verbreitung des Werkes unterbinden wollte. (Spiegel 8 1976)

Überklebtes Filmplakat zu Pier Paolo Pasolini: „Die 120 Tage von Sodom“, 1976
Szene aus "Die 120 Tage von Sodom"

"Keinohrhasen", 2008

Geballte Kritik an der FSK gab es, weil sie den Film ab 6 Jahre freigegeben hatte. Viele Eltern forderten via SMS oder in Internetforen eine Heraufsetzung der Altersfreigabe, weil im Film geäußerte Sprüche wie u.a. „Ich gebe Ihnen 50 Euro, wenn Sie mir zärtlich und lecker einen blasen“, „Fickst du diese blöde Kuh?“ oder „Sie ist beim Vögeln eingeschlafen“, kaum geeignet für Kinderohren wären. (WN 11.1.2008)

„Der Kannibale von Rohtenburg“, 2009

„Rohtenburg (Butterfly, a Grimm Love Story)“ sollte am 9. März 2006 in die deutschen Kinos kommen- Im ihm wird das Leben des sog. "Kannibalen" dargestellt, der einen Mann ermordet und verzehrt hat. Meiwes ging gerichtlich gegen das Werk vor, da er seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Am 3. März 2006 erließ das Oberlandesgericht Frankfurt a. M. auf Antrag von Armin Meiwes eine einstweilige Verfügung, welche die Aufführung des Filmes untersagt. Die Persönlichkeitsrechte des Klägers seien höher einzuschätzen als eine mögliche künstlerische Aufarbeitung des Themas. Am 17. Juli 2008 bestätigte das Oberlandesgericht Frankfurt ein Urteil des Landgerichts Kassel, welches das Inverkehrbringen des Films untersagt und damit im Wesentlichen seinen Entscheid vom 3. März 2006. Gegen das Urteil wurde Revision vor dem Bundesgerichtshof eingelegt, welcher am 26. Mai 2009 stattgegeben wurde, sodass der Film damit in Deutschland gezeigt werden darf. (WN 27.5.2009 und wikipedia). In dem Horrorfilm „Cannibal – Aus dem Tagebuch des Kannibalen“ von Marian Dora wird exakt dieselbe Tat dargestellt, wobei die Verstümmelung und die Schlachtung deutlich gezeigt werden. Dieser Film wurde vom AG Neuburg/Donau am 25. Mai 2007 wegen harter Pornografie (§ 184a StGB) bundesweit beschlagnahmt. (wikipedia)

Roland Emmerich: "2012", 2009

In dem Weltuntergangs-Film wollte Emmerich ursprünglich auch die Kaaba, den heiligen Stein der Moslems in der Moschee von Mekka von Naturgewalten zerstören lassen. "Ja, das wollte ich, zugegeben, aber mein Co-Autor Harald Kloser meinte, er wolle sich doch keine Fatwa einhandeln für einen Film. Er hatte natürlich recht. Das müssen wir hier in der westlichen Welt bedenken. Christliche Symbole kann man durchaus zusammen krachen lassen, aber arabische Symbole ... So ist das halt im Augenblick in der Welt." Die Szene kam nicht in der Film, wohl das die Vernichtung der Christus-Statue in Rio und des Petersdoms in Rom.

Themen

Pietät

Eric Steel: „The Bridge“, 2004/2006

Zu heftigen Diskussion darüber, was ein Film darf oder nicht, führte der Film, den der amerikanische Dokumentarfilmer Eric Steel an der Stelle der Golden Gate Bridge gedreht hatte, an der reale Selbstmorde stattfanden. Auch diese waren festgehalten und anschließend 24 Schicksale von Selbstmördern näher beleuchtet. Die Brücke gilt als Magnet für Menschen, die Lebensmüde sind. 1300 Menschen haben sich seit der Fertigstellung im Jahre 1937 bis 2006 dort umgebracht. Besonders gesichert ist die Brücke nicht. 98 % aller Menschen, die springen, sterben. (Sdt. 29.6.2006)


Baron Cohan: Brüno, 2009

Nach Tod von Michael Jackson wurde eine Ulk-Szene über Michael Jacksons Schwester in dem Film „Brüno“ aus Respekt vor der Familie gestrichen. In der Szene interviewt Cohen alias Brüno La Toya Jackson und versucht Michaels Nummer aus ihrem Telefon zu stehlen. (MZ 9.10.2009)

Gewalt

„Hitcher, the Highway-killer" und "Night Hunter", 1989

Die beiden RTL-plus-Filme wurden 1989 von der Bundesprüfstelle indiziert. (Spiegel 51 1989)

Szenen aus "Hitcher" und "Night Hunter


„Sin City“, 2005

In England wurden die Werbeposter zu dem Film, die für Bushaltestellen vorgesehen waren, zurückgezogen, da sie zu gewalttätig seien. (Sdt. 22.9.2005)

Horrorfilm „Creep“, 2005

Der Horrorfilm mit Franka Potente in der Hauptrolle löste wütende Proteste aus – Hauptvorwurf: Gewaltverherrlichung. Potente spielt in dem Streifen eine Modellagentin, die in einer menschenleeren Londoner U-Bahn eingeschlossen einem Mörder ausgeliefert ist. (WN 12.3.2005)

„Dark Matter“, 2007

Nach bei dem Amoklauf eines Studenten an der Virginia Tech-University in Blacksburg Mitte April 2007 32 Menschen ermordert wurden, wurden mehrere Horrorfilm-Projekte verschoben. Die Produktion „Dark Matter“, die den Amoklauf eines Studenten mit fünf Toten an der Universität in Iowa im Jahr 1991 nacherzählt, fand (zunächst) keinen Verleih. (Spiegel 19 2007)

Geschmacksfragen

Hans Mario Simmel: "Hurra, wir leben noch", 1983

Gegen die Verfilmung seines Erfolgsromans wehrte sich 1983 Simmel vehement: Der Autor wollte seinen "guten Namen" nicht in Verruf bringen. (Spiegel 28 1983)

Szene aus "Hurra, wir leben noch"

Paul Verhoeven: "RoboCop", Pinkeln verboten, USA 1987

Für das US-Fernsehen mußte Regisseur Paul Verhoeven eine Szene, in der nur angedeutet wird, wie ein Mann pinkelt, herausschneiden. Kommentar Verhoeven: „Im US-Fernsehen ist pinkeln verboten“. (Spiegel 36 2006)


Nürnberg: Friedhofskino, 2012

Die Veranstalter hatten den Nürnberger Westfriedhof als "Ort der Begegnung und Kultur" mit der Idee, dort zwei Kinofilme zu zeigen,etablieren wollen. Doch nach massiven Protesten von Anwohnern und Bürgern teilte die Stadt mit, dass künftig keine derartigen Veranstaltungen mehr auf städtischen Friedhöfen durchgeführt werden. "Wir entschuldigen uns ausdrücklich bei denen, deren Gefühle und Einstellungen durch diese Veranstaltung verletzt wurden", sagte Finanzreferent Harald Riedel, der auch für das Friedhofs- und Bestattungswesen zuständig ist. Das sog. "Mobile Kino", zeigte am ersten Augustwochenende 2012 die Filme "Atmen" und "The Descendants". In den Filmen geht es um den Tod und das Bestattungswesen. Mehr als 300 Besucher sollen an jedem Abend beim Friedhofs-Kino gewesen sein. (Sdt. 13.08.2012)

Persönlichkeitsrechte

„Factory Girl“, 2006

Bob Dylan verlangte über seine Anwälte, dass der Vertrieb und alle Vorschauen des Films solange eingestellt werden, bis er den Film gesehen habe. In dem Film wird das Leben von Andy Warhols Muse Edie Sedgwick skizziert. Dylan befürchtete, dass er für den Selbstmord von Sedgwick verantwortlich gemacht wird. (WN 16.12.2006)

Rassismus

"Couplesretreat"-Plakat ohne Farbige, USA/UK 2009=

Auf der amerikanischen Version des Plakats zu dem Film ist im Hintergrund ein farbiges Paar zu sehen(die Schauspieler Faizon Love und Kali Hawk). Auf dem britischen wurde es entfernt (mail online 15.11.2009)

Unzensierte US-Version
Zensierte britische Version

Gerad Depardieu im Film als Alexandre Dumas, Frankreich 2010

Um den "mixed-race"-Autor Dumas angemessen darzustellen, wurde Depardieu die Haut nachgedunkelt. Zudem wurde ihm eine lockige, dunkle Perücke verpasst. Dagegen protestierte der Vorstand der "Council of Black Associations of France". (dailymail netz 20.2.2010)

"Nachgedunkelter" Depardieu

Antisemitismus

Daniel Schmid: "Schatten der Engel, 1976

Der Antisemitismusstreit um Faßbinders Stück "Der Müll, die Stadt und der Tod" wurde auf allen Ebenen geführt. Zunächst verweigerte der Suhrkamp-Verlag die Auslieferung des Buches im Frühjahr 1976, dann verlangte die FSK Schnitte in der Kino-Version des Werkes, weil drei Passagen "das sittliche Empfinden des Betrachters verletzen" oder "geeignet sind, die Beziehungen der BRD zu anderen Staaten" zu gefährden. (Spiegel 40 1976)

Szene aus "Schatten der Engel"

Sekten

Scientology Video mit Tom Cruise, 2008

Zuerst wird die Verleihung der Freiheits-Medaille an Cruise und dessen Dankesrede gezeigt. Im zweiten Teil folgt ein kritikloses Bekenntnis von Cruise zu Scientology. Dazu wird die Musik aus dem Kinohit „Mission Impossible“ gespielt, wobei, wie der Historiker Guido Knopp bemerkt, „Tom Cruise … wie Goebbels“ auftritt. Das Video wurde über eine Million Mal angeklickt, trotz massiver Versuche der Sekte, die Veröffentlichung unter Hinweis auf das Urheberrecht zu verhindern. Webseiten wie youtube zogen das Band aus dem Verkehr. Gawker.com hingegen ließ sich nicht einschüchtern und zeigte es weiter. (BamS 20.1.2008)

Szenen aus dem umstrittenen Video

Politik und Gesellschaft

Ulrich Schamoni: "Chapeau Claque", 1972

Die Komödie wurde von der FSK als "für Jugendliche nicht geeignet" eingestuft, weil sich der Protagonist den Leistungs- und Konsumzwängen der Gesellschaft entzieht, er bietet damit laut FSK "keinerlei erstrebenswerte Alternative" und verstärke so "die bei vielen Jugendlichen vorhandene negativistische Grundeinstellung" zur Gesellschaft. (Spiegel 19 1972)

"Jesus Christ Superstar", 1972

Die Verfilmung der Rockoper mit einem weißen Jesus und einem schwarzen Helden Judas führte zu unterschiedlichsten Vorwürfen. Während BBC London dem Film vorwarf "Gotteslästerung" zu betreiben (ein Verbot wurde in Erwägung gezogen), befanden jüdische Organisationen in New York, der Film sei insbesondere aufgrund der Songtexte "antisemitisch". (Spiegel 45 1972)

Bernardo Bertolucci: „1900“, 1976/77

US-Filmverleiher wollten das Mammutepos nicht zeigen. Begründung: „Zu rot“. So verkündete Paramount Chef Barry Diller, ihm seien alle drei Versionen des Films „zuwider“. (Spiegel 19 1977)

Peter Lilienthal: „Es herrscht Ruhe im Land“, Kanada/Bundesrepublik 1977

Auf Weisung der Bonner Botschaft in Ottawa haben die kanadischen Dependancen des Goethe Instituts einen Beitrag aus dem Kulturprogramm genommen In dem Spielfilm „Es herrscht Ruhe…“ hatte der Regisseur die Mord- und Terror-Praktiken einer südamerikanischen Militärdiktatur beschrieben – das verstörte die Diplomatie: sie bezog den Film auf die Verhältnisse in Chile. (Spiegel 19 1977)

"Unternehmen Entebbe", 1977

In dem Hoolywood-Film werden Vorgänge um die Geiselbefreiung von Entebbe in Uganda nach gespielt. Unbekannte protestierten mit Bomben, die rechtzeitig von Sicherheitskräften entschärft werden konnten gegen den Film Zahlreiche Kinobesitzer in der Bundesrepublik setzten den Film daraufhin ab. Vorher hatte es ein unbekanntes Bekennerschreiber zu den versuchten Anschlägen gegeben, in dem vor einer Vorführung gewarnt wurde. Die Polizei ging davon aus, dass es sich bei den Bombenlegern und die "Revolutionären Zellen/Kämpfer für ein freies Palästina" handelte. (Spiegel 3 1977)

„Tal der Wölfe – Irak“ ,2006

Der türkische Film, der ab Februar 2006 in deutschen Kinos anlief, wurde mit Zensurforderungen belegt. Weil er von türkischen Agenten erzählt, die im Irak einen perfiden Amerikaner zur Strecke bringen sollen und das Publikum dadurch gegen die Amerikaner als großen Feind mobilisiert werden könnte. (Sdt. 25 26.2.2006)

Alex Gibney: “Taxi to the Dark Side”, USA 2007

Ein Poster über die Folterpraktiken in Abu Ghraib wurde in den USA verboten. Das Poster zeigt zwei amerikanische Soldaten mit einem vermummten Häftling. Der Verband der Studios, die Motion Picture Association, die für die Freibgabe zuständig sind, empfanden das Bild als „zu hart“. Schließlich würden das Poster auch Kinder sehen. Auch Michael Winterbottoms „Road to Guantanamo“ durfte in den USA nicht mit dem Bild eines Häftlings mit Kapuze über dem Kopf beworben werden. Die Begründung hier: Das Plakat sei zu nah an den Bildern aus Folter-Horrorfilmen wie „Saw“ oder „Hostel“, die ihrerseits von Bildern aus Abu Ghraib inspiriert sind. Gibney dazu: „Wen wir das Bild eines Mannes mit Kapuze nicht verwenden dürfen, das aus einem Dokumentarfilm kommt, ist das ganz einfach Zensur. Ob mit Absicht oder nicht, wenn die MPAA das Poster nicht genehmigt, ist das eine politische Aktion, die legitime Kritik an der Regierung Bush unterminiert.“ (Sdt. 20.12.2007)

Zack Snyder: “300“ (Die Schlacht an der Termophylen), 2007

Der Film über die antike Abwehrschlacht der Griechen gegen die Perser sei eine klare Beleidigung aller Iraner und eine Schande für Hollywood, urteilte der iranische Kulturminister Hussein Safar Harandi. Die Macher wollten sich mit dem Film an den iranischen Menschen rächen und ihre glorreiche Geschichte in Frage stellen. (Welt 5.4.2007)

Rommel-Film: Produktionsfirma will Historikerin Maulkorb erteilen, 2011

Der Streit um einen ARD-Film über Erwin Rommel führte dazu, dass die Produktionsfirma die Historikerin Cornelia Hecht verpflichten wollte, sich zum Drehbuch nicht mehr öffentlich zu äußern. Dazu ließ man ihr eine entsprechende Unterlassungsverpflichtungs-Erklärung zukommen. Hecht hatte die Produzenten zuvor mehrmals auf historische Ungenauigkeiten des Drehbuches hingewiesen und ihren Vertrag (mit der Produktionsfirma) schließlich gekündigt. Auch die Nachkommen des Generalfeldmarschalls kritisierten den Film scharf, weil sie die Entwicklung Rommels vom Hitler-Bewunderer zum Hitler-Kritiker nicht hinreichend wiedergegeben sahen. (Deutschlandradio online 5.11.2011)

"Unsere Mütter, unsere Väter": Protest aus Polen, 2013

In Polen wurde der in Deutschland hochgelobte Film kritisiert: Die Schilderung von Antisemitismus unter polnischen Widerstandskämpfern habe "nichts mit der historischen Wahrheit gemeinsam", schrieb der Leiter des polnischen Senders TVP ans ZDF. Auch der Leiter des polnischen Fernsehsenders TVP, Juliusz Braun, protestierte in einem Schreiben an das ZDF, weil seiner Ansicht nach die Partisanen der "Heimatarmee" (AK) als Antisemiten dargestellt würden.Es werde ein "vollkommen falsches Bild gezeichnet". Die Darstellung habe "nichts mit der historischen Wahrheit gemeinsam und muss daher zurückgewiesen werden", schrieb der polnische Fernsehchef.In der Gazeta Wyborcza, Polens größter Tageszeitung, stand bereits Anfang der Woche zu lesen: "Wer erklärt den Deutschen, dass AK und SS nicht dasselbe waren?" Es habe zwar durchaus Fälle gegeben, "in denen AK-Soldaten Juden ermordet haben", hieß es in dem Kommentar der liberalen Zeitung weiter, die Darstellung im Film sei jedoch einseitig. Auch aus Rußland kam Protest. (FAZ 13.4.2013)


The Interview, Nordkorea 2014

Zunächst war der satirische Film über den nordkoreanischen Machthaber nach einem Hackerangriff und Drohungen aus Nordkorea ganz abgesagt worden. Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte die Absage des kritisiert. Das Filmstudio Sony Pictures habe damit einen „Fehler begangen“, sagte Obama dazu. Er könne die Sorgen von Sony zwar verstehen, hätte sich aber gewünscht, dass das Filmstudio anders entschieden hätte. „Wir können nicht in einer Gesellschaft leben, in der irgendein Diktator irgendwo anfängt, in den Vereinigten Staaten Zensur auszuüben.“ Mit der „Einschüchterung“ bewege sich Nordkorea „außerhalb der Grenzen des akzeptablen Verhaltens von Staaten“, teilte auch das FBI mit. Dann wurde der Start doch vollzogen und der Film nicht nur in den Kinos gezeigt, sondern über etliche Plattformen kostenlos verbreitet. Doch soll der Seth Rogen-Film entschärft worden sein. Hierbei hieß es, dass es darum ging, eine Schlüssel-Szene lustiger zu machen, nicht um Zensur. Es gibt aber Hinweise, dass die Änderungen doch gemacht wurden, um Nordkorea, die den Film ohnehin schon als Kriegsakt ansehen, nicht noch weiter zu verärgern. Die Aufforderung zur Zensur kam vom Sony CEO höchstpersönlich und laut Co-Chairman Amy Pascal von Sony Pictures, das erste Mal überhaupt, dass sie so etwas in 25 Jahren bei der Firma erlebt hat. Es wurde exakt angegeben, welche Einstellung der Schlüsselszene zu nehmen ist und was nicht gezeigt werden darf. Seth Rogen als Produzent versuchte, die Zensur zu verhindern, war dann aber zu einem Kompromiss bereit. (FAZ 20.12.2014 und www.schnittberichte.com 14.12.2014)

Religion

Ken Russel: "Die Teufel", 1971

Der Film mit Kloster-Sex, Theologie und Hexenwahn wurde zunächst auf den Festspielen in Venedig 1971 gezeigt. Es folgte die Abstrafung durch den Vatikan ("eine Beleidigung für die gesamte Welt des Film") und ein Verbot in Italien. (Spiegel 40 1971)

Plakat zu "Der Teufel"

Jens Jorgen: „Die Liebesaffären des Jesus Christus“, 1973

Der dänische Regisseur („Stille Tage in Clichy“) plante einen Film mit dem Arbeitstitel „Die Liebesaffären des Jesus Christus“. Bereits die Ankündigung führte zu Protesten. Papst Paul VI. verurteilte die „blasphemische Beleidigung“, von der zu diesem Zeitpunkt aber nur Probeaufnahmen existierten. Als die Aufnahmen im süd-französischen Ort Apt am 15.9.1973 beginnen sollten, verbot die französische Zensurbehörde dies. Unbekannte schleuderten Molotow-Cocktails und verteilten Flugblätter mit der Aufschrift „Dänemark – Schweinestall Europas“ in den Hof der römischen Botschaft Dänemarks. (Spiegel 36 1973)

Rosa von Praunheim: „Axel von Auersperg“, 1974

Der Film des homosexuellen Regisseurs wurde für die Ausstrahlung im ZDF zurecht gestutzt. ZDF-Justitiare hatten insbesondere moniert, dass in dem Film der religiöse Glaube „verächtlich“ gemacht würde. Der Ablegung eines Nonnen-Gelübdes vor einem weiblichen Bischof (gespielt von Evelyn Künneke) wurde die „gebührende Ehrfurcht“ abgesprochen. Der im Original 90 Minuten dauernde Film wurde um die komplette erste halbe Stunde gekürzt. (Spiegel 4 1974)

Monty Python: „Das Leben des Brian“, 1979

Der englische Spielfilm, in dem die Abenteuer eines gewissen Brian Cohen zur Zeit von Jesus Christus geschildert werden, erregte insbesondere in den USA die Gemüter. Verschiedene kirchliche Vertreter warfen den Film der Monty Python Truppe „Blasphemie“ vor und forderten seine Absetzung. (Spiegel 33 1980)

Szene aus „Das Leben des Brian“

Werner Schroeter: „Liebeskonzil“, Filmplakat 1982

Der Film-Verleih warb für den Film mit einem Plakat, auf dem ein Satyr mit gerecktem Glied zu sehen war. In einigen Zeitungsinseraten wurde das anstößige Teil wegretuschiert. Der „optisch anreißerisch betont dargestellt erigierte Penis“ des bockfüßigen Kerlchens (das antike Original ist im Museum/Neapel zu sehen – war schon bei der FSK auf Ablehnung gestoßen („sexuell stimulierend“). Vor allem in Süden Deutschland schritten Zeitungen und Kinobesitzer ein. In Berlin protestierten Nonnen gegen den Film mit Handzetteln. Der Verleih versah das Plakat schließlich mit einem Aufkleber: ein Feigenblatt. (Archiv)

Originalplakat unzensiert

„Herbert Achternbusch: „Das Gespenst“, 1982/83=== Gegen den Film wurde der Vorwurf der Blasphemie erhoben Der Film zeigt, wie Jesus Christus in einem bayerischen Kloster vom Kreuz steigt, um mit einer jungen Ordensoberin zu schlafen. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) entschied, den Film nicht freizugeben, denn er attackiere die katholische Kirche und erzeuge „ein nur noch pessimistisches und nihilistisches Grundmuster der Welt, das keine rationale Verarbeitungsmöglichkeit für den Besucher zulässt“. Der Film könne „dem religiösen Empfinden eines nach Millionen zählenden katholischen Teils der Bevölkerung in öffentlicher Vorführung nicht zugemutet werden“. Es gab zahlreiche Strafanzeigen und sogar die Verfolgung durch die Staatsanwaltschaft. (Archiv/wikipedia)

Filmplakat "Das Gespenst"

Godard: „Maria uns Joseph“, 1984/1986

Nachdem Papst Johannes Paul II. das moderne Porträt der Maria, die als Kassiererin in einer Tankstelle arbeitet, als „Missbrauch und Beschimpfung“ geächtet hatte, forderte auch der Erzbischof von New York die Veranstalter des dortigen Film-Festivals auf, den französischen Beitrag aus dem Programm zu nehmen.In Deutschland gab es wegen des Films dutzende von Strafanzeigen insbesondere aus Bayern. (Archiv)

Jacques Richard: "Ave Maria", 1984

Das ursprüngliche Kinoplakat für den Film von Jacques Richard mit einer gekreuzigten Frau musste Mitte der 80er Jahre in Frankreich nach kirchlichen Protesten eingestampft und durch ein deutlich keuscheres Motiv ersetzt werden.

Scorseses: "Die letzte Versuchung Christi", 1988

Der Film löste schon bei seinem Erscheinen 1988 Kontroversen und Proteste aus. Denn die Geschichte von Jesus, der u.a. an seiner Berufung als Sohn Gottes zweifelt, eine Frau begehrt und eine Familie gründet, wurde als Blasphemie angesehen. Es kam zu Demonstrationen und gewalttätigen Protesten, wobei auf ein französisches Kino ein Brandanschlag verübt wurde. In Chile wurde der Film verboten. (wikipedia und Spiegel 46 1988)

Proteste gegen "Die letzte Versuchung Christi"

„International Guerillas“ (Rushdie Film), 1990

Aus Sorge vor Aufruhr und weil der Schriftsteller verunglimpft wird, verbot die britische Filmbewertungsstelle ein pakistanisches Melodrama über Salman Rushdie: Der Bösewicht tötet drei an Kreuze gekettete Männer mit seinem Säbel. Er foltert Gläubige mit Tonbandaufnahmen von den „Satanischen Versen“, ehe er sie an Palmen aufhängt. Doch da folgt Allahs Rache. Über dem Verworfenen erscheint ein Koran, Blitze zucken und ein Feuerball frisst den fürchterlich heulenden Bösen. So endet Salman Rushdie im Spielfilm „International Guerillas“, der in Pakistan Rekorde bricht. (Spiegel 31 1990)

Filmplakat zu "International Guerillas“

"Krabbat" (Otfried Preußler), 2010

Vor dem NRW Verwaltungsgericht stritten 2010 Zeugen Jehovas dafür, dass ihre Kinder dem schulischen Kinobesuch der "Krabbat"-Verfilmung aus Glaubensgründen fernbleiben dürfen. Ihrer Ansicht nach gehe es in dem Film um "Schwarze Magie", was für den Glauben und die Erziehung der Kinder schädlich sei. (MZ 4.5.2010)


Verbot für Hollywood-Film „Noah“, 2014

Die Zensurbeauftragten mehrerer muslimischer Länder haben 2014 das amerikanische Produktionsstudio Paramount darüber informiert, dass sie den Film in ihren Ländern verbieten werden. Das Verbot betrifft Qatar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate, wahrscheinlich auch Ägypten, Jordanien und Kuwait. Das Institut Al Azhar in Ägypten verklärte, dass solche Filme „dem Glauben und Fundament des islamischen Gesetzes widersprechen und die Gefühle der Gläubigen verletzen.” Laut der Scharia, dem islamischen Gesetz, ist es verboten, einen Propheten in irgendeiner Art und Weise bildlich darzustellen. (FAZ 2.4.2014)


"Exodus" in Vereinigten Arabischen Emiraten verboten, Emirate 2014

Nach Marokko und Ägypten verbannten 2014 auch die Vereinigten Arabischen Emirate Ridley Scotts Bibel-Epos "Exodus" aus den Kinos. "Wir können den Film nicht zeigen, weil das Drehbuch eine Reihe von Fehlern enthält." So lautete die Begründung des Leiter des nationalen Medienrats, Juma Obeid Al Leem. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird Ridley Scotts Bibel-Epos "Exodus" deshalb nicht zu sehen sein. Weiter heißt es in der Begründung, der Film vermittele ein falsches Bild des Islam und anderer Religionen: "Wir können eine solche Nachlässigkeit nicht dulden." Der Medienrat habe darum gebeten, einige Szenen aus dem effektgeladenen 150-minütigen Mammut-Werk mit Starbesetzung herauszuschneiden. Die Produzenten hätten dies aber abgelehnt, erklärte Al Leem. (FAZ 31.12.2014)

Proteste gegen „PK“ Aufstand in Bollywood, Indien 2015

Heftige Kontroversen gab es 2015 um einen der erfolgreichsten Bollywood-Filme aller Zeiten: Hindunationalistische Randalierer und Chaoten demolierten Kinos in verschiedenen indischen Städten. Sie protestieren gewaltsam gegen den Satirefilm „PK“ (Pee-kay, was beschwipst bedeutet), weil dieser religiöse Empfindungen verletze. In mehreren Städten schlossen Kinos oder die Vorstellungen mussten wegen der Krawalle unterbrochen werden. Die fanatischen Gegner machen den Film zum Gegenstand einer muslimisch-hinduistischen Auseinandersetzung, indem sie den Hauptdarsteller Amir Khan, einen Muslim, angreifen. Khan erklärte: „Ich achte den Hinduismus. Meine Hindu-Freunde haben den Film gesehen und nichts Anstößiges moniert. 99 Prozent der Mitarbeiter sind Hindus.“ Regisseur Rajkumar Hirani zeigte sich tief betroffen: „Im Namen des gesamten ‚PK‘-Teams möchte ich klarstellen, dass wir alle Religionen und Glaubensrichtungen respektieren.“ Die indische Filmzensurbehörde hatte „PK“ genehmigt, ein Gerichtsentscheid hatte die Entscheidung noch untermauert. Die staatliche Behörde sieht nichts Diskriminierendes, Beleidigendes oder Provozierendes in dem Film. Er nimmt satirisch den Missbrauch von Religionen aufs Korn. (FAZ 2.1.2015)

Sex, Erotik und Porno

"The Kiss", 1896

In dem Film wurde ein Tabu gebrochen: erstmals wurde ein Kuss. (Archiv) Zeitmagazin 39 1995)

Szene aus "The Kiss"

Leontine Sagan: "Mädchen in Uniform", 1931/1968

Der Film behandelt zumindest im Subtext das Thema lesbische Liebe. Er wurde in den USA nur mit Schnitten freigegeben und in Deutschland von den Nazis ganz verboten. Ab 1934 untersagte in den USA der sog. Motion Picute Production Code jede Anspielung auf Homosexualität. Der Code galt offiziell bis 1968. Näheres zum Thema Film und lesbische Liebe in: Andrea Weiss "Vampires and Violets". (Zeitmagazin 39 1995)

Szenen aus "Mädchen in Uniform"

"Freiheit für die Liebe", 1969

In diesem Film wird u.a. ein "vollständiger Geschlechtsakt" gezeigt. Dennoch gab die FSK diesen Film ungekürzt frei und brach damit das Tabu, dass solche Szenen im Kino nicht gezeigt werden dürfen. Einzige Auflage: der in Farbe gedrehte Film musste in schwarz- weiß gezeigt werden. Der Pressesprecher des Produzenten dazu: "Vielleicht wird das Ganze in Farbe doch zu anregend." (konkret 26 1969)

Filmplakat

"Krankenschwesternreport", 1973

Nachdem jahrelang irgendwelche "Reports" über Schulmädchen, Lehrmädchen oder Hausfrauen in den Kinos gezeigt wurden, regte sich erst Widerstand als der Beruf der Krankenschwestern mit so einem Machwerk diffamiert wurde. Der sog. "Krankenschwesternreport" führte dazu, das die "Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände" Protest einlegte und von "Rufmord" sprach. Schließlich griff ein bayrisches Landgericht ein undes kam zu einem zeitweiligen Aufführungsstopp, allerdings nicht wegen übler Nachrede, sondern wegen Verletzung des Paragraphen 184 (Unzucht). 93 Filmsekunden mussten entfernt werden. (Spiegel 10 1973)

„Lasterhafte Geschichten“, Italien 1973

Gegen den Film wurde in Mailand ermittelt, da empörte Bürger ihn „wegen Obszönität und Schmähung der Religion“ beschlagnahmen lassen wollten. Der Mailänder Staatsanwaltschaft gab den Film frei. (Spiegel 46 1973)

Rainer Werner Faßbinder: "Wildwechsel", 1972/1973

Gegen die Verfilmung seiner Dorftragödie "Wildwechsel" protestierte der Auto Franz Xaver Kroetz. Er war Faßbinder u.a. vor, aus einer "wunderbaren Liebesgeschichte" "Pornographie mit sozialkritischem Touch" gemacht zu haben. Beim Theaterverlag forderte er, die Aufführungsrechte zurückzubekommen und wehrte sich gegen eine weiter Kino-Auswertung. Nach der Ausstrahlung des Films im Fernsehen war es bereits zu zahlreichen Zuschauerprotesten gekommen. (Spiegel 11 1973)

Szene aus "Wildwechsel

"Wet Dreams", 1974

Gleich zur Premiere des Eroticons wurde der Film von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, obwohl der zuständige Richter den Film gar nicht gesehen hatte. In Frankreich lief der Film ohne Schnitte unbeanstandet. (Spiegel 43 1974)

Liliana Cavani: "Der Nachtportier", Italien 1974

Der Film, der die sado-masochistische Verbindung eines ehemaligen KZ-Schergen mit einem früheren Opfer zeigt, wurde in Italien wegen der "Verletzung des öffentlichen Schamgefühls" beschlagnahmt. (Spiegel 18 1974)

Szene aus "Der Nachtportier"

Francis Girod: Trio Infernal", 1974

Auf den französischen Kinoplakaten wurde nach Anordnung der Zensur folgender Hinweis angebracht: "Empfindliche Zuschauer werden gewarnt, daß dieses Werk gewisse Szenen enthält, die ein provozierende oder verletzende Wirkung haben können". Auch in Deutschland führte der Film zu heftigen Debatten und erst "ab 18" freigegeben. (Archiv)

Szene aus "Trio Infernal" mit Romy Schneider

"Die Geschichte der O", 1975

Die Verfilmung des Romans von Pauline Reage´ war in Deutschland heftig umstritten, in England sogar bis 2000 verboten. (wikipedia)

Szene aus "Die Geschichte der O"
Szene aus "Die Geschichte der O"

"Widerlich" oder "unerträgliche Zumutung" waren nur einige Urteile, mit denen das Titelblatt (Szene aus "Geschichte der O") des "Spiegels" vom September 1975 in Leserbriefen bedacht wurde. (Spiegel 40 1975). Erzeihungsberechtigte hielten deshalb den "Spiegel" unter Verschluß oder empfanden Scham in öffentlich zu lesen. (Spiegel38 1975]

"Spiegel"-Titel: "Widerlich"

Dennoch druckte "Der Spiegel" weitere Szenenfotos aus dem Film in den nachfolgenden Heften ab.

Szene aus "Die Geschichte der O"
In Deutschland kam es zu Demonstrationen (Bonn) und in Berlin wurden Stinkbomben und Farbbeutel bei der Premiere an die Leinwand geworfen. Auch eine Strafanzeigenaktion wurde von Frauenverbänden ins Leben gerufen.
Proteste gegen "Die Geschichte der O" in Bonn

„Emmanuelle“, 1975

Die Romanverfilmung „Emmanuelle“ (Autorin: Emmanuelle Arsan) war in Frankreich unter Pompidou zunächst wegen „mangelnder Ehrfurcht vor dem menschlichen Körper“ verboten. (Spiegel 3 1975)

Szene aus "Emmanuelle"

Jérome Savary: "Der erotische Zirkus", 1976

Der Film wurde zur öffentlichen Vorführung ab 18 erst unter Auflagen freigegeben. Akribisch wurde dabei aufgelistet, welche Szenen zu entfernen sind, wie "In der Szene mit Madame und Dudu ist zu entfernen a) wenn sie den Rock hebt und der künstliche Penis zu sie sich mit dem künstlichen Penis Dudu in A-Tergo-Position nähert, einschließlich des ruckartigen Stoßes, b) ferner sind die Bilder zu entfernen, wo sie wieder ihren Rock hebt, solange der künstliche Penis zu sehen ist" oder "In der Szene mit der letzten Inspektion der Männer, ehe die Damen kommen, wo die Männer frontal stehend mit erigiertem Penis zu sehen sind, einschließlich des Vorganges, wo die Chefin inspiziert, bis die Damen kommen, was wieder gezeigt werden darf." (Spiegel 45 1976)

Filmplakat "Der erotische Zirkus"

Oshima: "Im Reich der Sinne", 1976

Der Film wurde aufgrund des sog. Pornographieparagraphen 184, Abs. 3, wonach "pornographische Schriften, die Gewalttätigkeiten ... zum Gegenstand haben", in Herstellung und Verbreitung strafbar sind, nach der ersten Vorstellung beim internationalen Filmfestival "Berlinale" beschlagnahmt. (Spiegel 29 1976)

Szene aus "Im Reich der Sinne"

Spielen wir Liebe, 1976/77

Lara Wendel war - wie Eva Ionesco - Drehzeit (1976 und 1977 veröffentlicht) erst elf Jahre alt und wurde dennoch in freizügigen Nackt- und Softsex-Szenen mit Martin Loeb gezeigt. In ungeschnittener Fassung ist der bereits seit seiner Erstaufführung umstrittene Film in Deutschland seit 2006 gerichtlich verboten.(wikipedia)

Filmplakat


Eva Ionesco "Spermula", 1976

Aus dem US-amerikanischen Softsexfilm Spermula (1976) wurde ihre Rolle vor der Veröffentlichung wieder herausgeschnitten, da sie in sehr freizügigen Posen zu sehen war. (wikipedia)

Filmplakat

"Angela" mit Sophia Loren, 1978

Der Film schildert eine tragische Inzestbeziehung zwischen Mutter und Sohn. In Italien wurde deshalb Anklage wegen "Obszönität" erhoben und der Film beschlagnahmt. (Spiegel 24 1978)

Szene aus "Angela"

Hans-Christof Stenzel: "Obszön - Der Fall Peter Herzl", 1982

Die FSK verlangete bei deisem Film fünf Schnitte, woraufhin der folgsame Regisseur die geschnittenen Stellen mit einem Hinweis "Schnitt der FSK" versah.

Geschnittene Szene aus "Obszön - Der Fall Peter Herzl"

"Das Ende des Regenbogens", 1987

Der preisgekrönte Film wurde zunächst aus dem Angebot für Vorführungen im Ausland durch das Goethe-Institut genommen, weil er "nicht repräsentativ für das" sei, "was die Bundesrepublik darstellt" (CSU-Politiker Benecke). (Spiegel 4 1987)

Szene aus "Das Ende des Regenbogens"

Adrian Lyne: "Lolita", USA 1998

Die Neuverfilmung des Romans von Nabokov, die das erotische Verhältnis eines 40jährigen Mannes zu seiner 12jährigen Stieftochter zeigt, fand 1998 in den USA keinen Verleih. In Zeiten erregter Mißbrauch-Debatten schien die Geschichte zu heikel. (Spiegel 1 1998)

Szene aus "Lolita"

Paul Verhoeven: "Basic Instinct", 1992

Paul Verhoeven in einem Interview: „Ich bin Stolz darauf, dass wir es geschafft haben, den Zuschauer in „Basic Instinct“ einen Blick unter Sharon Stones Rock werfen zu lassen. Ich musste bestimmt zehnmal in den Schneideraum, um eine Fassung zu erstellen, die in den USA eine Altersfreigabe ab 17 bekam. Doch diese Einstellung, in der Sharon Stone ihre Beine über einanderschlägt und der Zuschauer einen kurzen Blick auf ihre Vagina erhascht, ist den Zensoren entgangen.“ (Spiegel 36 2006)

Sharon Stone: dem Zensor entgangen

Pedro Almodóvar: "Kika", 1994

Abgelehnt wurde von der "New York Times" ein Standfoto mit der Hauptdarstellerin Victoria Abril. Auf dem Foto war sie in einem von Jean-Paul Gaultier entworfenen Kleid mit applizierter fleischfarbener Brustplatte samt pailettenbesetzten Brustwarzen zu sehen. Die Ablehnung wurde wie folgt begründet: "Wir haben noch nie blanke Brüste von vorn gezeigt." (Spiegel 17 1994)

Abgelehntes Werbebild

Romain Slocombe: "Eine schwankende Welt", Arles 1995

Der Film thematisiert die Erotik in Japan und hierbei speziell die Tokioter-Sado-Maso-Fotografen-Szene z.B. um den Künstler Araki. Gezeigt werden u.a. Frauen, die in eindeutigen Stellungen posieren und denen Klistiere gesetzt werden oder ein junges Mädchen, dem der Regisseur, hier als Darsteller, eine medizinische Halskrause, einen Armgips und Fesseln verpasst. Die Vorführung in Arles während der Internationalen Fototage musste nach tumultartigen Protesten abgebrochen werden.

SM-Foto von Araki

„Das Volk gegen Larry Flynt“, Filmplakat, 1997

Das Filmplakat zu dem Film über den Herausgeber des Schmuddel-Blättchens „Hustler“ wurde in der ersten Fassung von der Selbstkontrolle in Amerika abgelehnt, denn es zeigt den Schauspieler Woody Harrelson mit der US Flagge als Lendenschurz und in der Pose des gekreuzigten Christus auf einem Frauenunterleib. Das neue Poster zeigt den Schauspieler nunmehr mundtot durch „Stars ´n´ Stripes“. (Stern 5 1997)

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Billy Corben: "Raw Deal - A Question of Consent", 2005

Der Dokumentarfilm zeigt, wie schwer es u.a. sein kann, freiwilligen und erzwungenen Sex voneinander zu unterscheiden. Die Szenen in "Raw Deal" sind nicht gestellt, Corbens Film nutzt originales Amateurmaterial, gedreht 1999 im Wohnheim der Studentenverbindung Delta Chi. Die Studenten hatten Stripperinnen angeheuert, darunter die 27-jährige Lisa Gier King. 150 Dollar sollte sie für den Auftritt erhalten, plus Trinkgeld. Lisa strippte. Am nächsten Morgen gab sie an, vergewaltigt worden zu sein. Obwohl ein Video über den gesamten Ablauf vorliegt, lässt sich nicht eindeutig sagen, wo die Grenze zwischen Freiwilligem und Erzwungenen genaue verläuft. Deutsche Sender lehnten die Hard-Core-Szenen des Films ab, im britischen und im niederländischen Fernsehen hingegen wurde der Film ungekürzt gezeigt. (Spiegel 37 2005)

Hard-Core-Szenen aus "Raw Deal"

„In the cut“, 2007

In dem Erotik-Thriller mit Meg Ryan ist der Oralverkehr zwischen Mann und Frau ebenso wie ein erigierender Penis in Großaufnahme. „Bild am Sonntag“ (15.7.2007) stellte darauf die Frage, ob dies Porno (und damit aus Gründen des Jugendschutzes nur beschränkt zugänglich sein dürfte) oder Kunst sei.

"Daniel Stamm: "Der letzte Exorzismus" , Uk 2010

Die britische Werbeaufsichtsbehörede verbot im November 2010 das Plakat zu dem Horrofilm, da es den Eindruck erwecke, dass das auf dem Plakat gezeigte Mädchen Opfer eines Sexualverbrechens geworden sei. (Sdt. 5.11.2010)

Filmplakat "Les Infidèles" , F 2012

Das Plakat wurde nach Protesten von Frauenverbänden zurrückgezogen, da es "vulgär und erniedrigend" sei. Auch befürchtete frau Auswirkungen auf die nächste Oscarverleihung, zu der auch der dargestellt Schauspieler Jean Dujardin eingeladen war. (Spiegel Nr. 7 2012)


Gaspar Noés: „love“, 2015

Obwohl Regisseur Gaspar Noé seinen neuen Film Love für 12-Jährige geeignet findet, wurde der Film nach seiner Premiere in Cannes erst ab 16 freigegeben. Im Dezember 2015 wurde die Freigabe auf politischen Druck hin von religiösen und rechten Gruppen in Frankreich auf 18 und älter hochgesetzt. Der Regisseur sorgt sich deshalb um die Zukunft der künstlerischen Meinungsfreiheit des Mediums Film. In Rußland wurde der Film verboten. (Welt am Sonntag 22.11.2015)

Andere Länder

Ägypten

Halawet Ruh, 2014

Der Film war von der Zensurbehörde bereits freigegeben, doch Präsident Mahlab kassierte die Freigabe einfach ein, weil er angeblich den "ägyptischen Moralkodex" verletze. (FAZ22.4.2014)

China

"Iron Man 2", 2010

In der Comic-Verfilmung wurden in China alle Hinweise auf die russische Herkunft des bösen Gegenspielers Ivan Vanko gelöscht. Wo "Russland" oder "russisch" erwähnt wurde, wurde der Ton unverständlich. Auch in den chinesischen Untertiteln wurden die Worte nicht erwähnt. Als Justin Hammer, der Vanko beim Gefängnisausbruch hilft, sagt: "Sie verstehen, dass ich kein Russisch spreche", wurde dies umgeändert in "Sie wissen, dass ich ihre Muttersprache nicht spreche." (Sdt. 1.6.2010)


James Bond "Skyfall, 2013

Die chinesische Version des Bond-Filmes wurde wie z.B. schon "Men in Black 3" oder "Fluch der Karibik" stark zensiert. Der Zensur zum Opfer fiel beispielsweise die Szene, in der ein französischer Profikiller einen chinesischen Wachmann in einem Wolkenkratzer in Shanghai tötet. Von Zensur betroffen sind zudem die Dialoge, die chinesischen Untertitel entsprächen oft nicht dem eigentlichen Text. Beseitigt wurde demnach unter anderem eine Anspielung Bonds über Prostitution in Macao. So fragt Bond seine Begleitung Severine (Berenice Marlohe) im Original, ob ihr Tattoo daher stammt, dass sie als junge Frau zur Arbeit als Prostituierte gezwungen wurde. Im Chinesischen fragt Bond sie, ob das Tattoo etwas mit der Mafia zu tun habe. Auch der Wortlaut eines Berichts des von Javier Bardem gespielten Film-Bösewichts über Folter durch chinesische Einsatzkräfte wurde geändert. (FAZ 26.1.2013)

Zuviel Dekolletés - Wu Zetian film abgesetzt, 2015

Ein TV-Epos über Wu Zetian, Herrscherin am Ende des 7. Jahrhunderts, wurde nach der Premiere abgesetzt. Zunächst hieß es wegen "technischer Probleme". Der wahre Grund: die Dekolletés der Hofdamen waren Chinas Zensurbehörde zu tief. Der Film musste umgeschnitten werden. Hou Yunyi, die für den Film die Kostüme entworfen hat, staunte nicht schlecht, als sie davon erfuhr. "Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass der Film deswegen geändert werden muss." Sie habe die Kostüme nach den historischen Vorbildern aus der Tang-Dynastie geschneidert. "Das war eine relativ offene Periode in der chinesischen Geschichte," so Hou, "die Taille in der Tang Dynastie ist relativ hoch und die langen breiten Ärmel und das Cape betonen alle die Schönheit der asiatischen Frau." In Taiwan wurde die Originalversion gezeigt. lief, kann sich jetzt jeder selbst ein Bild machen. Der Unterschied ist eigentlich nicht so groß. Den Zensoren war er trotzdem wichtig.

England

Stanley Kubrick: "A Clockwork Orange", 1971

Der Film nach dem Roman von Anthony Burgess, der eine Bande gewalttätiger und orientierungsloser Jugendlicher zeigt, wurde vom Regisseur selbst zurückgezogen, weil der Film für etliche Gewaltakte haftbar gemacht worden war. (Spiegel 9 1993)

Sam Peckinpah: "Stray Dogs", 1971

U.a. die "Financial Times" forderte angesichts von zahlreichen dargestellten Greueltaten, sieben Morden und einer Doppelvergewaltigung eine Zensur. Der Film wurde dennoch freigegeben. Begründung: man wolle "Leute nicht vom Betrachten wichtiger und bedeutender Dinge abhalten - selbst wenn sie weh tun". (Spiegel 51 1971)

Stratford protestiert gegen Emmerich-Film über Shakespeare, 2011

Bereits vor dem Start des Films von Roland Emmerich über die wahre Identität von William Shakespeare regten sich in England erste Proteste. Besonders groß war die Empörung in Shakespeares Geburtsstadt Stratford-upon-Avon. Dort wurden jetzt Straßen- und Kneipenschilder mit Shakespeares Namen sowie eine Statue des Dichters verhängt. Die Shakespeare-Fans sahen in dem Film mit dem Titel "Anonymus" eine Verschwörungstheorie. So wird im Film die These vertreten, dass nicht der Schauspieler Shakespeare, sondern der Adelige Edward de Vere, 17. Earl von Oxford, Schöpfer der großen Dichtung ist. (online 26.10.2011)

Frankreich

Jens Thorsen/Henry Miller: "Stille Tage in Clichy", 1970

Frankreich war das erste Land, das 1956 das autobiographische Buch druckte, neun Jahre bevor z.B. in Amerika eine Fassung erschien, aber als 1970 das Werk verfilmt werden wurde, verweigerten die Pariser Zensoren eine Aufführung. (Spiegel 45 1970)

Sind die Schlümpfe böse Nazis?, Frankreich 2011

Der französische Autor Antoine Buéno behauptet in seinem Buch «Le Petit Livre Bleu», dass die Gesellschaft der Schlümpfe den Archetyp einer totalitären Gesellschaft darstelle. Sie trüge Züge des Stalinismus und Nazismus trage. Insbesondere die Folge über schwarze Schlümpfe sei eindeutig rassistisch geprägt. (Stern de 13.5.2011)

"Les Infidèles": Szene mit dem World-Trade-Center, 2012

Um die Oscar-Chancen des französischen Darstellers Jean Dujardin, der in dem Film "The Artists" mitspielte, nicht zu gefährden, wurde aus dem Film "Les Infidèles" folgende Szene herausgeschnitten: Dujardin wartet in einem New Yorker Hotelzimmer auf eine seiner Geliebten. Dann kommt ein Anruf, und eine Frau fragt, wie es ihm gehe. Dujardin antwortet: "Alles bestens, mein Schatz". Im selben Augenblick sieht man, wie ein Flugzeug in das World Trade Center einschlägt. (WN 3.3.2012)

"Bastille Day" in Frankreich abgesetzt, 2016

Der Filmverleih Studiocanal setzte im Juli 2016 den Actionthriller "Bastille Day" in Frankreich ab. Die Entscheidung sei nach dem Anschlag in Nizza aus Respekt vor den Opfern und deren Familien gefallen. In dem Film spielt der Brite Idris Elba einen CIA-Agenten, der nach einer Bombenexplosion in Paris nach Frankreich beordert wird, um sich den mutmaßlichen Attentäter vorzuknöpfen. Tatsächlich stammte das Drehbuch für den Streifen bereits aus dem Jahr 2012. Die Dreharbeiten begannen im Oktober 2014 und waren Ende 2014 abgeschlossen. (ntv 18.7.2016)

Griechenland

„Alexander“, Griechenland 2004

Wegen homosexueller Anspielungen kam das Historienepos nur in zensierter Form in Griechenlands Kinos. (WN 3.12.2004)

Indien

„Dunno Y ... Na Jaane Kyun", 2010

Kußszenen zischen zwei Männern wurden bis 2010 im indischen Kino durch farbenprächtige Einstellungen auf Blumenfelder oder Wasserfälle symbolisiert. Nachdem Homosexualität 2011 straffrei wurde, konnte in diesem Film erstmals eine Kußszene gezeigt werden. (Sdt. 27.4.2010)

Nordkorea

"2012" (Katastrophenfilm), 2010

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Il ließ den Katastrophenfilm "2012" (in ihm wird die Erde von Naturkatastrophen heimgesucht)verbieten. Er wollte nicht, dass ausgerechnet das Jahr, in dem sich der hundertste Geburtstag von Kim Il-sung, dem Gründer der Nation, jährt und das er selbst als "Jahr der nationalen Größe" ausgerufen hatte, mit dem Untergang der Erde in Verbindung gebracht werden könnte. Schmuggler von chinesischen Raubkopien wurden deshalb ins Gefängnis geworfen. (mailonline 26.3.2010)

Szene aus "2012"

Pakistan

"Tere Bin Laden" ("Dein Bin Laden" oder "Ohne Laden"), 2010

Der satirische Film persifliert den amerikanischen Kampf gegen den Terrorismus und verhöhnt zugleich Bin Laden. Pakistan verbot den Film, weil er "unpassend für öffentliche Vorstellungen" sei. (Sdt. 23.7.2010)


Rußland

Die Schöne und das Biest, 2017

Das russische Kultusminister verfügte 2017, dass „Die Schöne und das Biest“ in Russland erst für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben wird. In Russland gibt es ein Gesetz, das Kinder vor „homosexueller Propaganda“ schützen soll. In Singapur hat Rennis Ponniah, der Bischof der „St. Andrews Cathedral“, der größten Kathedrale des Landes, eine Warnung an alle Eltern verfasst. Darin heißt es, dass von Disney-Kinderfilmen eigentlich immer erwartet werde, dass sie „mainstream values“, also die Werte der Allgemeinheit, hätten. Die Zeiten würden sich aber offenbar ändern. Alle Eltern sollten deshalb ihre Kinder unbedingt vor diesem Remake schützen, findet der Bischof. Zuvor hatten bereits einige christlichen Kinos in den USA den Film aus dem Programm genommen. Und in Malaysia wurde der Kinostart des Films vorerst verschoben. (SWR 3 14.3.2017)

Schweiz

Fernand Melgars „Vol spécial“, 2014

Eine Dokumentation über die Abschiebung unerwünschter Einwanderer führte zu einer Diskussion darüber, welche kritischen Filme nicht mehr ins Ausland geschickt werden sollten. Beim Festival von Locarno wurde von Fernand Melgars „Vol spécial“ uraufgeführt. Nach Ansicht mancher Kritiker hätte er den Goldenen Leoparden verdient gehabt, doch in Locarno gab es Schelte: „Faschistisch“ sei der Film, erklärte der Jury-Präsident. Sein Regisseur mache sich zum Komplizen eines unmenschlichen Systems. Melgar hatte seinen Dokumentarfilm in einem Gefängnis beim Genfer Flughafen gedreht, dessen Insassen auf ihren „Ausschaffungsflug“ warten. Die Schweizer Behörden empfinden Melgars Dokumentation als kritisch und rufschädigend. Deshalb gab es Streit über die Frage, ob man diesen Film ins Ausland schicken dürfe. (FAZ 17.9.2014)

Türkei

Lars von Trier: Nymphomaniac, 2014

Der Film durfte nach einer Entscheidung des Aufsichtsrates nicht in den Kinos der Türkei gezeigt werden. Begründung: zu pornographisch. (FAZ 10.3.2014)

Filmplakat

USA

„CleanFlicks“-Verbot, USA 2006

Ein Gericht in den USA verbot 2006 sog. „CleanFlicks“, die Reinigung von Film-DVDs. Eine in Utah ansässige Firma kaufte zunächst Videos und DVDs und säuberte sie dann von Gewaltszenen, lüsternen Sprüchen, Nacktheit und Blut, um sie in familiengerechten Versionen u.a. an Fluglinien und Fernsehstationen zu verkaufen. Das Gericht untersagte das Geschäftsmodell, weil es grundsätzlich nicht im Einklang mir der künstlerischen Freiheit zu bringen sei. (Netz 10.7.2006)


"Initiative Rauchfreie Filme" vs. "Avatar", 2010

Die amerikanische "Initiative für rauchfreie Filme" protestierte im Januar in ganzseitigen Anzeigen dagegen, dass Sigourney Weaver in dem Film zur Zigarette greift. Deshalb dürfe der Film auch nicht für 13-jährige zugelassen werden, sondern müsse ein R-Rating (für Erwachsene) erhalten. (Sdt. 13.1.2010) Zusätzlich wurde von der Initiative eine Internet-Plattform eingerichtet, die auch andere bedenklich Filme anzeigt wie "Sherlock Holmes" und "The Blind Site" von Warner Brothers, "Nine" von der Weinstein Company" oder The Fantastic Mr. Fox" von Fox. "Avatar" erhielt in der Bewertung die "Schwarze Lunge". (welt de. 4.1.2010)

Beanstandete Szene mit Raucherin


Hillary Clinton-Dokumentation abgesagt, 2013

Ein kritisches Doku-Projekt über die mögliche Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton wurde 2013 abgesagt.trifft weder bei Demokraten noch Republikanern auf Gegenliebe. Als Regisseur war Oscar-Preisträger Charles Ferguson vorgesehen. Doch der Filmemacher, der für den US-Sender CNN eine Dokumentation über die frühere Außenministerin und mögliche künftige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton drehen sollte, hat sein Engagement vorzeitig beendet. Der Sender bestätigte, dass sich Ferguson aus dem Projekt zurückgezogen habe. Die Doku werde nicht mehr gedreht. Zur Begründung schreibt Ferguson in einer Kolumne für die "Huffington Post", dass sich von 100 Leuten, die er für die Doku angesprochen habe, nur zwei vor der Kamera äußern wollten. Auch Hillary Clinton habe sich nicht zu einem Interview für die Doku bereit erklärt, so Ferguson. Die Demokraten seien rundheraus dagegen, dass er den Film drehe. "Niemand, und ich meine wirklich niemand, hatte ein Interesse daran, mir bei dem Film zu helfen", erklärt der Regisseur und beschreibt, wie eine ganze Reihe von politischen Akteuren - darunter Clinton-Sprecher Nick Merrill - wegen des Filmprojekts immer stärkeren Druck auf ihn ausgeübt hätten. In der Doku wollte Ferguson die politischen und finanziellen Aktivitäten der Clintons einer kritischen Betrachtung unterziehen. Politischer Gegenwind kam auch von den Republikanern. Wegen des Projekts hatte sich die Partei dafür ausgesprochen, den Sender CNN als Gastgeber für republikanische Debatten im Vorwahlkampf für die Präsidentschaft 2016 zu boykottieren. Dass die Dreharbeiten geplatzt sind, "ist ein Sieg für die Clintons" wetterte Ferguson in der Kolumne - "und für die Geldmaschinen, zu denen beide politischen Parteien geworden sind". (Spiegel online 1.10.2013)

Werbung für Amazon-Serie "The man in the high castle": Die Freiheitsstatue macht den Hitler-Gruß, 2015

Der deutsche Reichsadler prangt auf U-Bahn-Sitzen, die Freiheitsstatue reckt den Arm zum "deutschen Gruß": Viele New Yorker zeigen sich irritiert über eine neue Werbekampagne von Amazon zur Serie "The Man in the High Castle" und fordern über die sozialen Netzwerke mitunter eine Einstellung der Werbung. (focus online 24.11.2015)

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